Archiv für die Kategorie ‘Henryk M. Broder’

Die letzten Tage Europas

Dezember 16, 2012

In der ersten Folge der neuen Staffel von Entweder Broder trafen Henryk M.Broder und Hamed Abdel-Samad auf den FDP-Europaabgeordneten Holger Krahmer. Krahmer erklärte, dass ihm die EU immer mehr an die DDR erinnert. Das absurde Glühbirnen-Verbot im Namen des Umweltschutzes steht für ihn stellvertretend für diese Entwicklung.

In den Deutschen Wirtschaftsnachrichten wurde heute eine private Rede von Henryk M.Broder abgedruckt, in der Broder erklärt, dass er mit dem kommenden Untergang Europas (nicht physisch, sondern “philosophisch-metaphorisch”) rechnet. Die Verleihung des Friedensnobel-Preises an die EU erinnert ihn daran, wie die ZK der KPdSU sich selbst feierte, er erzählt, dass sogar Europaabgeordnete die EU für nicht demokratisch halten, und am Ende rechnet er dann endgültig mit der EU ab. Hier im O-Ton:

“Seit unserem Besuch in Brüssel und Strasbourg gebe ich mich keinerlei Illusionen mehr hin. Die EU löst keine Probleme, sie ist ein Problem. Seit dem Ende des real existierenden Sozialismus, zu dem es nach Meinung seiner Repräsentanten ebenfalls keine Alternative gab, ist die EU der massivste Versuch, die Bürger zu entmündigen und die Gesellschaft zu entdemokratisieren. Man erklärt uns immer wieder, es gebe zur EU keine Alternative, denn das Auseinanderfallen der Union würde nicht nur das Ende des Wohlstands bedeuten, sondern auch das Aufleben längst überwundener Konflikte, bis hin zu Klassenkämpfen in den einzelnen Ländern und kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen ihnen. (weiterlesen…)

Henryk M.Broder zur Toleranz

Oktober 1, 2012

“Dirty Henryk”

Folgender Text ist ein Auszug aus Henryk M.Broders Buch “Kritik der reinen Toleranz” (S.25-26)

Tolerieren” bedeutet wörtlich “dulden”, “gewähren lassen”. Wer die Güte hat, jemanden zu tolerieren, hat auch die Macht, ihn zu vernichten, wenn er es sich anders überlegt hat. Das Wort ist positiv besetzt, hat aber eine fragwürdige Bedeutung. Es beinhaltet keinen Anspruch, keine Garantie und kein Recht, auf das man sich berufen, das man einfordern kann, es ist nur eine Absichtserklärung, eine Geste der Großzügigkeit, sozusagen ein privater Schutzraum für marginale Existenzen, die auf das Wohlwollen der Gesellschaft angewiesen sind.

Zu Recht wird die religiöse Toleranz der Muslime zur zur Zeit ihrer Herrschaft in Andalusien gegenüber Angehörigen anderer Relgionen gerühmt. Übersehen wird dabei nur, dass die Christen und die Juden, die unter der Mondsichel lebten, “Dhimmis” waren, Bürger zweiter Klasse, die eben nur geduldet wurden, solange sie nicht rebellierten und gleiche Rechte verlangten. Taten sie es, durften sie bald das Ende der Toleranzstrecke erfahren. Nicht anders erging es später den Schwarzen in den USA, den Armeniern in der Türkei und den Kopten in Ägypten.

Toleranz ist auch kein Wert an sich. Es kommt darauf an, wer und was toleriert wird. Können praktizierende Juden und bekennende Antisemiten erwarten, gleichermaßen toleriert zu werden? Oder Schwule und Schwulenhasser? Kinder und Kinderschänder? Raucher und Nichtraucher? Kannibalen und Vegetarier? (weiterlesen…)

Der neueste Broder

März 5, 2012

Vier Jahre sind genug. Das dachte sich jetzt auch Heryk M.Broder. In einer Woche erscheint sein neuestes, 176 Seiten starkes Buch mit dem Titel “Vergesst Auschwitz! Der deutsche Erinnerungswahn und die Endlösung der Israel-Frage”.

