Islam und Toleranz, Teil 1

Die Kaaba- Das größte Heiligtum des Islams

Teil 2, Teil 3, Teil 4

Wenn man in Deutschland und Europa mal wieder über Toleranz diskutiert, dann ist damit meistens die Toleranz gegenüber Muslimen gemeint. Unter dem Begriff “Islamophobie” werden islamfeindliche Tendenzen in unserer Gesellschaft verurteilt. Worum es sich handelt, ist schnell klar: Das Minarettverbot in der Schweiz, die Wahlerfolge von “rechtspopulistischen” Parteien wie die von Geert Wilders in den Niederlanden und die angebliche Pauschalisierung von Muslimen mit Phänomenen wie Terrorismus und Ehrenmorden- all das wird als “Islamophobie” bezeichnet. Wenn es so weitergeht, würden schon bald Moscheen brennen, so wie früher Synagogen gebrannt haben. Die Muslime hätten die Rolle des “Sündenböcks” von den Juden übernommen, Islamophobie sei der “Antisemitismus von heute”.

Doch: Wie sieht es mit der Toleranz in der muslimischen Welt aus?

In den nächsten Tagen werde ich mich damit beschäftigen, die Rechte der Frauen, der Homosexuellen, anderen Minderheiten, den Einfluss von religiösen Fundamentalisten in den jeweiligen Ländern und zuletzt über die unselige Diskussion über den Unterschied zwischen Islam, Islamismus und die islamische Kultur. Dabei geht es nicht darum, das eine Unrecht mit dem andern zu verharmlosen, sondern darum, zu informieren, welcher eklatante Mangel an Toleranz bei denen vorherrscht, die diese oft gerade bei uns ausmachen wollen. Ich werde mich auch gründlich mit dem Begriff “Islamophobie” beschäftigen. Den Anfang macht ein Bericht über die Lage der Christen in der islamischen Welt.

Eins möchte ich für alle Nörgler im vornherein klarstellen: „Islamkritik“ bedeutet für mich keine theologische Auseinandersetzung mit dem Koran oder der Scharia, sondern lediglich die Kritik an den Verhältnissen, die in den muslimischen Staaten vorherrschen. Ob diese Zustände mit dem Islam begründet werden können oder nicht, ist mir ehrlich gesagt ziemlich egal. Ich habe den Koran nicht gelesen und habe es auch nicht vor. Es interessiert mich ja auch nicht, ob in der Bibel zu Pädophilie aufgerufen wird. Das Wort Islam in Islamkritik ist nicht eine religiöse, sondern eher eine geografische Bezeichnung  („islamische Welt“) für die Staaten mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit.

Christophobie- Ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Es gibt kein einziges muslimisches Land, in dem Christen mehr Bürgerrechte haben als Muslime in irgendeinem christlichen Land. Zwischen 80-90% der religiös verfolgten Menschen auf der Welt sind Christen, schätzt die Organisation “Open Doors”. Über 100 Millionen Christen würden weltweit diskriminiert werden und jährlich würden 100.000 Menschen gefoltert oder ermordet werden. In 37 der 50 schlimmsten Länder für Christen ist der Islam die Mehrheitsreligion. Nur 2 der ersten 10 sind nicht-islamische Länder.

Warum gibt es dann so gut wie keine Proteste gegen ihre Verfolgung, vor allem im Westen? Warum benutzt niemand das Wort “Christophobie”?

Die meisten wissen überhaupt nicht, wie es um die Christen in den muslimischen Ländern bestellt ist, da die Medien über dieses Thema schweigen oder sich einfach nicht dafür interessieren. Christophobie gehört zu den größten Bedrohungen unserer Zeit.

Es gibt auf der Welt 57 Staaten, die Mitglieder der “OIC”, der Organisation der islamischen Konferenz, sind. Ich werde hier 23 davon beschreiben und zeigen, wie es dort um die Religionsfreiheit der Christen bestellt ist. In einigen davon gibt es kaum Christen, wie z.B. Libyen oder Afghanistan, aber ihre Lage ist dennoch schlimm. Dass sie sich überhaupt trauen, als Christen in diesen Ländern weiterzuleben, zeigt wie sehr sie sich mit ihrer Heimat verbunden fühlen.

Quellen: Bericht von Open Doors

WELT: Das schwere Los der Christen im Islam

ZEIT: Märtyrer

Afghanistan

Das Taliban-Regime hat die Reste der christlichen Minderheit, die bis zum Jahr 2000 etwa 7.000 Mitglieder hatte, praktisch aus dem Land vertrieben.

In Afghanistan kann der Übertritt vom Islam zum Christentum mit der Todesstrafe bestraft werden. Das dort geltende Recht ist allerdings nicht eindeutig. Eine Klage gegen Abdul Rahman wurde wegen Formfehlern abgewiesen.

