Archiv für die Kategorie ‘Kapitalismus’

Die Große Koalition gegen die soziale Marktwirtschaft

März 24, 2014

Was ist von Ludwig Erhard noch übriggeblieben?

Seit dem 1. Januar 2013 ist das Monopol der Deutschen Bahn für den Fernbusverkehr Geschichte. Was hat sich seitdem verändert?

- Das Angebot an Strecken hat sich verdreifacht.
- Die Preise sind billiger geworden, Studenten und Rentner können sich nun Fernreisen besser leisten.
- Es sind viele neue Arbeitsplätze entstanden.

Die Liberalisierung des Fernbusverkehrs machte es also tatsächlich möglich, dass Menschen aller Klassen zu billigeren Preisen schneller von einem Ort zum anderen reisen können, ohne einem Monopolisten ausgeliefert zu sein, der Wucherpreise und schlechten Service anbietet. Und dabei entstehen auch noch Arbeitsplätze. Wie furchtbar! Der freie Markt muss eingedämmt werden. Wo kommen wir denn hin, wenn sich Studenten und Rentner das leisten können, was sich die Reichen und Mittelständischen leisten können?

Das denkt sich offenbar auch die Große Koalition und will jetzt den freien Markt im Namen der sozialen Gerechtigkeit einschränken. Wenn ihre Vorhaben umgesetzt werden, stehen Deutschland harte Zeiten bevor. Das Wort “sozial” ist dabei ganz wichtig. Es ist aus sozialen Gründen wichtig, Neubauten und Renovierungen durch eine Mietpreisbremse unattraktiv zu machen. Es ist aus sozialen Gründen wichtig, Geringverdiener durch den Mindestlohn entweder in die Arbeitslosigkeit oder in die Schattenwirtschaft zu verdrängen.

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End the FED

Februar 19, 2014
Die globale Leitwährung ist sehr begehrt

Der Dollar braucht Konkurrenz

Es gibt Dinge, für die sich der Großteil der Bevölkerung nicht interessiert, obwohl sie zu den wichtigsten Themen in der Wirtschaftspolitik gehören. Eines dieser Gebiete ist das staatliche Monopol für das Geld. Für den Durchschnittsbürger ist es eine Selbstverständlichkeit, über die man nicht diskutieren muss: Muss ein Land nicht, sowie es eine offizielle Flagge und eine offizielle Sprache hat, auch eine offizielle Währung haben, und damit auch eine Zentralbank, die über diese Währung wacht? Deshalb wollen auch die Eurogegner den Euro einfach durch eine andere Staatswährung ersetzen, der D-Mark.

Obwohl die Mechanismen beim Geld etwas anders sind als bei gewöhnlichen Waren, bleibt eine Regel gleich: Wenn der Staat ein Monopol übernimmt, verschlechtert sich diese Ware. Im Dezember 2013 feierte die amerikanische Zentralbank, die Federal Reserve (FED), ihr 100-jähriges Jubiläum. Die Folgen der FED-Politik sind verheerend: Der Dollar hat seit 1971, dem Jahr, als Nixon den Dollar von der Goldbindung löste, 80% an Wert verloren, das hemmungslose Gelddrucken in der Ära des Zentralbankchefs Alan Greenspan führte zur Finanzkrise. Die Europäische Zentralbank (EZB) ist zwar noch jung, wandelt aber auf denselben Spuren.

In der deutschen Parteienlandschaft setzt sich nur die libertäre Splitterpartei (“Kleinpartei” wäre eine Übertreibung) “Partei der Vernunft” (PDV) für ein Ende des staatlichen Geldmonopols ein, sie werden dabei von verrückten Verschwörungstheoretikern unterstützt, die hinter der FED ein Komplott von jüdischen Bankern vermuten. Immerhin gibt es auch einige vernünftige Ökonomen und Politiker wie der FDP-Mann Frank Schäffler, die sich diesem Thema annehmen. In den USA ist es Ron Paul, der ein Buch mit dem prägnanten Titel “End the FED” geschrieben hat, aber wie die PDV-Leute auch viele verrückte Freunde hat. (more…)

Sind Kleinstaaten erfolgreicher?

