Archiv für die Kategorie ‘Wirtschaft’

Romney: Rückkehr zum Goldstandard?

August 30, 2012

Ron Paul fordert seit ewigen Zeiten eine Rückkehr zum Goldstandard

Das wichtigste Thema in den US-Präsidentschaftswahlen ist, wie eigentlich immer, die wirtschaftliche Lage des Landes. Hier treten zwei grundlegende Auffassungen gegeneinander auf: Obamas Schulden-um-jeden-Preis-Politik gegen Romneys Spar-Politik, vertreten durch seinen Vize-Präsidentschaftskandidaten Paul Ryan. In den letzten Tagen ist eine überraschende und sensationelle Meldung durch die Medien gegangen, wonach das Team Romney auf der National Convention der Republikaner in Florida die Rückkehr zum Goldstandard ins Gespräch bringen will. Dazu soll eine “Goldkommission” eingesetzt werden.

Diese Nachricht klingt verheißungsvoll, ist aber auch unglaubwürdig. Es ist kaum vorstellbar, dass so viel Vernunft in das Weiße Haus einkehrt, um diesen radikalen Schritt zu gehen. Deswegen sollte man diese Nachricht auch nicht allzu ernst nehmen. Natürlich würde eine Rückkehr zum Goldstandard nicht ohne Turbulenzen über die Bühne gehen. In der Österreichischen Schule der Nationalökonomie, die als einzige die Finanzkrise vorausgesehen hat, gelten ungedecktes Papiergeld (Fiat Money) zusammen mit dem staatlichen Geldmonopol (Zentralbanken) als die Hauptursachen für die ständigen, künstlichen Booms und die unvermeidlich darauffolgenden Busts.

Bei den Republikanern ist es vor allem Ron Paul, über den ich mich hier schon lustig gemacht habe, der die Rückkehr zum Goldstandard fordert. Er ist nicht nur für die Rückkehr zum Goldstandard, er will u.a auch die FED abschaffen, sofort fünf Ministerien schließen und alle ausländischen Militärbasen der USA schließen. Paul ist ein “Austrian” und bezeichnet die Vordenker dieser Schule, darunter Ludwig von Mises, dem wohl größten Vordenker von Liberalismus und Kapitalismus, den die Welt je gesehen hat, als seine Vorbilder. Nicht nur das, Paul ist auch ein Anhänger von Ayn Rand, der “Überkapitalistin” schlechthin und Aushängeschild der amerikanischen Konservativen.

Andererseits ist Paul ziemlich antiwestlich und antiamerikanisch. Er gibt der amerikanischen Außenpolitik die Schuld an 9/11 und bezeichnet Gaza als ein Konzentrationslager. Erst vor drei Tagen behauptete er allen Ernstes, dass, wenn er Präsident geworden wäre, 9/11 nicht stattgefunden hätte:

At a speech today in the Sun Dome at the University of South Florida ahead of the Republican convention, the Libertarian former Republican presidential candidate said if he had been in charge 9/11 wouldn’t have occurred. “Somebody – rather nationally — said the other day on the Internet ‘if those Paul people had been in charge Osama Bin Laden would still be alive.’ But you know what I think the answer is? So would the 3000 people killed on 9/11 still be alive!” (more…)

Der Teufel der Regulierungen

August 19, 2012

Das Gesicht der Bürokraten

Es gilt heute als allgemeiner Konsens, dass es der Umwelt so schlecht geht wie noch nie zuvor. Als Grund dafür wird angenommen, dass profitgierige Unternehmen sich nicht um die Natur kümmern würden. Die Umweltzerstörung ist also das Beispiel schlechthin für das sogenannte “Marktversagen”. Um den Planeten zu retten, muss der Staat mit Verboten und Quoten eingreifen. Manche Gesetze, die unser Leben regulieren, sind sicher notwendig. Der Staat verbietet z.B., dass Menschen andere Menschen umbringen. Wenn es hier keine Bestimmungen gäbe, würde es sicher bald zu “Marktversagen” kommen.

Aber wie viele Regulierungen sind notwendig? Muss der Staat z.B. eingreifen, um die Umwelt zu retten? Sind Umweltschutz und Kapitalismus wirklich unvereinbar? Um staatliche Interventionen zu fordern, werden verschiedene Formen von Marktversagen angeführt. Da wäre z.B. das Problem von asymmetrischen Informationen oder dass der externen Kosten, die durch eine Transaktion einem unbeteiligten Dritten aufgebürdet werden. Oft ist es so, dass dahinter übertriebene Befürchtungen stecken, die durch staatliche Regulierungen keineswegs verbessert werden.

