Archiv für die Kategorie ‘Lateinamerika’

Lateinamerika: Das Ende des Sozialismus

März 25, 2012

Die drei Heilsfiguren des Sozialismus in Lateinamerika: Hugo Chavez, Fidel Castro und Evo Morales

In Chile demonstrieren seit dem Mai 2011 Studenten, Professoren und Arbeiter gegen das Bildungssystem. Hauptkritikpunkte sind die zu hohen Studiengebühren, in Chile sind fast alle Schulen und Universitäten kostenpflichtig. Ein Studium kann umgerechnet 6.000 Euro jährlich kosten. Das chilenische Bildungssystem stammt zum Großteil aus der Pinochet-Diktatur. Die Demonstranten haben den großen Rückhalt der Bevölkerung hinter sich, die Popularitätswerte der ersten rechtsgerichteten Regierung seit dem Ende der Pinochet-Diktatur sind stark gesunken.

In den westlichen Medien wurde dabei eine kleine Ikone geboren: Camila Vallejo. Sie ist Mitglied in einem kommunistischen Studentenbund und wird von Ewiggestrigen im Westen bereits mit Rudi Dutschke verglichen. Sicherlich ist es legitim, gegen zu hohe Studiengebühren zu demonstrieren, doch sollte man nicht vergessen, dass- auch wenn Pinochets Verbrechen durch nichts zu entschuldigen sind- die liberalen Reformen aus seiner Zeit die Basis dafür legten, dass Chiles Wirtschaft zum allseits bewunderten Vorbild Südamerikas wurde. Eine kommunistische Umgestaltung ist das letzte, was Chile jetzt braucht.

Die gute Nachricht: Camila Vallejo ist in Lateinamerika ein Auslaufmodell. Die sozialistischen Staaten befinden sich seit Jahren im Niedergang und werden immer unbeliebter. Die Krebserkrankung des venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez ist ein schwerer Schlag für die sozialistische und antiamerikanische Achse in Lateinamerika (Venezuela, Kuba, Nicaragua, Bolivien). Jede Region der Welt musste den Sozialismus ausprobieren- jetzt haben ihn die Lateinamerikaner endlich satt. (weiterlesen…)

Zum “Sozialismus des 21.Jahrhunderts”

November 20, 2011

Che Guevara tot, Fidel Castro bald- da bleibt nur noch Hugo Chavez

In einigen Monaten könnte er tot sein. Die Diagnose lautet Krebs, seitdem hat er bereits drei Chemotherapien hinter sich und zeigt sich optimistisch. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Sein Tod wäre ein herber Rückschlag für so manchen Antikapitalisten. Denn der venezolanische Präsident Hugo Chavez ist die größte Hoffnung der Sorte von Sozialisten, die nach dem Kalten Krieg auf die Errichtung eines neuen, diesmal wirklich perfekten Sozialismus warten. Sein “Sozialismus des 21.Jahrhunderts” soll das schaffen, was Lenin, Stalin, Mao und Fidel Castro nicht vergönnt war. Es findet schon seine Nachahmer in einigen mittel- und südamerikanischen Ländern.

Wenn Venezuela wirklich ein Beispiel für den Sozialismus des 21.Jahrhunderts sein soll, dann ist jetzt schon klar, dass er keine Besserung zu dem des 20.Jahrhunderts darstellt. Was er genau unter seinem Projekt versteht, hat er zwar noch nicht deutlich formuliert, doch man kann es in seinem Land besichtigen: Massive Enteignungen, Unterdrückung kritischer Medien und ein Führerkult mit brachialer Kampfrhetorik. Die Folgen davon sind Rezession, Hyperinflation, ein explodierender Anstieg der Kriminalitätsrate und politische Instabilität. (weiterlesen…)

Kuba lernt von Fourier

August 21, 2011

Der etwas in die Jahre gekommene “Maximo Lider” Fidel Castro hat die Macht an seinem Bruder Raul abgegeben

Fidel Castro wurde jüngst anlässlich seines 85.Geburtstag von den Linken gelobt. Er hätte, so Gesine Lötzsch und Klaus Ernst, “für Lateinamerika beispiellose soziale Errungenschaften in Bildung, Wissenschaft und Kultur, im Gesundheitswesen und Sport und in vielen weiteren Bereichen” geschafft, Kuba sei deshalb ein “Beispiel und Orientierungspunkt für viele Völker der Welt”. Auch Gregor Gysi würdigte den kubanischen Revolutionsführer. „Fidel Castro und seine Leute haben diesen Staat erstmalig unabhängig gemacht“, sagte er am Samstag in Berlin. Außerdem habe Castro Armut überwunden und ein Bildungssystem und Gesundheitswesen eingeführt, wie es zuvor „für ganz Lateinamerika unvorstellbar“ gewesen sei. „Das sind die großen Verdienste, die man unbedingt sehen muss.“ Gleichzeitig mahnte Gysi aber politische Reformen in Kuba an. „Wir brauchen endlich Demokratie in Kuba. Davon sind wir noch weit entfernt.“

