Archive for Mai 2011

Der mit den Arabern leidet – Jürgen Todenhöfer und der Nahe Osten, Teil 4

Mai 30, 2011
Jürgen Todenhöfer (Bild: Hydro)

Jürgen Todenhöfer (Bild: Hydro)

Die vierte These von Todenhöfer.

These 1, These 2, These 3, These 5, These 6, These 7, These 8, These 9, These 10

These 4: Muslime waren und sind mindestens genauso tolerant wie Juden und Christen. Sie haben die westliche Kultur entscheidend mitgeprägt.

Es waren keine Muslime, die den „heiligen Krieg“ erfanden und auf Kreuzzügen unter dem Motto „Deus lo vult – Gott will es“ (Urban II.) über vier Millionen Muslime und Juden niedermetzelten. Es waren keine Muslime, die in Jerusalem „bis zu den Knöcheln im Blut“ wateten, bevor sie „glücklich und vor Freude weinend“ zum Grab des Erlösers gingen, wie ein Zeitzeuge berichtet. Der Islam kennt das Wort „heilig“ im Zusammenhang mit Krieg überhaupt nicht. Djihad heißt „Anstrengung, sich abmühen auf dem Weg zu Gott“ (Hans Küng), eine Anstrengung, die bis zum Verteidigungskrieg führen kann. Nirgendwo im Koran heißt Djihad „heiliger Krieg“. Kriege sind nie „heilig“, heilig ist nur der Frieden. Der „heilige Krieg“ ist ein Begriff des Alten Testaments (vgl. Jeremia 51,27).

Es waren auch keine Muslime, die im Namen der Kolonisierung Afrikas und Asiens bis zu 50 Millionen Menschen massakrierten. Es waren keine Muslime, die den Ersten und Zweiten Weltkrieg mit fast 70 Millionen Toten anzettelten. Und es waren keine Muslime, sondern wir Deutsche, die in einem industriemäßig organisierten Zivilisationsbruch sechs Millionen Juden – Mitbürger, Freunde und Nachbarn – schändlich ermordeten. Keine andere Kultur war in den vergangenen Jahrhunderten gewalttätiger und blutiger als die abendländische. Wann haben sogenannte „christliche“ Politiker dem Christentum, dieser wunderbaren Religion der Liebe, jemals Ehre gemacht?

Natürlich waren es keine Muslime, die die Kreuzzüge, die Weltkriege, den europäischen Kolonialismus, den Holocaust und die stalinistischen Massaker verbrochen haben. Nehmen wir an, Todenhöfer hätte mit seinen Zahlenspielchen Recht: Die Christen haben 100 Millionen getötet und die Muslime nur 10 Millionen. Was ändert das an der heutigen Situation? Dass die islamische Welt heute gewalttätiger ist als der Westen, ist eine Tatsache, man muss dafür nur die Nachrichten aus dieser Region anschauen. Müssen die Christen dann erst warten, bis es wieder 100 zu 100 steht, bevor sie die muslimischen Verbrechen der heutigen Zeit kritisieren zu dürfen, anstatt, wie Todenhöfer es ausdrückt, die “historischen Fakten völlig auf den Kopf zu stellen”?

Nun kommt aber noch hinzu: Todenhöfer hat mit seinen Zahlenspielchen absolut Unrecht! Die Geschichte des Islams war keineswegs weniger blutig als die des Christentums. Es waren nämlich keine Christen, die seit dem siebten Jahrhundert ohne Unterbrechung jahrhundertelang Krieg gegen Christen, Hindus, Buddhisten, Zoroastrier und animistische Völker in Afrika geführt haben. Man könnte dies auch “islamischen Kolonialismus” nennen, offiziell sprechen Historiker jedoch von der “Islamischen Expansion“. In all den Kriegen in der islamischen Geschichte sind mehrere Millionen Menschen getötet worden. Man kann mit Sicherheit sagen, dass die islamische Geschichte mindestens genauso blutig war wie die christliche.