Es ist sein erstes Buch seit “Kritik der reinen Toleranz”. In der Zwischenzeit hat er an zwei anderen Buchprojekten als Autor mitgewirkt. Worum es geht? Hier die Kurzbeschreibung:

“Auschwitz” ist die deutsche Metapher schlechthin. Sie steht für den großen Zivilisationsbruch, ist aber in der tagespolitischen Auseinandersetzung längst zum billigen argumentativen Kleingeld verkommen. In die Erinnerung an den Holocaust investieren die Deutschen seit Jahren Unsummen, ihre Israel- und Nahostpolitik, ja ihr Agieren auf der weltpolitischen Bühne aber zeigen, dass diese Erinnerungsrituale oft nicht mehr sind als eine leere Geste, eine Ablenkung von der Gegenwart – oder sogar noch Schlimmeres.

In seinem provokanten Essay “Vergesst Auschwitz” entlarvt der Publizist Henryk M. Broder den wohlfeilen Gestus des andauernden Gedenkens deutscher Politiker und öffentlicher Personen als “Erinnerungswahn”. Er sieht ihn als das politisch korrekte Deckmäntelchen eines neuen “sekundären” Antisemitismus, der sich geschickt als Antizionismus tarnt. Dieser speist sich nicht aus den üblichen Ressentiments, sondern aus dem Bedürfnis nach Entlastung. Denn je mehr man beispielsweise das Verhalten Israels gegenüber den Palästinensern dramatisiert, desto kleiner wird das schlechte Gewissen der Deutschen gegenüber den Juden. Israel ist ein “daily reminder” daran, was die Nazis in Europa angestellt haben. Das werden die Deutschen den Juden nie verzeihen. Damit das anders wird, fordert Broder, die verfluchte Erinnerung endlich ruhen zu lassen und stattdessen Geld und Kraft zu investieren, um neue Genozide zu verhindern und menschenfeindliche Diktaturen zu bekämpfen. Vergessen wir also Auschwitz und stellen uns den Problemen der Gegenwart!

Kens Fans: Das Imperium schlägt zurück

November 11, 2011
kl

Sie entscheiden, welche Geschichte ganz oben landet

Wer sich mit Henryk M.Broder anlegt, der ist meistens jemand, der es verdient hat, von ihm in seinen göttlichen Kolumnen auseinandergenommen zu werden. Ein Karriereschub für jeden, der sich in die Herzen der mutigen Israelkritiker hetzen will.

Der RBB-Moderator Ken Jebsen, ein Deutsch-Iraner, verbreitet in seiner Sendung seit Jahren Propaganda aus dem rechtsextremen, linksextremen und islamistischen Milieu. Er ist ein bisschen wie der Alex Jones Deutschlands. Doch Alex Jones repräsentiert nicht die Mitte der Gesellschaft, während Ken auf einem öffentlich-rechtlichen Sender sein Unwesen treibt. Und das, obwohl es in den USA mehr Meinungsfreiheit gibt als in Deutschland.

Doch der eigentliche Skandal ist nicht Ken, sondern dass er kein Einzelfall ist. Er repräsentiert Millionen von gebildeten(!), intellektuellen(!!) Deutschen, die, wenn es um Themen wie Israel, Libyen, 9/11 oder Nahrungsmittelindustrie geht, dieselbe Meinung haben wie die junge Welt. Natürlich sind solche extremen Ansichten überall verbreitet, auch in den USA, wie die Truther- und Occupy-Bewegung zeigen, aber obwohl es in Deutschland mehr Zensur gibt, schaffen es diese Verrückten nie soweit wie ein Ken Jebsen bei uns. Sie haben mittlerweile ein echtes Medien-Imperium aufgebaut.

Zahlreiche Umfrageergebnisse zeigen, dass die Ansichten von Kens Fans mehr oder weniger Mainstream sind. 65% der Deutschen halten Israel für die größte Gefahr für den Weltfrieden, 49% glauben, Israel führt einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser und 40.5% bejahten die Ansicht: „Was der Staat Israel heute mit den Palästinensern macht, ist im Prinzip auch nichts anderes als das, was die Nazis im Dritten Reichen mit den Juden gemacht haben.“ Von daher ist es kein Wunder, dass Ken nach seinem kurzen Duell mit Henryk M.Broder nun wieder auf Sendung ist. Die Ken-Lobby ist stärker als die Israel-Lobby.

