Archive for Januar 2012

Pakistan: Terroristenverrat ist Landesverrat

Januar 30, 2012
Die pakistanische Flagge

Die pakistanische Flagge

Der Tagesanzeiger berichtete vor zwei Tagen:

“US-Verteidigungsminister Leon Panetta hat erstmals öffentlich eingestanden, dass ein pakistanischer Arzt (Schakil Afridi) den USA vor dem Angriff auf Osama bin Laden wichtige Informationen geliefert hat… Panetta sagte in der Sendung «60 Minutes» auf CBS, die am Sonntag ausgestrahlt wird, er sei sehr besorgt, weil der Arzt inzwischen in Pakistan wegen Landesverrats angeklagt worden sei… Panetta sagte, Afridi habe sich in keiner Weise Pakistan gegenüber verräterisch verhalten. Der Kampf gegen den Terrorismus sei sowohl im Interesse der USA als auch Pakistans. Zugleich sagte der US-Verteidigungsminister, er sei noch immer überzeugt, dass pakistanische Beamte über bin Ladens Versteck Bescheid wussten.”

Soll heißen: Die pakistanische Regierung behauptet zwar immer noch, dass sie nichts von Osamas Versteck wussten, aber sie bestrafen die, die davon wussten und halfen, ihn zu beseitigen. bin Laden war nicht mal pakistanischer Staatsbürger, von “Landesverrat” kann keine Rede sein. Eher von Verrat an der Terrorhilfe. Genauso gut könnte man die Ermittler, die die NSU-Morde aufdeckten, als “Landesverräter” bezeichnen und anklagen. Immerhin: Umfragen zeigen, dass die Sympathie der pakistanischen Bevölkerung für Osama von 2005 bis 2010 von 52% auf 18% zurückgegangen ist.

Ägypten: Die gestohlene Revolution

Januar 29, 2012
kl

Demonstranten im Tahrir-Platz im Februar 2011

In einem Artikel bei Pajamas Media hat David P. Goldman dem amerikanischen Präsidenten Obama die Schuld am “ägyptischen Desaster” gegeben, da er mit seiner islamophilen Politik den Sturz Mubaraks forciert hat. Eine recht ungewöhnliche Sicht der Dinge, denn es war natürlich nicht Obama, der Mubarak auf dem Gewissen hat, sondern das ägyptische Volk. Das jetzt Islamisten an die Macht gekommen sind, hat Obama genauso wenig zu verantworten wie Assads Gemetzel in Syrien.

Wenn man Daniel Goldhagen Vertrauen schenken darf, wünschen sich 70% der Ägypter eine Rechtsordnung, die sich strikt am Koran orientiert, 82% wünschen sich die Steinigung für Ehebrecher, Auspeitschen und Hand abhacken als Strafe für Diebstahl fordern 77% und die Todesstrafe für Apostaten 84% der Ägypter (diese Zahlen nannte Goldhagen in einem Interview mit der WELT). Bei den Demonstrationen wurde Mubarak häufig als Jude beschimpft. Die meisten Ägypter haben sicher andere Wertvorstellungen, das steht außer Frage.

Der Grund, warum ich der Arabische Frühling dennoch etwas Gutes haben kann, ist, dass er im Gegensatz zur Eurorettung oder der Energiewende tatsächlich alternativlos ist. In Ländern, wo die Jugend keine Zukunft hat und die Meinungsfreiheit unterdrückt wird, kann es nicht auf Dauer ruhig bleiben. Mit dem Rücktritt von Mubarak ist außerdem etwas Wichtiges geschehen: Zum ersten Mal in der ägyptischen Geschichte hat sich das Volk gegen die Regierung durchgesetzt. Das ist der erste Weg zur Demokratie, der lang und voller Stolpersteine ist.

