Am 5.März begann mit der Veröffentlichung des Youtube-Videos KONY 2012 eine weltweite Kampagne, die das Ziel hatte, den ugandischen Rebellenführer Joseph Kony, der für den Tod von Zehntausenden Menschen verantwortlich ist, endlich gefangen zu nehmen (ich berichtete). Ein hehres, aber leider auch naives Ziel, der von vielen Politexperten und Einheimischen in Uganda kritisiert wurde. Es gibt in Afrika viele Kriegsverbrecher, die noch immer frei rumlaufen. Einige von ihnen haben sich im Westen abgesetzt, besonders Deutschland scheint ein beliebtes Ziel für subsaharanische Massenmörder zu sein. Doch es gibt auch Kriegsverbrecher, die sich gar nicht verstecken müssen, weil sie in ihrem Land noch immer an der Macht sind.
Der bekannteste von ihnen ist Omar al-Bashir. Er ist seit dem Jahr 1989 der Präsident des Sudan. Millionen Menschen sind während seiner Amtszeit von seinen Soldaten ermordet worden. Im Westen bekam vor allem der Völkermord in Darfur große Aufmerksamkeit. Aber auch der Krieg im Südsudan und in den Nuba-Bergen zählen zu seinen monströsen Verbrechen. UNFASSBAR: Seit dem Jahr 2008 wird Bashir vom Internationalen Strafgerichtshof (ICC) mit internationalem Haftbefehl gesucht. Trotzdem nimmt Bashir an etlichen internationalen Treffen statt, ohne dabei Angst haben zu müssen, verhaftet zu werden. Selbst die ICC-Mitglieder Malawi, Kenia und der Tschad weigern sich, Bashir zu verhaften. In China wurde er wie ein Ehrengast empfangen, im Treffen der Arabischen Liga fühlte er sich merklich wohl neben Mahmud Abbas und Jalal Talabani.
Es ist ein Skandal, das ein Präsident, der Millionen Menschen auf dem Gewissen hat und vom ICC mit internationalem Haftbefehl geuscht wird, noch immer frei rumlaufen darf. Das sudanesische Regime zählt darüber hinaus zu den Gewinnern des Arabischen Frühlings und bescheinigte während der Beobachtermission der Arabischen Liga dem Assad-Regime in Syrien einen Blankovollscheck. Und als ob das nicht genug wäre, deute sich nun ein neuer, blutiger Ölkrieg gegen den erst vor 9 Monaten unabhängig gewordenen Südsudan an. Über die Hintergründe dieses Konflikts hatte ich schon berichtet, nun eskaliert die Lage: Bashir hat ganz offen angekündigt, die Regierung in Juba stürzen zu wollen, die südsudanesische Regierung meldete gestern, dass sie vier Angriffe der sudanesischen Armee abgewehrt hat. Die südsudanesische Regime nannte Bashir eine “Insektenregierung“.
Es wird Zeit für eine neue Kampagne: BASHIR 2012. (weiterlesen…)





