Februar 1, 2014

Die Kleinstaaterei im Heiligen Römischen Reich

In einem Kommentar für das Handelsblatt empfahl Wolfram Weimer, die Anzahl der Bundesländer im Osten zu verringern. Frank Schäffler konterte und forderte stattdessen mehr Autonomie für die Bundesländer sowie die Möglichkeit, aus Bundesländern auszutreten oder sich anderen anzuschließen. Klein aber fein sei besser als groß und träge, meint Schäffler, und führt als Beispiel die Tatsache an, dass Hamburg als kleiner Stadtstaat ein deutlich größeres Pro-Kopf-Einkommen hat als Nordrhein-Westfalen.

In dieselbe Kerbe schlägt Domic Frisby, der erklärt, warum ein unabhängiges Schottland (für dieses Jahr ist ein Referendum vorgesehen) zu den reichsten Ländern der Welt gehören könnte. Desto kleiner Staaten sind, desto mehr Reichtum häufen sie an, und zwar für die ganze Bevölkerung. Aber trifft das zu? Auf den ersten Blick kann man uneingeschränkt zustimmen: Katar, Luxemburg und Singapur stehen in der Liste der reichsten Staaten ganz oben. Auf den zweiten Blick sieht man, dass die Sache nicht so einfach ist.

Kleine Staaten wie Moldawien, Haiti und Lesotho gehören zu den Armenhäusern in ihren Regionen. Das größte deutsche Bundesland Bayern ist reicher als die Stadtstaaten Berlin und Bremen. Katar profitierte nicht von seiner kleinen Fläche, sondern vom Öl. Und dann gibt es natürlich noch die USA, das Paradebeispiel, dass ein Riesenland auch zu großem Reichtum kommen kann. Um ein Land reicher zu machen, genügt es also nicht, es einfach kleiner zu machen, es müssen andere Voraussetzungen gegeben sein. (more…)

Die Spielzeuge der Reichen

Januar 21, 2014

Die Mondkolonisation könnte in naher Zukunft beginnen

Als Yuri Gagarin 1957 der erste Mensch im Weltraum wurde und John F. Kennedy vier Jahre später ankündigte, bis zum Ende des Jahrzehnts einen Menschen zum Mond und wieder zurück zu fliegen, machte das weltweit große Schlagzeilen. Der Wettlauf zum Mond wurde zu einem prestigeträchtigen Duell im Kalten Krieg, die USA traten gegen die Sowjetunion an. Allerdings wurden beide Weltraumprogramme von staatlichen Organisationen geleitet, und so eignete sich der Sieg der USA nicht unbedingt als Werbung für den Kapitalismus. Dennoch war es natürlich eine großartige Leistung der Menschheit.

Heute erleben wir einen neuen Wettlauf: Den Wettlauf zum Mars. Er macht aber nur wenige Schlagzeilen, denn es handelt sich um zwei private Institutionen. Die Non-Profit-Organisation “Inspiration Mars” von Dennis Tito, dem ersten Weltraumtouristen, plant, bis zum Jahr 2018 einen Mann und eine Frau um den Mars vorbeifliegen zu lassen. Ein sehr ehrgeiziges Ziel, dass jedoch von der niederländischen Stiftung “Mars One” übertroffen wird: Diese plant, bis zum Jahr 2025 vier Menschen in den Mars zu schicken, für die keine Rückkehr geplant ist. Das Geld dafür soll u.a. durch die TV-Rechte kommen, denn die Kandidatenauswahl soll durch eine Reality-Show erfolgen.

Nicht nur Flüge zum Mars, auch kleinere Weltraumflüge sollen bald von privaten Organisationen angeboten werden. Die erste Frage, die vielen Menschen dabei in den Kopf kommt, lautet: “Warum?” Diese Frage kontert man am besten mit der Gegenfrage: “Warum nicht?” Jeder soll mit seinem Geld machen was er will, und wenn dazu Weltraumflüge gehören, ist das eben so. Leider denken nicht alle so. Günter Verheugen von der EU-Kommission äußerte sich zum Thema wie folgt: “Mir gefällt das Thema nicht. Es verdient keine Unterstützung. Das ist ausschließlich eine Sache für die Superreichen und damit gegen meine soziale Überzeugung”. (more…)

Die hohe Kunst der Diffamierung

Januar 9, 2014
Die "Pyramide des kapitalistischen Systems"

Wie Antikapitalisten den Kapitalismus sehen

Wenn man in Deutschland gegen zu hohen staatlichen Einfluss anschreibt und mehr Selbstbestimmung fordert, begegnen einem unweigerlich die Stimmen derer, die für mehr Staat und weniger Selbstbestimmung stehen. Es gibt sicher einige, mit denen man vernünftige Diskussionen führen kann. Aber in vielen Fällen wird man einfach diffamiert, während auf sachliche Argumente verzichtet wird. Ich habe vier Punkte gefunden, die mir aus Diskussionen besonders in Erinnerung geblieben sind. Eine kleine Anleitung für einen Antikapitalisten, um einen Kapitalisten zu diffamieren.

