Archive for the ‘Feminismus’ Category

Diskriminierung im Namen der Antidiskriminierung

Oktober 12, 2013
Der klassische Rassismus: Eingang für Weiße und Schwarze getrennt

Die klassische Diskriminierung: Eingang für Weiße und Schwarze getrennt

Die klassische Bedeutung des Wortes “Diskriminierung” ist die Benachteiligung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Rasse, Geschlecht, Religion, Alter, Behinderung oder sexuellen Ausrichtung. So gab es in den USA lange Zeit die Rassentrennung in Schulen, Bussen, Läden usw., in der Schweiz bekamen die Frauen erst 1970 das Wahlrecht, Angehörige von Minderheitenreligionen oder Atheisten war der Zugang zu öffentlichen Stellen versperrt und Homosexuelle dürfen bis heute in den meisten Ländern nicht heiraten oder Kinder adoptieren.

Um diese Missstände zu beenden, hätte es ausgereicht, die diskriminierenden Gesetze aufzuheben und den betroffenen Gruppen die rechtliche Gleichstellung zu geben. Aber dabei ist es nicht geblieben. Stattdessen machte sich eine andere, subtilere Form der Diskriminierung breit, und zwar im Namen der Antidiskriminierung. Solch progressiv gemeinte Gesetze wir das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in Deutschland und das Bundesgesetz über die Gleichbehandlung in Österreich oder die immer lauter werdenden Forderungen nach Frauen- und Migrantenquoten (“positive Diskriminierung”) zeugen von dieser Entwicklung.

Ein aktueller Fall aus Graz: Eine Tankstellenbetreiberin wurde ermahnt, weil sie in einem Stelleninserat für die Bewerber “ausgezeichnete Deutschkenntnisse” forderte. In der Vergangenheit gab es viele solcher absurder Urteile. Eine Bewerberin bei einer Zahnarztpraxis in Berlin wurde abgewiesen, weil sie ihr Kopftuch nicht ablegen wollte. Das Arbeitsgericht sah einen Verstoß gegen das AGG, die Klägerin bekam Entschädigung zugesprochen. In einer Diskothek in Hannover wurde ein Türkischstämmiger von den Türstehern nicht eingelassen. Das Amtsgericht verurteilte die Diskothek zu 1.000 Euro Schadensersatz, außerdem muss dem Türkischstämmigen in Zukunft Eintritt gewährt werden. (more…)

Verdienen Frauen weniger als Männer?

Juni 19, 2013

Zu den größten Arbeitsmythen gehört die Behauptung, dass Frauen bei gleicher Arbeit und Position weniger Geld verdienen als ihre männlichen Kollegen. Aber nur weil man etwas andauernd wiederholt, wird es nicht wahrer. Der amerikanische Ökonom Steve Horwitz ließ sich von den immer wiederkehrenden Phrasen nicht beeindrucken:

Wenn man die Löhne von Männern und Frauen vergleicht, stellt man fest, dass Frauen tatsächlich etwa ein Viertel weniger verdienen als Männer. Dieser Lohnunterschied ist aber nicht nur auf das Geschlecht zurückzuführen, denn wenn man die Unterschiede in Qualifikation, Branche, Position, Alter, Wohnregion, Stundenumfang und andere Merkmale mit berechnet, sinkt die Lohnlücke auf ein kaum ins Gewicht fallende Niveau. Das gilt sowohl in den USA als auch in Deutschland.

Das Statistische Bundesamt errechnete in Deutschland eine Lohnlücke von 22%. Diese Zahl wird von Aposteln der sozialen Gerechtigkeit immer wieder genannt. Wenn man arbeitsplatzrelevante Faktoren berücksichtigt, schmilzt diese Lücke jedoch auf eine Obergrenze von 8%. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln errechnete in einer im Januar erschienenen Studie eine “bereinigte Lohnlücke” von nur 2%, wenn die familienbedingte Auszeit maximal 18 Monate dauerte. Der Gender Pay Gap löst sich also fast in Luft auf. (more…)

Selbstjustiz als Folge des Versagens der Justiz

September 22, 2012

Auf Wiedersehen!

