Archive for Oktober 2012

Das Beste vom Kommunismus

Oktober 31, 2012

In den kommunistischen Ländern war nicht alles schlecht. Es gab etwas, in dem man sich mit dem Westen messen konnte: Der Humor. Ben Lewis’ Buch “Das komische Manifest” ist eine Zusammenstellung der besten Witze über den Kommunismus.

Lewis ist überzeugt davon, dass der Kommunismus das “komischste politische System” war. Die von ARTE ausgestrahlte Fernsehdokumentation “Totgelacht! Eine Geschichte des Kommunismus”, die 2007 zum ersten Mal ausgestrahlt wurde, gibt ebenfalls einen Einblick in den komischen Kommunismus.

Ein Witz beschäftigt sich z.B. mit den “sieben Wundern des Kommunismus”: 1. Unter dem Kommunismus gibt es keine Arbeitslosigkeit, 2. Obwohl es keine Arbeitslosigkeit gibt, hat nur die Hälfte der Bevölkerung Arbeit, 3. Obwohl nur die Hälfte der Bevölkerung Arbeit hat, werden die Fünfjahrespläne immer erfüllt, 4. Obwohl die Fünfjahrespläne immer erfüllt werden, gibt es nie etwas zu kaufen, 5. Obwohl es nie etwas zu kaufen gibt, ist jeder glücklich und zufrieden, 6. Obwohl jeder glücklich und zufrieden ist, gibt es ständig Demonstrationen, 7. Obwohl es ständig Demonstrationen gibt, wird die Regierung immer mit 99,9 Prozent der Stimmen wieder gewählt.

Die Humoristen machten sich auch Gedanken, was mit ihren Führern passiert, wenn sie tot sind: Stalin stirbt und weiß nicht recht, ob er in den Himmel oder in die Hölle will. Er bittet um einen Rundgang. Im Himmel sieht er Menschen, die im stillen Gebet oder in der Meditation vertieft sind. In der Hölle essen, trinken, tanzen und vergnügen sie sich. Stalin entscheidet sich für die Hölle. Man führt ihn durch mehrere Labyrinthe in einen Bereich mit kochenden Kesseln. Mehrere Teufel packen ihn beim Schlafittchen. Stalin beklagt sich, man habe ihm auf seinem Rundgang doch Leute gezeigt, die sich amüsiert hätten. „Ach was“, erwidert der Teufel, „das war doch nur Propaganda.“

Eine andere Version dieses Witzes geht so, dass sich ein Parteifunktionär nach seinem Tod entscheiden soll, ob er in der kommunistischen oder in der kapitalistischen Hölle wandern soll. Er entscheidet sich für die kommunistische, weil er davon ausgeht, dass die Folterinstrumente mit der Zeit knapp werden. Über den Totenkult machte sich folgender Witz lustig: Ein Museumsgast geht an Lenins Grab vorbei. Ein Wärter sagt ihm: “Lenin ist tot, aber seine Ideen werden auf ewig weiterleben.” Der Gast erwidert genervt: “Warum kann es nicht anders herum sein?” (more…)

Die Meinungsfreiheit in Deutschland

Oktober 28, 2012

“Deutschlands Zukunft”- Karikatur zur Reichsgründung 1870

Vor 2 Wochen sprach ich in diesem Beitrag das Thema Meinungsfreiheit an. Das Recht auf freie Meinungsäußerung sollte für jedermann gelten, auch für Homophobe, Antisemiten oder Verschwörungstheoretikern, solange nicht zu Gewalt aufgerufen wird. Damit hatte ich meine persönliche Ansicht zu dem Thema dargelegt, aber ich hatte mich nicht dazu geäußert, wie es um die Meinungsfreiheit in Deutschland bestellt ist.

Ich persönlich teile die Ansicht des amerikanischen Diplomaten Richard Hoolbroke, der treffenderweise sagte: “Die neue Generation der Deutschen gehört zu den demokratischsten, humansten und fortschrittlichsten Völkern der Welt.” Wenn man sich den Globus ansieht und die Länder einzeln durchnimmt, fällt es schwer, diese Meinung nicht zu teilen. Es gibt Einschränkungen, die ich keineswegs rechtfertige, doch von streng autoritären Diktaturen ist die BRD weit entfernt.