Es gibt Schätzungen von Historikern, dass während der muslimischen Eroberungen von 1000 bis 1525 zwischen 50 bis 80 Millionen Hindus getötet wurden. Die Sinti und Roma, die heute in Europa leben, sind Nachfahren von indischen Flüchtlingen, die vor muslimischen Eroberern geflohen waren. Der Historiker Will Durant sagte dazu:

The Mohammedan conquest of India is probably the bloodiest story in history. The Islamic historians and scholars have recorded with great glee and pride the slaughters of Hindus, forced conversions, abduction of Hindu women and children to slave markets and the destruction of temples carried out by the warriors of Islam during 800 AD to 1700 AD. Millions of Hindus were converted to Islam by sword during this period.

Das Buch “Der verschleierte Völkermord” zeigt das ganze Ausmaß des muslimischen Sklavenhandels in Afrika. Die Gesamtzahl der Toten wird auf 17 Millionen geschätzt. Der europäische Sklavenhandel dauerte etwa 300 Jahre, der muslimische dagegen geht nun schon seit mehr als 1300 Jahren voran und hat bis heute (!) nicht aufgehört. In einem Ausschnitt des Buches heißt es: “Erschüttert zitiert man in Frankreich Augenzeugenberichte, nach denen im 19. Jahrhundert ein arabischer Bewohner der Stadt Oujiji auf die Frage eines Europäers, warum in deren Nähe so viele verwesende Leichen herumlägen, seelenruhig geantwortet habe: Normalerweise werfe man seine toten Sklaven an den Stadtrand, wo sie über Nacht von den Hyänen gefressen würden. Doch in diesem Jahr habe es so viele Tote gegeben, dass die Aasfresser wohl etwas in Verzug gekommen seien.” (more…)

Der mit den Arabern leidet – Jürgen Todenhöfer und der Nahe Osten, Teil 3

Mai 29, 2011
Jürgen Todenhöfer (Bild: Hydro)

Jürgen Todenhöfer (Bild: Hydro)

Die dritte These von Todenhöfer.

These 1, These 2, These 4, These 5, These 6, These 7, These 8, These 9, These 10

These 3: Islamisch getarnte Terroristen sind Mörder. Für christlich getarnte Anführer völkerrechtswidriger Angriffskriege kann nichts anderes gelten.

Die von arabischen Terroristen seit Mitte der 90er-Jahre verübten Anschläge gegen westliche Einrichtungen sind aus deren Sicht eine Antwort auf den nicht endenden „organisierten Raubmord“ des Westens. Sie kosteten, einschließlich der Anschläge auf das World Trade Center, über 5.000 westliche Zivilisten das Leben. Sie sind moralisch völlig inakzeptabel. Der Zweck heiligt nie die Mittel. Die Anschläge auf das World Trade Center wurden daher von allen muslimischen Regierungen, von Syrien und dem Iran, ja sogar von Hisbollah und Hamas, verurteilt. In vielen muslimischen Ländern legten Menschen erschüttert Blumen vor der US-Botschaft nieder. Terroristen, die Unschuldige töten, sind keine Freiheitskämpfer, keine Widerstandskämpfer, keine heiligen Krieger und keine Märtyrer. Sie sind Mörder.

Sehr schön gesagt, Todenhöfer – bis auf die Sache mit Syrien, Iran, Hisbollah und der Hamas. Denn sowohl Syrien als auch der Iran sind “heimliche” Unterstützer von terroristischen Organisationen: Die al-Quds-Einheit vom Iran hat u.a. im Irak schiitischen Gruppierungen leistungsfähige Sprengsätze geliefert, die mindestens 170 US-Soldaten töteten. Syrien “öffnet” ständig seine Grenze zum Irak, damit selbsternannten “Märtyrer” dort weiterhin Zivilisten abschlachten können. Überhaupt wird der sogenannte “irakische Widerstand” im großen Stil vom Iran und Syrien organisiert. Die Hisbollah und Hamas wiederum sind selbst Terrororganisationen.

