Heilige Stätten

Die Kaaba- Das größte Heiligtum der islamischen Welt

Die Kaaba- Das größte Heiligtum der islamischen Welt

Die Hamas schoss während der letzten Woche mit Raketen, die in der Nähe von Jerusalem, oder, wie es auf Arabisch heißt, “al-Quds”, ihrer heiligen Hauptstadt, einschlugen. Der weltweite Aufschrei der Umma blieb aus. Was wäre wohl passiert, wenn die Hamas den Felsendom getroffen hätte? Wir werden es wohl nie erfahren. Jetzt ärgern sich einige Menschen in Saudi-Arabien darüber auf, dass Paris Hilton eine Boutique in Mekka eröffnet hat. Die heilige Stadt der Muslime werde dadurch “entweiht”, heißt es.

Paris Hilton wird als Nicht-Muslima nicht bei der Eröffnung dabei sein können, da es Ungläubigen nicht erlaubt ist, die heiligste Stadt der Muslime zu betreten (es gelang aber einigen europäischen Reisenden wie Ulrich Jaspers, Richard Francis Burton und Heinrich von Maltzan die Stadt zu betreten und sogar detaillierte Beschreibungen der Stadt anzufertigen). Ob die Boutique nun eine “Entweihung” ist oder nicht, in der islamischen Welt wird ein Phänomen kaum beachtet, dass für die meisten Muslime eine viel größere Entweihung des Islams bedeuten dürfte.

In Medina, der zweitwichtigsten Stadt der Muslime, sollen 3 der ältesten Moscheen der Welt zerstört werden, um Platz zu machen für eine neue Moschee, die 1,6 Millionen Menschen Platz bieten soll. Sogar das Grab von Mohamed und 2 seiner engsten Begleiter, Abu Bakr und Umar, sind von der Zerstörung bedroht. Die saudische Monarchie sieht sich als die einzige Autorität über die heiligen islamischen Stätten. Die Wahhabiten lehnen jede Form der Verehrung von Heiligen, Schreinen und Grabstätten ab.

Von den 7 Moscheen, die gebaut wurden, um der Grabenschlacht von Medina im Jahr 627 zu gedenken, sind nur noch 2 erhalten. Vor 10 Jahren wurde eine Moschee gesprengt, die Mohameds Enkel gehörte (die Religionspolizei jubelte, als die Moschee einstürzte). Das Golfinstitut schätzt, dass 95% aller mehr als 1000 Jahre alten Gebäude in den letzten 20 Jahren zerstört wurden, um Platz für Einkaufszentren, Luxushotels und Wolkenkratzer zu schaffen. Das Land wird jährlich von 12 Millionen Pilgern besucht, diese Zahl soll bis 2025 um weitere 5 Millionen wachsen.

“Das Schweigen der Muslime über die Zerstörung von Mekka und Medina ist sowohl desaströs als auch scheinheilig,” sagt Dr Irfan al-Alawi von der Islamic Heritage Research Foundation. “Der Film über das Leben des Propheten Mohamed löste weltweite Proteste aus … währenddessen wird die fortschreitende Zerstörung des Geburtsortes des Propheten, wo er betete und den Islam erschuf, weiter ohne Kritik zugelassen.” Wird es der Umma zumindest gelingen, die Zerstörung der Kaaba zu verhindern?

3 Antworten to “Heilige Stätten”

  1. aron2201sperber Says:

    solch eine Zerstörungswut gegen die eigene Kultur hat es auch schon in anderen totalitären Ideologien gegeben.

    Ob Maos Kulturrevolution vor dem Lenin-Mausoleum halt gemacht hätte, wenn er die Weltherrschaft erlangt hätte, werden wir nie erfahren ;)

  2. Die islamistische Kulturrevolution « Aron Sperber Says:

    [...] Islamisten sind gerade dabei, 1300 Jahre eigener Kulturgeschichte zu vernichten, um dem reinen Vorbild ihres Propheten aus dem siebenten Jahrhundert [...]

  3. Rolf Wittwer Says:

    …und irgendwann geht ihnen das Oel od. andere Rohstoffe aus.
    Dann greifen sie eben zur rohen Gewalt.
    Demnach haben jedoch bereits viele dieser Staaten keine echten Rohstoffe mehr.
    Dafür einen lieblichen “Frühling”…!

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