1. Bezeichne ihn als Lobbyisten.

Das ist das Allerwichtigste. Jeder, der für eine Sache schreibt, die nicht deine ist, ist ein Lobbyist. Wenn du ein Kapitalismuskritiker bist, sind alle deine Kritiker Konzern-Lobbyisten, wenn du dich gegen Atomkraft einsetzt, sind alle deine Kritiker von der Atomlobby, wenn du gegen Gentechnik bist, sind alle deine Kritiker von Monsanto bezahlt, wenn du für CO2-Obergrenzen bist, sind alle deine Kritiker von der Öllobby (du kannst auch einfach ein Wort nehmen, mit dem du deine Kritiker bezeichnest, wie z.B. “Neoliberaler”, dann wissen alle Bescheid). Du dagegen bist kein Solar- oder Windkraftlobbyist, nein, du setzt dich für die Allgemeinheit ein.

2. Nehme ein Argument, kritisiere es und stelle es so dar, als seien damit alle seine Argumente widerlegt.

Dein Kritiker sagt, Deregulierungen würden der Wirtschaft gut tun. Aber Deregulierungen haben zur Finanzkrise geführt, wie du weißt. Er erzählt also offensichtlich Unsinn. Und wenn er hier Unsinn erzählt, musst du alle seine anderen Argumente gar nicht beachten, denn sie sind auch Unsinn. Du musst dir also gar nicht anhören lassen, dass die Subprime-Krise in Wirklichkeit durch falsche staatliche Politik, nämlich durch die von der US-Notenbank betriebenen Politik des billigen Geldes, verursacht und durch die ebenfalls staatlichen Bankenrettungsprogramme verschlimmert wurde. (more…)

Kennedys Leistungen

Dezember 20, 2013
Sein Mythos lebt weiter

Sein Mythos lebt weiter

Der 22. November 2013 war der 50. Jahrestag des Attentats auf John F. Kennedy. In den Medien wurde an ihn erinnert, Fernsehen und Zeitungen hatten ein Thema für einen ganzen Tag und die Verschwörungstheorien hatten natürlich wie erwartet Hochkonjunktur (ich frage mich ja, warum Jackie Kennedy von niemandem verdächtig wurde. Sie hatte ein Motiv und war am nächsten dran. Aber die wahrscheinlichste Theorie ist noch immer Herzversagen).

Nur wenige sprachen die Wahrheit aus: Kennedy wurde nur durch seine Ermordung zum Mythos. Es ist auch schwer, als Präsident vieles zu leisten, wenn man weniger als drei Jahre im Amt war. Während seiner Präsidentschaft verantwortete er zudem einige Fehler, so z.B. die fehlgeschlagene Schweinebucht-Invasion und die weitere Involvierung in Vietnam. Sein Besuch in Berlin war reine Symbolpolitik. Aber er vollbrachte die Leistung, einen Atomkrieg mit der Sowjetunion zu verhindern, das muss man ihm zugestehen.

Es gibt zwei Aspekte von Kennedy, die heute in Vergessenheit geraten sind. Beim einen liegt es daran, dass es den Linken nicht gefallen dürfte. Es war nämlich niemand Geringeres als Kennedy, der zu den größten Steuersenkern in der Geschichte der USA gehörte. Im Jahr 1962 lag der Spitzensteuersatz bei barbarischen 91%. Er senkte ihn auf 65%, immer noch barbarisch, aber immerhin ein Fortschritt. Kennedy sagte in seiner Rede: “Jeder Dollar, der nicht in Steuern gezahlt wird, kann ausgegeben oder investiert werden und schafft Arbeits­plätze.” (more…)

Freihandel und freie Einwanderung

Dezember 8, 2013
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Händler aus früheren Zeiten

