Archive for the ‘Lateinamerika’ Category

Frieden für Kolumbien?

Oktober 8, 2014
Die Flagge der FARC

Die Flagge der FARC

Noch in den 1980ern kamen die mächtigsten Drogenkartelle aus Kolumbien. Der Name Pablo Escobar stand für die ganze Macht und die Gewalt der Drogenmafia, die keine Angst vor der Staatsgewalt hatte. Aber mit der Zeit wanderte die Macht ab, Richtung Norden. Heute haben nicht mehr das Cali- oder Medellin-Kartell das Sagen, sondern das Zeta- oder Sinaloa-Kartell. Mexiko wurde zum neuen Paradies der Kartelle, deren Macht nun in vielen Gebieten grenzenlos scheint und deren Gewaltmethoden nicht mal vom “Islamischen Staat” übertroffen werden. Mit Folgen für die Kolumbianer: Die Kartelle sind heute nur noch Kuriere der Mexikaner, und Kolumbien ist viel friedlicher als vor 30 Jahren.

Aber Frieden gibt es noch lange nicht. Die beiden größten Terrororganisationen des Landes, die FARC und die ELN, die ursprünglich eine kommunistische Revolution in Kolumbien wollten, befinden sich seit 50 Jahren im Kriegszustand mit der Regierung. Die FARC engagiert sich, genauso wie rechte Paramilitärs, im Drogengeschäft. Damit generiert sie den Großteil ihrer Einnahmen. Ihre Ideologie spielt heute kaum eine Rolle, obwohl einige Kolumbianer und sogar Europäer sich noch immer für die Revolutionsrhetorik begeistern. Jedes Jahr sterben Hunderte Rebellen, Polizisten, Soldaten und Zivilisten, es gibt Hunderttausende Binnenflüchtlinge und eine unbekannte Zahl von Geiseln.

Die Macht der FARC hat aber deutlich nachgelassen. Es gibt immer weniger Kämpfer, sie werden gefangen genommen, getötet oder desertieren. In den letzten zwölf Jahren verlor die FARC wohl die Hälfte ihrer früher bei 20.000 liegenden Manneskraft. Im Jahr 2008 starb der FARC-Gründer und Chef Manuel Marulanda und der Vize Raul Reyes wurde bei einem Angriff der kolumbianischen Armee in Ecuador getötet. Nachdem 1982-84 und 1998-2002 zwei Friedensverhandlungsrunden scheiterten, führt die kolumbianische Regierung seit 2012 erneut Verhandlungen, die vielversprechend sind und den 50-jährigen Krieg beenden könnten. (more…)

Mythen und Fakten zu Kuba

September 17, 2014
Das waren noch Zeiten: Che Guevara und Fidel Castro beim Revolutionieren

Das waren noch Zeiten: Che Guevara und Fidel Castro beim Revolutionieren

“Ich habe niemals jemanden getötet, aber ich habe oft Nachrufe mit großem Vergnügen gelesen”, sagte der amerikanische Rechtsanwalt Clarence Darrow einmal. Die meisten Menschen dürften diesem Satz zustimmen, auch wenn sie es nicht zugeben. Das Jahr 2011 war in dieser Hinsicht besonders gut: Osama, Gaddafi und Kim Jong-Il segneten das Zeitliche. 2012 war dann eher enttäuschend. 2013 gab es immerhin Hugo Chavez. 2014 läuft aber wieder mau. Kandidaten gibt es ja reichlich, so z.B. Robert Mugabe oder Ayatollah Chamenei. Und natürlich Fidel Castro.

Der Kalte Krieg ist seit 23 Jahren vorbei, aber Fidel Castro ist geblieben. Er herrscht seit 55 – in Worten: fünfundfünfzig – Jahren über Kuba. Dabei nimmt er sich immer mal wieder eine Auszeit, so war er zwischenzeitlich neun Monate lang nicht in der Öffentlichkeit zu sehen. Politische Ämter übt Fidel offiziell nicht mehr aus, sein Bruder Raul hat den Posten als Generalsekretär der Kommunistischen Partei übernommen. In seinem Land hat sich in den letzten Jahren einiges verändert. Die Führung versucht langsam, das Land zu öffnen, ohne dabei den Unterdrückungsapparat zu lockern.