Zu den Stolpersteinen zählt auch, dass undemokratische Parteien demokratisch an die Macht kommen. In Ägypten ist genau das passiert. Aber die Demonstranten, die im Tahrir-Platz Mubarak zu Fall brachten, fühlen sich nun von ihrer neuen Regierung verraten. Der Grund könnte sein, dass die Muslimbrüder die Wahlen womöglich nur dank massiver Wahlfälschungen gewonnen haben, die selbst Putin in den Schatten stellen könnten. Der Militärrat hat ein Interesse daran, die Muslimbrüder an die Macht zu bringen, um ihre Herrschaft zu legitimieren. (more…)

Das Endziel von Antisemitismus und Antizionismus

Januar 26, 2012

1900: Juden, verschwindet nach Palästina! (aus einer Postkarte)

2010: Juden, raus aus Palästina! (vom Journalisten Lorenz Jäger)

Einer der klügeren Sätze von Sartre lautete: »Was der Antisemit wünscht und vorbereitet, ist der Tod der Juden.« Natürlich verschleiert er seine Absichten, indem er sie als “Kritik an den Juden” bezeichnet, manchmal ist er sogar mit Juden befreundet. Aber das unverhandelbare Endziel ist und bleibt für immer die Vernichtung des gesamten jüdischen Kollektivs. Bis dieses Ziel nicht erreicht ist, wird er mit seiner “Kritik an den Juden” nicht aufhören. (Bild 1)

Auf den sogenannten “Antizionismus” umgewandelt heißt es: »Was der Antizionist wünscht und vorbereitet, ist der Tod Israels.« Er verschleiert seine Absichten, indem er sie als “Israelkritik” bezeichnet, manchmal ist er sogar mit Israelis befreundet. Aber das unverhandelbare Endziel ist und bleibt für immer die Vernichtung des gesamten jüdischen Staates, sei es durch das Recht des Iran auf atomare Bewaffnung oder durch das “Rückkehrrecht” der Palästinenser. Bis dieses Ziel nicht erreicht ist, wird er mit seiner “Israelkritik” nicht aufhören. (Bild 2)

Der einzige Unterschied zwischen Antisemitismus und Antizionismus ist, dass der Antizionist den jüdischen Staat als Feindbild hat, der Antisemit aber die gesamte jüdische Gemeinschaft. Nahezu jeder Antisemit ist gleichzeitig Antizionist, und viele Antizionisten werden mit der Zeit auch zu “gewöhnlichen” Antisemiten. Sollte Israel eines furchtbaren Tages tatsächlich verschwinden, werden sich die meisten Antizionisten ganz schnell wieder zu traditionellen Antisemiten zurückverwandeln.

Die Zehn Gebote des Ökologismus

Januar 25, 2012
Ein Prophet des Ökologismus

Ein Prophet des Ökologismus

von Dirk Maxeiner und Michael Miersch, erschienen im Cicero, Februar 2005.

Das erste Gebot:
Du sollst dich fürchten!
Das furchtbarste Szenario ist das wahrscheinlichste. Wenn es einmal gut ging, so kommt es beim nächsten Mal umso schlimmer.

Das zweite Gebot:
Du sollst ein schlechtes Gewissen haben!
Wer lebt, schadet der Umwelt – alleine schon durch seine Existenz.

Das dritte Gebot:
Du sollst nicht zweifeln!
Die Ökobewegung irrt nie. Wer daran zweifelt, dient den Ungläubigen.

Viertes Gebot:
Die Natur ist unser gütiger Gott!
Sie besteht aus Pandabären, Robbenbabys, Sonnenuntergängen und Blumen. Erdbeben, Wirbelstürme und Killerviren sind Folgen menschlicher Hybris.

Fünftes Gebot:
Du sollst deine Gattung verachten!
Der Mensch ist das Krebsgeschwür des Globus. Vor seinem Auftauchen war der Planet eine friedliche Idylle.

Sechstes Gebot:
Du sollst die Freiheit des Marktes verabscheuen!
Der Planet kann nur durch zentrale Planung internationaler Großbürokratien gerettet werden.