Die Beliebtheit von Osama bin Laden und anderen Terroristen in der muslimischen Welt ist ein ernsthaftes Problem. Einer Umfrage vom Pew Research Center zufolge hatten im Jahre 2005 60% der Jordanier, 51% der Pakistaner 35% der Indonesier und 26% der Marokkaner “Vertrauen” in Osama bin Laden. Im Jahre 2003 hatten noch 58% der Indonesier und 49% der Marokkaner diese Meinung geäußert, in Pakistan aber nur 45%. In einer noch aktuelleren Umfrage vom Jahre 2010 gaben 48% der Nigerianer, 25% der Indonesier, 19% der Ägypter und 18% der Pakistaner und 14% der Jordanier an, dass sie “Vertrauen” in den Terrorfürsten hätten. Das zeigt: Die Unterstützung für den Terrorismus geht offenbar zurück, vor allem in Jordanien, Indonesien und angeblich Pakistan – aber sie ist immer noch viel größer, als es Todenhöfer darstellt. Umfrageergebnisse in Saudi-Arabien, Jemen oder Palästina zeigen kaum einen Rückgang. Das Problem ist, dass viele Koranschulen nicht unter staatlicher Kontrolle sind und Hass-Propaganda sich dort frei entfalten kann. (more…)

Schönheit gegen Rooney

Mai 28, 2011

Es ist nun da, das große Finale im Wembley, und es ist fast so, als hätte sich seit zwei Jahren nichts verändert, denn es stehen wieder die zwei Großen der zwei großen Ligen Europas im Endspiel:

FC Barcelona gegen Manchester United.

Auf der einen Seite steht die katalanische Kunst des Tiki-Taka, der schönen Variante des Fußballs auf hohem moralischen Niveau (der Verein hatte bis zu dieser Saison keinen Trikotsponsor), auf der anderen Seite die englische Dampfwalze um den verdorbenen Lüstling Wayne Rooney und den amerikanischen Investor Malcolm Glazer, der den Verein trotz großer Erfolge massiv verschuldet hat. Für wen ich bin, sollte da klar sein.

Obwohl Manchester United eine kreative Fangemeinschaft hat, wie dieses Video beweist:

Es gibt keinen Kampf der Kulturen

Mai 27, 2011

Gibt es einen Kampf der Kulturen?

Nach dem Untergang des Kommunismus in Osteuropa fragten sich viele Intellektuelle, wie die Weltgeschichte weitergehen würde. Der Politikwissenschaftler Francis Fukuyama löste eine reghafte Debatte aus, als er in seinem Buch “Das Ende der Geschichte” eben dieses prophezeite, jedoch schnell vom ungleich spektakulären “Kampf der Kulturen”(Clash of Civilizations) abgelöst wurde. Und tatsächlich: Nicht mal Nostradamus hätte falscher liegen können mit Fukuyamas Vorhersage.

Die aktuellen politischen und gesellschaftlichen Vorgänge bedienen die Theorie vom “Kampf der Kulturen” mehr als einem lieb sein kann. Nach dem 11.September 2001 ist der “Zusammenprall” der westlichen Kultur mit der islamischen  tief in unser Bewusstsein eingebrannt- ob im Irak, Afghanistan oder in europäischen Vorstädten, überall prallt offenbar der Westen mit dem Islam zusammen. Aber: Meiner Meinung nach gibt es weltweit betrachtet keinen Kampf der Kulturen. Denn die Wahrheit ist: Wir erleben aktuell nicht einen gegenseitigen Kampf der verschiedenen Kulturkreise- des islamischen, des westlichen, des asiatischen und des afrikanischen- sondern lediglich eine Zeit der Aggression des islamischen Kulturkreises.

Davon betroffen ist der westliche Kulturkreis genauso wie der hinduistische (Massaker zwischen Hindus und Moslems in Indien) und der afrikanische (so z.B. im Sudan und in Nigeria) und teilweise sogar der asiatische (in einigen südostasiatischen Ländern). Die Theorie vom “Kampf der Kulturen” geht aber davon aus, dass jeder einzelne Kulturkreis sich “vereinigen” würde und es dann sogar zu Konflikten zwischen den Hispanics und den einheimischen Amerikanern in den USA kommen könnte, da diese nach Huntingtons Vorhersagen die Macht übernehmen wollen könnten, wenn sie einen größeren Anteil der Bevölkerung stellen. Diese Befürchtung ist meiner Meinung nach vollkommen unbegründet. (more…)

Der mit den Arabern leidet – Jürgen Todenhöfer und der Nahe Osten, Teil 2

Mai 27, 2011
Jürgen Todenhöfer (Bild: Hydro)

Jürgen Todenhöfer (Bild: Hydro)

Die zweite These von Todenhöfer.