Open Doors-Bericht 2010:

Die Situation der Christen in Afghanistan hat sich im vergangenen Jahr verschlechtert. Besonders Christen muslimischer Herkunft sind intensiver Verfolgung ausgesetzt. Es gibt nur sehr wenige Christen im Land. Afghanische Gläubige werden von der vorwiegend muslimischen Gesellschaft nicht akzeptiert. Die Gesetzgebung ist hinsichtlich der Rechte für religiöse Minderheiten nicht eindeutig. Im Mai und Juni 2010 veröffentlichte der Fernsehsender “Noorin TV” Bilder einer Taufe von Muslimen, die zum Christentum konvertiert waren. Ihre Gesichter wurden in dem Beitrag offen gezeigt. Christlichen Hilfsorganisationen wurde dabei Evangelisation unter Muslimen vorgeworfen. Die Reportage löste drastische Reaktionen bis in höchste Regierungskreise des streng islamischen Landes aus. Der Sekretär des Unterhauses forderte bei einer Parlamentssitzung die Hinrichtung von Apostaten. Hunderte verärgerter Studenten demonstrierten in der Hauptstadt Kabul und anderen Städten. Dabei stießen die Demonstranten Morddrohungen gegen christliche Konvertiten aus und verlangten die Ausweisung christlicher Organisationen. Im ganzen Land verstärkte sich der Druck auf afghanische Christen. Viele von ihnen flohen in der Folgezeit aus dem Land oder tauchten unter. 2010 kam es zu etlichen Verhaftungen von Christen.

Im August wurden christliche Entwicklungshelfer von Taliban getötet. Derzeit wird öffentlich darüber debattiert, ob ein Afghane – dem kulturellen Selbstverständnis nach per Definition Muslim – auch Christ werden kann und welche Rechte ihm für diesen Fall zustünden. Das ist bislang einzigartig in der Geschichte des Landes. Als Christ in Afghanistan zu leben, ist immer noch außerordentlich schwierig, denn der Islam ist offiziell Staatsreligion. Dementsprechend basiert die Verfassung des Landes auf islamischen Grundsätzen, und kein Gesetz darf den Überzeugungen und Vorschriften des Islam widersprechen. Auch der gesellschaftliche Druck auf Christen ist immens. Einheimischen, die ihren Übertritt zum Christentum nicht verborgen hielten, wurde oft mit Gewalt oder sogar mit der Ermordung gedroht – auch durch die eigene Familie. Diese Einschüchterungen sollen Christen zwingen, ihrem neuen Glauben abzuschwören. Infolgedessen praktizieren die meisten afghanischen Christen ihren Glauben nicht in der Öffentlichkeit. Sie fühlen sich auch nicht frei, eine Hausgemeinde zu besuchen oder sich zu versammeln.

Algerien

Nach der algerischen Verfassung herrscht Religionsfreiheit, offene christliche Missionierung ist jedoch verboten. Wer öffentlich vom Islam zum Christentum übertritt, muss mit Verfolgung rechnen.

Ägypten

Die WELT berichtet:

Auch Ägypten, der Staat im Nahen Osten mit der anteilmäßig größten christlichen Bevölkerung, tut sich schwer mit der Gewährung von Menschenrechten für seine rund 8 Millionen Kopten. Ägypten hat zwar wie viele andere muslimische Länder die Religionsfreiheit formal in seiner Verfassung verankert, gleichzeitig aber die Scharia als Grundlage der Rechtsprechung eingeführt.

Dies bedeutet die massive Benachteiligung und Ausgrenzung der koptischen Christen, denen, wie die Menschenrechtsorganisation „Amnesty International“ beklagt, der Zugang zu höheren Berufen wie Rechtsanwalt oder Arzt verwehrt ist. Selbst in Dörfern, die fast nur von Christen bewohnt sind, muss der Bürgermeister immer ein Moslem sein. Kirchen dürfen grundsätzlich nur mit Dekret des ägyptischen Präsidenten gebaut werden, der sorgfältig prüfen lässt, ob sich muslimische Nachbarn durch den Bau gestört fühlen könnten. In Hurghada am Roten Meer können christliche Touristen zwar Mehrzweckhallen für den Gottesdienst benutzen, der Bau von Kirchen ist bislang aber nicht genehmigt worden.

Aufruf zur Demonstration für die Kopten in Ägypten

Kirchenbau ist nur eingeschränkt möglich, und muslimische Geistliche rufen wiederholt zum Mord an christlichen Konvertiten auf. Oft kommt es zu gewalttätigen Zwischenfällen zwischen Christen und Muslimen, die Todesopfer auf beiden Seiten fordern und bei denen auch koptisches Kulturgut zerstört wird.

So werden immer wieder ägyptische Christinnen von Muslimen entführt und nach ihrer Zwangsislamisierung mit einem ägyptischen Muslim zwangsverheiratet. Ein Zurück in die christliche Religion ist für diese Frauen so gut wie ausgeschlossen (Bilder von entführten Christinnen in Ägypten). Und immer wieder werden christliche Kirchen von Muslimen angegriffen oder Häuser koptischer Christen zerstört. Im Februar 2007 nahm die Polizei im oberägyptischen Armant zwei koptisch-orthodoxe Familien fest, nachdem diese zur Polizeistation gekommen waren, um Brandanschläge auf ihre Häuser anzuzeigen. “Die Kopten wurden von der Polizei gezwungen ein Protokoll zu unterzeichnen, wonach sie ihre Häuser selbst angezündet hätten, um die Tat Muslimen anzulasten und Polizeischutz einzufordern”, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte IGFM.

