Archive for the ‘Breivik’ Category

Utoya Island

Oktober 24, 2011

“Utoya Island”- Der Trailer

Das Massaker im Jugendlager bei Utoya wird verfilmt- wogegen nichts einzuwenden wäre, wenn es nicht erst vier Monate her wäre und mit einem merkwürdigen Botschaft daherkommt. Die BILD berichtete:

„Auf einer Insel der Ruhe“ – mit diesen Worten beginnt der Film-Trailer. Hinterlegt ist der Satz mit schwerer, pathetischer Filmmusik … Neben dem Trailer sorgen auch Videos von den Dreharbeiten für Entsetzen. Regisseur Vitaliy Versace erzählt darin, wie begeistert er von den Schauspielern und den Dreharbeiten ist. „Ich hatte hübsche junge Menschen, die gerannt sind, geschrien haben und erschossen wurden. Und eine Menge Blut.“

Mitgefühl für die Proteste aus Norwegen hat Versace nicht. „Utoya Island“ sei ein Film für ganze Welt, sagt er in einem Video-Statement. Die Norweger müssten ihn ja nicht angucken. Das sei auch für ihn kein Verlust, da sie ohnehin nur ein Prozent der Weltbevölkerung stellten. Nach diesen Aussagen klingt das offizielle Motiv der Filmemacher wie Hohn! „Wir machen das aus Mitgefühl mit den Opfern“, erklärte die Produktionsfirma der „VG“.

Und jetzt kommt’s:

„Utoya Island“ solle außerdem über das Massaker aufklären und für strengere Waffengesetze werben. (more…)

Henryk, William, Anders und Osama: Geistige Brandstifter und ihre physischen Nachfolger

August 18, 2011
Henryk M. Broder (Bild: Sven Teschke)

Henryk M. Broder (Bild: Sven Teschke)

Anders Breivik mochte Henryk M. Broder. Das kann man nicht leugnen. Es gibt zwar sicherlich auch Meinungen von Broder, die Breivik nicht geteilt hat, aber dass ihm Broders Warnung an die europäische Jugend, den Kontinent zu verlassen, bevor es zu spät ist, ans Herz gegangen ist, steht außer Frage. Broder ist also ein “geistiger Brandstifter”, während Breivik ein physischer ist. Er hat, egal ob berechtigt oder nicht, solange den Islam und die Linken verteufelt, bis einer seine Thesen so ernst nahm, dass er zur Waffe griff. So sagen es zumindest seine Gegner.

Gemäß dieser Definition ist William Blum ebenfalls ein geistiger Brandstifter. Der amerikanische Buchautor veröffentlichte im Jahr 2000 das Buch “Schurkenstaat“, indem er, berechtigt oder nicht, die USA als Schurkenstaat bezeichnete und schlussfolgerte, der Terrorismus gegen die USA sei eine Folge des amerikanischen Imperialismus. Seine Thesen wurden von einem saudischen Multimillionär ernstgenommen, der als der Führer einer militanten Organisation im Nahen Osten galt und vor drei Monaten bei einem illegalen, imperialistischen Einsatz der USA getötet wurde. In einer Videobotschaft, die der arabische Fernsehsender Al-Jazeera am 19. Januar 2006 ausstrahlte, hatte dieser gesagt: „Es ist nützlich für euch, das Buch “Schurkenstaat” zu lesen.“

Vor Osamas Äußerung war das Buch auf Platz 205.736 auf der Amazon-Verkaufsliste. Am darauffolgenden Tag belegte es Platz 26. In der Videobotschaft zitierte Osama eine Aussage Blums wörtlich, die allerdings aus seinem Buch Freeing the World to Death: Essays on the American Empire von 2004 stammt:

Wenn ich Präsident wäre, könnte ich Terrorangriffe auf die Vereinigten Staaten innerhalb weniger Tage für immer unterbinden. Zuerst würde ich mich – öffentlich und sehr ernsthaft – bei all den Witwen und Waisen, bei den Verarmten und den Gefolterten und bei den vielen weiteren Millionen Opfern des amerikanischen Imperialismus entschuldigen. Anschließend würde ich in jedem Winkel der Welt verkünden, dass die Zeit der amerikanischen Militärinterventionen für immer beendet ist. (more…)

Linkspopulist auf Imagekampagne für Terroristen und stolz darauf

August 9, 2011

Mohamed Atta- Ein Opfer von Armut und Unterdrückung?

