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Multikulti-Shitstorm gegen Sarah Kuttner

Mai 24, 2012

Bei einer Lesung stolperte Sarah Kuttner über das N-Wort

Die Politische Korrektheit ist in Deutschland offenbar doch noch stärker als ich dachte. Ein Schauprozess wie in Belgien hielt ich für unmöglich, doch nun wurde ich eines besseren belehrt. Letzten Freitag hielt die TV-Moderatorin Sarah Kuttner eine Lesung aus ihrem Buch “Wachstumsschmerzen”, die mit einem Polizeieinsatz und einer Shitstorm-Welle im Internet endete. Der Grund: Kuttner habe sich rassistisch geäußert. Ein 37-jähriger mit äthiopischen Wurzeln meinte entsetzt: „Ich bin zu dieser Lesung gegangen, weil ich Sarah Kuttner eigentlich ganz witzig fand. Aber das war einfach nur rassistisch!“

Was hatte Kuttner getan? Der offenbar stark melaninisierte Gast berichtet: „Sie zog über diese ,Negerpuppe‘ her, ließ sich über deren 30 Zentimeter große ,Schlauchbootlippen‘ aus und wiederholte, wie ekelhaft sie diese Lippen fand. Sie habe die Puppe wegschmeißen müssen, weil es kein Sinn gehabt habe, sie zu behalten.“ Mit dieser “Negerpuppe” wollte Kuttner ironischerweise den “Alltagsrassismus” der 1980er Jahre kritisieren, da sie der Ansicht ist, dass so eine “unnatürliche” und “rassistische Klischees” bedienende Puppe heutzutage nicht mehr verkauft werden würde. Aber das konnte ihr nicht mehr helfen.

Einige Tage später bekam die Rassismusvorwürfe gegen Kuttner durch Kuttners ehemaligen Kollegen Mola Adebisi neue Nahrung: „Sarah ist Rassistin, das habe ich selbst zu spüren bekommen. Sie hat häufiger rassistische Witze bei ,Viva‘ gemacht und ist damit durchgekommen.“ Um welche Witze handelte es sich dabei? Mola erklärt es:„Als ich und Milka Loff Fernandes in einer Sendung von den Zuschauern zu den beliebtesten Viva-Moderatoren gewählt wurden, sagte sie nur: ,Das kann nicht euer Ernst sein‘ und warf die Karte mit unseren Namen in den Müll.“ Wie furchtbar rassistisch. Ist Kuttner vielleicht sogar bei der örtlichen Wehrsportgruppe?

Aber Mola hat natürlich auch schlagkräftigere Beweise für Kuttners fanatischen Rassenwahn: „Das Wort ,Neger‘ ist wie das Wort ,Kanake‘ eine abwertende Kategorisierung. Auch ich habe als Kind ,Negerkuss‘ gesagt. Doch die Gesellschaft hat sich weiterentwickelt und es gibt einen Grund, warum er heute ,Schokokuss‘ genannt wird.“ Ja, es hat sich wirklich viel geändert: Die Politische Korrektheit hat die Macht über das öffentliche Vokabular gewonnen und unternimmt seitdem regelmäßig Hexenjagden gegen jeden, der dagegen verstößt. Für Mola offenbar ein zivilisatorischer Fortschritt wie die Judenemanzipation oder das Frauenwahlrecht. (weiterlesen…)

Zitat des Tages

Mai 23, 2012

Passend zum EU-Sondergipfel:

“Die Währungsunion ist ein großer Irrtum, ein abenteuerliches, waghalsiges und verfehltes Ziel, das Europa nicht eint, sondern spaltet.”

Ralf Dahrendorfs prophetische Vision vom Dezember 1995.

Zum Champions League-Finale

Mai 20, 2012

Wir haben es nicht geschafft. Bayern ist erneut nur Zweiter geworden. Auch Lahm, Schweinsteiger, Gomez, Ribery und Robben, die mit ihren Nationalmannschaften in Endspielen standen, haben es wieder nur auf Platz 2 geschafft. Der FC Bayern- Eine Generation von Vizemeistern!

Ich weiß es klingt wie Durchhalteparolen, aber dennoch: Das Leben geht weiter. Klar, die ersten Sekunden nach Drogbas Todesstoß waren schon furchtbar. Aber danach habe ich mir einfach einen netten Film reingezogen und schon ging meine Stimmung wieder nach oben. Und nicht nur das Leben, auch der Fußball geht weiter. Es wird auch nächste Saison eine Champions League ausgetragen, und wir haben eine starke Mannschaft, in die jetzt laut BILD angeblich 60 Millionen investiert werden. Das Finale findet in London statt, und wenn wir es da nicht schaffen, werden wir es übernächstes Jahr versuchen. Und das Jahr danach usw. Außerdem ist da noch die EM 2012.