Unnötige Regulierungen führen meistens dazu, dass das Problem, das man lösen wollte, verschlimmert wird. Dies führt dann zu weiteren Regulierungen, da die mangelnde Wirkung der vorangegangenen Regulierungen ebenfalls als “Marktversagen” gedeutet wird. Ein echter Teufelskreislauf (auch “Interventionsspirale” genannt). Außerdem fördert die zunehmende Bürokratie die Verbreitung von Korruption. “Je mehr Gesetze, desto mehr Verbrecher”, sagte schon der chinesische Philosoph Lao-tse. (more…)

Versailles ohne Krieg

Mai 4, 2012

Der ESM- einfach erklärt:

Nachtrag zu Wulff

April 23, 2012

Es war nicht alles schlecht mit ihm

Der Islam gehört nicht zu Deutschland:

“Es ist nicht nur leichtfertig, sondern verantwortungslos, dem Islam seine Zugehörigkeit zu Deutschland zu bescheinigen, ohne gleichzeitig klar zu benennen, wie er sich reformieren muss, um kein Fremdkörper in einem säkularen und demokratischen, die Freiheitsrechte des Individuums achtenden Staat zu bleiben…
Dem Islam steht seine Aufklärung, die das Christentum schon vor mehr als 200 Jahren erdulden musste, noch bevor. Bis dahin aber wünsche ich innigst, dass er nicht zu Deutschland gehört. Mag sein, dass Männer die Probleme gelassener sehen; als Frau kann ich das nicht.”

Kommentar von Monika Maron in der WELT

Der ESM wird Europa nicht retten:

„Wir haben weder die Ursachen der Krise beseitigt, noch können wir heute sagen: Gefahr erkannt – Gefahr gebannt. Wir sehen tatsächlich weiter eine Entwicklung, die an ein Dominospiel erinnert: Erst haben einzelne Banken andere Banken gerettet, dann haben Staaten vor allem ihre Banken gerettet, jetzt rettet die Staatengemeinschaft einzelne Staaten. Da ist die Frage nicht unbillig: Wer rettet aber am Ende die Retter? Wann werden aufgelaufene Defizite auf wen verteilt beziehungsweise von wem getragen? Über viele Jahre wurden in vielen Ländern Probleme immer wieder über höhere staatliche Ausgaben, höhere Schulden und billigeres Geld vor sich hingeschoben. Und ich möchte hier in Lindau formulieren: Politik mit ungedeckten Wechseln auf die Zukunft ist an ihr Ende gekommen. Was vermeintlich immer gut ging – nämlich neue Schulden zu machen – geht eben nicht ewig gut. Es muss ein Ende haben, sich an der jungen Generation zu versündigen“.

Wulffs Lindauer Rede

(Und was Gauck sagt: “Mit dem ESM fällt den Deutschen die Solidarität mit Europa leichter”)

China vor dem Crash?

Oktober 26, 2011

Die Flagge der Volksrepublik China

Eine schlechte Nachricht für alle die, die den Untergang Amerikas herbeisehnen wie fromme Christen Weihnachten und sich China als die neue Nummer eins wünschen. Nach Jahrzehnten ununterbrochenem Wirtschaftswachstum steht das Reich der Mitte wahrscheinlich vor einem Crash, dessen Folgen noch nicht absehbar sind.

Aus dem Nichts kommt diese Nachricht allerdings nicht: Schon seit Jahren warnen Ökonomen vor der Immobilienblase in China. Angeblich sollen 64 Millionen(!) Häuser leer stehen, obwohl jedes Jahr 20-30 Millionen Menschen in die Stadt ziehen. Einige halten diese Zahlen für übertrieben. Auf jeden Fall gibt es ganze Geisterstädte, wie z.B. Ordos in der Inneren Mongolei,  mit Hotelkomplexen, Museums- und Verwaltungsgebäuden, Autobahnen und Einkaufszentren, aber keine Bewohner (hier einige Fotos von Geisterstädten).

Die Preise für die Wohnungen sind in den letzten Jahren massiv gestiegen und für viele unerschwinglich geworden. In Deutschland kostet eine Wohnung für einen Durchschnittsverdiener etwa drei bis fünf Jahreseinkommen, in Peking das 20-fache. Gerade deswegen versuchten viele, eine Immobilie zu erwerben, um nicht später leer auszugehen. Andere wiederum haben Wohnungen fast nur noch in der Erwartung gekauft, sie wenig später teurer weiterverkaufen zu können. Die Regierung versuchte dieser Entwicklung mit Zinserhöhungen Herr zu werden. Tatsächlich scheinen die Preise allmählich zu fallen. In 16 von 70 Städten fielen die Preise für neue Wohnungen im August gegenüber Juli. Die Regierung hat übrigens beschlossen, bis zum Jahr 2015 weitere 36 Millionen Sozialwohnungen zu bauen. (more…)

False-Flag-Attacke auf Börsianer

September 29, 2011

Ein sensationelles Interview:

„Seit drei Jahren habe ich von einem solchen Moment geträumt“. „Ich gehe jeden Abend ins Bett und träume von einer neuen Rezession.“ Denn wenn der Markt zusammenbreche, wenn es einen Crash gebe und man wisse, was zu tun sei, dann könne man damit jede Menge Geld verdienen.