Nicht nur, dass ich Deutschland für ein weitgehend freies Land halte. Ich glaube auch nicht, dass die Meinungsfreiheit am Sterben liegt, wie uns viele Apokalyptiker und Kulturpessimisten weismachen wollen. Wir befinden uns nicht am Vorabend des neuen Faschismus. Im Gegenteil: Ich denke, dass sich die Politische Korrektheit momentan eher im Rückzug befindet.

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Morsigate

Oktober 27, 2012

Seit einigen Tagen kursiert im Internet ein Video, das den ägyptischen Präsidenten Mohamed Morsi bei einem Gebet zeigt, indem ein Kleriker zur Zerstörung der Juden aufrief:

Der genaue Wortlaut wurde teilweise falsch wiedergegeben. In einigen Seiten heißt es, dass der Imam “Oh Allah, vernichte die Juden und diejenigen, die sie unterstützen” gerufen hätte, in anderen heißt es, dass Morsi gemeinsam mit dem Imam das Gebet gesprochen hätte. Der genaue Wortlaut des Imams lautete: “Oh Allah, spreche uns von der Sünde frei, stärke uns, und erteile uns Sieg über die Ungläubigen. Oh Allah, bestreite die Juden und ihre Unterstützer. Oh Allah, vertreibe sie, reiße sie entzwei. Oh Allah, zeige deine Macht und Größe über sie. Zeig uns deine Allmacht, oh Herr.”

Daraufhin sagte Morsi wie alle Anwesenden “Amen” und nickte. Was erstaunlich ist, ist das Morsi gleichzeitig vor einigen Tagen einen Brief an den israelischen Präsidenten Shimon Peres geschrieben hat, indem er ihn als seinen Freund bezeichnete. Einige Muslimbrüder behaupteten, dass der Brief gefälscht war, doch ein Regierungssprecher bestätigte später, dass der Brief echt war. Der von den Medien komplett ignorierte Vorfall lässt nun Zweifel aufkommen, wie ernst er es mit seinem Friedenskurs meint. (more…)

Die acht Stufen von Völkermord

Oktober 26, 2012

Überreste der Opfer des Völkermords in Ruanda

Nach einem Völkermord sind die Menschen oft ratlos und können sich nicht erklären, wie andere Menschen zu solchen Taten fähig sind. Aber Völkermorde sind in der Geschichte so oft vorgekommen, dass sie nicht unerklärlich sein können- und auch nicht unvorhersehbar wie z.B. Tornados oder Erdbeben. Der Genozidforscher Gregory Stanton, Präsident von “Genocidewatch”, beschäftigte sich mit dem Thema und verfasste einen Text, der sich mit der Dynamik von Völkermorden beschäftigte. Er stammt von 1998, die genauen Informationen sind daher etwas veraltet (so gibt es mittlerweile einen Internationalen Strafgerichtshof und ein Tribunal für den Völkermord der Roten Khmer in Kambodscha). Aber er hilft ungemein, um die Dynamik von Völkermorden zu verstehen und notfalls Präventivmaßnahmen vorzubereiten.

Laut Stanton gibt es 8 Phasen eines Völkermords, die vorhersehbar, aber nicht unaufhaltsam sind: Klassifizierung, Symbolisierung, Entmenschlichung, Organisierung, Polarisierung, Vorbereitung, Vernichtung und Leugnung- wobei es wichtig ist, anzumerken, dass die ersten beiden Stufen allein keine Gefahr darstellen, und auch in Demokratien gang und gäbe sind. Wenn es um das Verbot von Symbolen oder “Hate Speech” geht, stimme ich Stanton nicht zu, da dies die Meinungsfreiheit untergräbt. Momentan stehen laut “Genocidewatch” Südafrika und der Iran unter den Staaten, die das Potenzial zu einem Völkermord aufweisen, ganz oben auf der Liste. Beide befinden sich auf der sechsten Stufe: Vorbereitung.

