Archive for the ‘Japan’ Category

Claudia Roth völlig verstrahlt

März 11, 2013
Anti-Atomkraft-Proteste in Harrisburg, 1979

Claudia Roths Vorgänger: Anti-Atomkraft-Proteste in Harrisburg, 1979

Claudia Roth schreibt heute auf ihrer Facebook-Seite folgendes:

Heute vor zwei Jahren ereignete sich die verheerende Atom-Katastrophe von Fukushima, die nach Tschernobyl ein weiteres Mal eine ganze Region und mit ihr die ganze Welt in den atomaren Abgrund blicken ließ. Insgesamt starben bei der Katastrophe in Japan 16.000 Menschen, mehr als 2.700 gelten immer noch als vermisst. … Die Katastrophe von Fukushima hat uns einmal mehr gezeigt, wie unkontrollierbar und tödlich die Hochrisikotechnologie Atom ist. Wir müssen deshalb alles daran setzen, den Atomausstieg in Deutschland, aber auch in Europa und weltweit so schnell wie möglich umzusetzen und die Energiewende voranzubringen, anstatt sie wie Schwarz-Gelb immer wieder zu hintertreiben. Fukushima mahnt.

Das Erdbeben und der Tsunami werden mit keinem Wort erwähnt, nur die “Atom-Katastrophe von Fukushima”. Damit wird suggeriert, dass die 16.000 Tote, 2.700 Vermisste und Hunderttausende Vertriebene ausschließlich eine Folge der Kernschmelze waren – dabei hat die Strahlung bis heute kein einziges Todesopfer gefordert. Die meisten ihrer Leser haben das auch bemerkt und äußerten sich kritisch.

Einer wollte ihr noch zugestehen, “unbeabsichtigt” ihre Leser desinformiert zu haben:

“Es geht aus Ihrem Text nicht so ganz klar hervor – sicherlich ein unbeabsichtigter Formulierungsfehler – aber die 16.000 Toten und die über 2.700 Vermissten sind Opfer eines Tsunamis geworden und nicht der ebenfalls durch den Tsunami verursachten Atomkatastrophe.”

Ein anderer sah das anders und kritisierte Sie direkt:

“Dieser Text ist hochgradig irreführend, da er den Eindruck erweckt, die 16.000 Opfer seien auf die Reaktorhavarie – und nicht etwa auf den Tsunami – zurückzuführen. Das finde ich – und das als überzeugter Kritiker der Atomkraft – äußerst befremdlich.” (more…)

Insel-Wahnsinn in Ostasien

September 24, 2012

Japanische Flaggen werden von Chinesen öffentlich zerrissen und verbrannt

Vor drei Wochen beschloss die japanische Regierung, für umgerechnet 19,6 Millionen Euro die Senkaku-Inseln (oder, wie man sie in China nennt: Diaoyu-Inseln) von den privaten Besitzern zu kaufen. Seitdem tobt ein ernster diplomatischer Konflikt zwischen Japan und China. Rund um die acht Inseln werden umfangreiche Öl- und Gasvorkommen vermutet. China mit seinem Energiemangel und seiner Kohleabhängigkeit ist daran genauso interessiert wie Japan, das praktisch keine Öl- und Gas-Ressourcen hat. Welches Land ist im Recht? Für mich gibt es fünf Gründe, um die japanische Position zu unterstützen:

1. Die Aggression geht überwiegend von China aus: Boykott japanischer Firmen, Verbrennung japanischer Flaggen, Zerstörung japanischer Autos und sogar Verbot japanischer Bücher.
2. Die Demonstrationen werden wahrscheinlich von der Regierung organisiert. Im Oktober wird eine neue Parteispitze in China gewählt.
3. Es nervt, immer wieder zu hören, dass die Zukunft nur China gehört und wir uns alle nur noch darauf einstellen können.
4. Japan ist eine Demokratie, ein Verbündeter des Westens und hat ein Verteidigungspakt mit den USA. Über China hat die USA dagegen seit 1989 ein Verbot von Waffenlieferungen verhängt.
5. Die Amerikaner haben die Inseln 1972 an die Japaner zurückgegeben, Punkt aus. Was vor 500 Jahren geschehen ist, ist heute nicht mehr von Bedeutung.