„Den meisten Händlern ist es völlig egal, ob die Wirtschaft in guten Bahnen läuft, ob die Situation stabil ist“. „Unser Job ist es einfach, Geld damit zu verdienen.“

Die Euro-Zone werde zusammenbrechen und die Krise werde unausweichlich in einem großen Zusammenbruch enden. „Die Ersparnisse von Millionen von Menschen werden sich in Luft auflösen“. Dies könnten auch die Regierungen nicht verhindern. Denn: „Nicht die Regierungen regieren die Welt, sondern Goldman Sachs.“

(more…)

Kapitalismus, Demokratie, der Westen und seine “Kritiker”, Teil 1

August 31, 2011

Das schöne Abendland, geht es bald unter?

Teil 2: hier

Trotz 100 Millionen Tote- Hatte Marx doch Recht? Sozialismus und Kulturrelativismus als “Systemkritik”

Der englische Konservative Charles Moore stellt sich nach Jahren die Frage: Haben die Linke vielleicht doch recht? Der FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher brachte die Debatte nach Deutschland. Sie stieß auf fruchtbarem Boden:

Einer Umfrage der Bertelmannsstiftung nach wünschen sich 88% der Deutschen ein “neues Wirtschaftssystem”. Das derzeitige System berücksichtige weder den »Schutz der Umwelt, noch den »sorgsamen Umgang mit den Ressourcen« oder den »sozialen Ausgleich in der Gesellschaft« genügend. Eine andere Umfrage zeigte, dass nur 46% der Deutschen vom Kapitalismus überzeugt sind. Noch düsterer sieht es in Frankreich aus: Nur 15% der Franzosen sind vom Kapitalismus überzeugt, 33% sind der Meinung, man müsste ihn abschaffen.

Und nicht nur der Kapitalismus, auch die Demokratie und Freiheit und sogar der technische und wissenschaftliche Fortschritt werden immer weniger geschätzt. Westliche Kulturpessimisten und Apokalyptiker haben in den letzten 10 Jahren so sehr gewütet wie noch nie zuvor. Dabei ist es in manchen Fällen nicht die westliche Kultur, sondern die Zivilisation als Ganzes, die kritisiert wird. Die Kulturpessimisten definieren den Westen nur mit “Raubtierkapitalismus”, gewissenlosen Bankern, imperialistischen Kriegen, Arbeitsplätzeabbau, Kinderarbeit in Dritte-Welt-Ländern, Jugendkriminalität, Massentierhaltung, Verschwendungssucht, Antiterrorgesetzen, Umweltzerstörung, Fettleibigkeit und das Schlimmste von allem: Niveauloses Fernsehen (DSDS, Dschungelcamp, Oliver Geißen).

Drei Ereignisse haben der “Systemkritik” gehörigen Antrieb gegeben: Der Bushismus mit dem Irakkrieg und Guantanamo, die Finanzkrise und die apokalyptische Endzeitvision der Globalen Erwärmung. Systemkritiker vermitteln den Eindruck, dass der Westen mit seiner Politik und Lebensweise die ganze Welt in den Abgrund reißt. In keiner anderen Region gibt es mehr Kritik am eigenen System als in der westlichen Welt. Sie sind besessen davon, den Untergang des Abendlandes heraufzubeschwören und die kommenden Weltmächte China, Indien und Brasilien stark zu reden.

Ich bin einer der Wenigen, die noch an den Westen glauben. Und ich bin sogar stolz auf ihn. Deswegen folgt an dieser Stelle eine Verteidigung der westlichen Demokratie und des Kapitalismus, der an alle Kritiker gerichtet und mit Fakten untermauert ist. (more…)

Obama und die Schuldenkrise

August 2, 2011

Obama ratlos?

In letzter Sekunde haben sie sich geeinigt. Eigentlich sollten die USA heute, den 2.August 2011, den Staatsbankrott erklären und damit endlich die Weltherrschaft an China abgeben. Dieses Ereignis muss nun verschoben werden. Wie kam es dazu? Hat Obama wieder die Welt gerettet wie damals als er den Bushismus ein Ende setzte und dafür den Friedensnobelpreis gewann?

Ich habe eine andere Theorie: Es war alles nur Show. Wer glaubt schon, dass die Republikaner und die Demokraten sich so sehr hassen, dass sie den Untergang der USA riskieren? So groß sind ihre Differenzen nun auch wieder nicht. Aber wenn man sich solange Zeit lässt, macht es den Eindruck, als ob beide Seiten bis zuletzt für die Interessen ihrer Wähler gekämpft haben, denn immerhin mussten beide Seiten Kompromisse eingehen.

Es war auch kaum ein “Alleingang” Obamas, der das “amerikanische Zeitalter” rettete, beide Seiten haben eine gemeinsame Übereinkunft getroffen. An den entstandenen Problemen war auch nicht nur der Bushismus Schuld. Der amerikanische Schuldenberg stieg seit dem Jahr 2000 von 5 Billionen auf 14,5 Billionen, aber nicht immer auf gleichem Niveau:

“Brauchte also der „böse“ Bush acht Jahre, um die Außenstände von fünf auf zehn Billionen zu erhöhen, schaffte der „gute“ Obama in zweieinhalb Jahren eine Steigerung um 4,5 Billionen. Der eine erklärte die eskalierende Verschuldung mit 09/11 und dem Irak-Krieg, der andere mit der kostspieligen Finanzkrise, Afghanistan und nötigen Sozialprogrammen. (more…)


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