These 1, These 3, These 4, These 5, These 6, These 7, These 8, These 9, These 10

These 2: Angesichts der Kriegspolitik des Westens ist es nicht wirklich erstaunlich, dass muslimische Extremisten immer mehr Zulauf bekommen.

Der westliche Kolonialismus wütete in fast allen Teilen der Welt. Aber in den erdölreichen Staaten des Mittleren Ostens hat er bis heute nicht aufgehört. Das unterscheidet diese Region von anderen Regionen der Welt und macht sie zum Nährboden des Terrorismus.

Der Westen hat in den letzten 20 Jahren drei Mal im Nahen Osten interveniert, zwei Mal im Irak (1991, 2003) und in Afghanistan (2001). Die Fakten besagen jedoch, dass es Terrorismus schon lange zuvor gegeben hat, als die US Army noch keinen Fuß in diese Region gesetzt hatte. Vor dem 11. September hatte es gerademal eine militärische Intervention im Nahen Osten gegeben: Den Zweiten Golfkrieg 1991. Todenhöfer vergisst außerdem zu erwähnen, dass der Nahe Osten im Vergleich zu anderen Regionen, mit Ausnahme Ostafrikas, die mit Abstand kriegerischste Region der Welt ist und militärische Interventionen des Auslands in diesen Regionen deshalb nicht so verwunderlich sind. Die Amerikaner haben auch nicht nur im Nahen Osten interveniert, sondern in den 1990ern z.B. in Bosnien und Somalia, um die (hauptsächlich muslimische) Bevölkerung vor Massakern zu bewahren. Für Todenhöfer war aber auch das imperialistischer Kolonialismus.

Auch stelle ich mir die Frage: Warum macht es die Menschen in dieser Region proportional gesehen so viel wütender, wenn Nicht-Muslime Muslime töten, als wenn Muslime sich gegenseitig töten? Die 1 Million Opfer der Saddam-Diktatur waren kein Nährboden für den Terrorismus, aber der Sturz Saddams war es? Was ist der eigentliche “Nährboden” für den Terrorismus? Könnte es nicht sein, dass die ständige Hetze in den muslimischen Medien und in Schulen und Moscheen einen Beitrag dazu haben? Könnte der radikale Hass auf den Westen im Nahen Osten nicht auch was damit zu haben, Herr Todenhöfer? (more…)

Triumvirat des Schreckens

Mai 26, 2011

Wer plant da die Apokalypse?

Die Achse des Bösen tut weiterhin alles, um zu beweisen, dass sie existiert. Die spanische Nationalpolizei hat heute fünf Geschäftsleute festgenommen, die illegal Waffen im Wert von 100 Millionen Dollar nach Venezuela und dem Iran verkaufen wollten. Es wurden neun Kampfhubschrauber, Ersatzteile und anderes Gerät konfisziert. Nach Informationen der WELT planen Hugo und Mahmud sogar eine gemeinsame Raketenbasis in Venezuela, aber die venezolanische Regierung bestritt dies energisch.

Die Beziehungen zwischen Venezuela und dem Iran wurden daraufhin von einem ehemaligen Direktor einer TV-Station, die regierungskritisch ist, als „sehr verdächtig“ bezeichnet: Es gäbe zwischen Caracas und Teheran viele geheimnisvolle Flüge mit wenig Passagieren und wenig Fracht, die an Flugzeugen landen würden, zu denen keiner Zugang hat. Beide Staatsoberhäupter sagten bei einem Treffen im Iran im Oktober 2010, dass sie sich für eine “Neue Weltordnung” einsetzen werden.

Eine Achse Caracas-Teheran für eine Neue Weltordnung? Als Neuauflage der Achse Rom-Berlin? Es gibt noch ein drittes Mitglied in dieser Achse: Nordkorea. Kim Jong-Il, der bereits seinen offenbar gleich verrückten Sohn als Nachfolger festgelegt hat, will in dieser Allianz nicht fehlen. Nach UN-Informationen soll das stalinistische Regime mit dem Iran Raketenpläne austauschen. Die beiden staatlichen Fluggesellschaften Iran Air und Air Koryo wären an diesen Geschäften beteiligt, heißt es. (more…)

You can deny the Holocaust, but you can’t deny that there’s something between us

Mai 26, 2011

Mahmud Achmedinedschad besuchte ein weiteres Mal New York, den Big Apple, und traf dort die Liebe seines Lebens:

Zu seinen früheren Besuchen gehören der und auch der hier.