Feindseligkeiten gegenüber Christen sind in Ägypten in den letzten 50 Jahren stark gewachsen. So gab es im Oktober 2005 in Alexandria einen Gewaltausbruch gegenüber Christen, nachdem die Muslimbrüder über 20.000 Kopien einer DVD unter Muslimen verteilt hatten mit Texten angeblicher anti-islamischer Predigten seitens der Kopten. Drei Menschen wurden bei diesem Aufruhr getötet, sieben Kirchen beschädigt und eine Nonne durch eine Messerattacke schwer verletzt. Alle muslimischen Mordverdächtigen der Angriffe vom Januar 2000 in El Kosheh wurden mittlerweile freigelassen, nachdem das Interesse der Weltöffentlichkeit an diesem Massaker verblasst war.

Ein Selbstmordattentäter hat sich in der Silvesternacht 2011 vor einer großen koptischen Kirche in Alexandria in die Luft gesprengt und dabei mindestens 21 Gläubige mit in den Tod gerissen. Mindestens 43 weitere Menschen wurden nach Angaben aus dem ägyptischen Gesundheitsministerium verletzt. Unter ihnen seien auch muslimische Passanten gewesen. Die Bombe entfaltete ihre verheerende Wirkung, als die Kirchgänger aus der Mitternachtsmesse in der St. Markus- und Petri-Kirche im Stadtteil Sidi Beshr strömten.

Auch nach dem Sturz von Präsident Mubarak im Februar 2011 kam es zu Gewalt gegen Christen.

Äthiopien

Idea.de berichtet: Muslime attackieren Christen

Christen im Westen Äthiopiens sind blutigen Angriffen muslimischer Extremisten ausgesetzt. Die Unruhen begannen am 2. März in der Ortschaft Asendabo bei Jimma.

Dort wurde ein orthodoxer Christ erschossen, weil er angeblich einen Koran zerrissen und damit entweiht haben sollte. Daraufhin starteten aufgebrachte Muslime Anschläge auf christliche Einrichtungen. Nach Informationen der Hilfsorganisation International Christian Concern (ICC) mit Sitz in Washington wurden mindestens 55 Kirchen, eine Bibelschule, ein Waisenhaus und 30 Häuser in Brand gesteckt. Schätzungen über die Zahl vertriebener Christen schwanken zwischen 3.000 und 10.000. Die Polizei unternahm wenig, um die Angreifer in die Schranken zu weisen. Schließlich entsandte die Zentralregierung Militär, um die Ordnung wiederherzustellen. Bei den Tätern handelt es sich laut ICC um Mitglieder der radikal-islamischen Gruppe Kwarej, die einen islamischen Staat im nordostafrikanischen Land etablieren wolle, obwohl die Bevölkerungsmehrheit(63%) christlich ist.

Brunei

Obwohl die Verfassung die Ausübung aller Religionen “in Frieden und Harmonie” garantiert, wurde dies mit der Zeit eingeschränkt. In den vergangenen Jahren hat die Regierung Predigten und Bekehrungen untersagt, Bischöfen und Missionaren Visa verweigert, die Einfuhr von religiösem Material verboten und keine Genehmigungen für den Bau von Kirchen erteilt. Das Bildungsministerium verpflichtet alle Schüler, auch die nichtmuslimischen, den islamischen Religionsunterricht zu besuchen und Arabisch zu lernen. Auch an Privatschulen ist christlicher Religionsunterricht untersagt, islamischer dagegen verpflichtend.

Eritrea

Wie die evangelische Nachrichtenagentur “idea” am 5. September 2005 berichtete, werden im muslimischen Eritrea immer mehr Evangelikale verhaftet und unter Druck gesetzt, ihrem Glauben zugunsten des Islam abzuschwören. Dabei liegt die Härte der Verfolgungen ganz im Ermessen der Behörden. In den letzten Jahren sind Verhaftungen von 883 Christen aus zwölf für illegal erklärten Religionsgemeinschaften bekannt geworden. 16 prominente Pfarrer wurden ins Gefängnis geworfen, darunter vor mehr als einem Jahr Pfarrer Haile Naizgi, der Leiter der größten Pfingstgemeinde Eritreas, Dr. Kifle Gebremeskel, Vorsitzender der Eritreischen Evangelischen Allianz sowie Pfarrer Tesfatsion Hagos von der evangelischen Rema-Kirche in Asmara.

Indonesien

Die WELT berichtet:

Ähnlich kompliziert stellt sich die Situation in Indonesien dar, wo sich Christen und Buddhisten von der Bevölkerungsmehrheit der Moslems zunehmend bedrängt sehen. Die indonesische Verfassung garantiert zwar Religionsfreiheit, aber die Regierung duldet stillschweigend die Islamisierungskampagnen extremistischer Gruppen. In den vergangenen vier Jahren wurden über 1000 Kirchen in Brand gesteckt und christliche Dörfer von Muslim-Milizen terrorisiert.

Voraussetzung für den Bau einer offiziellen „Gebetstätte“ ist, dass diese von mindestens 70 Anwohnern, meist Muslimen, gebilligt wird. In den meisten Fällen führt dies zum Scheitern des Projekts. Die langwierigen, oft schikanösen Verfahren, die mit der Beantragung von Baugenehmigungen verbunden sind, zwingen viele Christen zur Ausübung ihres Glaubens in illegalen „Hauskirchen“.

