Archiv für die Kategorie ‘Kapitalismus’

Die dunkle Seite von ARD

Mai 3, 2013
63 Jahre Ausbeutung: Die ARD

63 Jahre Ausbeutung: Die ARD

Im Februar sendete der ARD eine Reportage mit dem Titel “Ausgeliefert”, in der dem Onlinehändler Amazon vorgeworfen wurde, Leiharbeiter auszubeuten. Transport, Unterbringung, Verpflegung und Schutz der Leiharbeiter seien miserabel, hieß es, außerdem hätten Mitglieder der Security-Firma Hess eine rechtsradikale Gesinnung. Die Reportage löste wie erwartet eine Debatte über die Arbeitsbedingungen bei Amazon aus, aber mit überraschendem Ausgang. Denn mittlerweile ist bekannt geworden, dass in dem Film so viel gelogen wurde, dass er nicht mehr in der ursprünglichen Fassung gezeigt werden darf.

Selbst Leiharbeiter von Amazon, die sich ja, wenn man der ARD Glauben schenkte, wie Sklaven fühlen müssen, widersprachen einigen Darstellungen im Film. Hat der ARD von dieser Erfahrung gelernt? Nein. Denn in dieser Woche strahlte man erneut einen Film aus, in der man die dunkle Seite eines Unternehmens beleuchtete – diesmal war es Red Bull. Der österreichische Getränkekonzern engagiert sich bekanntlich im Extremsport. Extremsport ist gefährlich. Das wissen die meisten auch. Manchmal passieren Unfälle, die Extremsportlern das Leben kosten. Die ARD-Doku schlussfolgerte: Red Bull ist ein Konzern, der Menschen in den Tod treibt.

Eine Debatte über die Marketing-Methoden von Red Bull konnte der Film nicht auslösen. Jeder weiß, dass niemand von Red Bull gezwungen wird, sich in Lebensgefahr zu begeben, es ist eine freiwillige Entscheidung aller Beteiligten. Sicherlich verhalten sich nicht alle Unternehmen vorbildlich – unmoralische Menschen gibt es in jeder Position – aber dass die ARD keine besseren Beispiele fand als Amazon und Red Bull, bescheinigt den Unternehmen ein eher gutes Zeugnis. Anstatt auf Amazon oder Red Bull rumzuhacken, wird es endlich Zeit, dass die dunkle Seite von ARD beleuchtet wird. (weiterlesen…)

Libertäre und Verschwörungstheorien

April 27, 2013
Osamas Erbe in New York

Die offizielle Version vom 11. September wird von vielen Libertären angezweifelt

Im letzten Monat berichtete der Spiegel von einer Studie einer australischen Universität, die angeblich belegte, dass Verschwörungstheoretiker und “Klimaleugner” meistens auch an “die Kraft des freien Marktes” glauben. Nun könnte man diese Studie einfach als Unsinn abtun, und man fährt sicher nicht falsch damit, solchen Studien grundsätzlich zu misstrauen. Man braucht diese Studie jedoch gar nicht, um festzustellen, dass es viele Menschen gibt, die Anhänger der freien Marktwirtschaft sind und gleichzeitig alle möglichen Verschwörungstheorien glauben. In Deutschland nennen sich Vertreter dieser Ansichten überwiegend “Libertäre”.

Die einzige libertäre Partei in Deutschland, die Partei der Vernunft (PDV), wurde vom 9/11 Truther Oliver Janich gegründet. Am 18. April wurde Janich vom Vorstand der PDV zum Rücktritt gedrängt, da “die investigative journalistische Tätigkeit Oliver Janichs und dessen persönliche Stellungnahmen zu aktuellen und in der Vergangenheit liegenden politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, zu starke Auswirkungen auf das Außenbild der PDV haben” – was genau damit gemeint war, dürfte klar sein. Janich hatte nicht nur zum 11. September Verschwörungstheorien verbreitet, sondern auch zur NSU und zu den Bombenanschlägen im Boston-Marathon.

