Archive for the ‘WM-Geschichte’ Category

WM-Geschichte, Teil 14

April 1, 2014
Das WM-Logo 1990

Das WM-Logo 1990

Im Jahr 1990 wuchs das zusammen, was zusammengehört, nahm die Pinochet-Diktatur in Chile ein Ende, wurde in Moskau das erste McDonalds eröffnet, besetzte Saddam den Kuwait, begann das Ende der Apartheid in Südafrika und fand vom 8. Juni bis zum 8. Juli die 14. Fußball-Weltmeisterschaft in Italien statt. Deutschland holt sich unspektakulär wie nie den Titel, Kamerun macht ganz Afrika stolz und ein vor und nach dem Turnier völlig Unbekannter wird Torschützenkönig.

Italien war nach Mexiko das zweite Land, das die WM zum zweiten Mal austragen durfte. Im Mutterland des Catenaccio wurde dann auch folgerichtig ein Defensivspektakel geboten, dass man zuletzt 1962 in Chile gesehen hatte. Der minimalistische Fußball setzte sich bis ins Finale fort. Kurz vor den politischen Umbrüchen (die Sowjetunion, Tschechoslowakei und Jugoslawien gaben ihre letzte Vorstellung ab) nutzten viele Spieler ihre Chance, sich für den Markt im Westen zu präsentieren. (more…)

WM-Geschichte, Teil 13

Januar 31, 2014
Die argentinische Weltmeisterauswahl von 1986

Die argentinische Weltmeisterauswahl von 1986

Im Jahr 1986 versuchte Gorbachev, die Sowjetunion mit Reformen umzugestalten, tobten in Mittelamerika grausame Bürgerkriege, prägten Reagan und Thatcher eine Ära und fand vom 31. Mai bis zum 29. Juni die 13. Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko statt. Maradona schreibt mit der Hand Gottes und einem Jahrhundert-Sololauf Fußballgeschichte, Platini und Zico bleiben erneut ungekrönt, während Deutschland wieder im Finale scheitert.

Ursprünglich sollte Kolumbien die WM 1986 austragen, aber im November 1982 sagten die Kolumbianer ab, weil sie sich angesichts von Naturkatastrophen und einer Wirtschaftskrise der Herausforderung nicht gewachsen sahen. Mexiko, Brasilien und die USA bewarben sich als Ersatzausrichter. Die Wahl fiel auf Mexiko, mit dem man als WM-Ausrichter von 1970 gute Erfahrungen gemacht hatte. Mexiko wurde damit zum ersten Land, das zum zweiten Mal WM-Gastgeber wurde. (more…)

WM-Geschichte, Teil 12

Dezember 19, 2013
Die italienische Mannschaft vor dem Zwischenrundenspiel gegen Argentinien

Die italienische Mannschaft vor dem Zwischenrundenspiel gegen Argentinien

Im Jahr 1982 bekriegten sich der Iran und der Irak, die Mudschaheddin bekämpften die sowjetischen Besatzer in Afghanistan, in Deutschland gingen die Menschen gegen die atomare Aufrüstung auf die Straße und vom 13. Juni bis zum 11. Juli fand die 12. Fußball-Weltmeisterschaft in Spanien statt. Deutschland und Österreich schmähen den Fußball mit einem Nichtangriffspakt, ein wütender Scheich sorgt für Furore und Italiens defensiver Fußball triumphiert über die Ballkünstler aus Brasilien.

Die Spanier hatten schon 1966 den Zuschlag für die WM bekommen, da in diesem Jahr die Austragungsorte für 1974, 1978 und 1982 vergeben wurden. Zu dieser Zeit herrschte noch Franco, nach dessen Tod im Jahr 1975 zog die Demokratie ein, die einen Putschversuch im Februar 1981 überstand. Schon in den 1960ern setzte ein Wirtschaftswunder ein, der Spanien in die Liste der 10 größten Volkswirtschaften der Welt katapultierte, noch nie genossen die Spanier einen höheren Lebensstandard. Das fußballverrückte Land hatte also alle guten Voraussetzungen, um eine tolle Weltmeisterschaft auszurichten. (more…)

WM-Geschichte, Teil 11

November 3, 2013
Der Argentinier Mario Kempes feiert eines seiner Tore im Finale

Der Argentinier Mario Kempes feiert eines seiner Tore im Finale

Im Jahr 1978 erlebte der Vatikan ein Dreipäpstejahr, ging Pol Pots Terrorherrschaft in Kambodscha ihrem Ende entgegen, schlossen Israel und Ägypten Frieden, wurde mit Louise Joy Brown das erste künstlich befruchtete Baby geboren und fand vom 1. bis zum 25. Juni die 11. Fußball-Weltmeisterschaft in Argentinien statt. Argentinien schockiert die Brasilianer mit einem “gekauften” Sieg, die Niederlande verteidigen ihren Vize-Weltmeistertitel und Deutschland erlebt eine Demütigung gegen den kleinen Nachbarn.