Meine Meinung zu Terroristen ist klar und eindeutig: Für mich sind Terroristen Bestien. Sie morden ohne jegliche Rücksicht auf Menschenrechte und ihre Ziele sind deshalb auch nicht die Errichtung einer Gesellschaft, in der die Menschenrechte an oberster Stelle sind, sondern ihre jeweiligen politischen oder religiösen Vorstellungen. Dass jemand, der sich für Menschenrechte einsetzt, absichtlich unschuldige Zivilisten tötet, ist völlig absurd. Aber einige Leute finden wohl, dass diese Meinung zu hart ist. Einer von ihnen ist “Essener”, eine Person, die hier schon mal Kommentare hinterlassen hat und die ich auch persönlich kenne.

Am Anfang gab es noch relativ freundliche Kommentare für mein Projekt. In meinem ersten Artikel, indem ich die Existenz Gottes widerlegte, lobte “Essener” meine Thesen. Doch dann wurde der Ton immer rauer. Nach der Gleichschaltung der Medien durch die Anti-Atomkraft-Bewegung fand er meine ketzerische Meinung zum Thema … na ja, ketzerisch halt. Auch der dritte Teil der Artikelreihe “Islam und Toleranz” war nicht unbedingt sein Ding. Aber das Fass zum Überlaufen brachte schließlich mein Artikel, in dem ich behauptete, dass Terroristen kein zu schlechtes Image haben, sondern ein viel zu gutes. Dieser Artikel mit dem Namen “Terroristenversteherlogik” brachte ihn wohl zur Verzweiflung, denn für nichts setzen sich Gutmenschen so leidenschaftlich ein wie für islamistische Terroristen. Als Antwort zu meinem Artikel schrieb er einen Text, der als sein Manifest durchgehen und viele Mörder auf der Welt ruhiger schlafen lassen könnte. (more…)

Ungesagtes zu Norwegen

August 1, 2011
In Norwegen ereignete sich vor 2 Tagen das furchtbare Massaker

In Norwegen ereignete sich am 22. Juli das furchtbare Massaker

Die Vorfälle in Norwegen brachten eine Welle von Reaktionen, von gut durchdachten Kommentaren bis zu peinlichen Anschuldigungen war alles dabei. Ich habe mittlerweile vier Artikel über die Ereignisse in Oslo und Utoya veröffentlicht, aber einiges blieb dennoch auf der Strecke. Deswegen hier noch einige Gedanken zu einigen Aspekten, über die ich mich noch nicht geäußert hatte.

1. Die Tatsache, dass das sozialistische Jugendcamp, das Breivik überfallen hat, extrem antiisraelisch und von der Fatah-Jugend besucht wurde, hat für mich eine besondere Tragik. Diese Jugendlichen wurden bewusst indoktriniert (Boykott-Aufrufe und Blockadebruchspiele gehören nicht zu normalen Unternehmungen für ein Jugendcamp, egal welcher politischen Ausrichtung), bevor sie Opfer eines Wahnsinnigen wurden. Besonders tragisch: Einige Jugendliche hielten Breiviks Schießerei für eine “Demonstration” der israelischen Verbrechen in Gaza. Sie haben sogar versucht, mit Breivik zu reden, dieser schoss daraufhin auf sie.

Die Israel-Besessenheit unserer Gesellschaft zeigt sich auch in einem anderen Fall: Der norwegische Botschafter in Israel fühlte sich dazu gedrungen, eine krude “Klarstellung” zu verbreiten: Der palästinensische Terror wäre nicht vergleichbar mit dem Breiviks. Die Palästinenser wären in einer anderen Situation, sie würden sich nur “verteidigen”, während Breivik völlig grundlos zum Terror übergegangen sei:

Palestinians, the ambassador told Maariv, “are doing this because of a defined goal that is related to the Israeli occupation. There are elements of revenge against Israel and hatred of Israel. To this you can add the religious element to their actions … We Norwegians consider the occupation to be the cause of  the terror against Israel,” he said. “Those who believe this will not change their mind because of the attack in Oslo.

