Archive for the ‘Lateinamerika’ Category

Schlechte Aussichten für die Gauchos

Juli 17, 2014
Wie gehen die Gauchos? Die Gauchos, die gehen so!

Wie gehen die Gauchos? Die Gauchos, die gehen so!

Wir haben es geschafft. Mit einer grandiosen Leistung holten unsere Jungs den WM-Titel in Brasilien, als erste europäische Mannschaft in Südamerika überhaupt. Es war ein tolles Turnier mit guten Spielen, vielen Toren, Drama ohne Ende und einer geilen Stimmung. Die Brasilianer waren gute Gastgeber, obwohl die ganze Korruption natürlich zum Himmel stinkt und ihre Mannschaft am Ende lächerlich gemacht wurde. Aber sowas passiert im Fußball halt, und mit Deutschland erlebten die Brasilianer immerhin einen mehr als würdigen Weltmeister.

In Deutschland mischte sich neben der ganzen wunderbaren Freude auch etwas Unmut über die angeblich respektlose Behandlung der Argentinier durch den “Gaucho-Tanz”. Bei der Siegesfeier liefen Klose, Schürrle, Mustafi, Götze, Weidenfeller und Kroos tief gebückt und sangen “So gehen die Gauchos, die Gauchos gehen so”, dann richteten sie sich auf und sangen: “So gehen die Deutschen, die Deutschen, die gehen so”. In Argentinien hat man diesen Skandal bis jetzt jedoch noch nicht bemerkt.

Die Öffentlichkeit in Argentinien dürfte bald von einem anderen Thema beherrscht werden. Das Land ist drauf und dran, das neue Venezuela zu werden. Dabei war Argentinien eines der Länder, denen man Anfang des 20. Jahrhunderts eine große Zukunft prophezeite. Nach dem Zweiten Weltkrieg prägte Peron, der verehrte Nationalheld, den Spruch, von dem, was eine argentinische Familie wegwirft, könnten fünf europäische Familien leben. Aber die Zeiten änderten sich schnell und heute steht man mal wieder vor einem Bankrott. (more…)

Der mit den Vögeln spricht

November 21, 2013
Venezuela im Würgegriff des Sozialismus

Venezuela im Würgegriff des Sozialismus

Hugo Chavez ist tot, aber seine Ideen leben weiter. Wenn es doch nur andersrum sein könnte. Sein Nachfolger Nicolas Maduro, für sechs Jahre gewählt, ist vielleicht nicht mit demselben messianischen Erlöserimage ausgestattet wie Chavez, hat aber die gleiche Ideologie. Der Klassenkampf wird fortgesetzt, im wahrsten Sinne des Wortes. Geschäfte werden vom Militär besetzt und geplündert, es wird Jagd auf die “Bourgeoise” gemacht, “bürgerliche” Medien werden drangsaliert und schikaniert und der Vorsitzende der sozialistischen Partei (PSUV) ernennt sich zum unantastbaren Führer. Aber fangen wir von vorne an.

Nachdem Maduro im April die Wahl gegen den Oppositionsführer Capriles gewann, wurden sofort Vorwürfe laut, die Wahl sei gefälscht worden. Tatsächlich wurden viele weggeworfene Wahlurnen gefunden, Mitglieder der Wahlkommission zweifelten das Ergebnis an, Capriles ernannte sich zum Wahlsieger. Es kam zu Demonstrationen mit Toten, im Parlament prügelten “Chavistas” Oppositionelle nieder. Maduro sprach von einer “faschistischen” CIA-Verschwörung zur Destabilisierung des Landes und saß die Proteste aus. Später sagte er öffentlich, die Namen von 900.000 ehemaligen Chavez-Wählern “identifiziert” zu haben, die nicht für ihn abgestimmt haben.

Anschließend begann er, Chavez’ Werk fortzusetzen. Dafür holte er sich eigenhändig den Segen des “unsterblichen Kommandanten des Volkes”. Nach eigenen Angaben sprach er im März und nochmal im Juni mit Chavez, der in der Gestalt von Vögeln auf die Erde zurückgekehrt war. Wie er die von ihm ausgelösten Probleme des Landes – hohe Inflation, eine exorbitante Kriminalitätsrate (17.000 Morde pro Jahr), Zusammenbruch der Infrastruktur und der Stromversorgung – lösen kann, teilte Chavez ihm offenbar nicht mit. Stattdessen setzte Maduro auf die übrige Taktik: Den Kapitalisten, Faschisten und Amerika die Schuld geben und mehr heilsbringende Planwirtschaft einführen. (more…)

Freiheit für die Falkländer!