Die besten Nachrichten sind die, mit denen man nicht gerechnet hat. Die diesjährige Klimakonferenz in Warschau ist gescheitert, die WTO-Konferenz in Bali dagegen endete mit einem als historisch betitelten Abkommen, auf den sich fast 160 Länder geeinigt haben. Das Abkommen sieht den Abbau von Zöllen, die Verringerung von Agrarsubventionen und Handelserleichterungen für die Entwicklungsländer vor. Man sehe und staune: Die Politiker der Welt einigten sich tatsächlich beim Thema Freihandel, aber nicht beim Thema Klimaschutz. Sind sie vielleicht doch vernünftiger als wir denken?

In den deutschen Medien heißt es zum Abkommen, Deutschland würde als Exportnation besonders profitieren. Aber es sind nicht nur exportorientierte Länder, die vom Freihandel profitieren, sondern alle Länder auf der Welt. Die einzigen, die als Verlierer gelten dürften sind die, die sich mit Subventionen und hohen Zöllen dem Wettbewerb verweigerten, natürlich auf Kosten der Allgemeinheit, der man jedoch weismachte, es sei in ihrem “Interesse”. Das Freihandelsabkommen ist vor allem eine große Chance für die armen Entwicklungsländer, sie haben am meisten zu gewinnen.

Die Ursachen für die schlechte wirtschaftliche Lage in den Entwicklungsländern liegen nicht nur in den hohen bürokratischen Hürden und fehlenden Eigentumsrechten begründet, die Hernando de Soto ausführlich beschrieben hat (und die laut ihm der wichtigste Grund für den Ausbruch des Arabischen Frühlings war), sondern auch in der protektionistischen Politik der Industrieländer. Die europäischen Länder haben sich nicht nur jahrzehntelang gegen Waren aus Afrika abgeschottet, sie haben auch mit Exportsubventionen geholfen, einheimische afrikanische Hersteller zu zerstören. (more…)

Bitte kein Schundkino mehr!

November 24, 2013
Die Traumfabrik produziert auch mal Blödsinn

Kreative Filmemacher brauchen keine Filmförderung

Wolfgang Röhl nimmt sich in der Achse den vom Spiegel als “erfolgreichen Regisseur” bezeichneten Christian Petzold vor, der zu den größten Profiteuren der deutschen Filmförderung zählt. Jedes Jahr schütten diverse Filmförderungsanstalten (FFA) 290 Millionen Steuergelder für meist schlechte Filme aus, die kaum irgendjemanden interessieren (tragischerweise soll auch bei einem möglichen Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA die Kultur ausgenommen werden). Röhls Artikel erinnerte mich an ein Interview mit dem Filmemacher Klaus Lemke, den er im Mai anlässlich der Filmfestspiele von Cannes dem Magazin “liberal” gab.

Hier ein paar lesenswerte Ausschnitte:

Ich versuche seit 40 Jahren den Leuten zu erklären, dass jede Form von Subventionen aus Steuermitteln für Film ein Tritt in die eigene Kreativität ist.

Nur ein Einziger ist der deutsche Film: Til Schweiger. Wenn’s Til Schweiger nicht gäbe, gäbe es keinen deutschen Film mehr. Man müsste nur Til Schweiger davon überzeugen, drei Jahre keinen Film mehr zu machen. Dann würde der deutsche Film nicht mehr da sein.

Meine Kollegen sind durch die Subventionen totgemacht. Das ist so wie Hamlet. Hamlet ist gelähmt durch das untergründige Einverständnis mit seinem Vater. Und hier ist es das untergründige Einverständnis, dass ein Staat etwas so kapitalistisches, urkapitalistisches wie Film, wie Entertainment fördert. Wenn man einmal damit einverstanden ist, kann man sich auch umbringen, was Film angeht.

Klare Worte. Til Schweiger wird übrigens auch von Röhl angesprochen, der anmerkt, dass Kinos in Deutschland nur aufgrund der von den Kritikern geschmähten Komödien-Macher wie Til Schweiger wirtschaftlich überleben können. Es ist leider nichts Ungewöhnliches, das gerade über die, die eine Branche am Leben erhalten, am meisten hergezogen wird. Lemke stellt fest, dass eine staatliche Filmförderung in den USA unmöglich wäre und amerikanische Filmemacher erkannt haben, wie die europäische Filmförderung eher ihre Filme bevorteilt (derzeit befindet sich jedoch nicht das Kino, sondern das amerikanische Fernsehen in einem goldenen Zeitalter). (more…)

Brot und Spiele?