So eine Aussage ist für mich genauso schlimm, als wenn man Breiviks Taten loben würde. Breiviks Ansichten beschäftigten sich nur marginal mit Israel, aber über sie wurde mit am meisten diskutiert. (more…)

Antibroderismus

Juli 26, 2011
Henryk M. Broder (Bild: Sven Teschke)

Henryk M. Broder (Bild: Sven Teschke)

Die schrecklichen Attentate von Oslo und Utoya haben zwei Dinge ans Tageslicht gebracht: Erstens die traurige Einsicht, dass es wahnsinnigen Terror auch in dem friedlichsten Land der Welt geben kann und zweitens, dass die Medien nicht nur nicht davor zurückscheuen, Erdbeben und Tsunamis für ihre Zwecke zu instrumentalisieren, sondern auch terroristische Attentate.

Im Manifest des norwegischen Terroristen wurde Henryk M. Broder in einem Nebensatz erwähnt, indem er mehr oder weniger scherzhaft den jungen Europäern den Rat gab, aus Europa auszuwandern, um nicht die Probleme miterleben zu müssen, die auf Europa zusteuern (ich bin aber gerade vor 11 Jahren nach Europa gekommen und glaube noch an diesen angeblichen Kontinent, der in Wirklichkeit ein Teil Asiens ist).

Außerdem zitiert Breivik noch einen Auszug von Broders Bestseller Buch “Hurra, wir kapitulieren!”:

Objectively speaking, the cartoon controversy was a tempest in a teacup. But subjectively it was a show of strength and, in the context of the ‘clash of civilisations,’ a dress rehearsal for the real thing. The Muslims demonstrated how quickly and effectively they can mobilise the masses, and the free West showed that it has nothing to counter the offensive—nothing but fear, cowardice and an overriding concern about the balance of trade. Now the Islamists know that they are dealing with a paper tiger whose roar is nothing but a tape recording.

(Quelle)

Das Buch habe ich gelesen und in meinem Blog empfohlen.

Dass Broder mit seinen Aussagen natürlich nicht Massenmord rechtfertigt, dürfte jeden klar denkenden Mensch einleuchten. Breivik ist ein antimuslimischer und antikommunistischer Rassist, er findet alles toll, was irgendwie den Islam (oder den Kommunismus) kritisiert. Das bedeutet aber nicht, dass jede Form von Islamkritik theoretisch als Inspiration zu Massenmord dienen kann. Denn dass es gewisse Dinge im Nahen Osten gibt, die man kritisieren muss (in Saudi-Arabien dürfen Frauen nicht Auto fahren, im Iran werden Homosexuelle hingerichtet, in Pakistan droht bei “Blasphemie” die Todesstrafe), ist ja wohl keine rassistische Ansicht.

Mit derselben Logik könnte man linken Intellektuellen wie Michael Moore oder Noam Chomsky eine Mitschuld für den islamistischen Terror geben, immerhin sagte Osama bin Laden in einer Videobotschaft: “Noam Chomsky was correct when he compared the U.S. policies to those of the Mafia” und die Hisbollah wollte Michael Moores Film “Fahrenheit 9/11″ unterstützen. (more…)

Eine alternative Bestrafung für Terroristen und Amokläufer

Juli 25, 2011
kl

Sie entscheiden, welche Geschichte ganz oben landet

Wie soll man Menschen bestrafen, die Hunderte andere Menschen töten und anschließend keine Reue zeigen? Diese Frage stellt sich nach solchen Massakern, wie sie in Norwegen geschehen sind, immer wieder. Die Wiedereinführung der Todesstrafe wurde in Deutschland während der RAF-Zeit diskutiert, die lebenslange Freiheitsstrafe scheint für so manchen Verrückten noch zu wenig. Rainer Bonhorst hat in der Achse des Guten eine andere Alternative ins Spiel gebracht:

Vorstellen kann man sich trotzdem eine interessante Ergänzung zum üblichen Verfahren. Nämlich dies: konsequentes Totschweigen. Wer fast hundert Menschen umbringt, um eine „Botschaft“ an die Welt loszuwerden, der will vor allem eins: Öffentlichkeit, Kameras, eine Bühne, auf der er sein dummes Zeug absondern und sich wichtig machen kann. Es ist zu erwarten, dass er während seines Prozesses eine solche Bühne bekommt. Er wird sich auf dieser Bühne pudelwohl fühlen. Er wird jede Schlagzeile genießen. Er wird ganz groß herauskommen und sich ganz groß fühlen.