Wenn man es sich mal genau überlegt, gab es schon viele Mannschaften, die Ähnliches oder sogar noch Schlimmeres durchgemacht haben als wir: AS Rom verlor 1984 sein Heim-Finale gegen Liverpool (im Elfmeterschießen), Portugal 2004 gegen Griechenlands Defensivbollwerk (und eine EM gibt es nicht jedes Jahr), wir 99′ gegen Manchester, Schalkes vier Minuten 2001, Chelseas Ausscheiden 09′ gegen Barcelona (klar die bessere Mannschaft, fünf Elfmeter nicht gegeben und dann Gegentor in der 92.Minute), Barcelonas Ausscheiden 10′ gegen Inter und 12′ gegen Chelsea, River Plates Abstieg 2011, America de Calis drei Finalniederlagen in Folge (1985-87) usw. Das Wichtige ist, es zu akzeptieren und nicht ständig “Das darf nicht wahr sein” oder “Ich kann es nicht glauben” denken.

Zum Spiel: Man kann Chelsea keinen Vorwurf machen, dass sie schlecht gespielt haben, sondern höchstens, das sie schlecht sind. Denn wenn man weiß, dass man das schlechtere Team ist, spielt man eben defensiv, das ist so natürlich wie nur irgendwas. Wie kann aber eine Mannschaft wie Chelsea, in Sachen Finanzen das Griechenland des Fußballs, nur so schlecht sein? Bei Freiburg oder Mainz könnte ich es noch verstehen, bei einer Millionentruppe wie Chelsea aber nicht. Und Mario Gomez ist meiner Meinung nach eben kein Weltklassestürmer. Das hatte ich in meiner Saisonvorschau auch angesprochen. Er ist weder technisch überragend noch sehr effektiv (wenn er effektiv wäre, könnte man ihm seine technischen Schwächen noch verzeihen). Einfach nur ein Luca Toni für Reiche.

Nick Hornby: “Ich verliebte mich in den Fußball, wie ich mich später in Frauen verlieben sollte: plötzlich, unerklärlich, unkritisch und ohne einen Gedanken an den Schmerz und die Zerrissenheit zu verschwenden, die damit verbunden sein würden …”
FCB-Hymne: “… Weil wir in guten wie in schlechten Zeiten zueinander stehen …”

George W.Bush zum Arabischen Frühling

Mai 18, 2012

“Mission accomplished”

George W.Bush hat im Wall Street Journal einen interessanten Text zum Arabischen Frühling verfasst. Obwohl Bush natürlich auch viel Mist gebaut hat, stimme ich mit seinen Ansichten zu diesem Thema weitgehend überein.

Hier nun der gesamte von mir übersetzte Text:

Der Arabische Frühling und amerikanische Ideale

Wir bekommen nicht die Wahl ob eine freiheitliche Revolution im Nahen Osten oder woanders beginnen oder enden sollte. Wir bekommen nur die Wahl auf welcher Seite wir sind.

Dies sind außergewöhnliche Zeiten in der Geschichte der Freiheit. Der Arabischen Frühling ist die größte Herausforderung für autoritäre Herrscher seit dem Ende des Sowjetkommunismus. Die Ansicht dass die Araber mit ihrer Unterdrückung zufrieden sind ist für immer widerlegt worden.

Aber wir haben auch Instabilität, Unsicherheit und die Rache der ehemaligen Herrscher gesehen. Der Zusammenbruch einer alten Ordnung kann Feindseligkeit und Machtkämpfe hinterlassen, mit der eine neue Ordnung noch nicht bereit ist umzugehen.

Einige in beiden Parteien in Washington schauen auf die inhärenten Risiken im demokratischen Wandel- besonders im Nahen Osten und Nordafrika- und finden die Gefahren zu groß. Amerika, argumentieren sie, sollte zufrieden sein im Namen der Stabilität die schwachen Herrscher zu unterstützen.

Aber auf Dauer ist diese außenpolitische Strategie nicht realistisch. Es liegt nicht in Amerikas Macht die alte Ordnung aufrecht zu erhalten, die grundsätzlich instabil ist. Despotische Regimes misstrauen der Verbreitung von Wahlen und Macht, womit sie die beste Quelle von nationaler Prosperität und Erfolg ersticken. (weiterlesen…)

Top 5 Che Guevara-Motive

Mai 17, 2012

Es wird mal wieder Zeit für ein Ranking. Hier sind die wirklich allerbesten Che Guevara T-Shirts, die die Welt je gesehen hat.