Irak

Wikipedia berichtet:

Im Irak gibt es seit Jahren gezielten Terror gegen Christen, sowohl in Bagdad als auch in Mossul, den Tilman Zülch von der Gesellschaft für bedrohte Völker als „größte Christenvertreibung der Gegenwart“ bezeichnet. Seit 2003 haben nach der SonntagsZeitung die Hälfte der 1,3 Millionen Christen im Irak das Land verlassen, nach CNN sogar eine Million. Im Januar 2008 wurden Bomben in Kirchen und christlichen Einrichtungen gelegt.Der chaldäische Erzbischof von Mossul, Paulos Faraj Rahho, starb im März 2008 in der Gefangenschaft von Entführern, weitere christliche Geistliche wurden entführt und ermordet. Ende September 2008 kam es in Mossul zu einer neuen Welle von Angriffen, wobei innerhalb von zwei Wochen mindestens 14 Christen getötet wurden und Zehntausende die Flucht ergriffen.

Open Doors-Bericht 2010:

Der Irak gehört zu den Ländern mit der bemerkenswertesten Veränderung im WVI. Er ist von Position 17 auf Platz 8 unter die zehn Ländern vorgerückt, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Grund hierfür ist die hohe Zahl von Gewaltakten mit vielen Todesopfern und Verletzten. Zudem erhielt Open Doors mehr Informationen über die Zahl entführter Christen sowie über christenfeindliche Anschläge. Nach Sprengstoffanschlägen auf Kirchen im Dezember 2009 ist annähernd die Hälfte der christlichen Einwohner von Mossul aus der Stadt geflohen. Auch während der Parlamentswahlen nahmen die Angriffe auf Christen deutlich zu. Die Ausschreitungen begannen kurz vor den im Januar 2010 erwarteten Wahlen und dauerten bis zu dem auf Anfang März verschobenen Wahltermin an.

Im Mai kam es zu einem Bombenanschlag auf Busse mit christlichen Studenten. Drei Studenten wurden dabei getötet und 180 verletzt. Viele von ihnen sind für ihr Leben gezeichnet oder müssen mit einer körperlichen Behinderung leben. Ende Oktober 2010 endete ein Geiseldrama in einer Kirche in Bagdad für 58 Menschen tödlich. Mindestens 60 Menschen wurden verletzt. Die Tat gilt als der tödlichste Anschlag auf einheimische Christen, seit islamische Extremisten sie im Jahr 2003 ins Visier genommen haben.

Im Berichtszeitraum kam es noch zu weiteren gezielten Tötungen von mindestens 90 Christen, u. a. in Mossul, Bagdad und Kirkuk. Nur schätzungsweise 334.000 Christen leben noch im Irak, weniger als halb so viele wie im Jahr 1991. Die meisten gehören traditionellen Kirchen an, wie assyrischen, chaldäischen, katholischen oder armenischen Gemeinden. Zudem gibt es etliche tausend evangelikale Christen. Seit dem Sturz Saddam Husseins hat sich ihre Lage beträchtlich verschlechtert. Die Motive für die Gewalt gegen Christen sind vielfältig: religiös, politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich. Irakische Christen sind seit Jahrhunderten in dem Land verwurzelt. Bereits vor 2.000 Jahren gab es in der Region erste Gemeinden – weit vor der Entstehung des Islam. Heute sind sie der Verfolgung durch kriminelle Banden und radikale Islamisten ausgesetzt, die sie als Verbündete des Westens ansehen. Während der westliche Einfluss im Land abnimmt und ausländische Truppen das Land verlassen, wollen Extremisten offenbar das Land von Christen “säubern” und sie durch Gewaltakte und Einschüchterungen zum Verlassen ihrer Heimat zwingen. Hunderttausende von Irakern, sowohl Muslime als auch Christen, sind bereits ausgewandert, und noch viel mehr leben als Binnenflüchtlinge vor allem in den kurdischen Gebieten im Norden des Landes.

Berichte der WELT: Extremisten versetzen Christen im Irak in Angst

Die toedliche Jagd auf die irakischen Christen

Warum die Christen im Irak aussterben

Iran

Wikipedia berichtet:

Im Iran steht auf den Übertritt vom Islam zum Christentum die Todesstrafe. Das iranische Parlament verabschiedete am 9. September 2008 ein Gesetz, das zwingend die Todesstrafe für Apostasie vorsieht. Das Gesetz wurde mit 196 Ja-Stimmen, sieben Gegenstimmungen und zwei Enthaltungen angenommen. Zwei iranische Christen, Mahmood Matin Azad (52) und Arash Basirat (44) sind wegen Apostasie angeklagt und befinden sich seit August 2008 in Haft.

Welt.de berichtet: Christen wegen verderblichen Einflusses verhaftet

Christen dürfen im Iran nicht missionieren. Sogar Kirchen werden infolge eines Gerichtsurteils geschlossen, wenn dort auf Persisch gepredigt wird. Auch Weblogger, die Bibelzitate ins Internet setzen, werden verhaftet.