Die acht Stufen von Völkermord

(in gekürzter, deutscher Fassung)

1. Klassifizierung: Alle Kulturen haben Kategorien, um Menschen in “sie und uns” zu unterscheiden: Deutsche und Juden, Hutu und Tutsi. Bipolaren Gesellschaften, denen es an gemischten Kategorien mangelt, wie Ruanda und Burundi, sind die, in denen Völkermord am wahrscheinlichsten ist. Die wichtigste Präventivmaßnahme während dieser Stufe ist, Institutionen zu schaffen, die ethnische und rassische Grenzen überschreiten und aktiv Toleranz und Verständnis fördern. Die katholische Kirche hätte diese Rolle in Ruanda spielen können, wenn sie nicht durch dieselben ethnischen Spaltungen zerrissen gewesen wäre wie die ruandische Gesellschaft. In Ländern wie Tansania hat die Förderung einer Verkehrssprache geholfen, eine nationale Identität zu schaffen. Die Suche nach Gemeinsamkeiten ist für die frühe Prävention von Völkermord entscheidend.

2. Symbolisierung: Wir geben den Klassifizierungen Namen oder andere Symbole. Klassifizierung und Symbolisierung sind allgemein menschlich und resultieren nicht unweigerlich in Völkermord, es sei denn, sie führen in die nächste Stufe, Entmenschlichung. Wenn sie mit Hass kombiniert werden, können Symbole widerwilligen Paria-Gruppen mit Gewalt aufgezwungen werden: der gelbe Stern für die Juden unter der Nazi-Herrschaft, der blaue Schal für Menschen aus dem Osten im Kambodscha der Roten Khmer. Die Ablehnung von Symbolisierung kann, wenn sie weitgehend unterstützt wird, große Wirkung entfalten, wie in Bulgarien, wo die Regierung sich weigerte, genug gelbe Abzeichen bereitzustellen und mindestens 80% aller Juden sie nicht trugen, was diesem Symbol die Bedeutung raubte. (more…)

Die Motive des Terrors

Oktober 24, 2012

Patty Hearst wurde vom Entführungsopfer zur Terroristin

Im Jahr 1974 sorgte in den USA ein spektakulärer Entführungsfall für Aufruhr. Die aus einer wohlhabenden Familie stammende 19-jährige Patty Hearst wurde von der linksextremen Terrororganisation “Symbionese Liberation Army” entführt, schloss sich dann in einem extrem Fall vom Stockholm-Syndrom den Terroristen an, legte sich den Kampfnamen “Tania” (nach einer Gefährtin von Che Guevara) an und nahm an einigen Banküberfällen teil. Später wurde sie festgenommen und gab an, unter LSD gesetzt und missbraucht worden zu sein.

Die Geschichte von Patty Hearst erinnert an den Lebensweg von Tanja Nijmeijer. Sie studierte an der Universität von Groningen Romanistik, war dort in linken Studentengruppen aktiv und ging später nach Kolumbien, wo sie sich den FARC-Terroristen anschloss. Zwischenzeitlich verlor sie aber die Lust am Terror und beklagte sich in öffentlich gewordenen Tagebucheinträgen über das Machogehabe bei ihren Kollegen. Nun soll sie als Vermittlerin zwischen der Regierung und den Guerilleros behilflich sein.

In beiden Fällen schloss sich eine aus wohlhabenden Kreisen stammende Frau Terroristen an, und bei beiden Fällen stellt sich die Frage: Warum haben sie das getan? Der Feuerbringer hat sich mit der Ideologie der RAF-Terroristen, von denen zwei Drittel Universitätsabschlüsse hatten, auseinandergesetzt, und kommt zu dem Schluss:

Im Grunde ist das alles nur Gerede. Die RAF hat willkürlich linke “Theorien” und linke Begriffe zusammengewürfelt, um ihren irrationalen Spaß am Töten und an der Machtausübung “rational” zu begründen für die Idioten, die auf so etwas hereinfallen. So ähnlich war es auch im Falle Anders Breivik. (more…)

Im Gleichheitswahn

Oktober 22, 2012

“Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist Stärke”

Drei Meldungen, und alle stammen vom selben Tag.