Platz 5:


Platz 4:

Platz 3: (weiterlesen…)

Die einzige Lösung

Mai 14, 2012

Salafisten in Deutschland

Es gab eine Zeit, in der Kritik an der Integration und den barbarischen mittelalterlichen Traditionen aus gewissen islamischen Kreisen im Westen völlig tabuisiert war. Dieses Tabu basierte nicht auf irgendein Gesetz oder auf irgendeine andere Zwangsanwendung seitens Politiker oder Medien, sondern auf pure Selbstzensur. Heute ist das zum Glück anders. In den großen Medien gehören Integration und Islam zu den schlagzeilenträchtigsten Themen. Dabei wird leider viel Unsinn geschrieben und vieles unnötigerweise erschwert.

Auch wenn Multikulti-Träumer eher seltener geworden sind und sich jeder damit abfindet, das Deutschunterricht für Migranten keine “Zwangsgermanisierung” ist, wie SPD und Grünen-Politiker noch 1978 befanden, gibt es noch immer viele Berufsrelativierer. Man liest ihre Kolumnen vor allem in der Süddeutschen Zeitung. Die Argumente sind immer dieselben: Es handelt sich nur eine kleine Minderheit, man sollte nicht alle Muslime pauschalisieren, die Islamisten haben den Koran nur falsch interpretiert und die Probleme der Muslime im Westen und der im Nahen Osten entstehen durch ihre Unterdrückung durch die westliche Mehrheitsgesellschaft (Islamophobie) und der westliche Imperialismus (Irak, Afghanistan). Am besten brachte Todenhöfer diesen Mythos auf den Punkt: “Niemand kommt als Terrorist auf die Welt.”

Auf der anderen Seite haben wir es mit selbsternannten Rettern des “christlich-jüdischen” Abendlandes, die den Islam als eine unveränderbare, totalitäre Ideologie ansehen und sich aus diesem Grund keine andere Lösung vorstellen können als ein Koran- und Moscheeverbot (also Islamverbot). Gleichzeitig unterstützen sie säkulare Diktatoren wie Gaddafi und Assad, da sie in ihrer Heimat den Islam “in Schach halten”. Das ist ihr Lösungsansatz. Dieser ist kaum dümmer und nutzloser als das der Toleranzfanatiker und Relativierer. Denn weder werden mehr Toleranz und mehr Sozialhilfe das Integrationsproblem lösen noch ein Islamverbot. Die einzige wirkliche Lösung ist viel einfacher: Die Trennung von Staat und Religion. (weiterlesen…)

Lob der Kleinstaaterei

Mai 11, 2012

Das Heilige Römische Reich nach dem Westfälischen Frieden

“Die Europäische Union muss sich hüten, mit dem groben Hobel der Bürokratie und des “acquis communautaire” über alle Besonderheiten hinwegzugehen. Das halten die Nationen und die Regionen nicht aus, und schon gar nicht die kleinen Staaten. Es reicht nicht, ihnen bessere Stimmrechte zu geben. In der Behandlung der Kleinen durch die Großen erweist sich demokratische Kultur. Europas Stärke lag immer in seiner Verschiedenheit. Jeder Versuch der Einheit von oben ist gescheitert. Die Europäer haben nicht über 1000 Jahre Repräsentation, Rechtsstaat, Gleichgewicht und Demokratie entwickelt, um nunmehr im Namen Europas damit kurzen Prozess zu machen.”

Das schrieb Michael Stürmer auf prophetische Weise schon vor neun Jahren.

Seitdem hat die EU-Bürokratie Europa immer weiter in den Abgrund gestürzt. Mit dem Fiskalpakt soll nun endgültig die Schuldenunion errichtet werden. Die Zeit der Kleinstaaterei hatte sicher auch gewisse Nachteile. Aber war sie wirklich so schlecht, wie wir heute glauben? Oder handelt es sich dabei um eine historische Übertreibung? Die Wahrheit ist: Deutschland war während der Kleinstaaterei den meisten europäischen Nachbarn politisch, wirtschaftlich und kulturell überlegen. Können wir vielleicht noch was aus dieser Zeit lernen? (weiterlesen…)

Und täglich grüßt die Apokalypse

Mai 8, 2012

Davon lassen sich Apokalyptiker nicht abschrecken:

Denn es ist wieder soweit: Der Club of Rome gibt nach langer Sendepause wieder eine Prognose ab. Der Report erscheint 40 Jahre nach dem ersten großen Bericht im Auftrag des Club of Rome und enthält Beiträge führender Wissenschaftler, Ökonomen und Zukunftsforscher verschiedener Fachbereiche. Aber man erfährt nichts wirklich Neues. Die Temperaturen werden steigen, überall wird es mehr Umweltzerstörung geben, der Meeresspiegel wird ansteigen, es wird mehr Armut und Ungleichheit in den Industriestaaten geben- und für all das verantwortlich ist der “Triumph des Finanzkapitalismus”.

