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	<title>arprin</title>
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	<description>Gedanken eines liberalen Atheisten - ohne Rücksicht auf religiöse oder politische Gefühle</description>
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		<title>Who will build the roads?</title>
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		<pubDate>Fri, 24 May 2013 19:44:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arprin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Liberalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Westen]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Jetzt jammern sie über die Folgen der von ihresgleichen systematisch betriebenen Verarmung des Staates&#8221; &#8211; so der Titel eines Artikels des sozialdemokratischen Publizisten Albrecht Müller. Anlass ist ein Artikel in der WELT, in der die marode Infrastruktur in Deutschland beklagt wird, laut Müller eine &#8220;späte Erkenntnis aus den Medien-Häusern jener Ideologen&#8221;, die uns einen &#8220;schlanken [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arprin.wordpress.com&#038;blog=20982208&#038;post=13215&#038;subd=arprin&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_13217" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://arprin.files.wordpress.com/2013/05/800px-r774_road_pink.jpg"><img class="size-medium wp-image-13217" alt="Wer soll die Straßen bauen, wenn nicht der Staat?" src="http://arprin.files.wordpress.com/2013/05/800px-r774_road_pink.jpg?w=300&#038;h=225" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Wer soll die Straßen bauen, wenn nicht der Staat?</p></div>
<p>&#8220;Jetzt jammern sie über die Folgen der von ihresgleichen systematisch betriebenen Verarmung des Staates&#8221; &#8211; so der Titel eines <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=17233">Artikels</a> des sozialdemokratischen Publizisten Albrecht Müller. Anlass ist ein Artikel in der WELT, in der die marode Infrastruktur in Deutschland beklagt wird, laut Müller eine &#8220;späte Erkenntnis aus den Medien-Häusern jener Ideologen&#8221;, die uns einen &#8220;schlanken Staat&#8221; predigen. Das sei &#8220;Blödsinn&#8221;. Vor einigen Wochen meinte Jakob Augstein in Maybrit Illners Talkrunde ebenfalls, Steuererhöhungen würden nur Straßen und Schulen schlechter machen.</p>
<p>Nun ist aber angesichts von <a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/haushalt-steuereinnahmen-auf-rekordhoch-12045720.html">Rekordsteuereinnahmen</a>, <a href="http://www.news.de/wirtschaft/734191356/deutschland-gibt-290-milliarden-euro-aus/1/">Rekordausgaben</a> und <a href="http://www.rtl.de/rtl-nachrichtenarchiv/1475345/deutschland-hat-rekordschulden.html">Rekordverschuldung</a> eine orwellsche Verkehrung der Wahrheit, von einer &#8220;Verarmung des Staates&#8221; zu sprechen. Der Staat hat noch nie so viel Geld gehabt wie heute, er ist nicht schlank geworden, sondern hat ich immer weiter ausgebreitet. Aber warum ist die Infrastruktur trotzdem so schlecht? Der Staat könnte es ja besser machen, aber offenbar kommt es zu Fehlsteuerungen und falschen Anreizen &#8211; die typischen Merkmale von Planwirtschaften.</p>
<p class="r">Die Frage, wer sonst die Straßen bauen soll als der Staat, ist ein Standard-Argument, der von Gegnern der freien Marktwirtschaft gebracht wird. Wer baut die Straßen? Der Staat gibt Aufträge an Firmen aus. Wer bezahlt die Firmen? Der Steuerzahler. Warum sollte es für die Privatwirtschaft unmöglich sein, ohne Auftrag vom Staat ein Straßennetz auf die Beine zu stellen? So gut wie alle Unternehmen haben ein Interesse an einem funktionierenden Straßennetz und würden auch die Kosten dafür tragen.</p>
<p><span id="more-13215"></span></p>
<p>Nehmen wir als Beispiel die Liberalisierung des Fernbusverkehrs, die ein <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/zahl-der-fernbusverbindungen-steigt-rasant-a-892041.html">voller Erfolg</a> war. Das mehr als 70 Jahre währende Monopol der Deutschen Bahn wurde gebrochen, und anstatt dass nun Pendler von privaten Fernbuslinien gnadenlos ausgenommen werden, können sie viel schneller von München nach Freiburg reisen. Offenbar kennen die Menschen ihre Bedürfnisse besser als der Staat! Die sogenannte &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Daseinsvorsorge">Daseinsvorsorge</a>&#8221; ist, wie Gerhard Habermann es beschreibt, Ausdruck eines paternalistischen Staatsverständnisses.</p>
<p>Heute weitgehend vergessen ist, dass im 19. Jahrhundert Privatunternehmen die Gemeinden mit Wasser, Energie, Verkehr und Entsorgung versorgt haben und sie erst verstaatlicht wurden, als sich ihr Erfolg zeigte (meist um 1900). Außerdem ist die Grenze ziemlich willkürlich gezogen. Warum zählt die Versorgung mit Straßen zur Daseinsvorsorge, aber nicht die Versorgung mit dem täglichen Brot? Eigentlich müssten alle Bäckereien verstaatlicht werden, damit Schluss ist mit der unmenschlichen Praxis, dass private Bäcker mit dem Hunger ihrer Mitmenschen Geld verdienen.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/arprin.wordpress.com/13215/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/arprin.wordpress.com/13215/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arprin.wordpress.com&#038;blog=20982208&#038;post=13215&#038;subd=arprin&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Das Recht auf körperliche Unversehrtheit</title>
		<link>http://arprin.wordpress.com/2013/05/20/das-recht-auf-korperliche-unversehrtheit/</link>
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		<pubDate>Mon, 20 May 2013 21:59:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arprin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Liberalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Mai letzten Jahres diskutierte Deutschland, ob die Beschneidung von Minderjährigen als Körperverletzung einzustufen ist. Was viele nicht verstanden haben ist, dass es nicht um das Thema Religionsfreiheit geht, sondern um das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Die Beschneidung ist nicht durch die Religionsfreiheit gedeckt und die Argumente, die zur Verteidigung der Beschneidung von Minderjährigen angeführt [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arprin.wordpress.com&#038;blog=20982208&#038;post=13185&#038;subd=arprin&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_13193" class="wp-caption aligncenter" style="width: 187px"><a href="http://arprin.files.wordpress.com/2013/05/giorgio_conrad_strafe.jpg"><img class="size-medium wp-image-13193" alt="Züchtigung von &quot;unartigen Kindern&quot; in früheren Zeiten" src="http://arprin.files.wordpress.com/2013/05/giorgio_conrad_strafe.jpg?w=177&#038;h=295" width="177" height="295" /></a><p class="wp-caption-text">Züchtigung von &#8220;unartigen Kindern&#8221; in früheren Zeiten</p></div>
<p>Im Mai letzten Jahres diskutierte Deutschland, ob die Beschneidung von Minderjährigen als Körperverletzung einzustufen ist. Was viele nicht verstanden haben ist, dass es nicht um das Thema Religionsfreiheit geht, sondern um das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Die Beschneidung ist nicht durch die Religionsfreiheit gedeckt und die Argumente, die zur Verteidigung der Beschneidung von Minderjährigen angeführt werden, sind nicht überzeugend. Allerdings haben die Beschneidungsbefürworter Recht damit, dass viele Verletzungen des Rechts auf körperliche Unversehrtheit einfach hingenommen werden, mit einem Vorbehalt: Sie wollen Gleichheit in der falschen Richtung.</p>
<p><strong>Beschneidung und das Recht auf körperliche Unversehrtheit<br />
</strong></p>
<p>Bei all den Debatten ist mir aufgefallen, dass viele Beschneidungsbefürworter wie selbstverständlich glauben, zur Religionsfreiheit gehöre auch das Recht, seine Kinder beschneiden zu lassen, und somit der Ansicht sind, ein Verbot der Beschneidung Minderjähriger sei eine Einschränkung der Religionsfreiheit. Wenn man dann mit dem Recht auf körperliche Unversehrtheit kommt, entgegnen sie: Die Beschneidung tut nur &#8220;ein bisschen&#8221; weh und der Säugling ist erst 8 Tage alt, er erinnert sich später nicht mehr an den Schmerz. Man fordert also quasi, das Recht auf Religionsfreiheit in diesem Fall über das Recht auf körperliche Unversehrtheit zu stellen.</p>
<p>Wenn man über Freiheitsrechte spricht, in diesem Fall vom Recht auf Religionsfreiheit, muss man eins vorneweg klarstellen: Rechte sind immer Rechte von Individuen. Es gibt keine kollektiven Rechte (auch wenn viele Menschen der Meinung sind, &#8220;die Gesellschaft&#8221; hätte ein Recht auf das Geld anderer Menschen, aber das ist ein anderes Thema). Da Rechte nur für Individuen gelten, ist ein Verbot der Beschneidung Minderjähriger keine Einschränkung des individuellen Rechts auf Religionsfreiheit &#8211; die Beschneidung jedoch ist eine Einschränkung des Rechts auf körperliche Unversehrtheit, was ja nicht mal von den Beschneidungsbefürwortern geleugnet wird. <span id="more-13185"></span></p>
<p>Außerdem ist es so, dass eine Beschneidung nicht nur &#8220;ein bisschen&#8221; weh tut (und selbst wenn es so wäre, würde wohl keiner auf die Idee kommen zu sagen, dass es kein Diebstahl ist, wenn man jemandem 50 Cent stiehlt, da es nur &#8220;ein bisschen&#8221; vom Geld des Bestohlenen ist), mit Langzeitfolgen verbunden ist und von vielen Komplikationen begleitet werden kann. Ein 8 Tage alter Säugling erinnert sich später nicht mehr an seine Beschneidung, aber er würde sich auch nicht daran erinnern, wenn er aus der Kommode fällt &#8211; ist es deshalb unbedenklich, wenn man ihn aus der Kommode wirft? Man sieht: All die Argumente für die Beschneidung offenbaren, wenn man sie zu Ende denkt, ihre Absurdheit.</p>