In Wirklichkeit hat er ein Land, das vor seiner Machtergreifung zu den am höchsten entwickelten Ländern in Lateinamerika zählte, konsequent heruntergewirtschaftet. Kuba hat zwar die höchste Alphabetisierungsrate und die niedrigste Kindersterblichkeit in Lateinamerika, allerdings hatte das Land schon vor der Revolution diesbezüglich einen hohen Standard.  Den Kubanern standen zwischen 1950-1953 2.730 Kalorien pro Tag zur Verfügung. 1995-1997 waren es 2.417, ein Minus von 11,5%. Im Jahr 1957 hatte Kuba die vierthöchste Alphabetisierungsrate in Lateinamerika, sie lag bei 76%. Nur Argentinien (87%), Costa Rica (81%) und Chile (79%) hatten eine höhere Rate (Immerhin: Im Jahr 2000 hatte Kuba eine Alphabetisierungsrate von 96% und lag damit zusammen mit Chile und Costa Rica auf Platz 2 hinter Argentinien mit 97%, was die Regierung zu Propagandakampagnen wie der Entsendung von Lehrern ins Ausland nutzte- dabei fehlten vor Schulbeginn 2008 8.000 Lehrer im Inland!).

Im Jahr 1957 hatte Kuba eine Kindersterblichkeitsrate von 32 pro 100 Geburten. Das war die niedrigste in ganz Lateinamerika und die 13.niedrigste in der Welt, niedriger als in Frankreich, BRD, Belgien, Österreich, Japan, Italien und Spanien. Im Jahr 1955 hatte Kuba eine Lebenserwartung von 63 Jahren. Der Durchschnitt in Lateinamerika war 52, Asien 43, Afrika 37 (2011 lag Kubas Lebenserwartung bei 77,7, eine der höchsten in Lateinamerika). Kuba hatte 1957 128 Physiker und Zahnärzte pro 100.000 Einwohner, ein höherer Wert als die USA und Großbritannien. In Lateinamerika hatten nur Argentinien und Uruguay einen besseren Wert (Im Jahr 2010 dienten 37.000 kubanische Ärzte im Ausland, während die Krankenhäuser im Inland zunehmend verfallen. Außerdem gehen 60% der kubanischen Ärzte, die in Venezuela tätig sind (Im Gegenzug bekommt Kuba Öl), mit der Ansicht ins Land, in die USA auszuwandern). (weiterlesen…)

Bolivien: “La misma historia”

Juli 17, 2011

Bolivianer sein bedeutet manchmal Masochist zu sein

Die Copa America läuft schon seit zwei Wochen, aber für mich ist sie schon jetzt ein bisschen enttäuschend ausgefallen.”Ein bisschen”, weil ich zwar nur wenig Hoffnung hatte, aber eben doch ein bisschen. Für wen? Na, Bolivien natürlich. Ich bin dort nämlich migrationsghintergründig, und das verpflichtet mich als Fußballfan zum “Mitfiebern”.

Trauer, Wut, Enttäuschung?

Als ich nach dem Aufwachen sofort den Computer aufmachte, um zu sehen, wie das Spiel ausgegangen war, hatte ich den Grundsatz im Kopf: Keine Hoffnung, keine Enttäuschung. Daran änderte auch das Ergebnis nichts: Bolivien hatte in Argentinien(!) gegen ihre erste Elf(!) in einem offiziellen Turnier(!) ein Unentschieden rausgeholt(!) und dabei mehr als 20 Minuten in Führung gelegen(!), mit einer vergebenen Chance auf das 2:0(!)- eine Menge Gründe, um davon auszugehen, dass dieses Team die U-22-Mannschaft von Costa Rica besiegen könnte. Aber das war mir einfach nicht genug. Wir hatten ja schon mal Maradonas Elf mit 6:1 besiegt, nur um dann gegen Venezuela zu verlieren. Zum Glück bin ich tatsächlich dabei geblieben, denn meine “Schwarzseherei” sollte sich bewahrheiten. Die “Ticos” besiegten uns 2:0 und vernichteten damit alle Hoffnungen auf ein bisschen Ruhm für Bolivien, ein Land, dass man höchstens für den Koka-Anbau und den Inkas kennt. Die nächste Niederlage gegen Kolumbien (0:2) war zumindest weniger schmerzvoll.