Neben der WM 1934 war die WM 1978 in Argentinien die für den Sport wohl unwürdigste Veranstaltung. Zwei Jahre zuvor hatten die Militärs unter General Videla geputscht. Zehntausende Regimegegner, verschwanden, wurden gefoltert und ermordet. Die FIFA dachte jedoch nicht an einen neuen Veranstalter. Der OK-Chef Actis wurde 1976 ermordet, nachdem er finanzielle Einsparungen gefordert hatte. Nach seinem Tod wurden großzügige Geldmittel bereitgestellt, die das Land in eine Wirtschaftskrise mit einer Inflation von über 200% stürzten. Trotzdem äußerten sich die meisten Offiziellen gleichgültig gegenüber der Lage in Argentinien, so auch der DFB. (more…)

WM-Geschichte, Teil 10

Oktober 3, 2013
Johan Cruyff und Roberto Perfumo vor dem Zwischenrundenspiel zwischen den Niederlanden und Argentinien

Johan Cruyff und Roberto Perfumo vor dem Zwischenrundenspiel zwischen den Niederlanden und Argentinien

Im Jahr 1974 besetzten die Türken Zypern, in Portugal und Griechenland stürzten die Juntas, während in Chile die Pinochet-Diktatur begann, Nixon und Willy Brandt stürzten über Skandale und vom 13. Juni bis zum 17. Juli fand die 10. Fußballweltmeisterschaft in Deutschland statt. Die goldene Generation der Niederländer dominiert das Turnier, scheitert aber am Gastgeber und seiner eigenen Überheblichkeit, die DDR siegt im Bruderduell und ein Lückenbüßer wird zum Torschützenkönig.

Beim FIFA-Kongress im Jahr 1966 hatte Deutschland den Zuschlag bekommen, während den Argentiniern und Spaniern die darauffolgenden Ausgaben zugesprochen wurden. In München wurden 1972 als Generalprobe die Olympischen Spiele ausgetragen. Die Geiselnahme israelischer Sportler sorgte für eine verstärkte Polizeipräsenz bei der WM, zumal die RAF damals ihr Unwesen trieb. Es wurde ein reibungsloses Fußballfest, das die Bedeutung des Turniers in der zunehmend globalisierten Welt weiter steigen ließ. (more…)

WM-Geschichte, Teil 9

September 1, 2013
Die beste Mannschaft aller Zeiten? Brasilien bei der WM 1970

Die beste Mannschaft aller Zeiten? Brasilien bei der WM 1970

Im Jahr 1970 weiteten die US-Militärs den Vietnamkrieg auf Kambodscha aus, ging in Nigeria der blutige Biafrakrieg zu Ende, erforschten die Apollo-Missionen den Mond, trennten sich die Beatles und fand vom 31. Mai bis zum 21. Juni die 9. Fußball-Weltmeisterschaft statt. Die Welt sieht in Farbe, wie Pelé seine Karriere im Aztekenstadion krönt, die Italiener siegen im Jahrhundertspiel gegen Deutschland und eine Wahnsinnsparade von Gordon Banks wird im titelarmen England zum Mythos.

Mexiko hatte sich bei der FIFA-Ausscheidung gegen Argentinien durchgesetzt. Ein reicher Sponsor, dem u.a. auch ein Fernsehsender gehörte, hatte die Leistung vollbracht, in einem Entwicklungsland ein hochmodernes Stadion mit einer Kapazität von 110.000 Zuschauern zu errichten und die Olympischen Spiele von 1968 nach Mexiko-Stadt zu holen. Trotzdem hatten viele Bedenken, ob Mexiko die richtige Entscheidung war, da Mexiko wegen seiner Höhenluft und der Hitze zu der Sommerzeit bekannt war. Den Teilnehmern blieb nichts anderes übrig, als sich darauf einzustellen. Es bewarben sich 71 Mannschaften, 30 aus Europa, 10 aus Südamerika, 13 aus der Concacaf-Zone, 12 aus Afrika, 4 aus Asien und 2 aus Ozeanien. (more…)

WM-Geschichte, Teil 8

Juli 31, 2013
Englands Kapitän Bobby Moore nimmt den Jules Rimet-Pokal von der Queen entgegen