Natürlich gibt es auch Gründe, die dafür sprechen, gegen Japan zu sein. Die Japaner sind noch in andere Insel-Konflikte mit Russland (um die Kurilen) und Südkorea (um den Liancourt-Felsen, die Japaner nennen ihn Takeshima, die Koreaner Dokdo) involviert. Sie sind also nicht sehr daran interessiert, Freunde zu gewinnen. Nach Ansicht der Koreaner und Chinesen haben sie sich für ihre im Zweiten Weltkrieg begangenen Kriegsverbrechen nicht angemessen entschuldigt und die Opfer nicht entschädigt. Dennoch geht der aktuelle Konflikt auf ein völlig irrationales Verhalten der chinesischen Regierung zurück, die sich aufführt wie eine imperialistische Großmacht aus dem 19.Jahrhundert. (more…)

Eine Alternative zu Hiroshima

August 6, 2012

Das zerstörte Hiroshima

Heute jährt sich zum 67. Mal der Tag, an dem die Amerikaner in Hiroshima eine Atombombe abwarfen, um die Japaner zur Kapitulation zu zwingen. Über 200.000 Japaner und Koreaner sind an den Folgen des Einsatzes gestorben. In den USA und in vielen anderen Ländern wird der Einsatz der Atombombe bis heute mehrheitlich als gerechtfertigt angesehen. Die Meinungen variieren von Alter, Geschlecht und politischer Einstellung. Die meisten, die die Atombombenabwürfe verurteilen, sind links eingestellt. Das hindert mich jedoch nicht daran, ebenfalls eine kritische Stellung einzunehmen, ohne den Atombombenabwurf grundsätzlich abzulehnen. Meine Ansicht ist, dass die Amerikaner die Alternativen zum Atombombenabwurf nicht gründlich genug untersucht haben.

Mit Sicherheit hätten die Japaner selbst keine Bedenken gehabt, die Atombombe über eine amerikanische Großstadt abzuwerfen, wenn sie selbst in den Besitz dieser Waffe gekommen wären. Die Kriegsführung der Japaner nahm keine Rücksicht auf alle Regeln der Menschlichkeit. Millionen wurden von den Japanern umgebracht oder versklavt. Die japanischen Zivilisten waren fast alle von der rassischen Überlegenheit ihres Volkes überzeugt und damit beschäftigt, kriegswichtige Produkte herzustellen. Die Japaner hatten alles in den Dienst des Krieges gestellt. Dies könnte zum Schluss verleiten, dass der einzige Weg, den Krieg ohne den Atombombenabwurf zu beenden, der gewesen wäre, das Leben von Hunderttausenden amerikanischen Soldaten zu opfern, nur, um das von fanatischen, amerikahassenden Japanern zu retten.

Wenn ein Mensch eine Bedrohung für das Leben von anderen Menschen ist, darf er notfalls getötet werden, da er selbst die Rechte von anderen Menschen missachtet. Doch eine radikale politische Einstellung führt nicht dazu, dass ein Mensch sein Recht auf Leben verwirkt hat. Selbst wenn die meisten Opfer von Hiroshima Amerika gehasst hätten, waren sie nicht bewaffnet und stellten keine direkte Bedrohung dar, von daher gab es keine Rechtfertigung, sie einfach wahllos umzubringen. Viele Staaten im Nahen Osten haben Bevölkerungen, in denen weit mehr als die Hälfte der Bevölkerung die USA und Israel hassen. Das allein gibt den Amerikanern und den Israelis aber nicht das Recht, überall in der islamischen Welt Bomben abzuwerfen. Eine militärische Bedrohung, wie z.B. durch Raketenbeschuss (Gaza), muss schon vorhanden sein. (more…)

Asien und der Westen: Zwischen Faszination und Konfrontation

September 6, 2011

Lao-Tse, Konfuzius und Buddha: Die drei Väter der chinesischen Kultur

Wenn man vom Kampf der Kulturen spricht, meint man meistens den Zusammenprall des Westens mit der islamischen Welt. Der Westen ist der einzige Kulturkreis, der überall präsent gewesen ist. Es waren die Europäer, die die Welt miteinander vernetzt haben. Deshalb waren bei den meisten Kulturschocks der Geschichte der Westen mitbeteiligt. Nicht nur der islamische, auch der afrikanische und der hinduistische Kulturkreis hatten ihre Erfahrungen mit den Westlern, die indianischen Kulturen wurden von ihnen praktisch vernichtet. Nur der Islam hat eine vergleichbare Kolonialgeschichte gehabt wie der Westen.

Obwohl der asiatische Kulturkreis geografisch eher mit dem hinduistischen oder den islamischen zusammenprallen müsste, sind auch die Asiaten bei ihrem Anschluss an den Welthandel- und Politik mit dem Westen kollidiert. Es war für sie eine Zeit der Demütigung. Dabei hätte das nicht sein müssen: Die Chinesen hatten schon mehr als 1000 Jahre vor den Europäern eine so hochentwickelte Zivilisation, wie es sie in Europa erst im 19.Jahrhundert gab. Bevor die Vorfahren von Martin Luther, Voltaire oder Nietzsche überhaupt durch die Völkerwanderung nach Europa gekommen waren, brachten die Chinesen herausragenden Philosophen wie Konfuzius und Lao-Tse hervor. Der Begründer der chinesischen Nation, Qin Shi Huangdi, hatte eine so große Armee wie Napoleon- 2000 Jahre vor ihm. Vom Ausland wurden die Asiaten nicht etwa von einem religiösen Geschichtenerzähler beeinflusst, sondern von einem atheistischen Intellektuellen wie Buddha, der auf die Frage, ob die Welt ein Anfang und ein Ende habe, antwortete: Wenn die Götter existieren, wissen sie es selber nicht (genauso wie Jesus hatte Buddha in seinem Heimatland Indien kein Erfolg).