Siebtes Gebot:
Du sollst nicht konsumieren!
Was immer du auch kaufst, benutzt oder verbrauchst: Es schadet der Umwelt. Die Zuteilung von Gütern sollte den weisen Priestern des Ökologismus übertragen werden.

Achtes Gebot:
Du sollst nicht an ein besseres Morgen glauben!
Verhindere Veränderungen und Fortschritte, denn früher war alles besser.

Neuntes Gebot:
Du sollst die Technik gering schätzen!
Abhilfe kann allenfalls durch fundamentale gesellschaftliche Umsteuerungsprozesse kommen. Niemals durch die Erfindung technikgläubiger Ingenieure.

Zehntes Gebot:
Wisse, die Schuld ist weiß, männlich, christlich und westlich!
Die Unschuld ist eine Urwaldindianerin.

Failed State

Januar 25, 2012

Die Unabhängigkeit des Südsudan wurde kräftig gefeiert, doch nun überwiegen die Sorgen

3.000 Tote. So könnte die Bilanz lauten. Genauso viele wie beim 11.September. In der ersten Woche des Jahres kam es in der Stadt Pibor in Südsudan zu ethnisch motivierten Massakern, die schon seit Jahrzehnten das Land plagen. Angehörige der Lou Nuer wollten sich für ein Massaker der Murle im vergangenen August rächen, bei der 600 Lou Nuer von den Murle getötet worden waren. Bei der blutigen Vergeltungsaktion, die von 6.000 bewaffneten Jugendlichen ausgeführt wurde, sollen nach Angaben des Verwaltungschefs, der von einem “Genozid” sprach, 2182 Frauen und Kinder und mehr als 950 Männer umgebracht worden sein.

Die Zahlen wurden aber von der UNO als nicht glaubwürdig eingestuft, sie sprachen lediglich von mindestens 150 Toten. Sicher ist: Hütten wurden verbrannt, Hunderte Murle starben, weitere Zehntausende sind geflohen. Außerdem wurden Hunderte Kinder entführt. Eine Orgie der Gewalt. In der Stadt befanden sich 400 UN-Soldaten der UNMISS, die nicht eingriffen. Sie hätten gegen die hasserfüllten Jugendlichen in Pogromstimmung auch nichts ausrichten können.

Am 17.Januar kam es erneut zu einem Massaker, bei der 51 Einwohner des hauptsächlich von den Dinka bewohnten Dorf Duk Padiet starben. Die Angreifer gehörten zu den Murle. Die Opfer waren überwiegend Frauen, Kinder und Alte. Das Dorf Duk Padiet befindet sich genauso wie Pibor in der Provinz Jonglei. Um weitere Gewalt zu verhindern, sind 3.000 einheimische Soldaten und 1.000 UNO-Soldaten an Ort und Stelle.

Schon im vergangenen Jahr waren bei in westlichen Medien als “Stammeskonflikte” verniedlichten Kämpfen im Südsudan etwa 1.100 Menschen getötet worden. Diese Vorfälle zeigen: Das größte Problem für die Stabilität des Südsudans ist nicht der Sudan, sondern die inneren ethnischen Konflikte, die es schon zu Zeiten des Sezessionskriegs gegen den Norden gab. Die Hintergründe der ethnischen Gewalt liegen in wirtschaftlicher Unsicherheit, den kulturellen Traditionen und der Militarisierung in den letzten Jahrzehnten.

Die meisten Einwohner des Südsudans leben von der Viehzucht. Rinder sind ein Statussymbol, dienen als Zahlungsmittel und bisweilen sogar als Brautpreis. Nur wer genügend Rinder aufbringt, kann eine Familie gründen. Es gibt den Brauch, dass ein Junge, um ein Mann zu werden, Rinder eines anderen Stammes stehlen muss. Diese Diebstähle haben seit Jahrhunderten blutige Racheaktionen zur Folge. Durch den Bürgerkrieg werden diese zunehmend nicht mehr mit Messern oder Speeren ausgeführt, sondern mit Kalaschnikows. Die Lou Nuer rechtfertigen ihr Massaker in einem langen Beitrag im Internet(!) als „präventive Selbstverteidigung“ und Vergeltung.