Das linke Narrativ lautet: Kuba war unter dem amerikanischen Marionettendiktator Fulgencio Batista das “Bordell der Amerikaner”, dann wurde Batista durch einen Volksaufstand, angeführt von Fidel Castro, gestürzt. Castro errichtete ein sozialistisches Paradies, verteilte den Reichtum gerecht, versorgte seine Bevölkerung mit Bildung und Gesundheit, versäumte es aber leider, Freiheit und Demokratie einzuführen. Die sozialen Errungenschaften werden aber gewöhnlich höher bewertet. Wenn man sich die Realitäten in Kuba anschaut, wird schnell klar, dass es sich bei diesem Narrativ um einen Mythos handelt, der freilich geschickt am Leben erhalten wird. (more…)

Bolivianer wehren sich gegen anti-israelische Sanktionen

August 8, 2014

Die bolivianische Flagge

Bolivien ist international eher für wenig bekannt. Außer Militärputsche und Drogenkrieg gab es in den letzten Jahrzehnten politisch wenig zu berichten, und im Fußball reichte es 1994 nur für die Qualifikation zur WM, die erfolglos blieb. Für mich, der seinen Migrationshintergrund aus Bolivien hat, gab es in den letzten Jahren fußballerisch viel zu leiden, zum Glück hatte ich Bayern München und die DFB-Jungs. Politisch betrachtet ist Bolivien seit dem Amtsantritt des Sozialisten Evo Morales zwar unterhaltsam, aber auch nicht besser als die Jahrzehnte zuvor.

Nun hat Morales offenbar große Ambitionen. Er hat Bolivien nicht nur zur Raumfahrtnation gemacht, jetzt will er es auch in der “Achse des Widerstands” integrieren. Dafür hat er bereits 2009 die Beziehungen zu Israel abgebrochen, letzte Woche ist er einen Schritt weitergegangen: Er nannte Israel einen “Terrorstaat” und beschloss, dass israelische Besucher wieder Visa beantragen müssen, wenn sie nach Bolivien einreisen wollen. Man kann das für eine sinnlose Maßnahme halten, da kaum ein Israeli nach Bolivien will. Und genau da liegt man falsch.

Denn die Nachricht ist nicht überall in Bolivien gut angekommen. Mein Bruder, der in der Tourismusbranche tätig ist, machte mich darauf aufmerksam: Die Stadt Rurrenabaque wird jedes Jahr von 50.000 Touristen besucht – 15.000 davon stammen aus Israel. Durch die neue Visa-Regelung könnten also ein Drittel der Touristen wegbleiben – ein Desaster für die Einwohner. Die Folge: Die lokalen Behörden haben lautstark ihr Missfallen kundgetan und fordern, dass die Regelung wieder zurückgenommen wird. Sie drohen sogar damit, Straßen zu blockieren, falls dies nicht geschieht. (more…)

Schlechte Aussichten für die Gauchos

Juli 17, 2014
Wie gehen die Gauchos? Die Gauchos, die gehen so!

Wie gehen die Gauchos? Die Gauchos, die gehen so!

Wir haben es geschafft. Mit einer grandiosen Leistung holten unsere Jungs den WM-Titel in Brasilien, als erste europäische Mannschaft in Südamerika überhaupt. Es war ein tolles Turnier mit guten Spielen, vielen Toren, Drama ohne Ende und einer geilen Stimmung. Die Brasilianer waren gute Gastgeber, obwohl die ganze Korruption natürlich zum Himmel stinkt und ihre Mannschaft am Ende lächerlich gemacht wurde. Aber sowas passiert im Fußball halt, und mit Deutschland erlebten die Brasilianer immerhin einen mehr als würdigen Weltmeister.

In Deutschland mischte sich neben der ganzen wunderbaren Freude auch etwas Unmut über die angeblich respektlose Behandlung der Argentinier durch den “Gaucho-Tanz”. Bei der Siegesfeier liefen Klose, Schürrle, Mustafi, Götze, Weidenfeller und Kroos tief gebückt und sangen “So gehen die Gauchos, die Gauchos gehen so”, dann richteten sie sich auf und sangen: “So gehen die Deutschen, die Deutschen, die gehen so”. In Argentinien hat man diesen Skandal bis jetzt jedoch noch nicht bemerkt.