Erlaubt sind nur Predigten in armenischer oder assyrischer Sprache. Das Ziel sei eine „Säuberung der iranischen Christen“. Damit wolle man erreichen, dass sich der christliche Glaube nicht unter den Iranern, die nicht der ethnischen Gruppe der Assyrer und Armenier angehören, verbreitet.

70 evangelische Christen sollen allein in den Weihnachtstagen verhaftet, verschleppt, misshandelt und in einzelnen Fällen auch angeklagt worden sein.

Weitere Berichte: Medienhetze gegen Christen im Iran

Verfolgung von Bahai und Christen im Iran

So werden Christen im Iran verfolgt

Jemen

Open Doors-Bericht 2010:

Der Jemen verbleibt auch 2011 auf Platz 7 des Open Doors-Weltverfolgungsindex. Die Situation für Christen hat sich kaum verbessert. Im Berichtszeitraum hat Open Doors keine Meldungen darüber erhalten, dass Christen um ihres Glaubens willen getötet wurden. Etliche ausländische Christen, die viele Jahre lang in dem Land gelebt haben, wurden ausgewiesen – oft ohne Angabe eines Grundes. Die jemenitische Verfassung garantiert Religionsfreiheit, erklärt aber gleichzeitig den Islam zur Staatsreligion und die Scharia (islamisches Recht) zur Grundlage aller Gesetzgebung. Ausländern werden einige Freiheiten zugestanden, ihren Glauben zu praktizieren. Jemeniten hingegen dürfen weder zum Christentum noch zu einer anderen Religion übertreten. Konvertiten aus dem Islam droht die Todesstrafe, falls ihr neuer Glaube entdeckt wird. Das Evangelium an Muslime weiterzugeben, ist verboten. Ehemalige Muslime erfahren als Christen Widerstand seitens der Behörden sowie extremistischer Gruppen, die “Abtrünnigen” mit dem Tod drohen, sollten sie nicht zum Islam zurückkehren. Schätzungsweise einige tausend Christen leben im Jemen. Die meisten von ihnen sind Ausländer aus westlichen Staaten, Süd- und Ostasien oder arabischen Ländern; hinzu kommen Flüchtlinge zumeist aus Äthiopien. In Aden gibt es ein paar Kirchen, aber im Norden des Landes sind keine Kirchengebäude gestattet. Die wenigen Christen muslimischer Herkunft praktizieren ihren Glauben nur heimlich.

Kamerun

Im westafrikanischen Kamerun versuchen islamische Fundamentalisten, religiöse Unruhen zu entfachen. Vor allem aus dem benachbarten Nigeria dringen immer wieder islamische Gotteskrieger ein und schüren mit Flugblättern den Hass gegen Christen. Bei ihren Aktivitäten werden sie dabei logistisch und finanziell von der al-Qaida unterstützt. Islamische Extremisten rufen junge Muslime dazu auf, Christen aus dem Land zu jagen. Nach Kirchenangaben wurden bereits zahlreiche christliche Familien mit Gewalt aus ihren Häusern vertrieben.

Libyen

In dem mehrheitlich islamischen Land ist es verboten, Moslems zu missionieren. Ein christlicher Mann muss Muslim werden, wenn er eine islamische Frau heiraten möchte. Dies gilt umgekehrt ebenso für die christlichen Frauen. Christliche Literatur wird beschränkt.

Malediven

Christen und Anhänger anderer Minderheitsreligionen werden schwer benachteiligt. Einheimischen Muslimen droht bei einem Religionswechsel der Verlust der Staatsbürgerschaft. Der Bau von Kirchen und anderen nicht-muslimischen Gebetsstätten ist verboten, jeder öffentliche christliche Gottesdienst unter den 20.000 ausländischen Arbeitskräften sowie den jährlich Hunderttausenden Touristen ist untersagt.

Open Doors-Bericht 2010:

Die Lage für die wenigen Christen auf den Malediven hat sich seit dem vorigen Berichtszeitraum für den WVI 2010 kaum verändert. Im Inselreich ist der Islam die offizielle Staatsreligion. Die Ausübung jeder anderen Religion ist gesetzlich verboten. Christen werden systematisch verfolgt. Die Regierung betrachtet sich selbst als Hüterin und Verteidigerin des Islams. Kirchen sind verboten; der Import christlicher Literatur ist untersagt. Nicht-Muslime werden diskriminiert, die gesellschaftliche Kontrolle ist enorm. Der durchschnittliche Malediver stimmt dem Verbot nicht-islamischer Religionen zu. In diesem Land gibt es nur eine Handvoll einheimischer Christen. Aus Angst vor Entdeckung praktizieren sie ihren Glauben nur heimlich. Im Berichtszeitraum gab es zwei Berichte darüber, dass ausländische Christen in Gewahrsam genommen und des Landes verwiesen wurden, nachdem christliches Material in ihrem Gepäck gefunden wurde.

Marokko

Missionierung ist nicht erlaubt, Religionsaustritt aus dem Islam strengstens verboten. Es gibt Berichte von Übergriffen und Diskriminierungen gegen Christen.