Berlin will Diskriminierung in Spielplätzen beenden:

“Berlins Bezirke prüfen Gleichberechtigung auf Spielplätzen. Die Idee dazu entstand auf der Fachtagung „Gender Budgeting – von der Analyse zur Steuerung“. 21 Kriterien wurden festgelegt, die die „Gendergerechtigkeit“ der Kinderbespaßung bewerten sollen. Für ein positives Ergebnis müssen die Spielplätze zum Beispiel „multifunktionale Spielangebote“ und „nutzungsneutrale Bereiche“ haben.”

Frankreich diskutiert, ob die Hausaufgaben abgeschafft werden sollen:

“Sollen Hausübungen abgeschafft werden? Ein Vorschlag des französischen Präsidenten François Hollande hat auch in Österreich eine Debatte angestoßen. Er fordert, dass die Aufgaben künftig in der Schule erledigt werden statt zu Hause. Dadurch soll soziale Benachteiligung verhindert werden, denn: Es gebe Eltern, die ihren Kindern bei Hausaufgaben nicht helfen können.”

Der Pirat Stephan Urbach über Meinungsfreiheit im Netz:

“Twitter ist nicht nur toll und schön. Es tummeln sich dort allerlei Menschen, die gar merkwürdige Ansichten vertreten: Atomkraftbefürworter, Maskulisten, Evolutionsleugner, Verschwörungstheoretiker, Antisemiten und Nazis. … Unser westliches Weltverständnis macht uns blind dafür, dass wir auf der einen Seite Freiheitskämpfer haben auf der anderen aber Nazis stehen. Der Umgang muss jeweils ein anderer sein. … Ich möchte, dass alle Plattformen Nazi-Propaganda löschen, aus dem Netz tilgen und keine Öffentlichkeit für Rechtsradikale mehr erlauben.”

Geschichtsstunde: al-Andalus und die Reconquista

Oktober 21, 2012

Die Eroberung Granadas 1492, Gemälde von Francisco Pradilla y Ortiz, 1882

Gestern besetzte eine Gruppe von 70 Franzosen einen Moscheeneubau in Poitiers. Sie folgten einem Aufruf einer Gruppe namens “Génération Identitaire” und waren aus dem ganzen Land angereist, schwenkten Fahnen und erklommen das Dach. Damit wollten sie gegen die Islamisierung Europas protestieren. Später wurden drei der Randalierer festgenommen. Das Datum für die Protestaktion war nicht zufällig gewählt. Es war der 1280 .Jahrestag der Schlacht von Tours und Poitiers, in der die Franken die maurischen Eindringlinge zurückschlugen und damit die islamische Expansion in Europa vorläufig stoppen konnten.

Viele Islamisierungsgegner sehen sich in der Tradition von christlichen Feldherren, die gegen muslimische Invasoren kämpften. Dabei wird oft viel Geschichtsklitterung begangen. Für unsere Zeit sind diese Themen natürlich nicht mehr von Bedeutung. Der Islamismus ist die totalitäre Ideologie unserer Zeit, die islamische Welt ist intolerant, wirtschaftlich und kulturell rückständig und gewalttätig. Aber an dieser Stelle möchte ich mich dennoch mit einem in der islamischen und westlichen Geschichtsforschung kontrovers diskutierten Thema auseinandersetzen, und zwar dem Zeitalter von al-Andalus, der islamischen Herrschaft in Spanien.

Für die Muslime gilt das Zeitalter von al-Andalus als “Goldenes Zeitalter” der islamischen Zivilisation. Noch heute berufen sich islamische Historiker und westliche Islamapologeten (wie z.B. Jürgen Todenhöfer in seinem Buch “Warum tötest du, Zaid?”) auf diese Zeit, um die Toleranz und die wissenschaftlichen Errungenschaften der islamischen Zivilisation zu preisen. Die Spanier sehen dagegen in der Zeit von al-Andalus eine Zeit blutiger Fremdherrschaft, die durch die beinahe 800 Jahre andauernde “Reconquista” (spanisch für “Wiedereroberung”), die die Spanier bis heute feiern, beendet wurde. (more…)

Schwarzer Humor

Oktober 20, 2012

Reporter: “Wie heißt ihr Vater?”

Kind: “Bashar al-Assad.”

Reporter: “Und wie heißt ihre Mutter?”

Kind: “Asma al-Assad.”

Reporter: “Und noch eine letzte Frage: Was möchten Sie später werden?”