Die Öffentlichkeit in Argentinien dürfte bald von einem anderen Thema beherrscht werden. Das Land ist drauf und dran, das neue Venezuela zu werden. Dabei war Argentinien eines der Länder, denen man Anfang des 20. Jahrhunderts eine große Zukunft prophezeite. Nach dem Zweiten Weltkrieg prägte Peron, der verehrte Nationalheld, den Spruch, von dem, was eine argentinische Familie wegwirft, könnten fünf europäische Familien leben. Aber die Zeiten änderten sich schnell und heute steht man mal wieder vor einem Bankrott. (more…)

Der mit den Vögeln spricht

November 21, 2013
Venezuela im Würgegriff des Sozialismus

Venezuela im Würgegriff des Sozialismus

Hugo Chavez ist tot, aber seine Ideen leben weiter. Wenn es doch nur andersrum sein könnte. Sein Nachfolger Nicolas Maduro, für sechs Jahre gewählt, ist vielleicht nicht mit demselben messianischen Erlöserimage ausgestattet wie Chavez, hat aber die gleiche Ideologie. Der Klassenkampf wird fortgesetzt, im wahrsten Sinne des Wortes. Geschäfte werden vom Militär besetzt und geplündert, es wird Jagd auf die “Bourgeoise” gemacht, “bürgerliche” Medien werden drangsaliert und schikaniert und der Vorsitzende der sozialistischen Partei (PSUV) ernennt sich zum unantastbaren Führer. Aber fangen wir von vorne an.

Nachdem Maduro im April die Wahl gegen den Oppositionsführer Capriles gewann, wurden sofort Vorwürfe laut, die Wahl sei gefälscht worden. Tatsächlich wurden viele weggeworfene Wahlurnen gefunden, Mitglieder der Wahlkommission zweifelten das Ergebnis an, Capriles ernannte sich zum Wahlsieger. Es kam zu Demonstrationen mit Toten, im Parlament prügelten “Chavistas” Oppositionelle nieder. Maduro sprach von einer “faschistischen” CIA-Verschwörung zur Destabilisierung des Landes und saß die Proteste aus. Später sagte er öffentlich, die Namen von 900.000 ehemaligen Chavez-Wählern “identifiziert” zu haben, die nicht für ihn abgestimmt haben.

Anschließend begann er, Chavez’ Werk fortzusetzen. Dafür holte er sich eigenhändig den Segen des “unsterblichen Kommandanten des Volkes”. Nach eigenen Angaben sprach er im März und nochmal im Juni mit Chavez, der in der Gestalt von Vögeln auf die Erde zurückgekehrt war. Wie er die von ihm ausgelösten Probleme des Landes – hohe Inflation, eine exorbitante Kriminalitätsrate (17.000 Morde pro Jahr), Zusammenbruch der Infrastruktur und der Stromversorgung – lösen kann, teilte Chavez ihm offenbar nicht mit. Stattdessen setzte Maduro auf die übrige Taktik: Den Kapitalisten, Faschisten und Amerika die Schuld geben und mehr heilsbringende Planwirtschaft einführen. (more…)

Freiheit für die Falkländer!

März 10, 2013

Heute stimmen die Einwohner der Falklandinseln über den zukünftigen Status der Inselgruppe ab. Es wird damit gerechnet, dass die überwältigende Mehrheit der Falkländer für den Verbleib zu Großbritannien stimmen wird. Das ist kein Wunder, wenn man bedenkt, dass die meisten Einwohner Nachfahren britischer Siedler sind und die Zugehörigkeit zu Großbritannien erhebliche Vorteile bringt. Die Geschichte der Falklandinseln wird in diesem Video kurz zusammengefasst:

Erschreckend ist, dass ausgerechnet US-Präsident Barack Obama den Briten in den Rücken fällt und sich auf die Seite der argentinischen Imperialisten und Kolonialisten stellt. Letztes Jahr sagte er, dass er in der Falklandfrage “neutral” bleiben will und das Außenministerium hat sich bis jetzt geweigert zu sagen dass man das Ergebnis des Referendums anerkennen wird. Stattdessen setzt man auf “Verhandlungen” zwischen den beiden Ländern, obwohl die Argentinier die Aggressoren sind und die Briten das Recht auf ihrer Seite haben.

Den Krieg von 1982 hatte die Militärdiktatur, die 30.000 Argentinier tötete, einzig und allein mit dem Ziel entfacht, das Volk von ihrem wirtschaftlichen und politischen Versagen abzulenken und nationalistische Gefühle zu wecken. Aus diesem Grund mussten insgesamt etwa 900 Soldaten auf beiden Seiten sterben. Nachdem die Briten den Sieg davontrugen und die Militärjunta gestürzt wurde, bauten die Briten in der Inselgruppe eine teure militärische Präsenz auf. Seitdem große Ölvorkommen in der Region vermutet werden, hat sich der Konflikt um die Inseln wieder verschärft. (more…)

Der Diktator ist tot, es lebe der Diktator!