Der mit den Arabern leidet – Jürgen Todenhöfer und der Nahe Osten, Teil 1

Mai 26, 2011
Jürgen Todenhöfer (Bild: Hydro)

Jürgen Todenhöfer (Bild: Hydro)

Wenn es einen wirklich perfekten Gutmenschen gibt – kulturrelativistisch, terrorverharmlosend, antiwestlich, ein notorischer Diktatorenversteher – dann ist es Jürgen Todenhöfer. Der ehemalige Top-Manager hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, den Westen für alles Übel der Welt die Schuld zu geben und sich mit den Opfern des europäischen Kolonialismus – besser gesagt, den Arabern – zu solidarisieren. Über den Irakkrieg schrieb er ein eigenes Buch mit dem Titel “Warum tötest du, Zaid?”, in dem er auch seine ganz eigenen zehn Thesen zur Weltpolitik zu Schrift getragen hat:

http://www.warumtoetestduzaid.de/de/mainmenu/10-thesen/alle-zehn-thesen.html

Todenhöfer ist für eine Zeit in den Nahen Osten gereist und will nun, wie es Henryk M. Broder treffend formuliert, “genauso wie beim Speeddating, wo man in kurzer Zeit alles über den Gegenüber erfährt, alles über den Irak wissen”. Und dass heißt u.a.: “Im Irak gibt es nur 1.000 Terroristen, die zu 80-90% aus dem Ausland kommen, dafür aber 100.000 echte Widerstandskämpfer, die man mit der Resistance in Frankreich während der Nazi-Besatzung vergleichen kann.” Was die rund 60.000 Angehörigen der islamistischen “Mahdi-Armee” von Muqtada al-Sadr dazu sagen würden? Oder die Nachfahren der Résistance, die die zweifelhafte Ehre genießen, immer wieder mit Terroristen verglichen zu werden, die sich als “Widerstandskämpfer” tarnen?

Und noch eine Frage: Wenn es diesen “resistanceartigen” Widerstand gibt, weiß Todenhöfer auch, wie sie genau gegen die Besatzung kämpfen? Manipulieren sie die Reifen der US Army, verteilen sie Flugblätter, haben sie schon ein Komitee “Freies Irak” gegründet, die sich zum Ziel gesetzt hat, bei ihrer Machtübernahme die Zukunft des Landes zu gestalten? Man möchte manchmal wirklich nur noch in die Rolle von Zaid schlüpfen und ihm eine Antwort geben auf seine Frage: “Ich töte, weil ich ein Terrorist bin, Jürgen.”

Seine zehn Thesen sind unbestritten ein Meisterwerk gutmenschlicher Rhetorik. Immerhin gibt Todenhöfer zu, dass es nur Thesen sind und nicht etwa Fakten. Und da jede These eine Antithese hat, dachte ich mir, ich “kümmere” mich um eben diese.

These 2, These 3, These 4, These 5, These 6, These 7, These 8, These 9, These 10

So, los geht’s. (more…)

Die 20 größten Schlagzeilen des Jahrhunderts

Mai 21, 2011

Obama mit dem Friedensnobelpreis, 2009

Das 20.Jahrhundert hatte es ganz schön in sich. Zwei Weltkriege, Bevölkerungswachstum von 1 auf 6 Milliarden, ein Mensch auf dem Mond und vieles anderes Zeugs. Aber auch unser Jahrhundert hatte schon einiges zu bieten. Ob es das 20.Jahrhundert übertreffen wird, kann man nur vermuten, ich persönlich hoffe ja nicht, denn wir brauchen nicht noch mehr Weltkriege.