<p>Menschen haben Rechte, damit sie selbst über ihr Leben bestimmen können. Weder der Staat noch religiöse Oberhäupter und auch nicht die Familienangehörigen haben das Recht, Teile von Körpern anderer Menschen abschneiden zu lassen. Es ist nicht zulässig, Ausnahmen zu machen, und schon gar nicht im Namen der Religion. Es ist wirklich so einfach: Menschen sind nicht das Eigentum anderer Menschen. Nun kommen wir aber zu einem Argument, bei dem man den Beschneidungsbefürwortern Recht geben muss, weil es sich mit dem eigentlichen Thema beschäftigt. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit wird nämlich nicht nur bei der Beschneidung verletzt.</p>
<p><strong>Körperverletzung bei Minderjährigen</strong></p>
<p>Bis zu einem gewissen Grad müssen die Eltern oder die Erziehungsberechtigten die Rechte ihrer Kinder wahrnehmen, solange diese selbst nicht dazu in der Lage sind. Die Eltern müssen ihr Kind ernähren, sie entscheiden, in welche Schule es geht und welchen Wohnsitz es hat. Aber alles hat seine Grenzen. Die Eltern dürfen nicht für die Kinder entscheiden, ob sie Schmerz auf sich nehmen wollen. Es ist leider nicht ungewöhnlich, wenn Kindern, die gerademal 5 oder 6 Jahre alt sind, die Ohrlöcher gestochen werden, Kinder in der Schule am Sportunterricht teilnehmen müssen, auch wenn die Gefahr besteht, dass sie sich dabei Verletzungen zufügen oder Kinder von ihren Eltern &#8220;gezüchtigt&#8221; werden.</p>
<p>Ich plädiere dafür, Ohrlochstechen, Tätowierungen und Piercings bei Minderjährigen zu verbieten, da sie als Körperverletzung einzustufen sind, wie auch die meisten Kinderärzte <a href="http://www.t-online.de/eltern/gesundheit/id_62745012/ohrloch-stechen-ab-wann-sind-ohrringe-bei-kindern-unbedenklich-.html">meinen</a>. Kinder ab 14 Jahren sollten selbst entscheiden. In der Schule sollte verpflichtender Sportunterricht abgeschafft werden (das Bildungssystem ist auch ein Thema für sich), Kinder sollten vor allem nicht zu solch brutalen Sportarten wie Dodgeball gezwungen werden. Bei medizinischen Eingriffen muss man abwägen, ob es eine zwingende medizinische Indikation gibt. Einem Kind &#8220;die Zähne richten&#8221; zu wollen ist kein Grund, ihm Schmerzen zuzufügen.</p>
<p>Wenn man von Körperverletzung bei Minderjährigen spricht, sollte die &#8220;Züchtigung&#8221; von Kindern das wichtigste Anliegen sein. Hier kann es nur eine Position geben: Jede Form von Gewalt in der Kindererziehung muss verboten sein. Die Knute bringt keine Disziplin, sondern züchtet nur neue Knutenschläger heran. Erfreulich ist, dass die Gewalt gegen Kinder zumindest im Westen in den letzten Jahren massiv abgenommen hat, auch wenn in den USA skandalöserweise noch immer jedes Jahr Hunderttausende Kinder mit Paddeln <a href="http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article109441477/Schueler-werden-immer-noch-mit-Paddeln-rot-gepruegelt.html">rot geprügelt werden</a> und in sogenannten &#8220;Bootcamps&#8221; sogar Elektroschläge hinnehmen müssen.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/arprin.wordpress.com/13185/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/arprin.wordpress.com/13185/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arprin.wordpress.com&#038;blog=20982208&#038;post=13185&#038;subd=arprin&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Das Massaker von Hula: Ein Jahr danach</title>
		<link>http://arprin.wordpress.com/2013/05/17/das-massaker-von-hula-ein-jahr-danach/</link>
		<comments>http://arprin.wordpress.com/2013/05/17/das-massaker-von-hula-ein-jahr-danach/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 17 May 2013 21:40:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arprin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arabischer Frühling]]></category>
		<category><![CDATA[Naher Osten]]></category>
		<category><![CDATA[Syrien]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Nacht von dem 25. auf dem 26. Mai 2012 ereignete sich in der Ortschaft Hula ein Massaker, denen 108 Menschen, darunter 49 Kinder, 34 Frauen und 25 Männer zum Opfer fielen. International löste das Ereignis große Empörung aus, Deutschland und Frankreich wiesen die syrischen Botschafter aus. Bis heute gibt es zwei Versionen, wer [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arprin.wordpress.com&#038;blog=20982208&#038;post=13172&#038;subd=arprin&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_12643" class="wp-caption aligncenter" style="width: 290px"><a href="http://arprin.files.wordpress.com/2012/06/800px-flag_of_syria_2011_combined-svg.png"><img class="size-medium wp-image-12643" alt="Das geteilte Syrien" src="http://arprin.files.wordpress.com/2012/06/800px-flag_of_syria_2011_combined-svg.png?w=280&#038;h=179" width="280" height="179" /></a><p class="wp-caption-text">Die Suche nach der Wahrheit in Syrien ist oft ein schwieriges Unterfangen</p></div>
<p>In der Nacht von dem 25. auf dem 26. Mai 2012 ereignete sich in der Ortschaft Hula ein Massaker, denen 108 Menschen, darunter 49 Kinder, 34 Frauen und 25 Männer zum Opfer fielen. International löste das Ereignis große Empörung aus, Deutschland und Frankreich wiesen die syrischen Botschafter aus. Bis heute gibt es zwei Versionen, wer für das Massaker verantwortlich ist. Die Version des Regimes, wonach die Rebellen regimetreue Familien ausgelöscht hätten, wurde von der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur (SANA), der kleinen russischen Agentur Anna News und in Deutschland von Rainer Hermann (FAZ), Alfred Hackensberger und Jürgen Todenhöfer vertreten.</p>
<p>Auf der Gegenseite steht die Version der Opposition: Regimetreue Milizen (Shabiha) aus einem Dorf in der Umgebung hätten das Massaker verübt, nachdem zuvor Rebellen in Hula Checkpoints der syrischen Armee angegriffen und die syrische Armee Hula bombardiert hatte. Diese Version wurde von der UNO (die Syrien für das Massaker verurteilte, dank Russland wurde die Regierung aber nicht explizit als Schuldige benannt), den Menschenrechtsorganisationen Human Rights Watch und Amnesty International sowie verschiedenen Zeitungen wie Channel4, dem BBC, dem Guardian und dem SPIEGEL vertreten.</p>
<p>Obwohl nun schon fast ein Jahr vergangen ist und viele weitere Massaker verübt wurden, ist Hula der mediale Höhepunkt geblieben. Im Juni letzten Jahres veröffentlichte ich <a href="http://arprin.wordpress.com/2012/06/18/das-massaker-von-al-hula-wer-steckt-dahinter/">zwei</a> <a href="http://arprin.wordpress.com/2012/06/25/nachtrag-zu-al-hula/">Artikel</a>, die sich mit Hula befassten. Die dort gesammelten Erkenntnisse sind noch ein bisschen reicher geworden, so besuchte Christoph Reuter vom SPIEGEL im August Hula und traf dort mutmaßliche Zeugen des Massakers. Es ist aus zwei Gründen sehr wahrscheinlich (von einer 100%igen Gewissheit kann man aber nicht sprechen), dass die Version der Opposition richtig ist: 1.) Die Zeugen vor Ort beschuldigen überwiegend das Regime und 2.) Die Version des Regimes ist widersprüchlich.<span id="more-13172"></span></p>
<p><strong>1.) Die Zeugen vor Ort beschuldigen überwiegend das Regime</strong></p>
<p>Auf Seiten des Regimes gibt es nur eine Quelle, die vor Ort war: Marat Musin von Anna News (Hermann berief sich auf telefonische Zeugenaussagen, Hackensberger besuchte vermeintliche Überlebende des Massakers in einem Kloster nahe Damaskus und Todenhöfer behauptet, in Damaskus Zeugen des Massakers getroffen zu haben). Auf Seiten der Opposition dagegen gibt es mehrere Quellen, die nach Hula gereist sind: Alex Thomson von Channel4, Christoph Reuter vom SPIEGEL, die UNO und Human Rights Watch waren alle vor Ort und sprachen mit Überlebenden (die BBC, der Guardian und teilweise auch die UNO beriefen sich auf telefonische Zeugenaussagen).</p>
<p>Erstaunlich ist, wie von Seiten derer, die die Version des Regimes vertreten, versucht wurde, diesen Umstand zu erklären. Hackensberger schrieb: “Wer dort jetzt den Mund aufmacht, kann nur die Version der Rebellen wiedergeben. Alles andere ist der sichere Tod”, Todenhöfer meinte: &#8220;Solange Hula von Rebellen beherrscht wird, wird niemand in eine Kamera sagen, dass die Rebellen die Mörder waren. Etwas anderes zu erwarten wäre naiv&#8221; und Hermann zweifelte an telefonischen Zeugenaussagen, die von der UNO gemacht wurden, da es “lebensfremd (ist) anzunehmen, dass in dem von Rebellen beherrschten Hula Einwohner den Mut haben sollten, die Rebellen der Bluttat zu beschuldigen”.</p>
<p>Was an diesen Erklärungen merkwürdig ist: Wenn sich keiner in Hula traut, die Wahrheit zu sagen, wie kam dann der Bericht von Musin zustande? Wieso sollten die Einwohner in Hula Todesangst haben, per Telefon die Wahrheit zu sagen, wenn die UNO dran ist, aber nicht, wenn Hermann dran ist? Es gab schon viele Berichte aus von Rebellen kontrollierten Gebieten, in denen Zivilisten den Rebellen Verbrechen anlasteten. Folglich dürfte es nicht unmöglich sein, dasselbe in Hula zu schaffen. Und wenn die Zeugen in Hula als nicht glaubwürdig eingeschätzt werden, weil die Rebellen das Gebiet kontrollieren, sollen wir dann einfach warten, bis Hula wieder unter Kontrolle des Regimes ist?</p>
<p><strong>2.) Die Version des Regimes ist widersprüchlich</strong></p>
<p>- Musin und Hermann behaupteten, dass &#8220;nahezu ausschließlich Alawiten und Schiiten&#8221; getötet wurden und auch Todenhöfer sagte, dass Schiiten umgebracht wurden, weil sie zuvor konvertiert waren. Hackensberger sagte aber, alle Opfer seien Sunniten gewesen.</p>