In Bolivien nennt man das dann gewöhnlich “la misma historia” (dieselbe Geschichte) “jugamos como nunca y perdimos como siempre” (wir spielten wie nie und verloren wie immer). (weiterlesen…)

Terroristen in Südamerika

Juni 23, 2011

Der iranische Außenminister und mutmaßliche Terrorist Ahmad Vahidi war zu Besuch in Bolivien

In Südamerika gab es in der Vergangenheit eine ganze Reihe von terroristischen Organisationen, die etliche Menschen auf dem Gewissen haben. Es gab da z.B. die Mutter aller Stadtguerillas, die “Tupamaros” in Uruguay (dass heute von einem ehemaligen Stadtguerillero regiert wird), die sich Anfang der 1970er mit Entführungen und Morden hervortraten. In Peru gab es die “Sendero Luminoso” (Leuchtender Pfad), denen in den 1980ern Zehntausende zum Opfer fielen. In Kolumbien tummeln sich seit Jahrzehnten linke Guerillas und rechte Paramilitärs, denen schwere Menschenrechtsverletzungen angelastet werden. Und angeblich soll sogar die al-Qaida in Lateinamerika aktiv sein, in dem sie dort Glaubensbrüder rekrutieren und geheime Treffen abhalten. Der Rauschgifthandel mit Südamerika gilt als eine der wichtigsten Einnahmequellen von al-Qaida.

Grund genug, um Terroristen mit der vollen Härte der Justiz zu begegnen, könnte man meinen. Aber zwei Vorfälle lassen eine andere Sprache sprechen. (weiterlesen…)

Triumvirat des Schreckens

Mai 26, 2011

Chavez und Achmedinedschad bei der Arbeit

Eine Achse Caracas-Teheran für eine Neue Weltordnung

Die spanische Nationalpolizei hat heute fünf Geschäftsleute festgenommen, die illegal Waffen im Wert von 100 Millionen Dollar nach Venezuela und dem Iran verkaufen wollten. Es wurden neun Kampfhubschrauber, Ersatzteile und anderes Gerät konfisziert.

Die Achse des Bösen tut weiterhin alles, um zu beweisen, dass sie existiert: Nach Informationen der WELT planen Hugo und Mahmud angeblich eine gemeinsame Raketenbasis in Venezuela. Die venezolanische Regierung bestritt dies energisch. Die Beziehungen zwischen Venezuela und dem Iran wurden daraufhin von einem ehemaligen Direktor einer TV-Station, der regierungskritisch ist, als „sehr verdächtig“ bezeichnet: Es gebe zwischen Caracas und Teheran viele geheimnisvolle Flüge mit wenig Passagieren und wenig Fracht, die an Flugzeugen landen würden, zu denen keiner Zugang hat. Achmedinedschad hat nicht nur gute Beziehungen zu Chavez, sondern auch zum anderen sozialistischen Diktator aus Südamerika: Evo Morales aus Bolivien. Und auch in diesem Bündnis bewies der iranische Präsident, dass er eine Neigung zu atomaren Geschäften hat. Aber sein Hauptpartner in Südamerika ist dennoch Chavez.

Beide Staatsoberhäupter sagten bei einem Treffen im Iran im Oktober 2010, dass sie sich für eine “Neue Weltordnung” einsetzen werden. Die WELT berichtete schon damals von einer geplanten Atom-Union zwischen Venezuela und dem Iran. Ist die Achse Caracas-Teheran das neue Rom-Berlin? Im Juli hatte Achmedinedschad gesagt, dass der Iran und Syrien an einer Mission zur Herstellung einer Neue Weltordnung beteiligt sind. Womit soll diese erreicht werden?

Nun, wenn man weiß, dass Achmedinedschad Anhänger einer apokalyptischen Sekte, dem “Mahdismus” ist, die an die baldige Ankunft des verschwundenen “zwölften Mahdi” und dem damit einhergehenden Weltuntergang glaubt und sich dann noch mal seine Aussagen zum Existenzrecht Israels vor Augen führt, dann könnte man sich schon vorstellen, womit Achmedinedschads NWO-Pläne erreicht werden sollen: Eine NWO für ein paar Tage, denn dann kommt die Apokalypse. (weiterlesen…)


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