Nachhaltige Gehirnwäsche
Wissenschaft und Fortschritt spalten die Öffentlichkeit in zwei Lager. In ihre Anhänger, die daran glauben, mit ihnen ließe sich alles erreichen. Und ihre Gegner, die genau das befürchten.
1992 ließen sich erstmals 60.000 Aktivisten, Bürokraten und Politiker in Kerosin verbrennenden, Treibhausgase ausstoßenden Jets nach Rio de Janeiro transportieren, um an dem 40 Millionen Euro teuren Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung – auch Erdgipfel genannt – teilzunehmen. Dass der Kongress an der Copacabana stattfand hatte selbstverständlich rein gar nichts damit zu tun, dass die Frauen dort Badeanzüge tragen, die in einer Streichholzschachtel Platz haben.
Inzwischen sind sich nahezu alle einig, dass die Natur nachhaltig erhalten werden sollte. Natürlich nicht die Natur in Form von Wanzen, Streptokokken oder Vulkanausbrüchen. Termiten zum Beispiel sind die größten Öko-Schweine und bei nachhaltig denkenden Menschen mindestens so unbeliebt wie Ölkonzerne. Man schätzt, dass etwa 200 Billionen dieser kleinen Nager weltweit den Holzbeständen zu Leibe rücken und durch ihre Fürze für 30 Prozent der gesamten treibhausschädigenden Methanproduktion verantwortlich sind. Deswegen stehen Termiten auch nicht im Washingtoner Artenschutzabkommen. Ich habe nachgeguckt. Nur Eisvögel, Großtrappen und Delfine. Und natürlich der Pandabär. Ein putziges Kerlchen, das ganz bewusst seine Fortpflanzung eingestellt hat, weil es seine Topposition auf der Roten Liste nicht gefährden will.
Auch Glühlampen sind nicht besonders nachhaltig, weil sie zuviel Hitze und zu wenig Licht erzeugen. Deswegen werden sie laut EU verboten und durch ökologische Energiesparlampen ersetzt. Das darin enthaltene Quecksilber verseucht dann bei der Entsorgung nachhaltig den Boden. (weiterlesen…)




