<p>- In der offiziellen Version der syrischen Regierung heißt es, dass 3 Soldaten getötet wurden, während es bei Anna News und der FAZ 25 sind.</p>
<p>- Hermann bezeichnete die Aussage des elfjährigen Jungen Ali al-Sayeed als Indiz für die Täterschaft der Rebellen, weil Ali von kahlgeschorenen Männern mit langen Bärten sprach. Dabei sagte Ali eindeutig, dass die Täter Shabiha waren (Alis Aussage muss nicht wahr sein, aber sie wurde von Hermann völlig falsch wiedergegeben).</p>
<p>Diese Widersprüche sind weitere Indizien dafür, dass die Version des Regimes falsch ist. Auch hier gab es Versuche, diese Widersprüche zu erklären. Ganz eifrig damit beschäftigt war der Kommentator &#8220;Nichtglauber&#8221;. So meinte er, dass es gar keine Rolle spielt, ob die Getöteten Sunniten oder Schiiten waren, da &#8220;die Familien der Toten Sunniten WAREN, die zum Schiitentum KONVERTIERT sind&#8221;. Vielleicht haben also nicht alle in Hula mitgekriegt, dass die Opfer vor der Tat konvertiert sind. Es steht jedem frei, dieser abenteuerlichen Erklärung mehr Glauben zu schenken als der, dass einige der Zeugen einfach lügen und sich deshalb gegenseitig widersprechen.</p>
<p>Die Aussage des elfjährigen Ali, der &#8220;kahlköpfige Männer mit langen Bärten&#8221; gesehen haben will, zweifelte Nichtglauber zuerst überhaupt nicht an. Als ich mir jedoch die Mühe machte, Alis Aussage genau anzusehen (was er offenbar nicht getan hatte), stellte er plötzlich die Vermutung auf, dass Alis zweite, nicht regime-konforme Aussage unter Zwang der Rebellen getätigt worden sei. Später ging er dann soweit, dass er die Theorie aufstellte, Ali könne gar nicht gewusst haben, von wem seine Familie abgeschlachtet wurde, da die Mörder sich ja nicht bei den Opfern ausgewiesen oder Shabihalieder gesungen haben. Nichtglaubers Motto lautet: Alles was nicht passt, wird passend gemacht.</p>
<p><strong>Konstruierte Widersprüche</strong></p>
<p>Während die Vertreter der Regime-Version all ihre Widersprüche leugnen, konstruieren sie gleichzeitig Widersprüche in der Version der Opposition. Der ehemalige US-Präsidentschaftskandidat Ron Paul <a href="http://antifo.wordpress.com/2012/06/18/ron-paul-syrien-im-fadenkreuz-washingtons/">meinte ernsthaft</a>, es gäbe keine Erklärung dafür, warum Einheiten der Regierung sich nach dem Massaker zurückzogen, um den zurückkehrenden Rebellen diesen grausamen Fund zu hinterlassen. Manche sagten, das gezielte Töten sei ein Beweis dafür, dass nur die wenigen Regimegegner in Hula vom Massaker betroffen waren. Wenn es jedoch wirklich gezieltes Töten war (was nicht bewiesen ist), könnten die Familien zuvor natürlich auch durch ihren Einsatz gegen das Regime aufgefallen sein.</p>
<p>Todenhöfer stellte die bei Verschwörungstheoretikern beliebte Cui bono-Frage: &#8221; &#8230; vier Massaker, die die Rebellen in den letzten vier Monaten der Regierung unterschieben wollten, (fanden) teilweise unmittelbar vor oder während einer Sitzung des Uno-Sicherheitsrats statt &#8230; So dumm kann doch keine Regierung der Welt sein!&#8221; Dass es Massaker unter falscher Flagge gibt, trifft sicher zu. Aber die Cui bono-Frage ersetzt keine Ermittlungen, sonst müsste man eigentlich jedes mutmaßliche Massaker des Regimes den Rebellen und jedes mutmaßliche Massaker der Rebellen dem Regime anlasten. Weitere angebliche &#8220;Widersprüche&#8221; waren nur noch lächerlich.</p>
<p>Nichtglauber fragte: &#8220;Wie schafft es die Shabiha ungestört durch die Häuser zu flanieren und die Frauen und Kinder umzubringen? Wo sind deren Ehemänner, Väter, Brüder?&#8221; Zum Mitschreiben: Da dringen schwer bewaffnete Terroristen in Häuser ein, löschen ganze Familien aus und Nichtglauber stellt sich die Frage: Warum haben die Ehemänner, Väter und Brüder nichts gemacht? Kurz darauf zitierte er einen UNO-Bericht, der auf telefonischen Zeugenaussagen beruhte, und sprach von einer &#8220;amateurhaften Beweisführung&#8221;, obwohl er gleichzeitig dem Bericht von Rainer Hermann in der FAZ, der ebenfalls auf telefonischen Zeugenaussagen beruhte, Glauben schenkte.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Eine Überführung des syrischen Regimes oder der Aufständischen ist nur möglich, wenn man die Tatverdächtigen in einem fairen Verfahren anklagt. Das ist momentan aufgrund des Bürgerkriegs nicht möglich. Aber wer die wahren Täter ermitteln will, kann Zeugenaussagen sammeln und sie nach ihrer Plausibilität prüfen, um sich vorerst ein Bild zu machen, was in den letzten Monaten auch geschehen ist. Die derzeitige Beweislage spricht eindeutig für die Täterschaft des Regimes. Ob das Massaker jemals restlos aufgeklärt werden kann und die Verantwortlichen hinter Gittern landen, ist aber leider nicht gewiss.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/arprin.wordpress.com/13172/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/arprin.wordpress.com/13172/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arprin.wordpress.com&#038;blog=20982208&#038;post=13172&#038;subd=arprin&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Das geteilte Syrien</media:title>
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		<title>Der Teufel der Realpolitik</title>
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		<pubDate>Mon, 13 May 2013 21:18:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arprin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Liberalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Westen]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt viele deutsche Wörter, die ihren Weg in den Wortschatz anderer Länder gefunden haben. Einer dieser Wörter ist &#8220;Realpolitik&#8221;. Dieser Begriff steht für den Verrat an allen moralischen Werten, die man vertritt, wenn man dies gerade aus irgendeinem Grund als nützlich betrachtet. Beispiele für Realpolitik des Westens war die Unterstützung von Stalin während des [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arprin.wordpress.com&#038;blog=20982208&#038;post=13154&#038;subd=arprin&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_13160" class="wp-caption aligncenter" style="width: 226px"><a href="http://arprin.files.wordpress.com/2013/05/poster_russian.jpg"><img class="size-medium wp-image-13160" alt="Amerikanische Realpolitik während des Zweiten Weltkriegs" src="http://arprin.files.wordpress.com/2013/05/poster_russian.jpg?w=216&#038;h=300" width="216" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Amerikanische Realpolitik während des Zweiten Weltkriegs</p></div>
<p>Es gibt viele deutsche Wörter, die ihren Weg in den Wortschatz anderer Länder gefunden haben. Einer dieser Wörter ist &#8220;Realpolitik&#8221;. Dieser Begriff steht für den Verrat an allen moralischen Werten, die man vertritt, wenn man dies gerade aus irgendeinem Grund als nützlich betrachtet. Beispiele für Realpolitik des Westens war die Unterstützung von Stalin während des Zweiten Weltkriegs, von antikommunistischen Diktatoren und Terroristen während des Kalten Kriegs, wie z.B. Pinochet, den Contras in Mittelamerika und den Mudschaheddin in Afghanistan, aber auch die strategische Partnerschaft mit Saddam Hussein während des Ersten Golfkriegs zwischen dem Irak und Iran.</p>
<p>Ein typisch konservativer Realpolitiker ist Daniel Pipes, der im letzten Monat <a href="http://de.danielpipes.org/12736/assad-unterstuetzen">dafür plädierte</a>, Bashar al-Assad beim Kampf gegen die Rebellen zu unterstützen. Als Grund nannte er, dass bei der derzeitigen Lage Assad Gefahr läuft, den Krieg zu verlieren, was zu einer islamistischen Machtübernahme in Syrien führen würde. Lieber sollte der Westen versuchen, den Krieg solange wie möglich hinauszuzögern, indem er immer die Seite aufrüstet, die kurz vor der Niederlage steht. Wenn die Rebellen im Vormarsch sind, sollte man Assad aufrüsten, wenn Assad am Vormarsch ist, sollte man die Rebellen aufrüsten. Hauptsache, der Krieg geht weiter und keiner gewinnt.</p>
<p>Das Ganze rechtfertigt Pipes mit dem Satz &#8220;Üble Mächte bilden für uns weniger Gefahr, wenn sie Krieg gegeneinander führen&#8221;. Über moralische Fragen, also die Folgen eines jahrelangen Krieges für die syrische Zivilbevölkerung, kommt Pipes auch kurz zu sprechen, er fordert: &#8220;Westliche Regierungen sollten Mechanismen finden, die verfeindeten Parteien dazu zu zwingen die Kriegsregeln einzuhalten&#8221;, was natürlich utopisch ist. Pipes&#8217; Haltung ist typisch für die eines Realpolitikers. Er sieht einen Widerspruch zwischen der Maxime, immer moralisch zu handeln und der, immer eigene Interessen zu vertreten.<span id="more-13154"></span></p>
<p><strong>Moralpolitik statt Realpolitik</strong></p>
<p><strong></strong>Es ist sehr wohl möglich, immer moralisch zu handeln und gleichzeitig eigene Interessen zu vertreten. Falls von Syrien aus die Sicherheit des Westens gefährdet wird, hat der Westen natürlich das Recht, sich zu verteidigen, was eigenen Interessen entspricht. Aber beim Bürgerkrieg in Syrien geht es in erster Linie um die Interessen der Syrer, nicht um die des Westens. Wenn es eine moralisch gerechte Intervention in Syrien gibt, die über bloße Selbstverteidigung hinausgeht, dann nur, um den Krieg zu beenden, nicht, um ihn &#8211; und damit das Leid der Syrer &#8211; hinauszuzögern. Ist so ein Ziel nicht umsetzbar, sollte der Westen sich gar nicht einmischen, um sich nicht auch noch mitschuldig zu machen.</p>
