Wir Deutsche haben die meisten bekannten Kulte und Ideologien erfunden oder ausprobiert. Der Protestantismus wurde durch Luther begründet, der Kommunismus durch Marx. Den Faschismus haben wir perfektioniert und beim Ökologismus sind wir auf dem besten Weg dazu. Was bleibt da noch? Richtig: Der Katholizismus, dem immer noch 1 Milliarde Menschen angehören. Diese Lücke haben wir mit Benedikt XVI. geschlossen. Aber vielleicht hat Benedikt seine Aufgabe zu spät angetreten. Im Westen gibt es wohl mehr gläubige Muslime als gläubige Christen, die meisten Christen sind lediglich Namenschristen. Sogar die Verteidiger des “christlichen Abendlandes” sind oft selbst Atheisten, wie das Beispiel Geert Wilders zeigt. In den Kirchen gibt es mittlerweile fast nur noch Gutmenschen wie Käßmann und Reaktionäre wie Williamson oder eine Mischung aus beidem- wie Benedikt XVI.
Das Problem der Kirchen kann man mit dem Problem der FeministInnen vergleichen: Im Inland konzentriert man sich auf völlig belanglose Dinge, im Ausland ignoriert man massive Probleme, für die man eigentlich zuständig wäre. Die Kirchen im Westen haben sich jahrzehntelang mit Themen wie Zölibat oder Homoehen auseinandergesetzt. Für die meisten Christen ist dieses Thema völlig unwichtig. Die mörderischen Christenverfolgungen, von der Millionen Glaubensbrüder betroffen sind, werden dagegen ignoriert. Seine Oster-Rede ist mal wieder typisch: Benedikt spricht sich gegen Eigennutz aus und schließt die Öffnung der katholischen Kirche für Frauen, Homosexuelle und geschiedene Personen aus. Gleichzeitig sagt er nichts über die globalen Christenverfolgungen. Ein Armutszeugnis für den deutschen Papst.
Manche Christen verhalten sich geradezu unterwürfig: Der Erzbischof von Canterbury plädiert für die Einführung der Scharia in Großbritannien, Margot Käßmann will für die Taliban beten und der Vatikan betete für Arafats Seele im Himmel. Die Kirche entschuldigte sich innerhalb von vier Tagen für sein harmloses Zitat von Regensburg, während sie für Galileos Rehabilitierung noch 359 Jahre brauchten, und sie schwieg, als eine Nonne in Somalia aufgrund dieses Zitats umgebracht wurde. Zum Islam sagt der Papst: “Das Wiederaufblühen des Islam ist nicht nur durch den materiellen Reichtum islamischer Länder bedingt, seine Ausbreitung erklärt sich auch daher, dass er seinen Anhängern eine lebensnahe, spirituelle Basis bieten kann und genau diese scheint dem Alten Europa verloren gegangen zu sein. Deshalb wird Letzteres, trotz seines politischen und wirtschaftlichen Gewichts, als dem Niedergang geweiht angesehen.” Sollen wir uns also ein Beispiel an den Muslimen nehmen?





