Vielleicht wollte Ken ja sich mit Henryk geistig duellieren, aber er war leider unbewaffnet.

Henryk, William, Anders und Osama: Geistige Brandstifter und ihre physischen Nachfolger

August 18, 2011

“Schurkenstaat”- Das Buch des geistigen Brandstifters William Blum

Anders Breivik mochte Henryk M.Broder. Das kann man nicht leugnen. Es gibt zwar sicherlich auch Meinungen von Broder, die Breivik nicht geteilt hat, aber dass ihm Broders Warnung an die europäische Jugend, den Kontinent zu verlassen bevor es zu spät ist, ans Herz gegangen ist, steht außer Frage. Broder ist also ein “geistiger Brandstifter”, während Breivik ein physischer ist. Er hat so lange den Islam und die Linken verteufelt, egal ob berechtigt oder nicht, bis einer seine Thesen so ernst nahm, dass er zur Waffe griff. So sagen es zumindest seine Gegner.

Gemäß dieser Definition ist William Blum ebenfalls ein geistiger Brandstifter. Der amerikanische Buchautor veröffentlichte im Jahr 2000 das Buch “Schurkenstaat“, indem er, berechtigt oder nicht, die USA als Schurkenstaat bezeichnete und schlussfolgerte, das der Terrorismus gegen die USA eine Folge des amerikanischen Imperialismus sei. Seine Thesen wurden von einem saudischen Multimillionär ernstgenommen, der als der Führer einer militanten Organisation im Nahen Osten galt und vor drei Monaten bei einem illegalen und imperialistischen Einsatz der USA getötet wurde. In einer Videobotschaft, die der arabische Fernsehsender Al-Jazeera am 19.Januar 2006 ausstrahlte, hatte dieser gesagt: „Es ist nützlich für euch, das Buch Der Schurkenstaat zu lesen.“

Vor Osamas Äußerung war das Buch auf Platz 205.736 auf der Amazon-Verkaufsliste. Am darauffolgenden Tag belegte es Platz 26. In der Videobotschaft zitierte Osama eine Aussage Blums wörtlich, die allerdings aus seinem Buch Freeing the World to Death: Essays on the American Empire von 2004 stammt:

Wenn ich Präsident wäre, könnte ich Terrorangriffe auf die Vereinigten Staaten innerhalb weniger Tage für immer unterbinden. Zuerst würde ich mich – öffentlich und sehr ernsthaft – bei all den Witwen und Waisen, bei den Verarmten und den Gefolterten und bei den vielen weiteren Millionen Opfern des amerikanischen Imperialismus entschuldigen. Anschließend würde ich in jedem Winkel der Welt verkünden, dass die Zeit der amerikanischen Militärinterventionen für immer beendet ist.(weiterlesen…)

Antibroderismus

Juli 26, 2011

Ein Blogger namens “Moslaemm” stellte Broder mit Hitler-Bärtchen dar und verglich ihn mit Radovan Karadzic

Die schrecklichen Attentate von Oslo und Utoya haben zwei Dinge ans Tageslicht gebracht: Erstens die traurige Einsicht, dass es wahnsinnigen Terror auch in dem friedlichsten Land der Welt geben kann und zweitens, dass die Medien nicht nur nicht davor zurückscheuen, Erdbeben und Tsunamis für ihre Zwecke zu instrumentalisieren, sondern auch terroristische Attentate.

Im Manifest des norwegischen Terroristen wurde Henryk M.Broder in einem Nebensatz erwähnt, indem er mehr oder weniger scherzhaft den jungen Europäern den Rat gab, aus Europa auszuwandern, um nicht die Probleme miterleben zu müssen, die auf Europa zusteuern (ich bin aber gerade vor 11 Jahren nach Europa gekommen und glaube noch an diesen angeblichen Kontinent, der in Wirklichkeit ein Teil Asiens ist).

Außerdem zitiert Breivik noch einen Auszug von Broders Bestseller Buch “Hurra, wir kapitulieren!”:

Objectively speaking, the cartoon controversy was a tempest in a teacup. But subjectively it was a show of strength and, in the context of the ‘clash of civilisations,’ a dress rehearsal for the real thing. The Muslims demonstrated how quickly and effectively they can mobilise the masses, and the free West showed that it has nothing to counter the offensive—nothing but fear, cowardice and an overriding concern about the balance of trade. Now the Islamists know that they are dealing with a paper tiger whose roar is nothing but a tape recording.