<p>Ein weiterer Realpolitiker mit einer ähnlichen Unmoral wie Pipes ist der Spiegel-Kolumnist Jan Fleischhauer, der im letzten Jahr die deutschen Panzerlieferungen an Saudi-Arabien <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/spon-kolumnist-jan-fleischhauer-ueber-den-panzer-deal-mit-saudi-arabien-a-871379.html">damit verteidigte</a>, dass die Saud-Dynastie besser sei als die Islamisten (&#8220;die Alternative zur Diktatur ist in der arabischen Welt &#8230; der islamistische Terrorstaat&#8221;). Es ist also in Ordnung, wenn mit deutschen Panzern ein Volksaufstand niedergeschlagen wird, da ja höchstens ein paar zukünftige Salafisten-Wähler umgebracht werden. So wie es in Ordnung war, Pinochet zu helfen, immerhin hat er ja nur Kommunisten foltern lassen.</p>
<p>Fleischhauer meinte weiter, dass die, die bei der Wahl ihrer Verbündeten zu pingelig sind, Gefahr laufen, bald keine Verbündeten mehr zu haben. Realpolitik sei also aus strategischen Gründen geboten. Tatsächlich ist es genau umgekehrt: Realpolitiker bescherten dem Westen oft verheerende Katastrophen. Die Unterstützung der Mudschaheddin und für Saddam musste der Westen teuer bezahlen. Wer mit Leuten kooperiert, mit denen er keine moralischen Werte teilt, darf sich nicht wundern, wenn diese sich eines Tages ohne mit der Wimper zu zucken gegen einen wenden. Realpolitik ist also nicht nur unmoralisch, sondern hat auch meistens überhaupt keinen strategischen Nutzen.</p>
<p>Anstatt Realpolitik sollte man Moralpolitik betreiben. Das bedeutet nicht, dass man mit überhaupt nicht mehr mit Diktaturen kooperieren sollte. Aber die Kooperation sollte klare Grenzen haben. Gegen wirtschaftliche Zusammenarbeit (z.B. zwischen China und den USA) ist nichts einzuwenden, da die Bevölkerungen beider Länder davon profitieren können, aber Waffenlieferungen sind völlig inakzeptabel. Wer Tyrannen aufrüstet, trägt eine Mitverantwortung an die von ihnen begangenen Verbrechen. Und wenn die eigenen Interessen nur durch Verbrechen durchzusetzen sind, bedeutet das, dass die eigenen Interessen unmoralisch sind.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/arprin.wordpress.com/13154/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/arprin.wordpress.com/13154/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arprin.wordpress.com&#038;blog=20982208&#038;post=13154&#038;subd=arprin&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Linker und rechter Kulturalismus</title>
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		<pubDate>Fri, 10 May 2013 21:58:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arprin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturalismus/Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Westen]]></category>

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		<description><![CDATA[In dem 2008 erschienen Buch &#8220;Multikulturalismus &#8211; Ideologie oder Wirklichkeit&#8221; setzten sich die beiden dänischen Autoren Jens-Martin Eriksen und Frederik Stjernfelt mit einem Thema auseinander, der sowohl in der dänischen als auch in der europäischen Politik in den letzten Jahren eine zentrale Bedeutung gewonnen hat &#8211; den Kulturalismus. Dieser Befund trifft sowohl auf den linken [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arprin.wordpress.com&#038;blog=20982208&#038;post=13147&#038;subd=arprin&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_12437" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://arprin.files.wordpress.com/2011/10/mulberry_street_nyc_c1900_loc_3g04637u_edit.jpg"><img class="size-medium wp-image-12437" alt="Multikulti in New York: Little Itlay um 1900" src="http://arprin.files.wordpress.com/2011/10/mulberry_street_nyc_c1900_loc_3g04637u_edit.jpg?w=300&#038;h=221" width="300" height="221" /></a><p class="wp-caption-text">Multikulti in New York: Little Italy um 1900</p></div>
<p>In dem 2008 erschienen Buch &#8220;Multikulturalismus &#8211; Ideologie oder Wirklichkeit&#8221; setzten sich die beiden dänischen Autoren <span class="author">Jens-Martin Eriksen und</span> <span class="author">Frederik Stjernfelt mit einem Thema auseinander, der sowohl in der dänischen als auch in der europäischen Politik in den letzten Jahren eine zentrale Bedeutung gewonnen hat &#8211; den Kulturalismus. Dieser Befund trifft sowohl auf den linken als auch auf dem rechten Spektrum zu. Ein sehr lesenswerter <a href="http://www.perlentaucher.de/essay/kultur-als-politische-ideologie.html">Auszug</a> aus dem Buch findet sich im Kulturmagazin Perlentaucher. </span><span class="author">Die von Eriksen </span><span class="author">und Stjernfelt angeführte Definition des Begriffs Kulturalismus lautet</span>:</p>
<blockquote><p>Kulturalismus nennen wir die Vorstellung, dass Individuen von ihrer <b>Kultur determiniert</b> sind, dass diese Kultur eine abgeschlossene, organische Ganzheit bildet und das Individuum nicht in der Lage ist, seine oder ihre Kultur zu verlassen, sich vielmehr nur innerhalb dieser verwirklichen kann. Zudem behauptet der Kulturalismus, Kulturen hätten Anspruch auf besondere Rechte und Schutzmaßnahmen &#8211; auch wenn sie selbst die Rechte des Einzelnen verletzen.</p></blockquote>
<p><strong>Der linke Kulturalismus</strong></p>
<p><span class="author">Eriksen </span><span class="author">und Stjernfelt analysieren, wie sich die Argumentation der Linken in den letzten dreißig Jahren verändert hat. In den 1960ern und 1970ern standen noch wirtschaftliche und soziale Verhältnisse im Vordergrund, die Kultur spielte praktisch keine Rolle. Kein Wunder, immerhin vertritt der Marxismus die Ansicht, dass die Kultur von sozioökonomischen Bedingungen abhängig ist. Die Transformation der Linken begann in den 1980ern und 1990ern. Nach dem Niedergang des Marxismus entstand ein ideologisches Vakuum, der schließlich von der ursprünglich konservativen Idee des Kulturalismus gefüllt wurde. </span></p>
<p><span class="author">Die Kultur beanspruchte für die Linken nun weit mehr Aufmerksamkeit als die Wirtschaft oder Gesellschaft. Eriksen </span><span class="author">und Stjernfelt stellen fest, dass &#8220;</span>die schrittweise Einbindung der Linken in das rigorose Konzept von Kultur sowohl in Dänemark als auch international (&#8230;) eine der wichtigsten, bislang kaum erhellten politischen Entwicklungen der letzten dreißig Jahre&#8221; ist. Der Kulturalismus der Linken ist der Multikulturalismus, der die Gleichheit aller Kulturen, von Mekka bis New York, propagiert. In einer idealen multikulturellen Gesellschaft würden die kulturellen Bräuche aller Menschen respektiert, ganz egal, wie archaisch sie auch sein mögen. <span id="more-13147"></span></p>
<p>Welche Folgen diese Ansichten haben, konnte man sehen, als viele westliche Intellektuelle während der Unruhen nach der Veröffentlichung der Mohamed-Karikaturen nicht für die Meinungsfreiheit einstanden, sondern &#8220;mehr Respekt&#8221; für die religiösen Gefühle der Muslime forderten. Hinter der Forderung nach Respekt für andere Kulturen verbirgt sich die Forderung nach Einschränkung individueller Rechte. Die Kultur wird über alles gestellt, der Schutz der kulturellen Bräuche aller Menschen wird zur Aufgabe des Staates erklärt. Jede Forderung nach Integration und Assimilation wird abgelehnt.</p>
<p>Da die Multikulturalisten alle Kulturen als moralisch gleichwertig betrachten, leugnen oder verharmlosen sie auch extremen Sexismus, Rassismus, Antisemitismus und Homophobie bei Migranten. Sie behaupten, dass es Frauen in islamischen Gesellschaften nicht schlechter ergeht als im Westen, Ehrenmorde werden mit Familiendramen relativiert und für den islamistischen Terror wird dem Westen die Schuld gegeben. Als letzte Konsequenz sollen auch individuell verschiedene Rechtsprechungen zur Anwendung kommen dürfen, die Einführung von Scharia-Gerichten wird als progressive Maßnahme angesehen.</p>
<p><span class="author">Eigentlich müsste dieser Wechsel von der Konzentration auf </span><span class="author"><span class="author">wirtschaftliche und soziale Verhältnisse hin zum (Multi-)Kulturalismus eine lange Konfrontation mit sich gezogen haben, </span></span><span class="author"><span class="author">in deren Verlauf das eine Modell durch das andere ersetzt wurde. Doch dies ist nicht der Fall, dieser Prozess vollzog sich mehr oder weniger schleichend und führte nicht zu hitzigen Debatten in den linken Parteien, es wurde einfach hingenommen. </span>Eriksen </span><span class="author">und Stjernfelt haben hierzu eine Hypothese aufgestellt, die diesen Umstand erklären könnte &#8211; die Linken haben schlicht die &#8220;Arbeiterklasse&#8221; durch die &#8220;unterdrückte Kultur&#8221; ersetzt:<br />
</span></p>
<blockquote><p>Vielleicht liegt dies daran, dass der Marxismus und der Kulturalismus ein noch einfacheres und tiefer liegendes Denkmuster miteinander teilen: über das Verhältnis einer <b>unterdrückten Gruppe</b> zu einer herrschenden Mehrheit. So ist es möglich, dass man sich politisch auf die Seite der Unterdrückten stellt, gemäß der linken Parole aus den siebziger Jahren: &#8220;Ein unterdrücktes Volk hat immer Recht.&#8221; Dies wurde ganz wörtlich verstanden, mit Folgen, die weit darüber hinausgingen, dass ein unterdrücktes Volk das Recht habe, von seiner Unterdrückung befreit zu werden. Es hatte nun Recht auch mit all seinen kulturellen Dogmen, ohne Rücksicht darauf, ob diese Dogmen gerecht oder richtig waren. Entscheident war, dass sie zur Kultur eines unterdrückten Volkes gehörten.</p></blockquote>
<p>Die Linken hatten in früheren Zeiten zwei große Anliegen gehabt: Den Kampf gegen den Totalitarismus und gegen Imperialismus. Nach dem Erstarken des Islamismus wurde daraus ein Widerspruch, und sie mussten sich für ein Anliegen entscheiden &#8211; den antitotalitären oder den antiimperialistischen Kampf. Wer sich für den antiiimperialistischen Kampf entschied, &#8220;tendierte dazu, den Islamismus als legitime Herausforderung des westlichen Imperialismus zu unterstützen&#8221;, auch wenn diese kulturalistische Einstellung im Widerspruch zum Klassenkampf steht. Immerhin gab es auch Linke, die sich für den antitotalitären Kampf entschieden.</p>