Das Läuten der Kirchenglocken ist seit 1960 offiziell verboten. Es wird als Werbung für den christlichen Glauben angesehen, was untersagt ist. Dieses Verbot ist religiös begründbar, steht jedoch zur Verfassung im Widerspruch: „Der Staat garantiert die freie Religionsausübung für Jedermann.”

Mauretanien

Der Islam ist die einzige anerkannte Religion. Missionieren ist verboten; wer sich öffentlich zum Christentum bekennt, wird strafrechtlich verfolgt. In den 80er Jahren wurde das Islamrecht Scharia eingeführt; es wird auch auf Nichtchristen angewandt.

Nigeria

In Nigeria hat sich die Lage der Christen seit der Einführung der Scharia im Norden des Landes extrem verschlechtert. Es kommt zu zahlreichen Übergriffen und Misshandlungen mit Hunderten Toten.

Muslime verfolgen Christen: Mehr als 500 Tote:

Nigeria weint! Mit einem nächtlichen Massaker hat die Gewalt zwischen Christen und Muslimen in dem westafrikanischen Land einen traurigen Höhepunkt erreicht. In drei Dörfern wurden am Wochenende mehr als 500 Christen mit Macheten oder Äxten getötet und anschließend verbrannt!

Angreifer schlachten 15 christliche Dorfbewohner ab:

Mit Gewehren und Macheten bewaffnete Männer haben in Nigeria nach Behördenangaben Bewohner zweier christlicher Dörfer angegriffen und dabei mindestens 15 Menschen getötet.

In dem Dorf Kuru seien drei Häuser attackiert worden, teilte der örtliche Verwaltungschef der Region Riyom, Simon Mwaekwom, mit. Der Ort liegt rund 30 Kilometer von der zentralnigerianischen Stadt Jos entfernt, die als Schauplatz religiöser Spannungen zwischen Christen und Muslimen gilt. “Es spielten sich schreckliche Szenen ab”, sagte Mwaekwom. Die Angreifer hätten die Bewohner der Häuser zunächst gegen Mitternacht aufgeweckt, indem sie Salven abgefeuert hätten.

Daraufhin seien die verängstigten Menschen gezwungen worden herauszukommen. Die Männer hätten die Häuser in Brand gesteckt und die Leute mit Macheten angegriffen. Unter den 13 Todesopfern aus Kuru befänden sich mehrere Frauen und Kinder.

Mindestens 38 Tote bei Gewalt in Nigeria: Kirchen überfallen:

Bei einer Serie von Anschlägen und Überfällen sind in Nigeria am Heiligen Abend mindestens 38 Menschen getötet worden. Im Norden des Landes überfielen Mitglieder der radikal-islamischen Sekte Boko Haram zwei Kirchen. Nach Angaben von Kirchenvertretern kamen dabei sechs Menschen ums Leben.

Pakistan

Proteste gegen Christenverfolgungen in Pakistan

Christen in Pakistan müssen jederzeit mit der Todesstrafe durch ein Blasphemiegesetz wegen “Gotteslästerung gegen den Namen des Heiligen Propheten Mohammed” rechnen.

Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Muslimen in Pakistan sind am 30. Juli 2010 mehrere Christen bei lebendigem Leib in ihren Häusern verbrannt worden. Auch wird immer wieder von Entführungen christlicher Mädchen durch Muslime berichtet.

Am 2. März 2011 wurde Shahbaz Bhatti ermordet. Er war Minister für Minderheiten in der Regierung von Präsident Asif Ali Zardari. Bhatti war der erste Katholik, der das Amt des Ministers für Minderheiten in Pakistan bekleidete, und einziger Christ im Kabinett Asif Ali Zardari.

Palästina

Die WELT berichtet: Hass, Leid und Übergriffe auf Christen in Bethlehem

Aus der Geburtsstadt Jesu fliehen seit Jahren die Christen: Nur noch gut 15 Prozent der Bevölkerung Bethlehems sind christlich. Und auch von ihnen wollen viele die Stadt verlassen. Der Grund: Sie fühlen sich von ihren muslimischen Nachbarn bedroht und diskriminiert.

Vor nicht allzu langer Zeit waren 80 Prozent der Bevölkerung der Kleinstadt Christen, 1990 waren es immerhin noch 60 Prozent. Heute sind unabhängigen Schätzungen zufolge gerade noch 15 Prozent der Bevölkerung christlich – und es werden ständig weniger.

Grund dafür sei die Diskriminierung der Christen durch die muslimische Mehrheit. Das geht von Beleidigungen auf dem Markt bis hin zu Vergewaltigungen und Mord. Viele der Souvenirläden um die Geburtskirche würden seit Jahren Schutzgeld an muslimische Gangs zahlen und die Polizei greife nicht ein.

So sei vor vier Jahren ein sechzehn Jahre altes christliches Mädchen von einem Muslim tagelang entführt worden, ohne dass irgendjemand eingeschritten sei. “Die Polizei hat dem Entführer einfach geglaubt, dass sie ein Paar seien und heiraten wollten.” Erst nachdem sich die Familie des Mädchens, das auch die amerikanische Staatsangehörigkeit besaß, an das amerikanische Konsulat wandte, konnte das Mädchen gerettet und zu Verwandten in die USA geflogen werden.