(Quelle)

Das Buch habe ich gelesen und sogar in meinem Blog empfohlen.

Dass Broder mit seinen Aussagen natürlich nicht Massenmord rechtfertigt, dürfte jeden klar denkenden Mensch einleuchten. Breivik ist ein antimuslimischer und antikommunistischer Rassist, er findet alles toll, was irgendwie den Islam (oder den Kommunismus) kritisiert. Das bedeutet aber nicht, dass jede Form von Islamkritik theoretisch als Inspiration zu Massenmord dienen kann. Denn dass es gewisse Dinge im Nahen Osten gibt, die man kritisieren muss (in Saudi-Arabien dürfen Frauen nicht Auto fahren, im Iran werden Homosexuelle hingerichtet, in Pakistan droht bei “Blasphemie” die Todesstrafe), ist ja wohl keine rassistische Ansicht.

Mit derselben Logik könnte man linken Intellektuellen wie Michael Moore oder Noam Chomsky eine Mitschuld für den islamistischen Terror geben, immerhin sagte Osama bin Laden in einer Videobotschaft: “Noam Chomsky was correct when he compared the U.S. policies to those of the Mafia” und die Hisbollah wollte Michael Moores Film “Fahrenheit 9/11″ unterstützen. (weiterlesen…)

Henryk M. Broder und die 9/11-Truther

Juli 23, 2011
Osamas Erbe in New York

Waren die Anschläge von 9/11 vom Mossad und der CIA inszeniert?

In weniger als zwei Monaten jähren sich die Terroranschläge vom 11.September zum zehnten Mal. Dieser Tag, das ist schon mal sicher, wird von sogenannten “Truthern” gnadenlos dazu missbraucht werden, um ihre paranoiden Thesen von einer amerikanischen, israelischen, zionistischen oder wem auch immer Verschwörung zu propagieren. Früher habe ich mich tatsächlich für solche Theorien interessiert, bis ich bemerkte, um was für ein ignorantes Pack es sich um diese “Truther” handelt.

Henryk M.Broder hat ein paar passende Worte für solche Menschen gefunden:

Seit Karl Kraus wissen wir, dass es Sachen gibt, die so falsch sind, dass nicht einmal das Gegenteil wahr ist, seit Goebbels wissen wir aber auch, dass man eine Lüge nur oft genug wiederholen muss, damit sie zur subjektiven Wahrheit wird. Auf die Verschwörungstheorien zu reagieren, sich mit ihnen auseinanderzusetzen, bedeutet beinahe automatisch, nach der Melodie der Verschwörungstheoretiker zu tanzen. Auch um die Ansicht zu widerlegen, die Erde sei eine Scheibe, die in einem Meer aus Sonnenöl schwimmt, muss man sich auf diese Ansicht erst einmal einlassen. Tut man es, hat man die Prämisse schon mal anerkannt; tut man es nicht, ist man Teil des “Schweigekartells”.

Der Verschwörungstheoretiker legt jede Reaktion auf seine Konstrukte als deren Bestätigung aus. Andererseits kann man dem Verschwörungstheoretiker das Feld nicht überlassen, wie gaga seine Theorien sein mögen. (weiterlesen…)

Henryk M. Broder und Gott

Juni 14, 2011
Gott bei der Erschaffung Adams

Gott bei der Erschaffung Adams

Henryk M. Broder ist immer für eine Genialität gut. Heute schrieb in der WELT einen Artikel, in dem er sehr philosophisch wurde. Es ging eigentlich um das neue Buch von Matthias Matussek, “Das katholische Abenteuer”, in dem dieser seinen Weg vom Marxismus zum Katholizismus beschrieb. Okay, es gibt auch Gemeinsamkeiten zwischen diesen beiden “Lehren”, man bedenke die Befreiungstheologie oder Jesus’ Ausspruch “Eher kommt ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in den Himmel kommt”.