Kind: “Vollwaise.”

Baumgartner und die Kinder in Afrika

Oktober 18, 2012

Baumgartners Vorgänger, Joseph Kittinger, sprang 1960 aus 31,3 Kilometern Höhe

„Ich weiß, die ganze Welt sieht jetzt zu. Könntet ihr nur sehen, was ich sehe! Manchmal muss man wirklich weit hinaufgehen, damit man erkennt, wie klein man ist … Ich komme jetzt nach Hause.“- Felix Baumgartner vor seinem historischen Sprung. Am 14. Oktober um kurz nach 20 Uhr deutscher Zeit sprang er aus 39 Kilometern aus einem Ballon von der Walker Air Force Base in Roswell. Er erreichte eine Geschwindigkeit von 1342,8 km/h, stellte 5 neue Weltrekorde auf und landete nach 5 Minuten wohlbehütet auf dem Boden. Es war einer der größten Medienspektakel der letzten Jahre.

Gideon Böss hatte eine kleine Anmerkung zu dem Sprung. Mir ist das auch aufgefallen. Ich habe es nur ein bisschen anders in Erinnerung. Der Kommentator sagte in etwa: “An dieser Stelle können wir auch mal vergessen, dass dieser Sprung nicht zum Wohl der Menschheit, sondern zum Wohl eines Getränkekonzerns durchgeführt wurde.” Mich hat dieser Satz an Obamas “You didn’t build that“-Rede erinnert. Konzerne sind unmoralisch, weil sie nur an ihrem Profit denken und keinen Nutzen für “die Allgemeinheit” bringen. Nur staatliche Behörden sind in der Lage, der Allgemeinheit zu dienen.

Im Spiegel-Forum konnte man ein immer gern hervorgekramtes Argument hören: “wieviel Kinder hätte man mit 50 Mio. satt machen können. Und was für einen Nutzen hat so ein Sprung. Schwachsinn pur.” Das Kinder-in-Afrika-Argument hört man oft, wenn es darum geht, die Raumfahrt zu diffamieren. Es gibt auf dem Planeten so viele ungelöste Probleme, warum muss man dann Milliarden ausgeben, um in den Mond zu reisen, oder um aus 39 Kilometern zu springen? Warum das ganze Geld für diese “sinnlosen” Unternehmen nicht lieber direkt nach Afrika spenden, wo die Herrscher sie sicher für das Wohl ihrer Bevölkerung ausgeben würden? (more…)

Großbritannien verabschiedet sich von der EU

Oktober 17, 2012

Das Gesicht der Bürokraten

In einer Studie der Bertelsmann-Stiftung wurde vor kurzem berechnet, was der Austritt der Südländer aus der Währungsgemeinschaft an Kosten verursachen würde. Ein Austritt Griechenlands und Portugals wäre verkraftbar, doch wenn Spanien und Italien austräten, gäbe es “beispiellose ökonomische Eruptionen in ganz Europa und weltweit”. Die Gesamtkosten werden auf 17,2 Billionen Euro beziffert. Am schlimmsten würde es Frankreich treffen. Aber leider wurden nicht die Kosten und Konsequenzen eines deutschen Euro-Austritts berechnet, der in letzter Zeit u.a. von Berlusconi und Soros gefordert wurde.

Stattdessen macht Schäuble den Vorschlag, einen Währungskommissar einzusetzen, der den EU-Ländern ihr Budgetrecht nimmt, was laut Clemens Wergin “der Fantasie eines aufgeklärten, aber undemokratischen Beamten im alten Preußen” entstammen könnte. In Großbritannien geht man jetzt den umgekehrten Weg. Die britische Innenministerin Theresa May hat vor 2 Tagen bekanntgegeben, dass die britische Regierung das sogenannte „Opt-out“ nutzt. Bei der Unterzeichnung des Lissabonner Vertrags, bestanden Großbritannien, Polen und Tschechien auf „Opt-out“ Klauseln, die das ermöglichen, was Großbritannien nun angekündigt hat. Konkret bedeutet das, dass ab 2014 die britische Regierung die Zusammenarbeit mit der EU in den Bereichen Justiz und Inneres beendet, was ungefähr 130 Gesetzte betrifft. (more…)


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