Wäre es nicht viel befriedigender, wenn man ihn dieser Helden-Show berauben würde? Wenn man kein Wort mehr über ihn verlöre? Wenn sein Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit, bei totaler medialer Missachtung stattfände? Und wenn er dann seine Strafe als gänzlich unbeachteter, armseliger Mörder absäße?

Es ist nur ein Traum und für einen Journalisten ein seltsamer Traum. Und ich verrate diesen Traum bereits, indem ich diese Zeilen schreibe. Und doch wäre lebenslange Missachtung die Höchststrafe für einen solchen Mann. Er hätte sie verdient.

Das Herostratentum (Duden-Definition:”Durch Ruhmsucht motiviertes Verbrechertum”) hat eine lange Tradition, der Mörder von John Lennon soll die Tat aus reiner Geltungssucht gemacht haben. Aber die Medien kapieren diese Tatsache nie. Im Gegenteil- Sie verhalten sich so, wie Anders Breivik es sich gewünscht hat. Damit hat Anders Breivik sein Ziel erreicht: Er ist berühmt, er ist in die Geschichte eingegangen.

Der radikale Verlierer- Die Motive des Terrors

Juli 25, 2011

Mohamed Atta- al-Qaidas prominentester Sprössling

Aus aktuellem Anlass veröffentliche ich hier ein Essay von Hans-Magnus Enzensberger, der sich mit den Motiven von Terroristen auseinandersetzt. Auch wenn der Hauptaugenmerk seiner Ausführungen sich auf den islamistischen Terror bezieht, beschäftigt er sich auch anhand historischer Beispiele an dem Phänomen von Rechts- und Linksextremismus sowie den ganz gewöhnlichen Amokläufer und eignet sich in einigen Beispielen auch für den Fall von Anders Breivik.

DER RADIKALE VERLIERER

Ein Essay von Hans-Magnus Enzensberger

I. DER VEREINZELTE

Es ist schwer, vom Verlierer zu reden, und dumm, von ihm zu schweigen. Dumm, weil es den endgültigen Gewinner nicht geben kann und weil jedem von uns, dem größenwahnsinnigen Bonaparte ebenso wie dem letzten Bettler auf den Straßen Kalkuttas, das gleiche Ende beschieden ist. Schwer, weil es sich zu leicht macht, wer sich mit dieser metaphysischen Banalität zufrieden gibt. Denn damit wird die eigentlich brisante, die politische Dimension des Problems verfehlt.

Statt in den tausend Gesichtern des Verlierers zu lesen, halten sich die Soziologen an ihre Statistiken: Mittelwert, Standardabweichung, Normalverteilung. Selten kommen sie auf die Idee, dass sie selber zu den Verlierern gehören könnten. Ihre Definitionen gleichen dem Kratzen an einer Wunde: Hinterher juckt und schmerzt es, wie Samuel Butler sagt, mehr als zuvor. Fest steht nur, dass so, wie die Menschheit sich eingerichtet hat – “Kapitalismus”, “Konkurrenz”, “Imperium”, “Globalisierung” -, nicht nur die Zahl der Verlierer mit jedem Tag zunimmt; wie in jeder großen Menge kommt es bald zur Fraktionierung; in einem chaotischen, undurchsichtigen Prozess trennen sich die Kohorten der Unterlegenen, der Besiegten, der Opfer voneinander. Der Versager mag sich mit seinem Los abfinden und resignieren, das Opfer Genugtuung fordern, der Besiegte sich auf die nächste Runde vorbereiten. Der radikale Verlierer aber sondert sich ab, wird unsichtbar, hütet sein Phantasma, sammelt seine Energie und wartet auf seine Stunde.