Dass Matussek es für wichtig hält, der Welt seine spirituellen Entwicklungen mitzuteilen, ist ja gar nicht so schlimm, das machen andere wie Henryks Kollege Hamed Abdel-Samad ja auch. Aber dieser Wechsel ist doch eine Stufe höheren Bullshits. Das sah auch der Master of Disaster nicht anders. Seine Antwort kam prompt und lautet: Wenn es einen Gott gibt, dann ist er ein Sadist. Dabei erfahren wir auch ein bisschen über seinen eigenen spirituellen Werdegang, also wie er vom Religiösen zum Atheisten und dann zum religiösen Atheisten (Agnostiker) wurde.

Ich gebe zu, auch ich habe meinen Glauben gewechselt. Mit 20 war ich ein militanter Atheist, meine Götter hießen Bertrand Russell, Karlheinz Deschner und Wilhelm Reich; später wurde ich Agnostiker, weil mir klar wurde, dass Atheisten ein erkenntnistheoretisches Problem haben: Man kann die Nicht-Existenz Gottes ebenso wenig beweisen wie seine Existenz. (weiterlesen…)

Henryk und Herr Broder: Psychoanalyse von sich selbst

Mai 14, 2011

Sigmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse

In dem Vorwort von Henryk M.Broders Buch “Hurra, wir kapitulieren!” psychoanalysiert sich der Weltbrandstifter selbst. Sigmund Freud würde sich im Grabe umdrehen- vor Freude. Wenn ihr also schon immer wissen wolltet, wie Henryk M.Broder zu dem wurde, was er ist, liest euch diesen Artikel durch. Dann werdet ihr ihn vielleicht besser verstehen. Gut, am Ende geht es auch ein bisschen um Terroristenbashing, aber hey: Wer verdient es denn mehr, gebasht zu werden als ein Terrorist?

Viel Spaß dabei! Und nun wisst ihr auch, welchen Leuten ich so nacheifere…

“Um ein Haar wäre auch ich ein Terrorist geworden. Alle Voraussetzungen waren gegeben. Meine Eltern hatten beide unter abenteuerlichen Umständen den Krieg überlebt, fielen sich nach der Befreiung in die Arme und setzten mich in die Welt. Sie waren in höchstem Maße traumatisiert und ich diente ihnen als Beweis, dass es ein Leben nach dem Überleben geben konnte. Entsprechend waren ihre Erwartungen, die ich nicht erfüllen konnte. Wollte ich keinen Spinat essen, bekam ich zu hören: »Was hätten wir dafür gegeben, wenn es im Lager Gemüse gegeben hätte!« Weigerte ich mich, mir die Haare schneiden zu lassen, erzählten sie, wie wichtig die Hygiene im Lager war und dass eine einzige Kopflaus den Tod bedeuten konnte. Kam ich nach Mitternacht nach Hause, war eine Geschichte über die Sperrstunde im Ghetto fällig. Ging ich mit den falschen Bräuten aus – richtige gab es nicht, weil alle deutschen Väter in der SS gedient hatten –, schrien sie mich an: »Und dafür haben wir überlebt?«

Aber auch nachdem meine Eltern mich einigermaßen in Ruhe ließen, hörten die Demütigungen und Erniedrigungen nicht auf. Beim Völkerball blieb immer ich übrig; die Mannschaft, die mich abbekam, konnte gleich einpacken. Bei den »Bundesjugendspielen« bekam ich nicht einmal einen Trostpreis fürs Mitmachen, und die ersten Erfahrungen mit den Mädels waren so verheerend, dass sie sogar den Liegesitzen in meinem Opel Kadett peinlich waren. (weiterlesen…)

Henryk M. Broder und Amazon

April 23, 2011

“Dirty Henryk”

Wenn in Amazon ein Buch vorgestellt wird, gibt es einige Regeln, die eingehalten werden müssen. Die wichtigste lautet wohl: Neutralität gegenüber dem Autor und seinen Thesen.

Diese Prinzipien werden aber schnell über Bord geworfen, wenn es um den Weltbrandstifter schlechthin geht: Henryk M. Broder!

Hier ein Beispiel- In seinem Buch “Kritik der reinen Toleranz” hat es die Amazon-Redaktion sich nicht nehmen lassen, bei der Beschreibung des Buches eine “Warnung” an den Leser zu hinterlassen, wie man es sonst nur in “Mein Kampf” oder “Die Protokolle der Weisen von Zion” vermuten würde, wenn diese Bücher denn im Markt erhältlich wären: (weiterlesen…)


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