<p><strong>Der rechte Kulturalismus</strong></p>
<p>Linke und rechte Kulturalisten sind sich darüber einig, dass alle Kulturen, ob nun der Westen und der Islam, unveränderlich sind und geschützt werden müssen. Die Rechten glauben aber im Gegensatz zu den Linken nicht, dass Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen friedlich miteinander koexistieren können. Aus diesem Grund wird gefordert, dass die verschiedenen Kulturkreise getrennt bleiben, und wenn doch Einwanderer kommen, müssen sie sich vollständig assimilieren, von der Religion bis zur Küche. Die eigene Kultur soll vor Fremden (in Europa sind damit überwiegend Muslime gemeint) geschützt werden.</p>
<p>Die Freiheit im Westen wird momentan durch den Islamismus am stärksten bedroht. Um den Islamismus aufzuhalten, wollen rechte Kulturalisten wie Geert Wilders oder seine deutschen Ableger Michael Mannheimer und Udo Ulfkotte den Koran verbieten und alle Moscheen schließen lassen &#8211; also die Freiheit des Individuums, in diesem Fall die Religionsfreiheit von 4 Millionen Muslimen, massiv einschränken. Die eigentliche Konfliktlinie liegt aber nicht zwischen den Kulturen, sondern zwischen Freiheit und Unterdrückung. Die liberalen Werte müssen gegen jede Form von Totalitarismus verteidigt werden, egal ob es sich um westliche oder nichtwestliche handelt.</p>
<p>Wenn sich rechte Kulturalisten auf &#8220;westliche&#8221; oder angeblich &#8220;<a href="http://www.ibka.org/artikel/miz98/werte.html">christlich-jüdische</a>&#8221; Werte wie Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit und Pressefreiheit berufen, meinen sie in Wirklichkeit liberale Werte, die in der Geschichte des Westens relativ neu sind. Der Westen hat auch andere Wertesysteme wie z.B. den Kommunismus, den Faschismus und den Nationalsozialismus hervorgebracht. Um den Islamismus aufzuhalten, müssen wir nicht die liberalen Werte opfern oder unsere Kultur vom Staat schützen lassen, sondern jeden Versuch von islamischer Seite, die Freiheit des Individuums einzuschränken, konsequent bekämpfen.</p>
<p>Rechte Kulturalisten, die für einen Islamverbot im Westen plädieren, unterscheiden nicht zwischen Islam und Islamismus und ziehen gerne den Vergleich zwischen Nationalsozialismus und Islam: Der Nationalsozialismus ist eine totalitäre Ideologie, der &#8220;reine&#8221; Islam ist eine totalitäre Ideologie. Daraus zu schließen, dass es &#8220;moderate Muslime&#8221; genauso wenig geben kann wie &#8220;moderate Nazis&#8221;, ist jedoch falsch. Es gab keine &#8220;moderaten Nazis&#8221;, aber es gab moderate Deutsche. Es gibt keine &#8220;moderaten Islamisten&#8221;, aber es gibt moderate Muslime. Wenn es keine moderaten Muslime gibt, würde sich Necla Kelek nicht selbst als muslimisch <a href="http://www.n-tv.de/politik/dossier/Der-Islam-braucht-Kritik-article773513.html Die liberale">bezeichnen</a> und gleichzeitig den islamischen Extremismus kritisieren.</p>
<p><span class="author">Eriksen </span><span class="author">und Stjernfelt meinen, es gäbe </span>&#8220;zwei Arten, den Islam zu kritisieren, die nicht miteinander verwechselt werden dürfen&#8221;. Die eine kritisiert den Islam, weil er eine fremde Religion ist, die nicht zur &#8220;christlich-jüdischen&#8221; Kultur passt, die andere &#8211; die liberale Islamkritik &#8211; kritisiert &#8220;ideologische, politische und gesellschaftliche Hindernisse, die es dem Einzelnen verwerfen, seine Rechte in Anspruch zu nehmen&#8221;. Dabei ist es belanglos, ob diese Hindernisse auf kulturelle, politische, religiöse oder anderen Dogmen beruhen.</p>
<blockquote><p>(&#8230;) der eigentliche Konflikt besteht zwischen <b>Aufklärung</b> und <b>Kulturalismus</b> &#8211; zwischen der Demokratie, dem politischem Liberalismus, den Rechten des Individuums, dem Universalismus und der Aufklärung auf der einen Seite und der unaufgeklärten Bewahrung von Kultur, Tradition und Authentizität sowie dem konservativen Glauben, das Individuum sei schicksalhaft an eine bestimmte Kultur gebunden, auf der anderen Seite.</p></blockquote>
<p>Sofern Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen freiwillig zusammenleben, ist nichts gegen Multikulti einzuwenden, genauso wie gegen freiwillige Assimilation. Wenn jedoch dem Staat die Entscheidung überlassen wird, endet dies damit, dass die Freiheit des Individuums eingeschränkt wird. <span class="author">Die Aufgabe des Staates muss es sein, die Freiheit, nicht die Kultur zu schützen. </span>Letztlich stehen sowohl der linke und rechte Kulturalismus als auch der Islamismus im Kampf zwischen Freiheit und Unterdrückung auf der Seite der Unterdrückung.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/arprin.wordpress.com/13147/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/arprin.wordpress.com/13147/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arprin.wordpress.com&#038;blog=20982208&#038;post=13147&#038;subd=arprin&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Grenzen der Meinungsfreiheit</title>
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		<pubDate>Tue, 07 May 2013 21:59:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arprin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
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		<description><![CDATA[Im letzten Monat beklagte ich die meiner Ansicht nach weinerliche und kontraproduktive Einstellung bei einigen Liberalen, sich als Verfolgte darzustellen, wenn ihnen in Wirklichkeit nur widersprochen wird. Dabei ließ ich mich von einem Zitat von Ralph Waldo Emerson inspirieren: &#8220;Let me never fall into the vulgar mistake of dreaming that I am persecuted whenever I [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arprin.wordpress.com&#038;blog=20982208&#038;post=13136&#038;subd=arprin&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_11083" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://arprin.files.wordpress.com/2012/01/800px-erstausgabe_von_mein_kampf.jpg"><img class="size-medium wp-image-11083" title="800px-Erstausgabe_von_Mein_Kampf" alt="" src="http://arprin.files.wordpress.com/2012/01/800px-erstausgabe_von_mein_kampf.jpg?w=300&#038;h=225" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Muss &#8220;Mein Kampf&#8221; verboten werden?</p></div>
<p>Im letzten Monat <a href="http://arprin.wordpress.com/2013/04/18/die-medien-das-sind-immer-die-anderen/">beklagte</a> ich die meiner Ansicht nach weinerliche und kontraproduktive Einstellung bei einigen Liberalen, sich als Verfolgte darzustellen, wenn ihnen in Wirklichkeit nur widersprochen wird. Dabei ließ ich mich von einem Zitat von Ralph Waldo Emerson inspirieren: &#8220;<span class="st"><em>Let me never fall into the vulgar mistake of dreaming that I am persecuted whenever I am contradicted</em>.&#8221; </span>Der konkrete Anlass war der &#8220;Schlachten&#8221;-Artikel von Akif Pirincci, in der dieser die Behauptung aufstellte, dass offizielle Stellen Verbrechen von Migranten bewusst geheim halten würden.</p>
<p>Einige Kommentatoren widersprachen mir und sagten, in Deutschland gibt es keine Meinungsfreiheit. Dabei wurden mehrere Argumente genannt: Menschen müssten Rufmord und Sachbeschädigungen ertragen, nur weil sie ihre Meinung äußern, Sarrazin verlor seinen Job und dann gibt es noch den Paragraphen 130 des deutschen StGb (Volksverhetzung). Die ersten beiden Argumente sind nicht schlüssig: Die Gewalt von Antifas gegen &#8220;Rechtspopulisten&#8221; geht nicht vom Staat aus und Sarrazin verlor seinen Job, weil er gegen seinen Arbeitsvertrag verstoßen hatte (sein Buch wurde nicht zensiert).</p>
<p>Das Volksverhetzung-Argument trifft jedoch teilweise zu, denn unter diesem Vorwand werden Meinungsäußerungen wie z.B. die Leugnung des Holocausts in Deutschland schändlicherweise immer noch unter Strafe gestellt. Deutschland hat noch immer eine Obsession mit dem Nationalsozialismus. Momentan werden zwei Debatten geführt: Die rechtsextreme NPD und Hitlers Buch &#8220;Mein Kampf&#8221; sollen verboten werden. Während man bei der NPD damit argumentiert, dass die Partei gegen die FdGO verstößt, wird bei Mein Kampf der Tatbestand der Volksverhetzung angeführt.<span id="more-13136"></span></p>
<p><strong>Hitler in den Buchladen?</strong></p>
<p>Am 31. Dezember 2015 verliert der Freistaat Bayern das Urheberrecht für das Buch &#8220;Mein Kampf&#8221;. Schon jetzt wird darüber diskutiert, ob Mein Kampf frei erhältlich oder wegen Volksverhetzung verboten werden soll. Die Bundesregierung gab an, mit der israelischen Regierung über dieses Thema gesprochen zu haben, es bestehe demnach ein gemeinsames Interesse an einer Verhinderung der Verbreitung dieses Buches. Die Debatte um den Umgang mit Mein Kampf dreht sich um nichts weiter als die Frage, wann die Meinungsfreiheit aufhört.</p>
<p>Es gibt aus liberaler Sicht nur zwei Fälle, die es rechtfertigen, eine Meinungsäußerungen unter Strafe zu stellen: Bei Aufruf zu Gewalt und bei Rufmord. Niemand wird wohl bestreiten, dass in Mein Kampf zu Gewalt aufgerufen wird. Allerdings sind bei genauer Betrachtung viele Bücher nicht verboten, in denen u.a. zu Gewalt gegen Andersgläubige, Frauen, Homosexuelle und Hexen aufgerufen wird: Die Bibel, der Koran und der &#8220;Hexenhammer&#8221; kann jeder bei Amazon bestellen, wenn er will, und niemand denkt bei diesen Büchern über ein Verbot nach (außer Geert Wilders).</p>