Englands Kapitän Bobby Moore nimmt den Jules Rimet-Pokal von der Queen entgegen

Hier nun der siebte Teil der WM-Reihe, die im November 2012 startete und im Mai 2014 ihren Abschluss finden wird. Auf all die legendären Spiele, unglaublichen Tore und unvergessene Spieler, die das größte Sportereignis der Welt von 1930 bis 2010 hervorgebracht hat, sich tief in das Gedächtnis von Millionen Menschen eingebrannt haben und bisweilen zu nationalen Mythen avancierten, wird zurückgeblickt. Dieses Mal ist die WM 1966 dran. Erstmals findet die WM in England, dem Mutterland des Fußballs, statt. Das stalinistische Nordkorea, ein schwarzer Panther und zwei irreguläre Tore im Finale sorgen für Aufsehen.

Vor der WM

Im Jahr 1966 herrschte zwischen den beiden Weltmächten die Zeit der Entspannungspolitik, die USA versuchten erfolglos den Kommunismus in Vietnam aufhalten, Mao rief die Kulturrevolution aus, Suharto ließ eine halbe Million Indonesier massakrieren und vom 11. bis zum 30. Juli fand in England die achte Fußball-Weltmeisterschaft statt. Der englische Fußballverband (FA) feierte im Jahr 1963 sein 100. Jubiläum und bekam den Vorzug vor Deutschland und Spanien. Es bewarben sich 71 Mannschaften, 31 aus der UEFA-Zone, erstmals alle 10 südamerikanischen Länder, 4 aus Asien (Israel und Syrien nahmen jedoch in der UEFA-Zone teil), 16 aus Afrika, 9 aus der CONCACAF-Zone und mit Australien eine Mannschaft aus Ozeanien. England als Gastgeber und Brasilien als Titelverteidiger waren automatisch qualifiziert. (more…)

WM-Geschichte, Teil 7

Juni 30, 2013
Garrincha war der überragende Spieler bei der WM 1962

Garrincha war der überragende Spieler bei der WM 1962

Hier nun der siebte Teil der WM-Reihe, die im November 2012 startete und im Mai 2014 ihren Abschluss finden wird. Auf all die legendären Spiele, unglaublichen Tore und unvergessene Spieler, die das größte Sportereignis der Welt von 1930 bis 2010 hervorgebracht hat, sich tief in das Gedächtnis von Millionen Menschen eingebrannt haben und bisweilen zu nationalen Mythen avancierten, wird zurückgeblickt. Dieses Mal ist die WM 1962 dran. Im Entwicklungsland Chile findet eine von Defensivfußball und brutalen Fouls geprägte WM, in der Brasilien dank ihrem überragenden Akteur Garrincha zum zweiten Mal hintereinander den Titel holt.

Vor der WM

Im Jahr 1962 befand sich der Kalte Krieg auf dem Höhepunkt, der Mauerbau und die Kuba-Krise hielten die Welt in Atem, und vom 30. Mai bis zum 17. Juni fand die 7. Fußball-Weltmeisterschaft in Chile statt. Nach zwei Weltmeisterschaften in Europa beschloss die FIFA, das Turnier wieder in Südamerika auszutragen. Argentinien galt als großer Favorit, doch völlig überraschend entschied sich das FIFA-Komitee für Chile, einem bitterarmen Entwicklungsland, das auch fußballerisch nicht gerade zur Spitzenklasse gehörte. Der chilenische Leiter des WM-Organisationskomitees, Carlos Dittborn, wurde mit dem wohl erfundenen Satz “Weil wir nichts haben, erschaffen wir alles” zu einer Legende in Chile.

Nachdem Chile im Mai 1960 vom schlimmsten Erdbeben des 20. Jahrhunderts (9,6 auf der Richterskala) getroffen wurde, mehrten sich die Stimmen, die das Turnier in ein anderes Land, eventuell Europa, verlegen wollten. Die Chilenen mussten die Anzahl der Austragungsorte von ursprünglich 9 auf 4 reduzieren (Santiago, Rancagua, Viña del Mar und das nördlich gelegene, wegen des trockenen Wetters von den Gastmannschaften ungeliebte Arica). Einen Monat vor Beginn der WM starb Carlos Dittborn mit 41 Jahren an einem Herzschlag, in Gedenken an ihm trat die chilenische Mannschaft das ganze Turnier über mit einem Trauerflor. (more…)

WM-Geschichte, Teil 6

Mai 2, 2013
Der Weltmeister dreht eine Ehrenrunde mit der schwedischen Fahne

Der Weltmeister dreht eine Ehrenrunde mit der schwedischen Flagge

Hier nun der sechste Teil der WM-Reihe, die im November 2012 startete und im Mai 2014 ihren Abschluss finden wird. Auf all die legendären Spiele, unglaublichen Tore und unvergessene Spieler, die das größte Sportereignis der Welt von 1930 bis 2010 hervorgebracht hat, sich tief in das Gedächtnis von Millionen Menschen eingebrannt haben und bisweilen zu nationalen Mythen avancierten, wird zurückgeblickt. Dieses Mal ist die WM 1958 dran. Im Norden Europas beginnt die Titeljagd der brasilianischen Ballkünstler und die Karriere der größten Fußballlegende aller Zeiten. Die Alte Welt kann nur ehrfürchtig zuschauen.