Zudem sind noch längst nicht alle Konflikte mit dem Sudan gelöst. Ein kalter Krieg um den Ölexport könnte dem Land teuer zu stehen kommen. Die UNO warnt vor einer Hungersnot, die 2,7 Millionen Menschen treffen könnte. Der Südsudan befindet sich leider auf dem Weg zum gescheiterten Staat. (more…)

Zitat des Tages

Januar 23, 2012

“Dies war ein Vorspiel nur; dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.”

Heinrich Heine, 1821. Das Zitat bezog sich auf eine Verbrennung des Korans während der Eroberung des spanischen Granada durch christliche Ritter in seiner allegorische Tragödie „Almansor“.

Wir sind bereit für Mein Kampf

Januar 22, 2012

Erstausgabe von “Mein Kampf”

Bis zum Jahr 2015 hält das bayrische Finanzministerium noch die Rechte an Adolf Hitlers Buch “Mein Kampf”. Der britische Verleger Peter McGee ab dem 26.Januar eine 15 Seiten lange, kommentierte Fassung mit Originalzitaten aus dem Buch in Deutschland veröffentlichen. Ich persönlich finde, dass das komplette Buch frei im Handel erhältlich sollte.

- Das Buch ist im Ausland und im Netz längst erhältlich! Jeder kann es sich im Netz herunterladen, wenn er möchte. In Indien ist das Buch weitverbreitet, in der Türkei war es zwischenzeitlich auf Platz vier der Bestsellerliste und selbstverständlich ist es auch schon im arabischen Raum erschienen.

- Das Verbot dient nicht dem Respekt an den Opfern des Nationalsozialismus, eher andersrum: Respekt vor den Tätern. In Mein Kampf wird Hitlers politisches Projekt genauestens beschrieben, jeder Deutsche konnte es sich durchlesen, wenn er wollte. Die Floskel “Davon haben wir nichts gewusst” wird mit dem Verbot quasi geschützt. Genauso gut könnte man die Protokolle der Wannseekonferenz oder Auszüge aus Himmlers und Goebbels Reden verbieten. Im Gegensatz zu den Franzosen und den Briten haben die Amerikaner die Brisanz des Buches übrigens durchaus erkannt, wie man in diesem Video sieht (ab 6:00).

- Das Buch ist keine Gefahr für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Und selbst wenn es so wäre: Viele Islamisten benutzen den Koran als Rechtfertigung für ihre Taten, sollten wir deshalb den Koran verbieten? Das Buch “Der Hexenhammer” diente für viele Inquisitoren als Rechtfertigung für die Hexenverfolgungen. Anstatt das Buch zu verbieten, setzen sich heute Historiker mit dem Buch auseinander- und man kann es bei Amazon bestellen. Dasselbe sollte man mit Mein Kampf tun.

Also, bald heißt es wohl: Wollt ihr das totale Buch!!! (Anmerkung: Sprachwissenschaftler haben herausgefunden, dass Goebbels Frage eigentlich ein Befehl war, deswegen die Ausrufezeichen)

So sprechen die Handlanger des US-Imperialismus

Januar 22, 2012
Die syrische Flagge von 1932-58 und 61-63 ist das Symbol der Demonstrationsbewegung

Die syrische Flagge von 1932-58 und 61-63 ist das Symbol der Demonstrationsbewegung

Der syrischen Opposition wird vorgeworfen, vom Ausland gesteuert zu sein und eine Militärintervention herbeiführen zu wollen. Schauen wir uns mal einige Aussagen von Oppositionellen an.