März 10, 2013

Heute stimmen die Einwohner der Falklandinseln über den zukünftigen Status der Inselgruppe ab. Es wird damit gerechnet, dass die überwältigende Mehrheit der Falkländer für den Verbleib zu Großbritannien stimmen wird. Das ist kein Wunder, wenn man bedenkt, dass die meisten Einwohner Nachfahren britischer Siedler sind und die Zugehörigkeit zu Großbritannien erhebliche Vorteile bringt. Die Geschichte der Falklandinseln wird in diesem Video kurz zusammengefasst:

Erschreckend ist, dass ausgerechnet US-Präsident Barack Obama den Briten in den Rücken fällt und sich auf die Seite der argentinischen Imperialisten und Kolonialisten stellt. Letztes Jahr sagte er, dass er in der Falklandfrage “neutral” bleiben will und das Außenministerium hat sich bis jetzt geweigert zu sagen dass man das Ergebnis des Referendums anerkennen wird. Stattdessen setzt man auf “Verhandlungen” zwischen den beiden Ländern, obwohl die Argentinier die Aggressoren sind und die Briten das Recht auf ihrer Seite haben.

Den Krieg von 1982 hatte die Militärdiktatur, die 30.000 Argentinier tötete, einzig und allein mit dem Ziel entfacht, das Volk von ihrem wirtschaftlichen und politischen Versagen abzulenken und nationalistische Gefühle zu wecken. Aus diesem Grund mussten insgesamt etwa 900 Soldaten auf beiden Seiten sterben. Nachdem die Briten den Sieg davontrugen und die Militärjunta gestürzt wurde, bauten die Briten in der Inselgruppe eine teure militärische Präsenz auf. Seitdem große Ölvorkommen in der Region vermutet werden, hat sich der Konflikt um die Inseln wieder verschärft. (more…)

Der Diktator ist tot, es lebe der Diktator!

März 5, 2013

Chavez an Bord des US-amerikanischen Kriegsschiffs USS Yorktown (CG-48)

Am 5. März 1953 starb Josef Stalin. Zum 60. Jahrestag von Stalins Tod hat der Sozialismus ein weiteres Clubmitglied verloren: Hugo Chavez, der seit 1999 regierende Präsident von Venezuela, starb heute an den Folgen seiner Krebserkrankung. Zwar hat Chavez nicht 25 Millionen Menschen auf dem Gewissen, hat es aber dennoch mühelos geschafft, sein Land zu zerstören: Wirtschaftliches Chaos, Zusammenbruch der Infrastruktur, Medienzensur und explodierende Kriminalität waren nur einige Merkmale von Chavez’ “Sozialismus des 21. Jahrhunderts”.

Eine Parallele zu Stalins Tod war die schon peinliche Geheimniskrämerei der Regierung, die Chavez’ Tod vorausgingen. Im Vorfeld der Wahlen im Oktober hieß es noch, Chavez sei zu 100% geheilt. Heute verkündete Chavez’ Stellvertreter Nicolas Maduro, dass Venezuelas „historische Feinde“ hinter Chavez’ Krebserkrankung stecken und dass dies eines Tages wissenschaftlich bewiesen werden könne. Falls es wirklich die CIA war, kann man nur sagen: Gute Arbeit, nur hat es zu lange gedauert. Aber es war wohl nicht so. Der Teufel hat mit ihm gespielt, wie Katzen mit ihrer Beute. (more…)

Chavez: “Nach mir die Sintflut”

Oktober 7, 2012

Hugo Chavez, hier 2002 an Bord des US-amerikanischen Kriegsschiffs USS Yorktown (CG-48), plant den Sozialismus des 21.Jahrhunderts

Falls er die Wahl verliert, erwartet Hugo Chavez folgendes für Venezuela:

“Bei einer eventuellen Niederlage würde das Land in eine Phase der Destabilisierung abdriften. Die Bourgeoisie wird versuchen, unser Gesundheitsprogramm und die Bildungs-und Sozialprogramme für die Armen zu streichen. Dies würde zu einem Bürgerkrieg führen, denn die Menschen würden aufbegehren. Niemand würde mit verschränkten Armen zusehen, wie die wichtigsten Errungenschaften meiner Regierung beseitigt würden.”

“Dies ist eine denkwürdige Schlacht. Am 7. Oktober steht das Leben der Nation für die nächsten 100 Jahre auf dem Spiel. Es geht um die Zukunft unseres Landes. Lassen Sie nicht zu, dass diese Zukunft gestohlen wird – dies wäre eine echte Katastrophe.”