Wer sich mit den objektiven, den materiellen Kriterien, den Indizes der Ökonomen und den niederschmetternden Befunden der Empiriker begnügt, wird vom eigentlichen Drama des radikalen Verlierers nichts verstehen. Was die anderen von ihm halten, seien sie Konkurrenten oder Stammesbrüder, Experten oder Nachbarn, Mitschüler, Chefs, Feinde oder Freunde – das genügt nicht, um ihn zu motivieren. Der radikale Verlierer selbst muss sein Teil dazu beitragen; er muss sich sagen: Ich bin ein Verlierer und sonst nichts. Solange er davon nicht überzeugt ist, mag es ihm schlecht gehen; er mag arm sein, machtlos; er mag die Misere und die Niederlage kennen; zum radikalen Verlierer aber hat er es erst gebracht, wenn er sich das Votum der anderen, die sich Gewinner dünken, zu Eigen gemacht hat. (more…)

Breivik und wir

Juli 24, 2011
In Norwegen ereignete sich vor 2 Tagen das furchtbare Massaker

In Norwegen ereignete sich vor 2 Tagen das furchtbare Massaker

Mal wieder wurde die Welt durch eine schreckliche Bluttat erschüttert, aber keiner, die man “gewöhnlich” nennen könnte. Es handelte sich nämlich nicht um einen Islamisten, sondern einen Rechtsextremen, und die Tat geschah nicht im Nahen Osten, sondern im friedlichen Norwegen. Deswegen ist der Schock darüber auch um das zig-fache höher als der Schock über die mehr als 80 Pakistanern, die von islamistischen Terroristen als “Rache” für die Tötung von Osama bin Laden umgebracht wurden.

Kaum war der Terroranschlag vorbei, da begann eine systematische Hetze, die noch einige Wochen dauern könnte und die ewige “Islam-Debatte” nachhaltig verändern könnte. Die ganzen Islamkritik-Kritiker witterten auf einmal eine unverhoffte Chance, um alle ihre Gegner loszuwerden oder zumindest so schwer wie möglich zu diskreditieren – egal ob Henryk M. Broder, Necla Kelek, Thilo Sarrazin oder wahlweise auch ganz Israel – alle waren plötzlich Handlanger von Anders Breivik, dem “blonden, blauäugigen und skrupellosen” Terroristen.

Es gibt für mich eine klare Grenze zwischen Islamkritik und Rassismus. Diese Grenze finde ich auch ohne Probleme in der Blogosphäre. Personen wie Michael Mannheimer oder Internetportale wie PI News gehören z.B. sicher nicht in die Riege der seriösen Islamkritiker. Solche Gestalten mit allen anderen Islamkritikern wie z.B. Henryk M. Broder zu vergleichen und sie dann alle gemeinsam für die Tat von Anders Breivik verantwortlich zu machen, ist an Pietätlosigkeit kaum zu überbieten.

Es war der erste verheerende rechtsextreme Terroranschlag seit 16 Jahren, als Timothy McVeigh in Oklahoma City 168 Menschen tötete (er wurde 2001 hingerichtet). In der Zwischenzeit wurden Zehntausende Menschen durch islamistischen Terror umgebracht, der sich vor allem aus dem Hass gegen die USA und Israel speiste. Aber niemand wäre auf die Idee gekommen, den ganzen westlichen Intellektuellen, die die Politik der USA und Israel kritisieren, dafür eine Mitschuld anlasten zu wollen. Als Osama bin Laden sich in einer Videobotschaft als Fan von Noam Chomskys Thesen entpuppte und sich um die globale Erwärmung sorgte, wäre niemand auf die Idee gekommen, Noam Chomsky oder Al Gore für die Taten von al-Qaida mitverantwortlich zu machen. Und das völlig zu Recht natürlich, denn obwohl Noam Chomsky und Al Gore mit ihren Ansichten meiner Meinung nach vollkommen falsch liegen, weiß ich auch, dass sie solche Formen von Gewalt nicht gutheißen. (more…)


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