Saudi-Arabien

Wikipedia beschreibt:

Die Einfuhr und der Druck nichtislamisch-sunnitischen religiösen Materials, wie z. B. Bibeln sind verboten.

Es ist bei Strafe verboten, einen Gottesdienst zu feiern, eine Taufe oder eine Krankensalbung zu empfangen, sowie christliche Symbole (z. B. ein Kreuz, eine Bibel oder ähnliches) mit sich zu führen. Kirchen, Synagogen oder andere nichtislamische Gebetshäuser gibt es nicht und ihre Errichtung ist verboten. Nach der Interpretation der Staatsreligion darf sich auf dem Land, auf dem sich die beiden heiligen Stätten befinden, kein nichtislamisches Gotteshaus befinden. Auf Apostasie (Übertritt vom Islam zu einer anderen Religion) steht die Todesstrafe, die auch vollstreckt wird. Allerdings gibt es z. B. zwei deutsche Schulen in Saudi-Arabien, in denen diese Gesetze nicht gelten; innerhalb des Schulgeländes gelten deutsche Gesetze.

Bei der Bestrafung von Christen wegen Verstößen gegen das Missionierungsverbot kann das Strafmaß je nach Nationalität unterschiedlich ausfallen. Staatsangehörige westlicher Verbündeter (z. B. USA, Frankreich, Deutschland oder Österreich) werden meist „diskret“ des Landes verwiesen, während Missionare aus anderen und, aus der Sicht Saudi-Arabiens, “unbedeutenderen” Ländern (z.B. Philippinen, Kenia) inhaftiert und manchmal auch hingerichtet werden.

Somalia

Open Doors-Bericht 2010:

In Somalia hat sich die Lage für Christen im Berichtszeitraum verschlimmert. Somalische Medien zeichnen von Christen ein negatives Bild. Mindestens acht Christen wurden aufgrund ihres Glaubens ermordet. Rund ein Viertel der einheimischen Gläubigen, die sich ohnehin nur im Untergrund versammeln können, ist aus dem Land geflohen.

Christen stehen unter Beobachtung seitens der Regierung und der islamischen Milizen. Die extremistische Al-Shabaab macht regelrecht Jagd auf Christen und versucht, alles christliche Leben im Land auszulöschen. Die “Transitional Federal Charter of the Somali Republic” sieht Religionsfreiheit vor, aber in der Praxis wird dieses Recht wenig respektiert. Denn die Charta etabliert auch den Islam als nationale Religion, so dass kein Gesetz dem Islam widersprechen darf. Die meisten der wenigen Christen leben in Südsomalia. Sie werden schwer verfolgt und praktizieren ihren Glauben im Geheimen. Außerdem gibt es einige wenige Christen in Puntland und Somaliland. Weitere somalische Christen leben als Flüchtlinge in benachbarten Ländern.

Am 17. September 2006 wurde eine italienische Nonne in der somalischen Hauptstadt Mogadischu von islamistischen Rebellen erschossen. Bei dem Angriff in einem Krankenhaus wurde auch ihr somalischer Mitarbeiter getötet. Laut inoffiziellen somalischen Informationen steht das Verbrechen im Zusammenhang mit den Protesten gegen die Islam-Äußerungen von Papst Benedikt XVI. während seiner Regensburger Rede.

Sudan

Im islamistischen Sudan wird die christliche Minderheit seit 1986 verstärkt verfolgt. Christliche Schulen, Krankenhäuser und Kirchen werden gezielt bombardiert, christliche Leiter ermordet. Christen werden als Sklaven verkauft, Ländereien von Christen beschlagnahmt und Arabern übergeben. Im Norden gibt es für Flüchtlinge eine “Nahrungsmittel-für-Religionsübertritt-Politik”.

Die christliche Menschenrechtsorganisation “Jubilee Campaign” berichtet von zunehmenden Beweisen der Kreuzigung männlicher Bewohner ganzer Dörfer. Als der Vatikan 1992 dagegen protestierte, blieb die Antwort aus der Hauptstadt Khartoum nicht lange aus: “Die Katholische Kirche ist zum Feind der sudanesischen Regierung geworden. Wir wissen damit umzugehen.”

Im Sommer des Jahres 2001 wurden nach Angaben des Radio Vatikan vier Katholiken verhaftet, ausgepeitscht und dann lebend gekreuzigt.

Türkei

Christen führen ein Dasein als Bürger zweiter Klasse.

Wikipedia berichtet (siehe auch: Christentum in der Türkei):

In der Türkei sind Christen und Kirchen seit langem vielfältigen Diskriminierungen juristischer und anderer Art ausgesetzt. So haben christliche Kirchen keine eigene Rechtspersönlichkeit, kirchliche Bauvorhaben sind einem extrem komplizierten und langwierigen Genehmigungsverfahren unterworfen. Die Kirchen dürfen keine Geistlichen ausbilden. Renovierungsvorhaben müssen durch das Außenministerium genehmigt werden. Fehlender geistlicher Nachwuchs trocknet seither die Reste christlichen Lebens in der Türkei langsam aus. Die Kirchen in der Türkei überaltern. In jüngster Zeit mehren sich gezielte Anschläge auf katholische Priester.