November 13, 2013

Zu früh gefreut: Die Europameisterschaft 2012 brachte den Gastgebern keinen wirtschaftlichen Gewinn

Sport spielt für viele Menschen, mich eingerechnet, eine wichtige Rolle in ihrem Leben. Immer wenn ein sportliches Großereignis stattfindet, empfinden Millionen Menschen wochenlang ein Glücksgefühl. Nun haben sich die Münchner trotzdem gegen Olympia 2022 entschieden. Für diese Entscheidung können jedoch durchaus rationale Begründungen angeführt werden, denn Sportveranstaltungen haben ein kleines, schmutziges Geheimnis: Sie sind meist ökonomischer Irrsinn.

Lange Zeit überwog der Glaube, dass Stadienbauten und Sportveranstaltungen wie die Olympischen Spiele oder Fußball-Weltmeisterschaften gut sind, um “die Wirtschaft anzukurbeln”, sozusagen als “Stimulationsprogramme”, gigantische Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Deswegen argumentierten Sportberater und Politiker in öffentlichen Anhörungen oft und gerne, dass die Steuerzahler für Stadien inklusive Parkplätze aufkommen sollten – nicht selten mit dreistelligen Millionensummen.

In dem Buch “Warum England immer verliert” von Simon Kuper und Stefan Szymanski, das beste Fußballbuch, das ich bis jetzt gelesen habe, werden verschiedene Fußballphänomene erklärt und viele Fußballmythen entkräftet (der englische Originaltitel ist “Soccernomics”). Einer dieser Mythen ist die Behauptung, dass Sportveranstaltungen wie die Fußball-Weltmeisterschaft gut für die Volkswirtschaft eines Landes sind. In den allermeisten Fällen sind sie es nicht, und wenn sie in armen Ländern stattfinden, stellen sie eine himmelschreiende Ungerechtigkeit dar. (more…)

Wie man eine Stadt am besten zerstört

November 9, 2013

Nur die Atombombe ist schlimmer als eine Mietpreisbindung

Man stelle sich vor, ein völlig abgedrehter, misanthropischer Bürgermeister wacht eines Tages auf und nimmt sich ein festes Ziel vor: Die Zerstörung seiner Stadt. Er könnte sich nun viele Wege ausdenken, dieses Ziel zu erreichen. Er könnte bei der Zentralregierung eine Bedrohung vortäuschen, damit Soldaten und Waffen in die Stadt kommen und die Stadt dann in Schutt und Asche bombardieren. Wenn die Stadt am Meer gelegen ist, könnte er alle Dämme abreißen und auf einen Hurrikan warten. Es gibt aber einen viel einfacheren Weg. Der einzige Makel ist, dass er mehrere Jahrzehnte dauern kann.

Der schwedische Ökonom Assar Lindbeck beschäftigte sich u.a. mit der “Insider-Outsider-Theorie” und dem Wohlfahrtsstaat, also dem schwedischen Modell. Von 1980 bis 1994 war er Mitglied im Komitee zur Vergabe des Wirtschaftsnobelpreises (das sollte jedoch kein großes Lob sein). Bekannt geworden ist er aber vor allem durch einen Satz, der unserem fanatischen Bürgermeister weiterhelfen könnte: “Eine Mietpreisbindung ist das beste Verfahren zur Zerstörung einer Stadt neben der Bombardierung“.

Da sich die Bundesregierung entschlossen hat, den ohnehin massiv regulierten Wohnungsmarkt noch weiter zu regulieren und eine Mietpreisbremse einzuführen, ist es an der Zeit, Lindbecks Zitat zu erläutern. Warum ist eine Mietpreisbindung das einfachste Verfahren, eine Stadt zu zerstören? Nun, es gibt viele Phasen, die nach einer Mietpreisbindung folgen – diesen Vorgang hat Henry Hazlitt schon vor mehr als 60 Jahren beschrieben – und wenn niemand in der Zwischenzeit die Reißleine zieht, wird eine Stadt tatsächlich so zerstört, dass man meinen könnte, es hätte ein Krieg getobt. (more…)


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