<p>Man kann Extremisten bekämpfen, ohne ihre Schriften zu verbieten. Das Kommunistische Manifest wurde nicht verboten, trotzdem hat der Westen den Kalten Krieg gewonnen. Der Westen kann auch mit dem Rechtsextremismus und dem Islamismus fertig werden, ohne Mein Kampf und den Koran zu verbieten. Wenn es sich um religiöse oder politische Schriften handelt, für die ein besonders großes öffentliches Interesse besteht, ist ein Verbot sowieso sinnlos: Irgendwann wird sich jeder das Buch im Internet herunterladen können.</p>
<p><strong>Gibt es Meinungsfreiheit in Deutschland?</strong></p>
<p>Kommen wir nun zurück zur Frage, ob es in Deutschland überhaupt Meinungsfreiheit gibt. Einen Extremfall als Normalfall darzustellen ist eine typische Taktik von Kulturrelativisten, um westliche Staaten zu dämonisieren und islamische und sozialistische Diktaturen zu verharmlosen. Wenn man Guantanamo als den Normalfall in den USA darstellt, lässt sich damit die Behauptung aufstellen: Die USA sind kein Rechtsstaat. Und wenn man die NS-Gesetze als Normalfall in Deutschland darstellt, kann man auch sagen: In Deutschland gibt es keine Meinungsfreiheit.</p>
<p>Aber die NS-Gesetze sind nicht der Normalfall in Deutschland. In 95% der Fälle werden Meinungsäußerungen nicht unter Strafe gestellt. Niemand muss bei Kritik an der Regierung mit Strafen rechnen. Broder, Kelek und Samad kritisieren den Islam, ohne zensiert zu werden. Broder bekam Auszeichnungen, seine Bücher werden von der Bundeszentrale für politische Bildung empfohlen. Sarrazin wurde mit seinem Buch zum Multimillionär und von der größten Zeitung des Landes unterstützt. Die Band &#8220;frei.wild&#8221; spielt in großen Hallen, ihre Musik wird nicht indiziert.</p>
<p>In den USA wird die Meinungsfreiheit weiter ausgelegt als in Deutschland, aber dennoch ist es falsch, wenn man sagt, dass es in Deutschland &#8220;keine Meinungsfreiheit&#8221; gibt (wer sich dazu noch anmaßt, den Fall Sarrazin als Einschränkung der Meinungsfreiheit zu bezeichnen, verwechselt sozialen Druck mit Zensur). Es wäre auch falsch zu behaupten, dass die USA &#8220;kein Rechtsstaat&#8221; sind. Die Zustände in streng autoritären Systemen werden dadurch verharmlost. Der Westen ist noch nicht zu 100% frei, es gibt noch Raum für Verbesserungen, aber wir sind bis jetzt sehr weit gekommen.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/arprin.wordpress.com/13136/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/arprin.wordpress.com/13136/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arprin.wordpress.com&#038;blog=20982208&#038;post=13136&#038;subd=arprin&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Die dunkle Seite von ARD</title>
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		<pubDate>Fri, 03 May 2013 21:51:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arprin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Liberalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Westen]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Februar sendete der ARD eine Reportage mit dem Titel &#8220;Ausgeliefert&#8221;, in der dem Onlinehändler Amazon vorgeworfen wurde, Leiharbeiter auszubeuten. Transport, Unterbringung, Verpflegung und Schutz der Leiharbeiter seien miserabel, hieß es, außerdem hätten Mitglieder der Security-Firma Hess eine rechtsradikale Gesinnung. Die Reportage löste wie erwartet eine Debatte über die Arbeitsbedingungen bei Amazon aus, aber mit [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arprin.wordpress.com&#038;blog=20982208&#038;post=13118&#038;subd=arprin&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_13120" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://arprin.files.wordpress.com/2013/05/800px-ard_hintergrundtafel.jpg"><img class="size-medium wp-image-13120" alt="63 Jahre Ausbeutung: Die ARD" src="http://arprin.files.wordpress.com/2013/05/800px-ard_hintergrundtafel.jpg?w=300&#038;h=225" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">63 Jahre Ausbeutung: Die ARD</p></div>
<p>Im Februar sendete der ARD eine Reportage mit dem Titel &#8220;Ausgeliefert&#8221;, in der dem Onlinehändler Amazon vorgeworfen wurde, Leiharbeiter auszubeuten. Transport, Unterbringung, Verpflegung und Schutz der Leiharbeiter seien miserabel, hieß es, außerdem hätten Mitglieder der Security-Firma Hess eine rechtsradikale Gesinnung. Die Reportage löste wie erwartet eine Debatte über die Arbeitsbedingungen bei Amazon aus, aber mit überraschendem Ausgang. Denn mittlerweile ist bekannt geworden, dass in dem Film so viel gelogen wurde, dass er nicht mehr in der ursprünglichen Fassung gezeigt werden darf.</p>
<p>Selbst Leiharbeiter von Amazon, die sich ja, wenn man der ARD Glauben schenkte, wie Sklaven fühlen müssen, widersprachen einigen Darstellungen im Film. Hat der ARD von dieser Erfahrung gelernt? Nein. Denn in dieser Woche strahlte man erneut einen Film aus, in der man die dunkle Seite eines Unternehmens beleuchtete &#8211; diesmal war es Red Bull. Der österreichische Getränkekonzern engagiert sich bekanntlich im Extremsport. Extremsport ist gefährlich. Das wissen die meisten auch. Manchmal passieren Unfälle, die Extremsportlern das Leben kosten. Die ARD-Doku schlussfolgerte: Red Bull ist ein Konzern, der Menschen in den Tod treibt.</p>
<p>Eine Debatte über die Marketing-Methoden von Red Bull konnte der Film nicht auslösen. Jeder weiß, dass niemand von Red Bull gezwungen wird, sich in Lebensgefahr zu begeben, es ist eine freiwillige Entscheidung aller Beteiligten. Sicherlich verhalten sich nicht alle Unternehmen vorbildlich &#8211; unmoralische Menschen gibt es in jeder Position &#8211; aber dass die ARD keine besseren Beispiele fand als Amazon und Red Bull, bescheinigt den Unternehmen ein eher gutes Zeugnis. Anstatt auf Amazon oder Red Bull rumzuhacken, wird es endlich Zeit, dass die dunkle Seite von ARD beleuchtet wird.<span id="more-13118"></span></p>
<p>Das Geschäftsmodell der ARD grenzt viel mehr an Sklaverei als das von Amazon oder Red Bull: Alle Einwohner Deutschlands werden zu Zwangskunden erklärt und zur Kasse gebeten. Es spielt keine Rolle, ob man sich die Tagesschau oder den Tatort ansieht &#8211; man muss trotzdem dafür zahlen. Und dann muss man ertragen, wie das eigene Geld dazu benutzt wird, um Dokumentationen zu senden, in denen Unternehmen mithilfe von Lügen und Unterstellungen angeschwärzt und zu &#8220;Ausbeutern&#8221; erklärt werden. Um diesen Sachverhalt festzustellen, ist nicht mal eine Dokumentation notwendig. Die dunkle Seite von ARD ist allen bekannt.</p>
<p>Es wäre für den Verbraucher besser, wenn sich die ARD das Geschäftsmodell von Amazon aneignen würde: Amazon verlangt von seinen Kunden nur für tatsächlich gewünschte Waren Geld, sie setzen auf Freiwilligkeit statt auf Zwang. Amazon steht für Kapitalismus, der öffentlich-rechtliche Rundfunk steht für Sozialismus. Als jemand, der ausschließlich gute Erfahrungen mit Amazon gemacht hat und niemanden kennt, dem es anders ergangen ist, würde ich mich sehr darüber freuen, wenn das GEZ-Zeitalter endlich ein Ende findet und Platz für den Kapitalismus macht. Wir haben genug gezahlt.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/arprin.wordpress.com/13118/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/arprin.wordpress.com/13118/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arprin.wordpress.com&#038;blog=20982208&#038;post=13118&#038;subd=arprin&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>WM-Geschichte, Teil 6</title>
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		<pubDate>Thu, 02 May 2013 19:13:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arprin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[WM-Geschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier nun der sechste Teil der WM-Reihe, die im November 2012 startete und im Mai 2014 ihren Abschluss finden wird. Auf all die legendären Spiele, unglaublichen Tore und unvergessene Spieler, die das größte Sportereignis der Welt von 1930 bis 2010 hervorgebracht hat, sich tief in das Gedächtnis von Millionen Menschen eingebrannt haben und bisweilen zu [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arprin.wordpress.com&#038;blog=20982208&#038;post=13112&#038;subd=arprin&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_13114" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://arprin.files.wordpress.com/2013/05/winning_brazilian_national_team_1958.jpg"><img class="size-medium wp-image-13114" alt="Der Weltmeister dreht eine Ehrenrunde mit der schwedischen Fahne" src="http://arprin.files.wordpress.com/2013/05/winning_brazilian_national_team_1958.jpg?w=300&#038;h=200" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Der Weltmeister dreht eine Ehrenrunde mit der schwedischen Flagge</p></div>
<p>Hier nun der sechste Teil der WM-Reihe, die im November 2012 startete und im Mai 2014 ihren Abschluss finden wird. Auf all die legendären Spiele, unglaublichen Tore und unvergessene Spieler, die das größte Sportereignis der Welt von 1930 bis 2010 hervorgebracht hat, sich tief in das Gedächtnis von Millionen Menschen eingebrannt haben und bisweilen zu nationalen Mythen avancierten, wird zurückgeblickt. Dieses Mal ist die WM 1958 dran. Im Norden Europas beginnt die Titeljagd der brasilianischen Ballkünstler und die Karriere der größten Fußballlegende aller Zeiten. Die Alte Welt kann nur ehrfürchtig zuschauen.</p>
<p><strong>Vor der WM</strong></p>