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Als Little Boy die Welt veränderte

August 6, 2011

Das zerstörte Hiroshima

Der 6.August ist ein historischer Tag. In Bolivien feiert man heute den Nationalfeiertag, aber das meine ich diesmal nicht. An diesem Tag begann vor 66 Jahren in der japanischen Stadt Hiroshima das Zeitalter der Atomkraft.

Bis heute wird diese Aktion von vielen Historikern als ein ungerechtfertigtes Massaker angesehen. Die Befürworter dieser Aktion argumentieren, dass die Zerstörung Hiroshimas rein rechnerisch mehr Menschenleben gerettet als vernichtet hat. Das japanische Kaiserreich war zu diesem Zeitpunkt keinesfalls in einer aussichtslosen Lage wie das Deutsche Reich im Januar 1945: Die japanischen Inseln waren noch unangetastet, Millionen Soldaten standen bereit, um bis zum letzten Atemzug zu kämpfen und große Teile des chinesischen Festlands befanden sich fest unter japanischer Kontrolle. Eine Fortsetzung des Pazifikkriegs und eine Invasion Japans hätte Hunderttausenden US-Soldaten und wahrscheinlich Millionen Japanern das Leben gekostet. Außerdem soll die japanische Regierung selbst an der Entwicklung von biologischen und atomaren Massenvernichtungswaffen gearbeitet haben, um sie gegen die Alliierten einzusetzen. Aber gab es aber wirklich keine Alternative als dieses Blutbad?

Die Frage stellt sich vor allem, wenn man bedenkt, dass drei Tage später auch die Stadt Nagasaki dem Erdboden gleichgemacht wurde. Das Warten auf den Kriegseintritt der Sowjetunion, eine Demonstration der Bombe und nicht zuletzt der Abwurf der Bombe auf ein militärisches statt ein ziviles Ziel wären andere Wege gewesen, um die Japaner zur Kapitulation zu zwingen. Tatsächlich könnte der Kriegseintritt der Sowjetunion die Japaner mehr beeindruckt haben als die komplette Vernichtung Hiroshimas und Nagasakis, immerhin kosteten beide Aktionen jeweils weniger Opfer als der Luftangriff auf Tokyo fünf Monate zuvor, der mit mehr als 100.000 Todesopfern als der schlimmste aller Zeiten gilt, Japan aber nicht zur Kapitulation zwang. Rückblickend lässt sich sagen, dass obwohl die Amerikaner in diesem Krieg sicher auf der richtigen Seite standen, sie die Alternativen zum Atombombenabwurf nicht gründlich genug untersucht haben. Wenn nicht schon Hiroshima, dann hätte zumindest Nagasaki verschont bleiben müssen. (more…)

Japans Kampf um seine pazifischen Dispute geht weiter

Mai 19, 2011
Die Kurilen vom Weltraum aus betrachtet

Die Kurilen vom Weltraum aus betrachtet

Der Kurilenkonflikt zwischen Japan und Russland geht in die nächste Runde: Nachdem der russische Präsident Medwedew im letzten Jahr einen Eklat ausgelöst hatte, indem als erster in seinem Amt eine der zu den südlichen Kurilen gehörenden Insel, die die Japaner als “Nördliche Territorien” bezeichnen, besucht hatte, kam es nach einem Besuch einer russischen Delegation in den Kurilen erneut zu Spannungen zwischen den beiden Ländern.

Wegen dieser territorialen Frage haben die Japaner noch immer keinen Friedensvertrag mit den Russen geschlossen, obwohl der Zweite Weltkrieg bekanntlich schon seit 66 Jahren vorbei ist. Nun könnte man argumentieren, dass diese Inseln doch ziemlich unbedeutend sind und man sich deshalb nicht Jahrzehnte streiten muss. Doch wenn man bedenkt, dass die Argentinier wegen den Falklandinseln in den Krieg gegen die Briten zogen und die Russen trotz ihrer Größe und schier unendlichen Rohstoffressourcen auch um kleinere Gebiete wie Tschetschenien oder einer kleinen Insel in Sibirien mit aller Macht kämpfen, erscheint dieser Streit nicht mehr so kindlich.