Vor der WM

Im Jahr 1958 kämpften die Algerier in einem blutigen Krieg für ihre Unabhängigkeit, rief Mao in China den “Großen Sprung nach vorn” aus, Amerika und die UdSSR starteten den Wettlauf zum Mond, und vom 8. bis zum 29. Juni fand in Schweden die sechste Fußball-Weltmeisterschaft statt. Die FIFA hielt sich nicht an den Europa-Amerika-Rhythmus, die letzte WM hatte nämlich auch in Europa stattgefunden. 52 Mannschaften bewarben sich für die Teilnahme, was einen neuen Rekord darstellte: 29 aus Europa, 8 aus Südamerika, 6 aus Nordamerika, 7 aus Asien (darunter Israel, die Türkei und Zypern) und 2 aus Afrika.

In Südamerika hatten sich mit Ausnahme von Ecuador und Venezuela alle Mannschaften beworben. Brasilien und Argentinien konnten sich in ihrer Gruppe wie erwartete durchsetzen. Die Argentinier nahmen zum ersten Mal seit 1934 an einer WM-Qualifikation teil, die Freude über den Erfolg wurde jedoch von dem Abwandern der vier Offensivstars Sivori, Angelillo, Maschio und Grillo nach Italien getrübt, die daraufhin nicht mehr für die Nationalmannschaft spielen durften (auch der legendäre Di Stefano, der schon 1947 ins Ausland gegangen war und damals mit Real Madrid den europäischen Fußball dominierte, wurde nicht berücksichtigt). (more…)

WM-Geschichte, Teil 5

April 1, 2013
Eine ungarische Briefmarke erinnert an das Finale der WM 1954

Eine ungarische Briefmarke erinnert an das Finale der WM 1954

Hier nun der fünfte Teil der WM-Reihe, die im November 2012 startete und im Mai 2014 ihren Abschluss finden wird. Auf all die legendären Spiele, unglaublichen Tore und unvergessene Spieler, die das größte Sportereignis der Welt von 1930 bis 2010 hervorgebracht hat, sich tief in das Gedächtnis von Millionen Menschen eingebrannt haben und bisweilen zu nationalen Mythen avancierten, wird zurückgeblickt. Dieses Mal ist die WM 1954 dran. Die hochfavorisierten Ungarn dominieren das Turnier bis zum Finale, dort schlägt mit einem Mythos die Geburtsstunde der größten europäischen Fußballnation.

Vor der WM

Im Jahr 1954 befand sich die Welt am Beginn des Zeitalters des Kalten Krieges. Der Koreakrieg forderte Millionen Tote, Deutschland und Japan wurden von Wirtschaftswundern erfasst. Und vom 16. Juni bis zum 4. Juli fand die 5. Fußball-Weltmeisterschaft in der Schweiz statt. Es wurde ein Jubiläum: Im Jahr 1954 feierte die FIFA den 50. Jahrestag ihrer Gründung. Seit 1932 befand sich das FIFA-Hauptquartier in Zürich und am 15. Juni, einen Tag vor Beginn der WM, wurde in der Schweiz auch noch der europäische Fußballverband (UEFA) gegründet. Der WM-Erfinder und FIFA-Präsident Jules Rimet legte nach dem Turnier sein Amt nieder.

Es bewarben sich insgesamt 38 Mannschaften: 27 aus Europa (darunter Israel und die Türkei), 3 aus Asien, 4 aus Südamerika, 3 aus Nordamerika und mit Ägypten ein Vertreter aus Afrika, der jedoch in der Europa-Qualifikation teilnahm. Die Gastgeber aus der Schweiz und Titelverteidiger Uruguay waren automatisch qualifiziert. Viele Mannschaften hatten ihre Bewerbung zu spät eingereicht und durften so nicht mehr an der Qualifikation teilnehmen. Dennoch hatte die WM einen neuen Rekord an Bewerbern aufgestellt. Das Turnier begann immer mehr an weltweiter Popularität zu gewinnen. (more…)


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