Janich schrieb kurz nach seinem Rücktritt auf seiner Facebook-Seite: “Klar, um mich tuts mir nicht leid, sondern um die Partei. Ich kann ja jetzt viel mehr sagen und schreiben, was ich bisher wg der Partei zurückgehalten habe. HAARP, Chemtrails, freie Energie, ich komme! Ein 9/11 Buch ist auch schon praktisch fertig…” Angesichts solcher Aussagen stellt sich die Frage: Warum fallen so viele Libertäre auf Verschwörungstheorien herein? Wie kommt es, dass Menschen, die über einen respektablen ökonomischen Sachverstand verfügen, gleichzeitig an Chemtrails, FEMA-Camps oder die NWO glauben? Gibt es eine Erklärung dafür? (weiterlesen…)

Eine perfekte Welt?

März 7, 2013
Die "Pyramide des kapitalistischen Systems"

Die “Pyramide des kapitalistischen Systems”

Die meisten Argumente, die man zurzeit gegen den Kapitalismus hört, sind eigentlich keine Argumente gegen den Kapitalismus, sondern gegen Staatsinterventionismus (die Occupy-Bewegung demonstriert z.B. mit dem Slogan: “Wir zahlen nicht für eure Krise!” Das nennen sie dann Kapitalismuskritik. Dabei sind echte Kapitalisten gegen jede staatliche Intervention, also auch gegen Bankenrettungen). Ein weiteres Pseudo-Argument gegen den Kapitalismus hörte ich vor ein paar Tagen vom Blogger genova68:

Das, was euch da vorschwebt, hat etwas Religiöses: eine perfekte Welt, wenn man nur alles total anders macht. Das ist wie eine Sekte.

Das Endziel des Kapitalismus ist also eine perfekte Welt, in der es keine Probleme gibt und alle friedlich miteinander umgehen? Nein, natürlich nicht. Der Kapitalismus ist in Wirklichkeit das einzige System, das kein Himmelparadies auf Erden verspricht (allein schon deshalb, weil der Kapitalismus ganz von selbst entstanden ist und nicht von Intellektuellen erfunden wurde). Und das ist auch einer seiner Vorzüge, denn der Glaube an ein Himmelparadies auf Erden hat im letzten Jahrhundert mehr als 100 Millionen Menschen das Leben gekostet.

Die Sozialisten glauben, dass die “Natur” so ist, wie es ihren politischen Vorstellungen passt. Doch dann kam der Kapitalismus und hat alles zerstört. Deshalb müssen sie die “Natur” wiederherstellen, in dem sie den Kapitalismus abschaffen. Wenn sie das schaffen, werden alle Probleme gelöst sein und die Menschen werden wieder ein erfülltes Leben führen können. Die Sozialisten waren sogar der Ansicht, dass in einer sozialistischen Gesellschaft der Alkoholismus verschwinden würde. (weiterlesen…)

Die wahren Ursachen der Krise

Februar 26, 2013

Das spanische Institut Juan de Mariana, ein 2005 gegründetes Think-Thank, veröffentlichte im letzten Jahr die ausgezeichnete Dokumentation “Fraude” (Betrug), die sich mit den Ursachen der großen Rezessionen auseinandersetzt. Nun liegt dank Philipp Bagus, Professor für Volkswirtschaft an der Universidad Rey Juan Carlos in Madrid, auch eine deutsche Übersetzung des Films vor:

Der Film wird momentan leider in vielen Truther-Seiten verbreitet, was seine Qualität aber nicht schmälert. Die Finanzkrise wird aus der Sicht der Österreichischen Schule der Nationalökonomie analysiert, der bekannte “Austrian” Jesus Huerta de Soto kommt des Öfteren zu Wort, während am Keynesianismus kein gutes Haar gelassen wird (außer Hayeks Aussage gegen Ende des Films, dass Keynes heute kein Keynesianer wäre).

Ab 0:49:55 bringt Carlos Rodriguez Braun das ganze Rettungsdilemma auf den Punkt: “Was die Staaten hätten machen sollen, ist eine Reduzierung der Staatsausgaben, eine Reduzierung der Steuern und eine Reduzierung der Staatsschulden. Die Regierungen haben von den drei Dingen genau das Gegenteil gemacht. Sie erhöhten Steuern, Staatsausgaben und Staatsschulden.”