März 5, 2013

Chavez an Bord des US-amerikanischen Kriegsschiffs USS Yorktown (CG-48)

Am 5. März 1953 starb Josef Stalin. Zum 60. Jahrestag von Stalins Tod hat der Sozialismus ein weiteres Clubmitglied verloren: Hugo Chavez, der seit 1999 regierende Präsident von Venezuela, starb heute an den Folgen seiner Krebserkrankung. Zwar hat Chavez nicht 25 Millionen Menschen auf dem Gewissen, hat es aber dennoch mühelos geschafft, sein Land zu zerstören: Wirtschaftliches Chaos, Zusammenbruch der Infrastruktur, Medienzensur und explodierende Kriminalität waren nur einige Merkmale von Chavez’ “Sozialismus des 21. Jahrhunderts”.

Eine Parallele zu Stalins Tod war die schon peinliche Geheimniskrämerei der Regierung, die Chavez’ Tod vorausgingen. Im Vorfeld der Wahlen im Oktober hieß es noch, Chavez sei zu 100% geheilt. Heute verkündete Chavez’ Stellvertreter Nicolas Maduro, dass Venezuelas „historische Feinde“ hinter Chavez’ Krebserkrankung stecken und dass dies eines Tages wissenschaftlich bewiesen werden könne. Falls es wirklich die CIA war, kann man nur sagen: Gute Arbeit, nur hat es zu lange gedauert. Aber es war wohl nicht so. Der Teufel hat mit ihm gespielt, wie Katzen mit ihrer Beute. (more…)

Chavez: “Nach mir die Sintflut”

Oktober 7, 2012

Chavez plant den Sozialismus des 21. Jahrhunderts

Falls er die Wahl verliert, erwartet Hugo Chavez folgendes für Venezuela:

Bei einer eventuellen Niederlage würde das Land in eine Phase der Destabilisierung abdriften. Die Bourgeoisie wird versuchen, unser Gesundheitsprogramm und die Bildungs-und Sozialprogramme für die Armen zu streichen. Dies würde zu einem Bürgerkrieg führen, denn die Menschen würden aufbegehren. Niemand würde mit verschränkten Armen zusehen, wie die wichtigsten Errungenschaften meiner Regierung beseitigt würden.

Trotzdem demonstrierten in der Hauptstadt Hunderttausende gegen Chavez und trotzdem ist Antonio Ledezma, der Bürgermeister von Caracas überzeugt, dass Henrique Capriles mit 1 Million Stimmen Vorsprung gewinnen wird. Auch die Ermordung von Oppositionspolitikern oder die Beschimpfung des Konkurrenten Capriles können nichts daran ändern. Vielleicht wissen die Venezolaner einfach, was Chavez aus ihrem Land gemacht hat. Die Sintflut ist schon da, den meisten Venezolanern dürfte es schwerfallen zu glauben, dass es schlimmer kommen kann.

Das Wahlsystem gilt als zuverlässig und transparent. Insgesamt werden 3.435 nationale und 245 internationale Wahlbeobachter den Abstimmungsprozess überwachen. Eine Abordnung der Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR) hat die einwandfreie Funktion der 39.600 elektronischen Wahlmaschinen bestätigt, Wahlbetrug ist also unwahrscheinlich. Außerdem sorgen 139.000 Soldaten vor und innerhalb der Wahllokale für die Sicherheit der Wähler, Einschüchterungen sollen so verhindert werden. Im Klartext: Es gibt keine Ausreden. (more…)

Die sieben Plagen, die Hugo Chavez nach Venezuela brachte

September 6, 2012
Venezuela im Würgegriff des Sozialismus

Venezuela im Würgegriff des Sozialismus

Übersetzung des Artikels
Die sieben Plagen, die Hugo Chavez nach Venezuela brachte
von Carlos Salas
erschienen am 29. August 2012 in Todos Unidos Por Venezuela

Die sieben Plagen, die Hugo Chávez nach Venezuela brachte

Der spanische Journalist Carlos Salas publizierte auf der Website Lainformacion.com einen Artikel, indem er eine Nachzählung über diverse Fortschritte macht, die geschehen sind, seit dem Hugo Chavez im Jahr 1999 zum Präsidenten Venezuelas wurde. “Als Hugo Chavez 1999 der Präsident Venezuelas wurde, dachte ich, dass er das Land regeln würde”.

Als Hugo Chávez 1999 der Präsident Venezuelas wurde, dachte ich, dass er das Land regeln würde. Dreizehn Jahre später muss ich meine Worte zurücknehmen. Das sind die Plagen, die in diesem Land ausgelöst wurden.