Trotzdem demonstrierten in der Hauptstadt Hunderttausende gegen Chavez und trotzdem ist Antonio Ledezma, der Bürgermeister von Caracas überzeugt, dass Henrique Capriles mit 1 Million Stimmen Vorsprung gewinnen wird. Auch die Ermordung von Oppositionspolitikern oder die Beschimpfung des Konkurrenten Capriles können nichts daran ändern. Vielleicht wissen die Venezolaner einfach, was Chavez aus ihrem Land gemacht hat. Die Sintflut ist schon da, den meisten Venezolanern dürfte es schwerfallen zu glauben, dass es schlimmer kommen kann.

Das Wahlsystem gilt als zuverlässig und transparent. Insgesamt werden 3.435 nationale und 245 internationale Wahlbeobachter den Abstimmungsprozess überwachen. Eine Abordnung der Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR) hat die einwandfreie Funktion der 39.600 elektronischen Wahlmaschinen bestätigt, Wahlbetrug ist also unwahrscheinlich. Außerdem sorgen 139.000 Soldaten vor und innerhalb der Wahllokale für die Sicherheit der Wähler, Einschüchterungen sollen so verhindert werden. Im Klartext: Es gibt keine Ausreden. (more…)

Die sieben Plagen, die Hugo Chavez nach Venezuela brachte

September 6, 2012
Venezuela im Würgegriff des Sozialismus

Venezuela im Würgegriff des Sozialismus

Übersetzung des Artikels
Die sieben Plagen, die Hugo Chavez nach Venezuela brachte
von Carlos Salas
erschienen am 29. August 2012 in Todos Unidos Por Venezuela

Die sieben Plagen, die Hugo Chávez nach Venezuela brachte

Der spanische Journalist Carlos Salas publizierte auf der Website Lainformacion.com einen Artikel, indem er eine Nachzählung über diverse Fortschritte macht, die geschehen sind, seit dem Hugo Chavez im Jahr 1999 zum Präsidenten Venezuelas wurde. “Als Hugo Chavez 1999 der Präsident Venezuelas wurde, dachte ich, dass er das Land regeln würde”.

Als Hugo Chávez 1999 der Präsident Venezuelas wurde, dachte ich, dass er das Land regeln würde. Dreizehn Jahre später muss ich meine Worte zurücknehmen. Das sind die Plagen, die in diesem Land ausgelöst wurden.

1. Die Infrastruktur ist zusammengebrochen. Vor einer Woche brach die Brücke, die Caracas mit dem Osten des Landes verband, zusammen. Die, die den Maracaibo-Fluss kreuzt, ist kurz vor dem Zusammenbruch. 2007 brach die, die Caracas mit dem internationalen Flughafen von Maiquetía verband, zusammen. Autobahnen und Brücken in Vierteln, Dörfern und Städten brechen zusammen. Schuld daran ist mangelnde Wartung. Ich sage das nicht. Die Ingenieurschule, die diese beklagenswerte Situation öffentlich gemacht hat, sagt das.

2. Die Ölindustrie ist veraltet und schlecht ausgenutzt. Venezuela ist das Land mit den größten nachweisbaren Ölreserven. Aber es importiert Öl aus den USA weil es eine schlecht organisierte Industrie hat. Es wurde kein Geld investiert um die Anlagen zu verbessern und deswegen hat es eine Explosion in Amuay gegeben, ehemals Teil der größten Ölraffinerie der Welt. 40 Personen sind gestorben. Ich sage das nicht. José Bodas, der Generalsekretär der Gewerkschaft von Ölarbeitern, sagt das.

3. Die Kriminalität tötet das Volk. Jedes Jahr werden zwischen 15.000 und 18.000 Personen ermordet. Die übergroße Mehrheit der Mörder wird nicht bestraft. Und die armen Leute werden ermordet um ihnen Motorräder, Handys oder Kleidung zu stehlen … Ich sage das nicht. Die Medien sagen das. Schreiben sie in Google “wurde in Caracas ermordet” und ihr werdet die Nachrichten sehen. (more…)

Lateinamerika: Das Ende des Sozialismus

März 25, 2012
Che Jesus Guevara

Kommt Che Guevara in Lateinamerika langsam aus der Mode?