(weiterlesen…)

Freihandel braucht die Welt

Februar 15, 2013
lk

Händler aus früheren Zeiten

In seiner Rede zur Lage der Nation vor drei Tagen hat US-Präsident Obama angekündigt, Verhandlungen über einen Freihandelsvertrag mit der EU aufzunehmen. Dies ist, nach langen Jahren des Wartens, eine gute Nachricht für beide Seiten. Der Freihandel schafft im Gegensatz zum Protektionismus nicht nur mehr Wohlstand für alle Seiten, sondern ist auch gut geeignet, um dauerhaft Frieden herzustellen, da, wie Vince Ebert es ausdrückt, “bei jedem Blutbad die Umsätze leiden”. Bis zum Jahr 1998 galt die von Thomas Friedman entdeckte “Pax Mac”: Noch nie hatten zwei Staaten, in denen es McDonalds-Filialen gab, gegeneiander Krieg geführt.

Globalisierungsgegner kritisieren den Freihandel und überwachen manchmal sogar die Einhaltung von Zöllen. Der Freihandel würde nur den reichen Staaten nützen und die Armen zur Ausbeutung freigeben. Dabei sind es vor allem die armen Staaten, die vom Freihandel profitieren: In den letzten fünfzig Jahren sank der Anteil der Menschen, die in den Entwicklungsländern nicht genug zu essen hatten, von fünfundvierzig auf achtzehn Prozent. Im selben Zeitraum stieg die weltweite Lebenserwartung von fünfunddreißig auf siebenundsechzig Jahre. Kein Wunder, dass die größten Befürworter vom Freihandel in Städten wie Lima, Johannesburg und Delhi leben:

Als die Weltbank im Sommer 2003 eine Meinungsumfrage unter 38.000 Menschen aus 44 Nationen durchführte, stimmten in den reichen europäischen und nordamerikanischen Staaten 27 Prozent dem Satz zu, „Die Globalisierung ist schlecht für mein Land.“ Doch nur zehn Prozent der Afrikaner teilten diese Ansicht. 56 Prozent der Menschen zwischen Sahara und Kap der guten Hoffnung finden: „Wachsender globaler Handel und globale Geschäftsverbindungen sind sehr gut für mein Land.“ Fazit der Weltbank-Demoskopen: „Das verblüffende Ergebnis dieser Erhebung war, dass die Ansichten über Globalisierung in armen Ländern deutlich positiver waren als in reichen. Die Leute machen nicht die Globalisierung für den mangelnden Fortschritt verantwortlich, sondern die Regierungen ihrer Länder.“

Die Manchester-Legende

Dezember 26, 2012
Kinderarbeit- Eine Erfindung des Frühkapitalismus?

Kinderarbeit- Eine Erfindung des Frühkapitalismus?

Einer der großen Mythen über den Kapitalismus ist der, dass der Frühkapitalismus, also der “Manchesterliberalismus”, zur Verelendung der Arbeiter geführt und die Kinderarbeit erhöht hätte. Es handelt sich dabei um einen Geschichtsmythos, der von Historikern aus ideologischen Gründen erschaffen wurde. Roland Baader setzte sich in seinem 1999 erschienenen Buch “Die belogene Generation” kritisch mit diesem Geschichtsmythos, den er die “Manchester-Legende” nannte, auseinander, ohne das Elend dieser Zeit zu verharmlosen.

Aus “Die belogene Generation” (S.72-76)

Der spektakulärste Bericht darüber aus jener Zeit, der auch Friedrich Engels als Hauptstütze seiner Argumentation gedient hat, war eindeutig und absichtlich gefälscht. Gleichwohl dient dieser sogenannte “Sadler-Report” (Bericht des gewählten parlamentarischen Komitees zur Untersuchung der Fabrikkinderarbeit 1831 bis 32 in England) den Feinden des Marktes und der Freiheit als authentisches Zeugnis.

