Hier nun der sechste Teil der WM-Reihe, die im November 2012 startete und im Mai 2014 ihren Abschluss finden wird. Auf all die legendären Spiele, unglaublichen Tore und unvergessene Spieler, die das größte Sportereignis der Welt von 1930 bis 2010 hervorgebracht hat, sich tief in das Gedächtnis von Millionen Menschen eingebrannt haben und bisweilen zu nationalen Mythen avancierten, wird zurückgeblickt. Dieses Mal ist die WM 1958 dran. Im Norden Europas beginnt die Titeljagd der brasilianischen Ballkünstler und die Karriere der größten Fußballlegende aller Zeiten. Die Alte Welt kann nur ehrfürchtig zuschauen.
Vor der WM
Im Jahr 1958 kämpften die Algerier in einem blutigen Krieg für ihre Unabhängigkeit, rief Mao in China den “Großen Sprung nach vorn” aus, Amerika und die UdSSR starteten den Wettlauf zum Mond, und vom 8. bis zum 29. Juni fand in Schweden die sechste Fußball-Weltmeisterschaft statt. Die FIFA hielt sich nicht an den Europa-Amerika-Rhythmus, die letzte WM hatte nämlich auch in Europa stattgefunden. 52 Mannschaften bewarben sich für die Teilnahme, was einen neuen Rekord darstellte: 29 aus Europa, 8 aus Südamerika, 6 aus Nordamerika, 7 aus Asien (darunter Israel, die Türkei und Zypern) und 2 aus Afrika.
In Südamerika hatten sich mit Ausnahme von Ecuador und Venezuela alle Mannschaften beworben. Brasilien und Argentinien konnten sich in ihrer Gruppe wie erwartete durchsetzen. Die Argentinier nahmen zum ersten Mal seit 1934 an einer WM-Qualifikation teil, die Freude über den Erfolg wurde jedoch von dem Abwandern der vier Offensivstars Sivori, Angelillo, Maschio und Grillo nach Italien getrübt, die daraufhin nicht mehr für die Nationalmannschaft spielen durften (auch der legendäre Di Stefano, der schon 1947 ins Ausland gegangen war und damals mit Real Madrid den europäischen Fußball dominierte, wurde nicht berücksichtigt). (weiterlesen…)

























