Der vor zwei Jahren verstorbene amerikanische Agrarwissenschaftler Norman Borlaug ist möglicherweise die bedeutendsten Person, die je gelebt hat. Sein Bekanntheitsgrad hält sich aber in Grenzen, denn es gehört zu den Regeln des Ruhms, dass Mörder und Diktatoren einen größeren Erinnerungsgrad bei Menschen hinterlassen als die, die sich für das Wohlergehen der Menschen eingesetzt haben.
Was hatte er getan? Borlaug war der Vater der “Grünen Revolution“. Ihm gelang es zusammen mit seinen Assistenten in einer Zeit, in der sich die Menschheit so schnell vermehrte wie nie zuvor, bessere Weizen-, Mais- und Bohnensorten zu entwickeln, die kurz darauf die Hälfte der Menschheit ernährten. In Indien konnten damit die Erträge in zehn Jahren auf fast das Dreifache gesteigert werden. Innerhalb von vier Jahren erzeugte Mexiko genügend Weizen für seine Bevölkerung und war nicht mehr auf Importe angewiesen. China entwickelte mit Borlaugs Zuchtmethoden bessere Reissorten. Auch in anderen Ländern Asiens und Lateinamerikas griffen die Bauern zu den neuen, ertragreicheren Sorten. Nur in manchen Ländern des afrikanischen Kontinents blieben viele Bauern von den Fortschritten der Pflanzenzucht ausgeschlossen. Kleine Selbstversorger in abgelegenen Gebieten konnten sich das bessere Saatgut nicht leisten oder wussten nicht einmal, dass es so etwas gibt. Deshalb konzentrierte sich Borlaug seit den 80er-Jahren auf Afrika. Er reiste mehrmals in diese Region, um die sogenannte “Grüne Revolution” auch dorthin zu tragen. (weiterlesen…)





























