Der Arabische Frühling und die Eurokrise haben die weltweite Aufmerksamkeit, doch einige wirtschaftliche und politische Entwicklungen in China könnten beide in den Schaden stellen. In der Volksrepublik China tobt momentan ein Machtkampf. Es begann damit, dass der Polizeichef von Chongqing, Wang Lijun, in das US-Konsulat geflohen war, wo er Schutz vor dem Parteichef Bo Xilai ersuchte. Xilai ist ein Hardcore-Maoist, der mit seiner Bekämpfung von Kriminalität und Korruption großes Ansehen gewonnen hatte. Die Stadt Chongqing schwelgte unter ihm in “Revolutionsnostalgie”, Xilai ließ Mao-Zitate per Handy verbreiten, rote Lieder trellern und strich Telenovelas zugunsten von “revolutionären” Fernsehproduktionen. Dazu stellte er die wirtschaftsliberale Ausrichtung der Regierung in Frage. Das war genug, Parteikader fürchteten wohl eine neue Kulturrevolution.
Nach der Flucht vom Polizeischef Lijun begann der Machtkampf, der schließlich mit der Amtsenthebung von Xilai am 14.März beendet wurde, sein Posten besetzt nun Zhang Dejiang. Doch damit ist noch längst nicht Schluss. Am selben Tag verabschiedete der Nationale Volkskongress ein Gesetz, der es von nun an erlaubt, jeden Chinesen mit der Begründung der Gefährdung nationaler Sicherheit „heimlich verschwinden zu lassen”. Im Internet kursierten Putschgerüchte, die die Regierung dazu veranlasste, die Zensur drastisch zu verschärfen. Neben diesen Vorgängen besorgt die wirtschaftliche Entwicklung das gesamte Land. Wer diesen Blog schon länger verfolgt, wird sich noch an diesen Beitrag erinnern:
Die Immobilienblase ist noch das kleinste Problem, die die chinesische Wirtschaft belastet. Das System der “Schattenbanken” und die verheimlichte Mega-Verschuldung, die wahrscheinlich zwischen 70-90% des BIP’s ausmacht (offiziell sind es 17%) könnten China in eine tiefe Krise stürzen. In diesem Jahr gab es nun erste Ansätze für einen Crash. Was Deutschland in den 1970ern und Japan in den 1980ern heimsuchte, könnte nun nach China gelangen: Das Ende eines jahrzehntelangen Wachstums. Wenn ein Land ein bestimmtes Entwicklungsniveau erreicht, so dass gar nicht mehr so viel Know-how importierbar ist, wenn so viele Menschen in die Stadt gezogen sind, so dass nicht mehr so viele in die Industrie wechseln können, wenn die Bevölkerung immer älter wird und wenn das Durchschnittseinkommen nicht mehr so stark steigen kann (die kritische Schwelle liegt hier bei 17.000 U$D), kommt es fast immer zum Crash. (weiterlesen…)





