Die im US-Bundesstaat Texas ansässige Global Language Monitor (GLM) hat am 5.Mai die Liste der sogenannten “Top-20-Nachrichten des 21. Jahrhunderts” veröffentlicht. Der Tod von Osama bin Laden, die königliche Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton, die Katastrophenserie in Japan (Tsunami, Erdbeben, Atomkrise) und die Aufstände in einigen arabischen Ländern haben alle Plätze unter den ersten Zehn belegt. GLM wendet die NarrativeTracker Technology zur Datenanalyse an. Der sogenannte NarrativeTracker ermittelt zuerst die Zahl von Zitaten über ein Thema im Internet, Blogs und soziale Medienseiten. Danach verfolgt NarrativeTracker die Seiten von den weltweit berühmten 75.000 Druck- und elektronische Medien. Zum Schluss werden die Analysen zusammengestellt und normalisiert.

GLM wurde oft aufgrund seiner wenig wissenschaftlichen Zählmethode und weil es oft das Zieldatum innerhalb einer Zählung verändert, kritisiert. Und tatsächlich scheinen mir die Ergebnisse der Studie ein bisschen merkwürdig. Vor allem Platz 1, der, ich sag`s schon mal jetzt, nicht an die Wahl Barack Obamas zum Präsidenten der USA geht. Hier die

Top 20:

20. Afghanistankrieg
19. Krieg gegen die Taliban
18. Tod von Johannes Paul II.
17. Verkauf von iPad
16. Suche nach Osama bin Laden
15. Tsunami in Südostasien
14. Soziale Medien als strategische Waffe
13. Hurrikan Katrina
12. Irakkrieg
11. Krieg gegen den Terror

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Japans Kampf um seine pazifischen Dispute geht weiter

Mai 19, 2011
Die Kurilen vom Weltraum aus betrachtet

Die Kurilen vom Weltraum aus betrachtet

Der Kurilenkonflikt zwischen Japan und Russland geht in die nächste Runde: Nachdem der russische Präsident Medwedew im letzten Jahr einen Eklat ausgelöst hatte, indem als erster in seinem Amt eine der zu den südlichen Kurilen gehörenden Insel, die die Japaner als “Nördliche Territorien” bezeichnen, besucht hatte, kam es nach einem Besuch einer russischen Delegation in den Kurilen erneut zu Spannungen zwischen den beiden Ländern.

Wegen dieser territorialen Frage haben die Japaner noch immer keinen Friedensvertrag mit den Russen geschlossen, obwohl der Zweite Weltkrieg bekanntlich schon seit 66 Jahren vorbei ist. Nun könnte man argumentieren, dass diese Inseln doch ziemlich unbedeutend sind und man sich deshalb nicht Jahrzehnte streiten muss. Doch wenn man bedenkt, dass die Argentinier wegen den Falklandinseln in den Krieg gegen die Briten zogen und die Russen trotz ihrer Größe und schier unendlichen Rohstoffressourcen auch um kleinere Gebiete wie Tschetschenien oder einer kleinen Insel in Sibirien mit aller Macht kämpfen, erscheint dieser Streit nicht mehr so kindlich.

Na ja, immerhin leben in den Kurilen mehr Menschen als in den Falklandinseln. Das rechtfertigt für die Japaner dann auch die Schändung russischer Flaggen und “Drohbriefe” mit eingepackter Gewehrkugel. Die Japaner bekommen in ihrer Sache sogar Unterstützung von den USA und Georgien.

Japans Dispute im Pazifik

Doch die Kurilen sind nicht die einzigen Inseln, um die die Japaner im Pazifik kämpfen. Eine Mischung aus wirtschaftlichen Interessen und keineswegs veraltetem Nationalismus hat die Japaner in mehrere territoriale Grenzstreitigkeiten mit seinen Nachbarn geführt.

Mit Südkorea streiten die Japaner um den Liancourt-Felsen (das ist der neutrale Name, die Japaner nennen ihn Takeshima, die Koreaner Dokdo) der de facto zu Südkorea gehört, und in dessen Gewässer neben Fisch- auch große Gasvorräte vermutet werden. Die Senkaku bzw. Diaoyu-Inseln werden sowohl von Japan als auch von China beansprucht. Rund um die acht Inseln, die seit 1895 von Japan verwaltet werden, werden umfangreiche Öl- und Gasvorkommen vermutet. China mit seinem Energiemangel und seiner Kohleabhängigkeit ist daran genauso interessiert wie Japan, das praktisch keine Öl- und Gas-Ressourcen hat. (more…)


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