<p>Im Jahr 1958 kämpften die Algerier in einem blutigen Krieg für ihre Unabhängigkeit, rief Mao in China den &#8220;Großen Sprung nach vorn&#8221; aus, Amerika und die UdSSR starteten den Wettlauf zum Mond, und vom 8. bis zum 29. Juni fand in Schweden die sechste Fußball-Weltmeisterschaft statt. Die FIFA hielt sich nicht an den Europa-Amerika-Rhythmus, die letzte WM hatte nämlich auch in Europa stattgefunden. 52 Mannschaften bewarben sich für die Teilnahme, was einen neuen Rekord darstellte: 29 aus Europa, 8 aus Südamerika, 6 aus Nordamerika, 7 aus Asien (darunter Israel, die Türkei und Zypern) und 2 aus Afrika.</p>
<p>In Südamerika hatten sich mit Ausnahme von Ecuador und Venezuela alle Mannschaften beworben. Brasilien und Argentinien konnten sich in ihrer Gruppe wie erwartete durchsetzen. Die Argentinier nahmen zum ersten Mal seit 1934 an einer WM-Qualifikation teil, die Freude über den Erfolg wurde jedoch von dem Abwandern der vier Offensivstars <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Omar_S%C3%ADvori">Sivori</a>, <a title="Antonio Angelillo" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Antonio_Angelillo">Angelillo</a>, <a title="Humberto Maschio" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Humberto_Maschio">Maschio</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ernesto_Grillo">Grillo</a> nach Italien getrübt, die daraufhin nicht mehr für die Nationalmannschaft spielen durften (auch der legendäre <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alfredo_Di_St%C3%A9fano">Di Stefano</a>, der schon 1947 ins Ausland gegangen war und damals mit Real Madrid den europäischen Fußball dominierte, wurde nicht berücksichtigt).<span id="more-13112"></span></p>
<p>Überraschenderweise musste Uruguay in seiner Gruppe Paraguay den Vorrang lassen. Nach einer 0:5-Niederlage in Asuncion hatten die &#8220;Charruas&#8221;, die, wie die Argentinier, auf wichtige italienische Legionäre (Santamaria, Schiaffino und Ghiggia, beide absolvierten sogar Spiele für die italienische Nationalmannschaft!) verzichten mussten, jede Chance für eine WM-Teilnahme verspielt. Um die Reisekosten zu bezahlen, mussten die Paraguayer, die eine grandiose Fußballgeneration hatten, ein Volksfest veranstalten. In der Nordamerika-Zone setzten sich Mexiko und Costa Rica in ihren Gruppen durch, im Play-Off löste Mexiko dann zum dritten Mal hintereinander sein WM-Ticket.</p>
<p>Die Qualifikationsrunde in Europa brachte neun Gruppensieger hervor: England, Frankreich, Ungarn, die Tschechoslowakei, Österreich, die Sowjetunion (die sich zum ersten Mal für die Teilnahme an einer WM beworben hatten), Jugoslawien, Nordirland und Schottland. Schweden als Gastgeber und Deutschland als Weltmeister waren automatisch qualifiziert. Italien wurde sensationell von Nordirland ausgeschaltet, die damit ihre erste Teilnahme an einer WM-Endrunde feierten. Auch das erneute Ausscheiden Spaniens überraschte, immerhin hatte Real Madrid mit einer überwiegend spanischen Mannschaft die ersten drei Ausgaben des europäischen Landesmeisterpokals gewonnen.</p>
<p>Wales, der Zweite aus Gruppe 4, bekam aus politischen Gründen eine zweite Chance, um sich zu qualifizieren. Die sieben asiatischen und zwei afrikanischen Teilnehmer sollten ursprünglich einen Endrundenteilnehmer ausspielen. In der ersten Runde zogen Zypern und die Türkei ihre Teilnahme zurück, so dass Ägypten und Israel kampflos weiterkamen, Sudan und Indonesien konnten sich auf sportlichem Wege durchsetzen. In der zweiten Runde zog dann Indonesien seine Teilnahme zurück, während Ägypten und Sudan sich weigerten, gegen Israel anzutreten. Israel wäre damit für die WM qualifiziert gewesen, doch die FIFA ordnete ein Play-Off gegen Wales an, dass die Waliser locker gewannen.</p>
<p>Das Turnier wurde in zwölf verschiedenen Städten ausgespielt: Uddevalla, Göteborg, Borås, Halmstad, Helsingborg, Malmö, Sandviken, Västerås, Örebro, Eskilstuna, Solna und Norrköping. Für die Auslosung wurden die 16 Teilnehmer in vier Töpfe verteilt: In Topf 1 kamen die westeuropäischen, in Topf 2 die amerikanischen, in Topf 3 die britischen und in Topf 4 die osteuropäischen Teams. Der Modus wurde gegenüber 1954 leicht geändert: In der Gruppenphase spielten wieder alle gegen alle, und im Viertelfinale trafen die Gruppenersten auf die Gruppenzweiten. Das Entscheidungsspiel bei Punktgleichheit zwischen dem Zweit- und Drittplatzierten wurde jedoch beibehalten.</p>
<p>Auch das Fernsehen war wieder dabei: Eurovision übertrug für die Summe von 1,5 Millionen Kronen 11 der 35 WM-Spiele. Für den WM-Titel gab es im Vorfeld keine echten Favoriten. Mit Uruguay und Italien fehlten zwei Mannschaften, die vier der fünf bisherigen Weltmeisterschaften gewonnen hatten. Titelverteidiger Deutschland befand sich im Umbruch, die ungarische Wundermannschaft war nach dem Volksaufstand von 1956 in alle Richtungen zerstreut worden (Puskas, Kocsis und Czibor waren nach Spanien geflohen). Brasilien, Argentinien und England zählten noch zum erweiterten Favoritenkreis. Auch mit der Sowjetunion, Olympiasieger von 1956, rechneten manche Experten.</p>
<p><strong>Vorrunde</strong></p>
<p>In Gruppe 1 traf Deutschland auf Argentinien, Nordirland und die Tschechoslowakei. Im ersten Spiel gegen die gefürchteten Argentinier geriet man früh in Rückstand, doch dank zweier Tore von Rahn und dem jungen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Uwe_Seeler">Uwe Seeler</a> gewann man noch mit 3:1. Im zweiten Spiel zeigte die DFB-Elf jedoch deutlich weniger Souveränität und konnte nach einem 0:2-Halbzeitrückstand gegen die Tschechoslowaken, die zuvor gegen Nordirland verloren hatten (0:1), nur ein Unentschieden retten. Die Argentinier wiederum schlugen in ihrem zweiten Spiel die Nordiren mit 3:1 und wahrten sich so vor dem letzten Spieltag noch ihre Chance aufs Weiterkommen.</p>
<p>Auch im Spiel gegen Nordirland taten sich Herbergers Jungs schwer und rannten zweimal einem Rückstand hinterher, erst 11 Minuten vor Schluss traf Seeler zum Ausgleich und sicherte seiner Mannschaft damit den Gruppensieg. In einem historischen Spiel nahm die Tschechoslowakei Argentinien mit 6:1 auseinander. Es war nicht nur das Vorrundenaus, sondern die bis 2009 höchste Niederlage für die &#8220;Gauchos&#8221;, die nach dem Spiel Angst hatten, in ihr Heimatland zurückzukehren. Die Tschechoslowaken konnte sich von dem Sieg aber nichts kaufen, da man zwei Tage später im Entscheidungsspiel gegen das punktgleiche Nordirland nach Verlängerung mit 1:2 unterlag.</p>
<p>Die Gruppe 2 war vom Namen her die schwächste: Frankreich, Paraguay, Schottland und Jugoslawien trafen aufeinander. Die Franzosen verfügten mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Raymond_Kopa">Raymond Kopa</a> von Real Madrid sowie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Just_Fontaine">Just Fontaine</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Roger_Piantoni">Roger Piantoni</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jean_Vincent">Jean Vincent</a> von Stade Reims zwar über eine hohe individuelle Klasse, hatten diese aber im Vorfeld der WM kaum demonstrieren können. Am ersten Spieltag trennten sich Schottland und Jugoslawien mit 1:1, während es beim Spiel zwischen Frankreich und Paraguay zum Torfestival kam: Paraguay lag zweimal in Führung, dann schossen die Franzosen fünf Tore in einer halben Stunde und gewannen mit 7:3, Fontaine traf 3-mal.</p>
<p>Doch im nächsten Spiel zeigten die Franzosen ihre Inkonstanz und mussten sich den Jugoslawen mit 3:2 geschlagen geben. Da Paraguay sich im zweiten Spiel gegen Schottland durchsetzte (3:2), war auch hier am letzten Spieltag alles offen: Jugoslawien hatte 3 Punkte, Frankreich und Paraguay 2 und Schottland 1. Dank der Tore von Kopa und Fontaine schlug Frankreich Schottland mit 2:1 und kletterte aufgrund des besseren Torverhältnisses Platz 1, den treffsicheren Paraguayern reichte ein 3:3 gegen Jugoslawien nicht zum Weiterkommen. Aber sie hatten gezeigt, wieso Uruguay in der Qualifikation an ihnen gescheitert war, nach der WM wechselten einige ihrer Spieler nach Spanien oder Italien.</p>
<p>Schweden, das in den letzten Jahren auf seine Legionäre verzichtet hatte (unter ihnen das absolute Weltklassetrio Gren, Nordahl und Liedholm, mit denen Schweden 1948 bei Olympia Gold geholt hatte), machte für die Heim-WM eine Ausnahme und nominierte fünf &#8220;Italiener&#8221;, darunter <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Hamrin">Kurt Hamrin</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lennart_Skoglund">Lennart &#8220;Nacka&#8221; Skoglund</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nils_Liedholm">Nils Liedholm</a>. Gemeinsam mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Agne_Simonsson">Agne Simonsson</a> und dem mittlerweile wieder in Schweden kickenden <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gunnar_Gren">Gunnar Gren</a> wurden sie zu den Stars der schwedischen Mannschaft. Im ersten Spiel setzten sich die Gastgeber wie erwartet mit 3:0 gegen Mexiko durch. Vier Tage später gewann Schweden auch gegen die favorisierten Ungarn mit 2:1, Hamrin erzielte beide Tore.</p>
<p>Am letzten Spieltag reichte Schweden ein 0:0 gegen Wales, um den Gruppensieg klarzumachen. Es war das zweite torlose Spiel bei einer WM, das erste hatte es vier Tage zuvor in Gruppe 4 gegeben. Für die Waliser war es das dritte Unentschieden im dritten Spiel. Da die Ungarn in ihrem letzten Spiel Mexiko (die beim 1:1 gegen Wales immerhin ihren ersten WM-Punkt feierten) mit 4:0 besiegt hatten, musste ein Entscheidungsspiel zwischen Ungarn und Wales her, das die Waliser überraschend mit 2:1 gewannen. Für die glücklich qualifizierten Waliser war es der einzige Sieg in ihrer WM-Geschichte, die ungarische Wundermannschaft war endgültig Geschichte.</p>