1997 erließ der Gouverneur von Mardin ein Verbot gegen die Klöster Zafaran und Mor Gabriel, ausländische Gäste zu beherbergen und Religions- sowie muttersprachlichen Unterricht zu erteilen. Internationale Proteste bewirkten, dass wenigstens das Beherbergungsverbot wieder aufgehoben wurde. Sprachunterricht in Aramäisch bleibt aber weiterhin untersagt.

Anfang Februar 2006 wurde in der Stadt Trabzon am Schwarzen Meer der 68-jährige katholische Priester Andrea Santoro von einem 16-jährigen muslimischen Oberschüler erschossen, der sich so für die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen in Dänemark rächen wollte. Der Priester war jedoch von Bewohnern der Stadt schon im Vorfeld mit Gewalt bedroht worden. Im März 2006 kam es zu zwei gewalttätigen Übergriffen auf die 700 Katholiken zählende Gemeinde von Mersin. Dabei kam es zu Verwüstungen der Gemeinderäume und einer Messerattacke auf den Kapuzinerpater Hanri Leylek. In der ersten Jahreshälfte von 2006 wurden bereits zwei Priester durch Messerangriffe verletzt und ein Dritter, Andrea Santoro, in seiner Kirche erschossen.

Im Januar 2007 wurde das prominenteste Sprachrohr der Armenier, der Journalist Hrant Dink, ein Christ, ermordet. Der Mörder wurde auf Fotos und einem Video nach der Verhaftung von einigen Polizisten vor der türkischen Fahne gefeiert. Der Attentäter hatte sich damit gebrüstet, einen Ungläubigen getötet zu haben, der die Türkei beleidigt hätte.

Am 18. April 2007 ermordeten fünf junge türkische Männer in der osttürkischen Stadt Malatya die drei Christen Necati Aydin, Ugur Yüksel und Tilmann Geske, indem sie ihnen die Kehlen durchschnitten und sie verbluten ließen. Necati Aydin und Ugur Yüksel waren vom Islam zum christlichen Glauben konvertierte Mitarbeiter des christlichen Verlagshauses Zirve, Tilmann Geske ein in der Türkei wohnhafter deutscher Christ. Als Motivation für ihre Tat gaben die jungen Männer an, die Stadt vom christlichen “Missionarswesen” reinigen zu wollen.

Theologie kann von christlichen Studenten nur noch an islamisch-theologischen Fakultäten studiert werden. Pfarrer müssen sich entweder als Diplomaten ausweisen oder türkische Staatsangehörige sein. Bibeln und andere christliche Literatur dürfen auf den Straßen nicht verteilt werden, christliche Straßenfeste und Prozessionen sind verboten, christlichen Rundfunksendern wird grundsätzlich keine Lizenz erteilt. Somit existiert bis in die Gegenwart eine politisch gewollte Diskriminierung von Christen gegenüber Muslimen, die uneingeschränkte Religionsfreiheit genießen.

Usbekistan

Open Doors-Bericht 2010:

Auch das zentralasiatische Usbekistan verbleibt 2011 unter den ersten zehn Ländern des WVI. Die Stimmung im Land richtet sich immer wieder gegen Christen. Der Druck auf usbekische Gläubige hat sich im Laufe dieses Jahres erhöht. Während früher zumeist Bußgelder verhängt wurden, müssen Christen heute aufgrund eines Religionsgesetzes mit drei bis 15 Tagen Gefängnis rechnen. Nahezu aus jeder Stadt Usbekistans berichten Kirchenleiter von zunehmendem Druck. Dem Registrierungsantrag einer Gemeinde wird fast nie stattgegeben. Im Gegenteil: Viele anerkannte Kirchengemeinden haben ihre Registrierung bzw. die Anerkennung ihrer Gebäude als christliche Versammlungsorte verloren.

Die Verfolgung hat in Usbekistan verschiedene Gesichter: Protestantische Christen gelten innerhalb der Gesellschaft als destabilisierender Einfluss. Sie sind Repressalien wie Festnahmen, Geldbußen und Inhaftierung seitens der Regierung ausgesetzt. Hinzu kommen Arbeitgeber, die christlichen Mitarbeitern wegen ihres Glaubens kündigen. Islamische Geistliche und Verwandte setzen Christen muslimischer Herkunft unter Druck. Prügel, Abweisung, Demütigungen oder die Vertreibung aus dem Heim der Familie sind weitere Arten der Verfolgung. Die Religionsgesetze sind streng. Das Weitergeben der christlichen Botschaft an Muslime ist verboten. Auch die regelmäßige negative Darstellung von Christen im Fernsehen und eine feindliche Einstellung örtlicher Behörden und Gerichtsbediensteter erschweren das Leben der Christen in Usbekistan.

Es gibt wohl noch viele andere Länder mehr, in denen Christen verfolgt oder diskriminiert werden, auch in nichtislamischen Ländern wie Indien oder Nordkorea.  Eine Frage bleibt: Warum nehmen wir im Westen nicht mehr Anteil an dem Schicksal der Christen ?

Anstatt Angst davor zu haben, das in Europa bald Moscheen brennen werden, wäre es nicht angebracht, die aktuellen Kirchenverbrennungen kritisieren? Ich denke schon…

Teil 2 folgt bald…

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