Ok, früher klang es doch ein bisschen apokalyptischer:

“Das Ende des Meeres kam im Spätsommer 1979. Im September 1979 waren alle wichtigen Meerestierarten ausgerottet. Bewohner ganzer Küstenregionen mussten evakuiert werden, da die angeschwemmten Haufen toter Fische einen bestialischen Gestank verbreiteten.”

“Mehr als dreieinhalb Milliarden Menschen bevölkern bereits unseren sterbenden Planeten – und etwa die Hälfte von ihnen wird verhungern.”

“Die Wahrscheinlichkeit, dass wir die Jahrhundertwende erleben, liegt vielleicht bei ein bis zwei Prozent.”

Aber es wird nun mal schwer, weiter von einem Rückgang der Eisbärenpopulation zu sprechen, wenn sich die Population der Eisbären in den letzten vier Jahrzehnten verfünffacht hat…

Legalize it!

Mai 5, 2012

Ein Taliban-Kämpfer beobachtet afghanische Bauern bei der Opium-Ernte

Nachdem Richard Nixon einsah, dass der Vietnamkrieg nicht mehr zu gewinnen sei, entschloss er sich, einen weiteren Krieg auszurufen: Den Krieg gegen die Drogen. Sein Vorgänger Johnson hatte bereits den “Krieg gegen die Armut” ausgerufen, für den in den folgenden Jahren mehr als fünf Billionen ausgegeben werden sollten, ohne dass die Armutsquote sich wirklich änderte. Nixons Projekt ist denselben Weg gegangen. Obwohl in den Medien oft von “Erfolgen” im Kampf gegen die Drogen vermeldet werden, ist eine Einsicht unvermeidlich: Der Krieg gegen die Drogen ist verloren.

In Mexiko hat der Kampf gegen die Drogenkartelle seit dem Jahr 2006 mehr als 30.000 Menschen das Leben gekostet, die Staatsgewalt ist besonders im Norden faktisch außer Kraft gesetzt worden. Wenn man Kinder auf den Straßen von Nuevo Laredo oder Ciudad Juárez fragt, was sie mal werden wollen, bekommt man oft die Antwort „narcotraficante“. Auch Guatemala ist durch die Folgen des Drogenkriegs auf dem Weg zum gescheiterten Staat. In Kolumbien finanziert sich die Rebellenorganisation FARC hauptsächlich durch den Drogenhandel. In den brasilianischen Metropolen haben Drogengangs die Macht über ganze Favelas.

Aber nicht nur in Lateinamerika ist der Krieg gegen die Drogen gescheitert. In Afghanistan hat der Krieg gegen Opium zur Folge, dass immer mehr Bauern, die sonst nichts anbauen können, verarmen. Die russische Regierung, eigentlich streng antiimperialistisch, unterstützt den amerikanischen Kampf gegen Opium und warnt vor einem “zu frühen” Abzug aus Afghanistan. al-Qaida finanziert sich teilweise über den Rauschgifthandel in Südamerika, die iranische Regierung, die im eigenen Land mit 3 Millionen Drogenabhängigen zu kämpfen hat, gehört zu den größten Heroinhändlern der Welt und in Guinea-Bissau, eine wichtige Drehscheibe für Europas Kokain, ist vor einigen Tagen die Regierung, die ankündigte, den Drogenhandel zu bekämpfen, gestürzt worden.

Es gab in der Geschichte tatsächlich erfolgreiche Antidrogenprogramme. Mao drohte einfach, jeden zu erschießen, der Drogen konsumierte. Die Taliban verboten im Juli 2000 den Opiumanbau, so dass die Produktion zwischenzeitlich quasi auf null sank. Aber gibt es nicht auch eine humanere Alternative? Es gibt sie. Otto Pérez Molina und Juan Manuel Santos, die Präsidenten Guatemalas und Kolumbiens, Vicente Fox, der Ex-Präsident Mexikos, Ashraf Ghani, der frühere Finanzminister Afghanistans, und in Deutschland Die Linke und die Piraten haben einen besseren Vorschlag: Die Legalisierung aller Drogen. (weiterlesen…)

Versailles ohne Krieg

Mai 4, 2012

Der ESM- einfach erklärt:


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