Na ja, immerhin leben in den Kurilen mehr Menschen als in den Falklandinseln. Das rechtfertigt für die Japaner dann auch die Schändung russischer Flaggen und “Drohbriefe” mit eingepackter Gewehrkugel. Die Japaner bekommen in ihrer Sache sogar Unterstützung von den USA und Georgien.

Japans Dispute im Pazifik

Doch die Kurilen sind nicht die einzigen Inseln, um die die Japaner im Pazifik kämpfen. Eine Mischung aus wirtschaftlichen Interessen und keineswegs veraltetem Nationalismus hat die Japaner in mehrere territoriale Grenzstreitigkeiten mit seinen Nachbarn geführt.

Mit Südkorea streiten die Japaner um den Liancourt-Felsen (das ist der neutrale Name, die Japaner nennen ihn Takeshima, die Koreaner Dokdo) der de facto zu Südkorea gehört, und in dessen Gewässer neben Fisch- auch große Gasvorräte vermutet werden. Die Senkaku bzw. Diaoyu-Inseln werden sowohl von Japan als auch von China beansprucht. Rund um die acht Inseln, die seit 1895 von Japan verwaltet werden, werden umfangreiche Öl- und Gasvorkommen vermutet. China mit seinem Energiemangel und seiner Kohleabhängigkeit ist daran genauso interessiert wie Japan, das praktisch keine Öl- und Gas-Ressourcen hat. (more…)

Gleichschaltung ohne Reichskulturkammer?

März 30, 2011
Die letzte Gleichschaltung erfolgte unter ihm

Die letzte Gleichschaltung erfolgte unter ihm

In meinem Artikel Atomkraft? Ja, bitte! hatte ich die Sorgen der Anti-AKWler widerlegt, aber dann hat die FAZ wohl aus Rache die Argumente der “Atomfreunde” widerlegt (s.hier: Rhetorik und Realität- Die neun Gemeinplätze des Atomfreunds). Für eine Widerlegung der Widerlegung meiner Widerlegung habe ich einfach kein Bock. Das würde einfach zu lange dauern, genauso wie für diesen ganzen anderen Scheiß:

Mindestens 20 TEPCO-Mitarbeiter verstrahlt (Quelle)
Japan: Atomkatastrophe Kühlungsversuch aus der Luft (Quelle)
Atomkatastrophe in Japan: Fragen und Antworten Kommt es zur nuklearen Explosion (Quelle)
Gefährliche Reaktoren Wikileaks-Depesche belastet japanische Regierung (Quelle)
Atomkatastrophe in Japan: Einen Menschen opfern, um Millionen zu retten? (Quelle)
Atomkatastrophe in Japan: Die Kälte nach dem Beben (Quelle)
Atomkatastrophe in Japan: Atomdebatte in Bonn – Merkels märchenhaftes Moratorium (Quelle)
Tschernobyl: Das Leiden der Helfer “Wir wollten Helden sein” (Quelle)
Tagebuch aus Japan: Ich bring meine Familie weg (Quelle)
Japan Atomkatastrophe Strahlendes Essen (Quelle)
Jenseits von Japan: Die gefährlichsten AKW Standorte der Welt (Quelle)
Atomkatastrophe in Deutschland: Der GAU erreicht das Wohnzimmer (Quelle)

Zugegeben, bis auf den ersten Artikel stammen alle von der Süddeutschen, aber die apokalyptischen Meldungen aus Fukushima waren wirklich ein Armutszeugnis für Europa.

Update: Die Japaner haben inzwischen die Medienhetze im Westen bemerkt und haben eine “Wall of Shame” des europäischen Journalismus gegründet, siehe hier.

Atomkraft? Ja, bitte!

März 26, 2011

Das tschechische Kernkraftwerk Dukovany

Falls es noch nicht bekannt ist: Ich bin kein Grüner. Und das ist noch ziemlich euphemistisch ausgedrückt, denn ich habe nie verstanden, warum Mehmet Scholl seinen Spruch „Hängt die Grünen, solange es noch Bäume gibt“ als Spaß bezeichnet hat.

Ich bin weder Freund von Bio-Essen noch befürchte ich ein Waldsterben und die Globale Erwärmung ist für mich nach Lukas Podolski die meistüberschätzte  Sache der Welt.

Wie die ganzen Grünen die Vorfälle von Fukushima ausnutzen, um auf gnadenlose (und leider oft erfolgreiche) Stimmjagd zu gehen, finde ich höchst fragwürdig. Als ob sie ein riesengroßes, imaginäres Plakat halten würden mit der Aufschrift:”Wollt ihr den totalen Atomausstieg?!!” (Zitat von hier entnommen).

Deshalb hier nun Argumente gegen die Atomkatastrophenhysterie. Man muss kein Experte sein, um sie zu verstehen. (more…)


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