(…)

Eine weitaus objektivere Darstellung finden wir bei einem Autor, der von der einschlägig-einseitigen Geschichtsschreibung totgeschwiegen wird, obwohl er ein erklärter Gegner des (damals so genannten) “Fabriksystems” war, nämlich bei einem Arzt mit Namen Philipp Gaskell (“The Manufacturing Population of England”, London 1833). In seinem Werk, obwohl höchst kritisch, findet sich kein Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen Fabrikwesen und ökonomischer Verschlechterung der Lage der Arbeiter. In dieser Hinsicht, so Gaskell, sei eine wesentliche Verbesserung der Lebensumstände eingetreten (Wogegen er wetterte, war der- in seiner Sicht moralisch verwerfliche- Verlust der “Unabhängigkeit” der Arbeiter, wie immer auch die “Unabhängigkeit” seiner Meinung nach vorher ausgesehen haben mag). Was die Kinderarbeit angeht, werden die Verhältnisse jedoch in ein ganz anderes Licht gestellt als uns üblicherweise vorgegaukelt wird. Gaskell erregt sich nicht über die betrieblichen, sondern über die unmoralischen häuslichen Gegebenheiten-wie Schmutz, Alkoholismus und Schamlosigkeit der Eltern-, in denen die Kinder aufwachsen müssen. Die Beschäftigung von Kindern in Fabriken, schrieb er, könne so lange nicht als Übel betrachtet werden als die zeitgenössische Moral und die häuslichen Sitten der Bevölkerung sich nicht radikal ändern würden. Solange für die Kinder keine häusliche Erziehung in Sicht sei und sie einem Leben als Wilde überlassen blieben, sei es besser, sie blieben mit leichter Arbeit beschäftigt. Und- so Gaskell- im allgemeinen sei die ihnen zufallende Arbeit tatsächlich leichter Art.

Der moderne Mensch der Wohlstandsgesellschaft neigt dazu, die Zustände jener Tage von der Warte eines unendlich viel höheren Lebensstandards aus zu beurteilen (einen Standards allerdings, den ihm die Industrielle Revolution erst ermöglicht hat). Er sollte sich einer allzu hoffärtigen Moralarroganz enthalten und lieber versuchen, sich objektiv in die Zeitumstände hineinzuversetzen. Viele Unternehmer der industriellen Frühzeit hatten beispielsweise selbst als Kinder schwer gearbeitet und fanden in einer entsprechenden Beschäftigung, um welche die Eltern der Kinder sie meist händeringend gebeten werden, nichts außergewöhnliches. (weiterlesen…)

Was ist der Kapitalismus?

Dezember 3, 2012
Die "Pyramide des kapitalistischen Systems"

Die “Pyramide des kapitalistischen Systems”

Andreas Unterberger fragt sich, wieso der Kommunismus noch immer so viele Anhänger im Westen hat. Nun, die Kommunisten haben es geschafft, alle kommunistischen Regimes, die versagt haben, als nicht-kommunistisch zu bezeichnen (“Es hat noch nie einen echten Kommunismus gegeben”) und alle, die ihnen nicht gefallen, als “kapitalistisch”. Dabei unterscheiden sie nicht zwischen dem, was die Vordenker der freien Marktwirtschaft sich erdacht hatten und dem, was die Politiker, die sich formal zu den Idealen des freien Marktes bekennen, daraus gemacht haben. Oder, anders ausgedrückt: Der Kommunismus ist das Gute, der Kapitalismus ist das Böse.

Das sieht man auch an folgender Definition von Kommunismus:

Was aber ist der Kommunismus? Kein Gulag, keine Stasi, kein Personenkult, kein Arbeitsfetisch, keine Zwangsarbeit, keine Unterdrückung, keine Unterwerfung, kein Proletariat, kein Einheitsdress, kein Herrschaftsprotz und keine alte Leier, keine leeren Regale, keine Rituale. Kommunismus bedeutet … Bedürfnisse befriedigen statt sie auszunutzen, Lebenszeit verschönern statt Arbeitszeit steigern, füreinander produzieren statt gegeneinander konkurrieren, mitentscheiden statt kommandiert werden, mitgestalten statt regiert werden, für Menschen statt Nationen.”