In Chile demonstrieren seit dem Mai 2011 Studenten, Professoren und Arbeiter gegen das Bildungssystem. Hauptkritikpunkte sind die zu hohen Studiengebühren, in Chile sind fast alle Schulen und Universitäten kostenpflichtig. Ein Studium kann umgerechnet 6.000 Euro jährlich kosten. Das chilenische Bildungssystem stammt zum Großteil aus der Pinochet-Diktatur. Die Demonstranten haben den großen Rückhalt der Bevölkerung hinter sich, die Popularitätswerte der ersten rechtsgerichteten Regierung seit dem Ende der Pinochet-Diktatur sind stark gesunken.

In den westlichen Medien wurde dabei eine kleine Ikone geboren: Camila Vallejo. Sie ist Mitglied in einem kommunistischen Studentenbund und wird von Ewiggestrigen im Westen bereits mit Rudi Dutschke verglichen. Sicherlich ist es legitim, gegen zu hohe Studiengebühren zu demonstrieren, doch sollte man nicht vergessen, dass- auch wenn Pinochets Verbrechen durch nichts zu entschuldigen sind- die liberalen Reformen aus seiner Zeit die Basis dafür legten, dass Chiles Wirtschaft zum allseits bewunderten Vorbild Südamerikas wurde. Eine kommunistische Umgestaltung ist das letzte, was Chile jetzt braucht.

Die gute Nachricht: Camila Vallejo ist in Lateinamerika ein Auslaufmodell. Die sozialistischen Staaten befinden sich seit Jahren im Niedergang und werden immer unbeliebter. Die Krebserkrankung des venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez ist ein schwerer Schlag für die sozialistische und antiamerikanische Achse in Lateinamerika (Venezuela, Kuba, Nicaragua, Bolivien). Jede Region der Welt musste den Sozialismus ausprobieren- jetzt haben ihn die Lateinamerikaner endlich satt. (more…)

Zum “Sozialismus des 21.Jahrhunderts”

November 20, 2011

Hugo Chavez, hier 2002 an Bord des US-amerikanischen Kriegsschiffs USS Yorktown (CG-48), plant den Sozialismus des 21.Jahrhunderts

In einigen Monaten könnte er tot sein. Die Diagnose lautet Krebs, seitdem hat er bereits drei Chemotherapien hinter sich und zeigt sich optimistisch. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Sein Tod wäre ein herber Rückschlag für so manchen Antikapitalisten. Denn der venezolanische Präsident Hugo Chavez ist die größte Hoffnung der Sorte von Sozialisten, die nach dem Kalten Krieg auf die Errichtung eines neuen, diesmal wirklich perfekten Sozialismus warten. Sein “Sozialismus des 21.Jahrhunderts” soll das schaffen, was Lenin, Stalin, Mao und Fidel Castro nicht vergönnt war. Es findet schon seine Nachahmer in einigen mittel- und südamerikanischen Ländern.

Wenn Venezuela wirklich ein Beispiel für den Sozialismus des 21.Jahrhunderts sein soll, dann ist jetzt schon klar, dass er keine Besserung zu dem des 20.Jahrhunderts darstellt. Was er genau unter seinem Projekt versteht, hat er zwar noch nicht deutlich formuliert, doch man kann es in seinem Land besichtigen: Massive Enteignungen, Unterdrückung kritischer Medien und ein Führerkult mit brachialer Kampfrhetorik. Die Folgen davon sind Rezession, Hyperinflation, ein explodierender Anstieg der Kriminalitätsrate und politische Instabilität. (more…)

Kuba lernt von Fourier

August 21, 2011
Fidel Castro 1959 in Washington

Fidel Castro 1959 in Washington

Fidel Castro wurde jüngst anlässlich seines 85.Geburtstag von den Linken gelobt. Er hätte, so Gesine Lötzsch und Klaus Ernst, “für Lateinamerika beispiellose soziale Errungenschaften in Bildung, Wissenschaft und Kultur, im Gesundheitswesen und Sport und in vielen weiteren Bereichen” geschafft, Kuba sei deshalb ein “Beispiel und Orientierungspunkt für viele Völker der Welt”. Auch Gregor Gysi würdigte den kubanischen Revolutionsführer. „Fidel Castro und seine Leute haben diesen Staat erstmalig unabhängig gemacht“, sagte er am Samstag in Berlin. Außerdem habe Castro Armut überwunden und ein Bildungssystem und Gesundheitswesen eingeführt, wie es zuvor „für ganz Lateinamerika unvorstellbar“ gewesen sei. „Das sind die großen Verdienste, die man unbedingt sehen muss.“ Gleichzeitig mahnte Gysi aber politische Reformen in Kuba an. „Wir brauchen endlich Demokratie in Kuba. Davon sind wir noch weit entfernt.“