Dem Wall Street Journal sagte Burhan Ghalioun, der Führer des Syrischen Nationalrats, der wichtigste Vertreter der syrischen Opposition, im Dezember 2011:

Unserer Meinung nach unterscheidet sich die syrische Situation vollkommen von der libyschen. Wir denken immer noch, dass wir auf die staatlichen Behörden und Ministerien, auf unsere Staatsbeamten zählen können… Wir sagen, dass Gewaltmethoden notwendig sind, um das Regime zu zwingen, die Menschenrechte zu achten. Darunter verstehen wir jedoch keine Militärinvasion zu dem Zweck, das (regierende) Regime zu stürzen. Wir setzen auf die Syrier, um das syrische Regime zu stürzen. Unser Wunsch ist es, dass die Weltgemeinschaft die Gewaltanwendung gegen das Volk Syriens zum Stoppen bringt.

Der oppositionelle Youssef Ibrahim, ein orthodoxer Christ, geht noch ein Schritt weiter. Auf die Frage, was eine ausländische Militärintervention in Syrien bewirken würde, antwortet er:

… wäre das Falsche und hätte verheerende Folgen für die gesamte Region. Die Mehrheit der Syrer ist sehr nationalistisch und lehnt Interventionen ab.”- und legt später noch einen drauf: “Die Vertreibung von einer Million Christen aus dem Irak ist eine Folge der amerikanischen Irak-Invasion. (more…)

Reform des UN-Menschenrechtsrats?

Januar 21, 2012
Gegründet von freiheitsliebenden Demokraten, missbraucht von verrückten Diktatoren: Die UNO

Gegründet von freiheitsliebenden Demokraten, missbraucht von verrückten Diktatoren: Die UNO

Kuba, Katar, Libyen, China, Nigeria, Dschibuti, Malaysia, Uganda, Pakistan, Saudi-Arabien, Thailand, Russland, Angola und Bangladesch. Was könnten diese Länder miteinander gemeinsam haben? Ganz einfach: Sie waren letztes Jahr allesamt im UN-Menschenrechtsrat, ohne dass sie selbst die Menschenrechte achten. Joseph Torsella, der US-Botschafter für eine UN-Reform, will das nun ändern: Eine Reform muss her. Die Epoch Times berichtet heute: “Eines der Ziele sei es, zu verhindern, dass Länder, die Menschenrechte verletzen, einen Sitz in dem Gremium bekämen… Die Mitglieder dieser UN-Organisation sollten an den gleichen Standards gemessen werden, die in der Welt eingefordert würden. Wer das Völkerrecht oder internationale Normen missachte, dürfe nicht das “Gesicht der UN” sein, erklärte Torsella.”

Das ausgerechnet die USA für so eine Reform eintreten, mag so manchen Antiimperialisten heuchlerisch vorkommen. Immerhin haben die USA im Irak und Afghanistan selbst die Menschenrechte verletzt. Der Unterschied ist: Die Verbrechen, die von den USA begangen werden, werden rechtsstaatlich aufgeklärt. Die Beteiligten an dem Massaker von Mahmudiyah wurden zu 90 bis 110 Jahren Haft bzw. lebenslänglich verurteilt. Das sogenannte „Afghanistan Kill Team“ wurde ebenfalls von einem amerikanischen Gericht verurteilt. Auch gegen die Taliban-Pinkler wird jetzt ermittelt. Gleiches kann man nicht von Staaten wie China, Iran, Syrien oder Simbabwe behaupten: Hier werden die Verbrechen, die von staatlicher Seite begangen wurden, nicht rechtsstaatlich aufgeklärt.

Natürlich sind auch die USA nicht vollkommen perfekt. In Guantanamo wurden auch Unschuldige gefangen gehalten und gefoltert, ohne dass jemand dafür zur Rechenschaft gezogen wurde. Ohne dies zu verharmlosen, muss man dabei festhalten, dass diese Verbrechen in keiner Relation zu denen stehen, die in den letzten Jahren von totalitären Diktaturen oder von Terroristen begangen wurden, obwohl die internationale Empörung über diese Verbrechen weit unter der von Guantanamo lag. Im Irak haben die sunnitischen und schiitischen Terrorbanden den Großteil der ermordeten irakischen Zivilisten zu verantworten und in Afghanistan sind es die Taliban, auch wenn Jürgen Todenhöfer es nicht wahrhaben will. Von daher täte eine Reform des UN-Menschenrechtsrates der Welt gut. Denn dann könnten vielleicht Diktaturen wie Syrien nicht mehr von anderen Diktaturen beschützt werden, während Israel für jede Korinthenkackerei verurteilt wird.