Frauen gelten in vielen islamischen Ländern als Menschen zweiter Klasse. In theokratischen Staaten wie Saudi-Arabien und dem Iran werden Frauen ganz offiziell nicht dieselben Rechte zugestanden wie Männern, in säkularen Staaten wie dem Irak, Jordanien oder Syrien werden sie auf subtilere Weise diskriminiert, in der laizistischen Türkei werden Frauen dagegen eher von den eigenen Familien und Dorfgemeinschaften terrorisiert. Doch nicht alle Frauen lassen die alltäglichen Schikanen ohne Gegenwehr über sich ergehen. Wie folgende Beispiele aus jüngster Zeit zeigen, nehmen einige ihr Schicksal selbst in die Hand, notfalls auch mit Gewalt. Der brutalste und heikelste Fall trug sich in der ländlichen Türkei zu.

In Saudi-Arabien, wo die Herrscher in den letzten Jahren zumindest etwas sanfter geworden sind, wurde eine Frau von der staatlichen Religionspolizei aufgefordert, ein Einkaufszentrum zu verlassen, weil sie ihre Nägel lackiert hatte. Doch sie leistete erbitterten Widerstand:

“Die Frau weigert sich und greift die bärtigen Sittenwächter verbal an: “Ich werde nicht gehen”, sagt sie. “Ich möchte wissen, was du dagegen machen kannst”, sagt sie zum Patrouillenchef. “Es geht euch nichts an, ob ich Nagellack trage”, sagt die Frau, die in dem Video nicht zu sehen ist. “Ihr seid nicht für mich verantwortlich.” Die Regierung habe solche Patrouillen verboten. “Eure Aufgabe ist es nur, die Menschen zu beraten.” Während des Filmens sagt sie, sie werde das Video bei YouTube und Facebook veröffentlichen.”

Im Iran, wo das Heiratsalter für Mädchen von 13 auf 9 Jahren gesenkt werden soll und Frauen jüngst aus 70 Studiengängen in den Universitäten ausgeschlossen wurden, mündete der Widerstand gegen die islamische Kleiderordnung in physischer Gewalt:

“Ich habe sie gebeten, dass sie sich verschleiern soll”, schildert der Geistliche Hojatoleslam Ali Beheshti aus der Stadt Shamirzad im Norden des Iran, die Situation gegenüber der Nachrichtenagentur. Die seiner Meinung nach nicht angemessen gekleidete Frau habe geantwortet: “Sie sollten Ihre Augen schließen.” Nicht nur gegen die islamische Kleiderordnung habe sie so verstoßen, sondern ihn damit auch noch persönlich beleidigt, klagt Beheshti. Nachdem er sie ein zweites Mal ermahnt habe, soll sie ihn angeschrien, bedroht und zu Boden gestoßen haben – am Ende habe er nur noch ihre Tritte gespürt. Drei Tage lang wurde er laut der Agentur in einem Krankenhaus behandelt.” (more…)

Die Sache mit der Gleichheit

September 3, 2012

The Gender Equality Paradox:

Die vor einem Jahr ausgestrahlte norwegische Dokumentation “The Gender Equality Paradox” (Das Paradoxon der Geschlechtergleichheit) beschäftigt sich mit dem Phänomen, dass es in Norwegen, dem Land mit der höchsten Gleichheit zwischen Männern und Frauen, immer noch “typisch” männliche und weibliche Berufe wie Bauarbeiter oder Krankenschwester gibt. Dabei werden auch biologische Ursachen diskutiert, die von den Gender-Forschern natürlich geleugnet werden. Die modernen Gender-Forscher und Feministen geben vor, für mehr Gleichheit zu kämpfen, plädieren aber gleichzeitig für die Sonderbehandlung von Frauen.

Dazu gehören Maßnahmen wie Frauenquoten. Statt auf die Qualifikation zu achten, soll der Arbeitgeber auf das Geschlecht achten. Die diskriminierenden Maßnahmen werden einfach damit begründet, dass in der “Gesellschaft” unbewusst weiter patriarchalisches Denken herrsche. Um dieses diskriminierende Denken zu beenden, sollen die Feministen- natürlich mithilfe von Zwangsmaßnahmen des Staates- die Gesellschaft neu konstruieren. Feministisches Denken steht sehr gut mit im Einklang mit marxistischer Ideologie.