Es gibt natürlich ein paar Probleme mit dieser Definition. Ein Kommunismus ohne Proletariat? Ohne Unterwerfung? Und ohne kommandiert zu werden? Eine abenteuerliche Definition. Tatsache ist, dass die kommunistischen Regimes, die es gegeben, bis auf wenige Ausnahmen wirklich kommunistisch waren. Ephraim Kishon brachte das so auf den Punkt: “Der Kommunismus ist eine großartige Theorie. Das Unglück bestand darin, dass er sich verwirklichen ließ.” Dem ist nichts hinzuzufügen. Außer vielleicht, wie eine Definition des Kapitalismus klingen würde. (weiterlesen…)

Kapitalisten in Afrika

November 29, 2012
Die Flagge der Afrikanischen Union

Die Flagge der Afrikanischen Union

Es gibt viele wichtige Nachrichten, die in den Medien ignoriert werden oder nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die sie eigentlich verdient hätten. Eine dieser Nachrichten, die nur nebenbei erwähnt werden, ist der wirtschaftliche Aufschwung in Afrika. Während die meisten Europäer Afrika immer noch für einen hoffnungslosen Hungerkontinent halten, befindet sich Afrika seit Jahren in einem Aufschwung, der mit dem in Asien vor 20 oder 25 Jahren vergleichbar ist. Auch wenn es große regionale Unterschiede gibt, hat sich der Lebensstandard der meisten Afrikaner in den letzten Jahren enorm verbessert.

Die Kindersterblichkeit geht immer weiter zurück. Der Anteil von Kindern, die Grundschulen besuchen, ist von 2000 auf 2008 um 48% gestiegen, in Sekundarschulen um 65% und in Universitäten um 80%. Die Mittelklasse ist gewachsen, der Zugang zu Elektrizität hat sich fast verdreifacht, viele Afrikaner kaufen sich nun Kühlschränke, Autos und Fernseher. Es gibt 400 Millionen Handys in Afrika, in den afrikanischen Städten findet man kaum eine Person, die kein Handy am Ohr hat. Die afrikanische Wirtschaft wächst jedes Jahr, für 2012 und 2013 wird ein Wachstum von 5% erwartet. Ausländische Direktinvestitionen sind von 9 Milliarden Dollar im Jahr 2000 auf 62 Milliarden im Jahr 2009 gestiegen.

Wem ist dieser Aufschwung zu verdanken? Sicher nicht weißen Rockstars auf Egotrip. In Afrika gibt es 2 Schulen, die die intellektuellen Debatten bestimmen. Die “Externalisten” machen das Ausland für die Rückständigkeit des Kontinents verantwortlich, also den westlichen Kolonialismus, die Sklaverei und den Neokolonialismus. Im Gegensatz dazu suchen die “Internalisten” die Schuld für Afrikas Probleme bei den Afrikanern und lehnen die Entwicklungshilfe ab, da diese ihrer Meinung nach nur die Staatsbürokratie und eine absurde Planwirtschaft fördert. Die Internalisten waren anfänglich noch in der Minderheit, mittlerweile haben sie aber einen großen Einfluss. (weiterlesen…)

Der Kampf gegen den modernen Fußball

Juli 26, 2012
Das neue Logo der FIFA

Das neue Logo der FIFA

Vor zwei Tagen gab es zwei Fußballspiele, die mein Interesse auf sich zogen. In der Champions League-Qualifikation spielte Red Bull Salzburg gegen den luxemburgischen Klub F91 Düdelingen. Die Luxemburger kamen trotz einer 3:4-Niederlage weiter, da sie das Hinspiel mit 1:0 gewonnen hatten. Eine echte Sensation und eine Blamage für die Bullen aus Salzburg. Im zweiten Spiel gewann der FC Bayern in einem Freundschaftsspiel mit 6:0 gegen den chinesischen Klub Beijing Guoan. Beide Spiele haben auf den ersten Blick nichts miteinander gemeinsam. Auf den zweiten Blick stehen beide für die oft beklagte “Kommerzialisierung” des Fußballs. Salzburg gilt in Österreich durch die Unterstützung von Red Bull als ein typischer “Kommerzverein”. Und die Bayern bestreiten nur deshalb ein Freundschaftsspiel in China, weil sie damit den asiatischen Markt erobern wollen.