Vince Ebert zum Buddhismus

Januar 19, 2012

Vince Ebert

Gilbert Keith Chesterton sagte einst: “Wenn Menschen aufhören, an Gott zu glauben, glauben sie nicht an nichts, sondern an alles Mögliche. Das ist die Chance der Propheten – und sie kommen in Scharen.” Dieser Satz beschreibt im Grunde den Zustand unserer Gesellschaft. Homöopathie, Astrologie, Verschwörungstheorien und andere Pseudowissensschaften breiten sich bei Atheisten und Sonntagschristen gleichermaßen aus. Besonders angetan haben es uns die ostasiatischen Lehren, allen voran Feng Shui und die Weisheiten des ewiggrinsenden Dalai Lama. Aber sind seine Lehren wirklich so viel besser als unsere traditionellen Religionen?

Obwohl die Gewalt, die chinesische Behörden gegen Tibeter anwenden, in keinster Weise zu rechtfertigen ist, eignet sich das geistliche Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, überhaupt nicht als moralisches Vorbild. Er ist ein theokratischer Diktator. Kritische Zeitungen müssen schließen, andersgläubige Mönche fürchten Repressionen. Im Juni 2009 widmete Vince Ebert dem Dalai Lama einen kritischen Artikel, der mit vielen Mythen über den angeblichen Friedensengel aufräumte. Den einzigen Satz, dem ich nicht zustimme, ist die Behauptung, dass der Dalai Lama zur “Dämonisierung Chinas” benutzt werde. Dieses Regime braucht man nicht zu dämonisieren, das erledigen die schon selbst. Die Gründe für die Bewunderung des Dalai Lama liegen einfach in der Sehnsucht nach einem moralischen Vorbild, den Selbsthass vieler linker Intellektueller (der alles Nicht-Westliche ins positive Licht rückt) und der Unkenntnis über die wahre Natur des tibetischen Buddhismus.

Erleuchtung trifft Commerz

Der Buddhismus erinnert ein wenig an Coca Cola. Keiner kennt die Zusammensetzung, aber trotzdem finden ihn alle irgendwie gut. Besonders in Manager-Seminaren gilt es als unglaublich schick, sich einen Zen-Meister ins Haus zu holen, der dann der deutschen Wirtschaftselite in gebrochenem Englisch für einen Tagessatz von 10.000 Euro etwas über Verzicht, Askese und inneren Frieden erzählt. Immer mehr gestandene 50jährige Vorstandsvorsitzende gehen für zwei Wochen ins tibetanische Schweigekloster, in der Hoffnung zu ihrem Allerinnersten vorzudringen. Ohne jedoch zu bedenken, dass sie dort eventuell auch absolut nichts vorfinden könnten. Ein grausamer Gedanke.

Ende dieses Monats wird nun mal wieder der Dalai Lama drei Tage lang die Frankfurter Commerzbank-Arena mit seiner Anwesenheit beglücken. Der tibetanische Gottkönig könnte aus dem Wuppertaler Telefonbuch vorlesen und das gesamte christliche Abendland verdreht verzückt die Augen. Zugegeben, wenn der selbsternannte „Ozean des Wissens“ Lebensweisheiten unter’s Volk wirft, wie zum Beispiel: „Eine liebevolle Atmosphäre in Deinem Haus ist das Fundament für Dein Leben.“ oder auch „Nur wer Leid erträgt, wird Glück erfahren!“ dann kann man schon mal auf komische Gedanken kommen. Hat die „Große Leuchte der Weisheit“ vielleicht doch nur eine Energiesparbirne? Der Kaiser ist nackt und keiner traut es sich zu sagen. (more…)


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