
Dominique Strauss-Kahn ist wieder auf freiem Fuß
Der Feminismus erlebt gerade eine schwere Zeit. Die Freilassung von Kachelmann und Strauss-Kahn war ein schwerer Schlag für die feministische Sache, vergleichbar mit dem Sechstagekrieg für die palästinensische Sache. Noch viel schlimmer als das Scheitern der Frauenquote. Als ob die Umtriebe von Tiger Woods, Arnold Schwarzenegger, Ryan Giggs und der Ehemann von Sandra Bullock, wie auch immer er heißt, nicht schon genug Demütigung gewesen wären. Der Kachelmann-Prozess war am Ende auch eine Niederlage für die Mutter aller radikalen FeministInnen: Alice Schwarzer (Zitat: “Die Nebenklägerin habe “sehr überzeugend dargelegt, dass sie vielleicht die Wahrheit gesagt habe”).
Und als zweiter Dämpfer der mäßige Erfolg bei der Frauen-WM in Deutschland. In Sachen Frauen-WM bin ich aber, im Gegensatz zu den meisten anderen Themen, eher auf Seiten der FeministInnen. Dasselbe gilt auch für den unbeachteten Kampf der FeministInnen in Saudi-Arabien. Aber fangen wir von vorne an.
WM-Hype ist kein Hype
Vielleicht liegt es an meiner Leidenschaft für den Fußball, aber: Ich persönlich finde es schade, dass so viele an der Frauen-WM nur den Hype nervig fanden und sich sonst kaum dafür interessierten. Und ich rede gewiss nicht nur von Mario Baslers BILD-Kolumne. Henryk M.Broder, Gideon Böss, Richard Herzinger- alle haben sich eher negativ über die Frauen-WM geäußert. Nur Zettel hatte etwas Positives zu sagen. Und bei der Achse des Guten konnte man noch eine kluge Satire von Rainer Bonhorst lesen.
Meine Meinung ist: Der Hype ist keinesfalls übertrieben. Warum? Weil es die WM ist. Eine WM ist immer ein großes Event, dass auch Menschen anzieht, die sich sonst nie für diesen bestimmten Sport interessieren. Man konnte es auch in Deutschland sehen, als hier die Eishockey-WM stattfand, oder immer wenn es eine Basketball-WM gibt. Da schauen für einen kurzen Zeitraum Millionen Menschen mehr zu als sonst- aber auch nur für diesen Zeitraum, danach ist wieder alles wie vorher. Dasselbe passiert ja auch bei den Olympischen Spielen. Wie oft hört man was von Michael Phelps oder Usain Bolt, wenn wir uns nicht in einem Olympia-Jahr Monat befinden? (weiterlesen…)