Die “Kommerzialisierung” des Fußballs wird von vielen als etwas Schlechtes angesehen. Vereine wie Chelsea, Manchester City, Paris SG, Malaga, Anzhi Makhachkala und Shanghai Shenhua werden als “mahnende Beispiele” für diese Entwicklung angeführt. In England haben Manchester United-Fans aus Protest gegen den “modernen Fußball” einen eigenen Verein gegründet: FC United of Manchester. Viele Fans tragen im Stadion aus Protest grün-gelbe Schals, um ihren Protest gegen die Klubführung kund zu tun. Es gehört in den Fußball-Stammtischen zu den üblichen Parolen, gegen die Kommerzialisierung des Fußballs zu wettern und sich die schöne, alte Zeit herbeizusehnen. Der britische Autor Matthew Bazell gab dem modernen Fußball in seinem Buch „The people’s game? Ein Buch gegen den modernen Fußball“ ein vernichtendes Urteil, weil der Fußball nicht mehr allein den Proletariern gehört. Er schreibt:

“Früher nannten sie ihn „the peoples game“, den Volkssport Fußball. Heute nicht mehr. Bazell untersucht anhand der englischen Premier League, warum sich der Fußball vom Sport der arbeitenden Bevölkerung zu einem Freizeitvergnügen für eine wohlhabende Mittelschicht entwickelt hat. Mit beißendem Spott und scharfem Blick demontiert Matthew Bazell den modernen Fußball und seine neuen Konsumenten.” Dass Kulturmarxisten den modernen Fußball kritisieren, ist nicht verwunderlich. Aber wieso kritisiert auch ein Journalist wie Tobias Kaufmann den modernen Fußball, da er ihn für zu ungerecht hält? Ist diese Kritik angebracht oder handelt es sich um bloße Panikmache? (weiterlesen…)

Die Yes Men und die Gemeinplätze der Kapitalismuskritiker

Juli 14, 2012
Die "Pyramide des kapitalistischen Systems"

Die “Pyramide des kapitalistischen Systems”

Die “Yes Men” sind eine Aktivistengruppe, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Welt von der rücksichtslosen, unmoralischen “Sekte” der freien Marktwirtschaft zu befreien. Zu diesem Zweck führen sie False-Flag-Operationen aus, in der sie sich mal so verhalten, wie es die Unternehmer ihrer Meinung nach tun sollten (gemeinnützige Spender), andere Male so wie menschenverachtende, asoziale Raubtierkapitalisten, um das “wahre” Gesicht der Unternehmer zu zeigen. Sie sind mittlerweile recht bekannt geworden, weil ihre Aktionen nur selten enttarnt werden und sie es so aussehen lassen, als würden sie die Unmoral der Manager und Firmenchefs entlarven.

Aber solche Aktionen sagen nichts über die Moralvorstellungen von Managern und Firmenchefs aus. In Wirklichkeit werden die meisten von den Aktionen überrumpelt. Das Gleiche gilt für Aktionen auf der anderen Seite. Dem konservativen US-Studenten James O’Keefe ist es gelungen, mehrere linke Organisationen wie Planned Parenthood und Acorn, die den Demokraten nahe standen, mit False-Flag-Operationen bloßzustellen. Er zeigte sie als rassistisch und Kinderprostitution unterstützend, woraufhin diese Organisationen rasch ihre öffentliche Unterstützung verloren. Deshalb wird aber wohl kaum einer auf die Idee kommen, den linken Organisationen in den USA pauschal unmoralisches Verhalten vorzuwerfen.

Die Yes Men sind ein typisches Beispiel für den alltäglichen Che Guevara-Weltverbesserer, der über die reichen Bonzen schimpft und alle Politiker für Bankenmarionetten hält. Alles was sie tun ist, für alle wirtschaftlichen Probleme der Welt, ob nun Arbeitslosigkeit im Westen oder Hunger in Afrika, dem Kapitalismus die Schuld zu geben, ohne sich einen Gedanken, was freie Marktwirtschaft wirklich bedeutet. Einige von den Yes Men verbreiteten Irrtümer sollen hier aufgeklärt werden, da sich ja sonst niemand für die freie Marktwirtschaft einsetzt, obwohl es der einzige Ausweg aus der Krise ist. (weiterlesen…)


Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Schließe dich 29 Followern an