1. Die Infrastruktur ist zusammengebrochen. Vor einer Woche brach die Brücke, die Caracas mit dem Osten des Landes verband, zusammen. Die, die den Maracaibo-Fluss kreuzt, ist kurz vor dem Zusammenbruch. 2007 brach die, die Caracas mit dem internationalen Flughafen von Maiquetía verband, zusammen. Autobahnen und Brücken in Vierteln, Dörfern und Städten brechen zusammen. Schuld daran ist mangelnde Wartung. Ich sage das nicht. Die Ingenieurschule, die diese beklagenswerte Situation öffentlich gemacht hat, sagt das.

2. Die Ölindustrie ist veraltet und schlecht ausgenutzt. Venezuela ist das Land mit den größten nachweisbaren Ölreserven. Aber es importiert Öl aus den USA weil es eine schlecht organisierte Industrie hat. Es wurde kein Geld investiert um die Anlagen zu verbessern und deswegen hat es eine Explosion in Amuay gegeben, ehemals Teil der größten Ölraffinerie der Welt. 40 Personen sind gestorben. Ich sage das nicht. José Bodas, der Generalsekretär der Gewerkschaft von Ölarbeitern, sagt das.

3. Die Kriminalität tötet das Volk. Jedes Jahr werden zwischen 15.000 und 18.000 Personen ermordet. Die übergroße Mehrheit der Mörder wird nicht bestraft. Und die armen Leute werden ermordet um ihnen Motorräder, Handys oder Kleidung zu stehlen … Ich sage das nicht. Die Medien sagen das. Schreiben sie in Google “wurde in Caracas ermordet” und ihr werdet die Nachrichten sehen. (more…)

Have a Coke!

August 1, 2012

Muss Bolivien bald ohne Coca-Cola auskommen?

Zu den größten Sorgen der Globalisierungsgegner gehört die angebliche Zerstörung der kulturellen Vielfalt durch den westlichen Kulturimperialismus. Die sozialistische Regierung in Bolivien teilt offenbar diese Sorge und hat nun angekündigt, Coca-Cola zu verbieten, um die Marktpräsenz seines eigenen traditionellen Getränks “Mocochinchi” zu stärken. Damit wäre Bolivien nach Nordkorea und Kuba die dritte Coca-Cola-befreite Zone. Im letzten Jahr hatte sich bereits McDonalds aus Bolivien zurückgezogen, die traditionelle Küche ist in dem Andenstaat tief verwurzelt. Das Verbot tritt am 21. Dezember in Kraft, dem Tag, an dem der Maya-Kalender den Beginn eines neuen Zeitalters ankündigt.

Der bolivianische Außenminister David Choquehuanca äußerte sich zum symbolischen Datum: „Diese Entscheidung passt super mit dem Ende des Maya-Kalenders zusammen und wird ein Teil der Feierlichkeiten anlässlich des Endes des Kapitalismus und des Beginns eines wahrhaft kulturellen Lebens. Der 21. Dezember soll zu einem Ende des Getränks Coca-Cola und zu einem Anfang für ‚Mocochinchi‘ werden. Die Planeten werden erstmals seit 26 000 Jahren in einer Reihe stehen; es ist das Ende des Kapitalismus und ein Anfang für den Kommunitarismus.“

Der Hass gegen Coca Cola und McDonalds hat eine lange Tradition. In Italien behaupteten Kommunisten, Coca-Cola bleiche das Haar und verursache die gefährliche Krankheit Coca-Kolitis. Im Jahr 1999 erlangte der französische Kleinbauer José Bové Bekanntheit und Bewunderung bei Globalisierungsgegnern, als er im Kampf gegen “McMerde” (“McScheiße”) ein McDonalds-Restaurant abfackelte. Der kulinarische Imperialismus aus Italien, Frankreich, Spanien, China, Mexiko oder Indien war dagegen nie ein großes Problem. Es handelt sich bei dem ganzen Hype also weniger um Globalisierungskritik, sondern eher um Antiamerikanismus.

Doch aufgepasst: Für die meisten Länder ist es besser, wenn Coca-Cola dort anwesend ist. Das britische Wirtschaftsblatt Economist hat nämlich in den 1990ern eine Studie durchgeführt, in der der Coca-Cola-Konsum zu den sozialen, gesundheitlichen und politischen Errungenschaften gesetzt wurde. Das Ergebnis: Desto mehr Coca-Cola die Menschen konsumieren, desto freier, reicher, gesünder und gebildeter sind sie. Natürlich ist Coca-Cola nicht die Ursache, sondern die Folge der Freiheit. Trotzdem kann man das Fazit der Studie empfehlen: Have a Coke!


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