In Wirklichkeit hat er ein Land, das vor seiner Machtergreifung zu den am höchsten entwickelten Ländern in Lateinamerika zählte, konsequent heruntergewirtschaftet. Kuba hat zwar die höchste Alphabetisierungsrate und die niedrigste Kindersterblichkeit in Lateinamerika, allerdings hatte das Land schon vor der Revolution diesbezüglich einen hohen Standard.  Den Kubanern standen zwischen 1950-1953 2.730 Kalorien pro Tag zur Verfügung. 1995-1997 waren es 2.417, ein Minus von 11,5%. Im Jahr 1957 hatte Kuba die vierthöchste Alphabetisierungsrate in Lateinamerika, sie lag bei 76%. Nur Argentinien (87%), Costa Rica (81%) und Chile (79%) hatten eine höhere Rate (Immerhin: Im Jahr 2000 hatte Kuba eine Alphabetisierungsrate von 96% und lag damit zusammen mit Chile und Costa Rica auf Platz 2 hinter Argentinien mit 97%, was die Regierung zu Propagandakampagnen wie der Entsendung von Lehrern ins Ausland nutzte- dabei fehlten vor Schulbeginn 2008 8.000 Lehrer im Inland!).

Im Jahr 1957 hatte Kuba eine Kindersterblichkeitsrate von 32 pro 100 Geburten. Das war die niedrigste in ganz Lateinamerika und die 13.niedrigste in der Welt, niedriger als in Frankreich, BRD, Belgien, Österreich, Japan, Italien und Spanien. Im Jahr 1955 hatte Kuba eine Lebenserwartung von 63 Jahren. Der Durchschnitt in Lateinamerika war 52, Asien 43, Afrika 37 (2011 lag Kubas Lebenserwartung bei 77,7, eine der höchsten in Lateinamerika). Kuba hatte 1957 128 Physiker und Zahnärzte pro 100.000 Einwohner, ein höherer Wert als die USA und Großbritannien. In Lateinamerika hatten nur Argentinien und Uruguay einen besseren Wert (Im Jahr 2010 dienten 37.000 kubanische Ärzte im Ausland, während die Krankenhäuser im Inland zunehmend verfallen. Außerdem gehen 60% der kubanischen Ärzte, die in Venezuela tätig sind (Im Gegenzug bekommt Kuba Öl), mit der Ansicht ins Land, in die USA auszuwandern). (more…)

Bolivien: “La misma historia”

Juli 17, 2011

Die bolivianische Flagge

Die Copa America läuft schon seit zwei Wochen, aber für mich ist sie schon jetzt ein bisschen enttäuschend ausgefallen.”Ein bisschen”, weil ich zwar nur wenig Hoffnung hatte, aber eben doch ein bisschen. Für wen? Na, Bolivien natürlich. Ich bin dort nämlich migrationsghintergründig, und das verpflichtet mich als Fußballfan zum “Mitfiebern”.

Trauer, Wut, Enttäuschung?

Als ich nach dem Aufwachen sofort den Computer aufmachte, um zu sehen, wie das Spiel ausgegangen war, hatte ich den Grundsatz im Kopf: Keine Hoffnung, keine Enttäuschung. Daran änderte auch das Ergebnis nichts: Bolivien hatte in Argentinien(!) gegen ihre erste Elf(!) in einem offiziellen Turnier(!) ein Unentschieden rausgeholt(!) und dabei mehr als 20 Minuten in Führung gelegen(!), mit einer vergebenen Chance auf das 2:0(!)- eine Menge Gründe, um davon auszugehen, dass dieses Team die U-22-Mannschaft von Costa Rica besiegen könnte. Aber das war mir einfach nicht genug. Wir hatten ja schon mal Maradonas Elf mit 6:1 besiegt, nur um dann gegen Venezuela zu verlieren. Zum Glück bin ich tatsächlich dabei geblieben, denn meine “Schwarzseherei” sollte sich bewahrheiten. Die “Ticos” besiegten uns 2:0 und vernichteten damit alle Hoffnungen auf ein bisschen Ruhm für Bolivien, ein Land, dass man höchstens für den Koka-Anbau und den Inkas kennt. Die nächste Niederlage gegen Kolumbien (0:2) war zumindest weniger schmerzvoll.

In Bolivien nennt man das dann gewöhnlich “la misma historia” (dieselbe Geschichte) “jugamos como nunca y perdimos como siempre” (wir spielten wie nie und verloren wie immer). (more…)


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