Die Europäische Kommission plant bereits eine Frauenquote für Aufsichtsräte. Bis 2020 sollen 40% weiblich sein. Frauenquoten, Frauenkommissionen, Frauenparkplätze- in Saudi-Arabien ist man schon weiter: Dort sollen ganze Städte nur für Frauen gebaut werden, damit diese dort arbeiten können, ohne von den Männern gestört zu werden. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis dies auch in Europa als progressive Maßnahme zur Minderheitenförderung diskutiert wird.
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Kulturelle Unterschiede beim Feminismus

September 4, 2011

Aus dem Protokoll des Feministinnen-Kongresses in Berlin zum Thema “Umerziehung des Mannes”

1. Wortmeldung:

“Mein Name ist Brigitte. Ich habe meinem Mann gesagt: Helmut, ab sofort kochst Du! Am ersten Tag habe ich nichts gesehen, am zweiten Tag habe ich nichts gesehen, aber am dritten Tage, da stand das Essen auf dem Tisch!”

Großer Beifall im ganzen Saal, Hochrufe, Bravo!!

2. Wortmeldung:

“Ische binne Graziella. Sage maine Manne: Luigi! Appe soforte du putze Klo! Anne erste Tag ische nixe gesehe, zwaite Tage nixe gesehe, aba anne dritte Tage, ische gesehe Luigi mitte Putzeaima inne Klo!”

Tosender Beifall,stehende Ovationen!

3. Wortmeldung:

“Isch Fatima. Sagen Achmed, müssen selber die Hemd bugle! Erste Tag ich nix gesehe, zweite Tag ich nix gesehe, aba dritte Tag isch konnte mit linke Auge wieder gucke….”

Feminismus in der Krise?

Juli 14, 2011

Der Feminismus zu Sowjetzeiten

Der Feminismus erlebt gerade eine schwere Zeit. Die Freilassung von Kachelmann und Strauss-Kahn war ein schwerer Schlag für die feministische Sache, vergleichbar mit dem Sechstagekrieg für die palästinensische Sache. Noch viel schlimmer als das Scheitern der Frauenquote. Als ob die Umtriebe von Tiger Woods, Arnold Schwarzenegger, Ryan Giggs und der Ehemann von Sandra Bullock, wie auch immer er heißt, nicht schon genug Demütigung gewesen wären. Der Kachelmann-Prozess war am Ende auch eine Niederlage für die Mutter aller radikalen FeministInnen: Alice Schwarzer (Zitat: “Die Nebenklägerin habe “sehr überzeugend dargelegt, dass sie vielleicht die Wahrheit gesagt habe”).

Und als zweiter Dämpfer der mäßige Erfolg bei der Frauen-WM in Deutschland. In Sachen Frauen-WM bin ich aber, im Gegensatz zu den meisten anderen Themen, eher auf Seiten der FeministInnen. Dasselbe gilt auch für den unbeachteten Kampf der FeministInnen in Saudi-Arabien. Aber fangen wir von vorne an.

WM-Hype ist kein Hype

Vielleicht liegt es an meiner Leidenschaft für den Fußball, aber: Ich persönlich finde es schade, dass so viele an der Frauen-WM nur den Hype nervig fanden und sich sonst kaum dafür interessierten. Und ich rede gewiss nicht nur von Mario Baslers BILD-Kolumne. Henryk M.Broder, Gideon Böss, Richard Herzinger- alle haben sich eher negativ über die Frauen-WM geäußert. Nur Zettel hatte etwas Positives zu sagen. Und bei der Achse des Guten konnte man noch eine kluge Satire von Rainer Bonhorst lesen.

Meine Meinung ist: Der Hype ist keinesfalls übertrieben. Warum? Weil es die WM ist. Eine WM ist immer ein großes Event, dass auch Menschen anzieht, die sich sonst nie für diesen bestimmten Sport interessieren. Man konnte es auch in Deutschland sehen, als hier die Eishockey-WM stattfand, oder immer wenn es eine Basketball-WM gibt. Da schauen für einen kurzen Zeitraum Millionen Menschen mehr zu als sonst- aber auch nur für diesen Zeitraum, danach ist wieder alles wie vorher. Dasselbe passiert ja auch bei den Olympischen Spielen. Wie oft hört man was von Michael Phelps oder Usain Bolt, wenn wir uns nicht in einem Olympia-Jahr Monat befinden? (more…)


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