<p>Die letzte Gruppe war die nominell stärkste: Österreich, Brasilien, England und die Sowjetunion. Die englische Mannschaft war vier Monate vor Turnierbeginn durch ein Flugzeugunglück erschüttert worden, bei dem acht Spieler von Manchester United umkamen. Einer der Überlebenden, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bobby_Charlton">Bobby Charlton</a>, spielte in Schweden seine erste WM. Brasilien trat mit einer Mannschaft an, in der Abwehrchef <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/N%C3%ADlton_Santos">Nilton Santos</a> und Spielmacher <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Valdir_Pereira">Didi</a> herausragten. Gleich im ersten Spiel sorgte Brasilien mit einem 3:0-Sieg gegen Österreich für klare Verhältnisse. In ihrem WM-Debüt gelang den Sowjets beinahe der erste WM-Sieg, nach 2:0-Führung gaben sie das Spiel jedoch noch ab und spielten nur 2:2.</p>
<p>Im zweiten Spiel machten es die Männer hinter dem Eisernen Vorhang besser und ließen nach einer erneuten 2:0-Führung nichts mehr anbrennen, während Brasilien und England das erste torlose Spiel der WM-Geschichte perfekt machten. Im letzten Gruppenspiel gegen die Sowjetunion kamen bei Brasilien erstmals <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Garrincha">Garrincha</a> und der erst 17-jährige <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pel%C3%A9">Pelé</a> zum Einsatz, doch es war <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vav%C3%A1">Vavá</a>, der Brasilien mit zwei Toren den Gruppensieg sicherte. England hätte ein Sieg gegen Österreich fürs Weiterkommen gereicht, aber sie enttäuschten und spielten zum dritten Mal nur Unentschieden (2:2). Ein Entscheidungsspiel musste her, in der sich die sowjetische Elf dank eines Tors von Ilyin mit 1:0 durchsetzte.</p>
<p><strong>Viertelfinale</strong></p>
<p>Nach dem Ausscheiden von Argentinien, Ungarn und England waren im Viertelfinale nur noch zwei Mannschaften übrig geblieben, denen man vor der WM den Titel zugetraut hatte: Deutschland und Brasilien. Die DFB-Elf traf, wie 1954 auch, auf Jugoslawien, und wieder wurde es ein sehr enges und spannendes Spiel. Jugoslawien war der einzige Gruppenzweite gewesen, der kein Play-Off absolvieren musste. Rahn erzielte in der 12. Minute das 1:0, diese Führung konnte man dann gegen die gefährlichen Stürmer der Jugoslawen über die Zeit bringen, ohne, wie vier Jahre zuvor, am Ende das zweite Tor nachzulegen.</p>
<p>Der Gastgeber Schweden traf auf die Sowjetunion. Nach einer torlosen Halbzeit markierte Hamrin in der 49. Minute die Führung, kurz vor Schluss sorgte Simonsson dann für die Entscheidung. Auch Torwartlegende <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lew_Iwanowitsch_Jaschin">Lev Yashin</a> konnte das Ausscheiden nicht verhindern. Frankreich musste gegen Außenseiter Nordirland ran und zeigte eine starke Leistung. Es war nur Torwart <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Harry_Gregg">Harry Gregg</a>, einem Überlebenden des englischen Flugzeugunglücks in München, zu verdanken, dass die Franzosen nur mit 4:0 gewannen. Fontaine, der in der Vorrunde 6-mal getroffen hatte, erzielte zwei Treffer und schraubte damit sein Torkonto auf 8 auf.</p>
<p>Die Brasilianer trafen auf Wales, Garrincha und Pelé waren wieder an Bord. Eigentlich rechnete man mit einem deutlichen Sieg Brasiliens, aber am Ende wurde es nur ein knapper Sieg. In der 65. Minute erzielte Pelé sein erstes WM-Tor, was den Brasilianern zum Halbfinaleinzug reichte. Pelé, mit bürgerlichem Namen Edson Arantes do Nascimento, hatte im Jahr 1956 mit 15 Jahren seine Profikarriere bei Santos FC begonnen. Er zeigte zwar ein überragendes Talent, vor allem im technischen Bereich, doch aufgrund seines jungen Alters zweifelten viele Experten daheim, ob es richtig war, ihn mitzunehmen. Im Turnierverlauf stellte sich heraus, dass seine Nominierung die richtige Entscheidung war.</p>
<p><strong>Halbfinale</strong></p>
<p>Das Halbfinalspiel zwischen Schweden und Deutschland wurde zu einem Skandalspiel. Deutschland war die bessere Mannschaft und ging durch Schäfer in Führung, Skoglund glich aber noch vor der Halbzeit aus. In der zweiten Halbzeit verwandelten die schwedischen Fans das Stadion in einen Hexenkessel, immer wieder sangen sie &#8220;Heja, Sverige!&#8221; (angeblich das ersten Mal in der Fußballgeschichte, dass die Zuschauer sangen). Nachdem die Schweden auch noch mit rüden Fouls auffielen, die vom Schiedsrichter ungeahndet blieben, war die deutsche Moral gebrochen, Gren und Hamrin trafen in den letzten 10 Minuten. Die &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fu%C3%9Fball-WM-Halbfinale_Schweden_%E2%80%93_Deutschland_1958">Schlacht von Göteborg</a>&#8221; sorgte im Anschluss für diplomatische Verstimmungen.</p>
<p>Brasilien tat sich gegen Frankreich deutlich weniger schwerer als gegen Wales. Schon in der 2. Minute traf Vavá nach einem Patzer in der französischen Hintermannschaft zum 1:0, Frankreich kam sieben Minuten später durch Fontaine zurück. Brasilian wurde danach immer dominanter, in der 39. Minute brachte Didi sie wieder auf Kurs. In der zweiten Halbzeit durfte das Rasundastadion dann in Solna innerhalb von 23 Minuten einen lupenreinen Hattrick von Pelé bestaunen, der damit das Vertrauen von Trainer Vicente Feola zurückzahlte. Das Spiel war entschieden, Piantoni konnte das Ergebnis für die Franzosen mit seinem Tor sieben Minuten vor Schluss nur leicht verschönern.</p>
<p><strong>Spiel um Platz 3</strong></p>
<p>Nach den bitteren Halbfinalniederlagen mussten Frankreich und Deutschland den 3. Platz ausspielen. In Deutschland war der Frust über die als ungerecht empfundene Niederlage gegen Schweden noch immer groß: Schwedische Waren wurden boykottiert, schwedische Reifen zerstochen und in Restaurants hingen Schilder mit der Aufschrift &#8220;Schweden unerwünscht&#8221;. Im Spiel stellte sich heraus, dass wohl auch die deutschen Spieler die Niederlage noch nicht verarbeitet hatten &#8211; Frankreich gewann mit 6:3! Fontaine traf 4-mal und stellte damit den bis heute gültigen Rekord von 13 Toren in einer WM auf. Tragisch: Nur 2 Jahre später musste er seine Karriere verletzungsbedingt beenden.</p>
<p><strong>Finale</strong></p>
<p>Das Finale im Rasunda-Stadion hatte einen eindeutigen Favoriten: Brasilien. Dabei war es das erste Mal, dass eine Mannschaft, die in einem fremden Kontinent antrat, das Finale erreichte, während der Gastgeber bereits zum vierten Mal ins Finale vorgestoßen war. Die Überlegenheit der Brasilianer im Halbfinale hatte aber jede Debatte über die Favoritenrolle überflüssig gemacht. Die Schweden hatten in ihren bisherigen drei WM-Teilnahmen das Viertelfinale (1934), den vierten (1938) und den dritten (1950) Platz erreicht. Sie spielten mit ihrer geballten Offensivpower: Hamrin, Gren, Simonsson, Liedholm und Skoglund, die wohl beste Mannschaft, die Schweden je hervorgebracht hat.</p>
<p>Aber im Gegenzug hatte Brasilien die vielleicht beste Mannschaft aller Zeiten aufzubieten: Gilmar im Tor, Nilton Santos und Djalma Santos als Außenverteidiger, Zito und Bellini in der Mitte, Orlando im defensiven Mittelfeld, Didi als Spielmacher, Garrincha, Vavá, Pelé und Zagallo im Sturm. Im Laufe des Turniers hatten Garrincha und Pelé aus der Startelf verdrängt. Sie spielten im modernen 4-2-4-System. Im Finale, in dem man auch das Trauma von 1950 endgültig vergessen machen lassen wollte, zeigten die Brasilianer ihre ganze Klasse und demontierten den Gastgeber so sehr, dass sogar die schwedischen Zuschauer Beifall klatschten.</p>
<p>Zwar ging Schweden in den Anfangsminuten durch Liedholm in Führung, Brasilien schlug in Gestalt von Vavá jedoch kurz danach zurück und. In der zweiten Halbzeit kam dann die große Stunde von Pelé: In der 55. Minute wurde er im Strafraum angespielt, nahm den Ball mit der Brust an, lupfte ihn artistisch über zwei Gegenspieler und netzte dann zum 3:1 ein &#8211; die FIFA wählte dieses Tor zum drittschönsten der WM-Geschichte. Zagallo erhöhte zehn Minuten später auf 4:1 und sorgte damit für die Vorentscheidung. Simonsson traf nochmal zehn Minuten vor Schluss, das letzte Tor im Finale blieb jedoch Pelé vorbehalten, der in den Schlussminuten den 5:2-Endstand erzielte.</p>
<p><span class='embed-youtube' style='text-align:center; display: block;'><iframe class='youtube-player' type='text/html' width='450' height='284' src='http://www.youtube.com/embed/Syncd5yq8o4?version=3&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;wmode=transparent' frameborder='0'></iframe></span></p>
<p>Nach dem Spiel weinte der blutjunge Pelé vor Freude, seine Karriere sollte später noch spektakulär werden. Der Weltmeister drehte eine Ehrenrunde mit der schwedischen Flagge. Brasilien war ein Weltmeister, mit dem jeder zufrieden war, die Fachwelt war sich völlig einig, dass die beste Mannschaft der Welt den Titel geholt hatte. In der Heimat wurden die Spieler natürlich von Menschen aller Klassen und Rassen wie Helden empfangen. Es war bis heute das einzige Mal in der WM-Geschichte, dass eine nicht-europäische Mannschaft in Europa den Titel gewann (umgekehrt ist das den Europäern in Amerika nie gelungen).</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>In 35 Spielen wurden 246 Spieler eingesetzt und 126 Tore geschossen – 3,60 pro Spiel (zum Vergleich: 1954 lag der Schnitt bei 5,38). Die Zuschauerzahlen waren über das gesamte Turnier hinweg erstaunlich niedrig, nicht mal das Finale war restlos ausverkauft. Es war eine WM der alten Herren: Der Argentinier Angel Labruna, der in den 1940ern zum &#8220;Wunderteam&#8221; von River Plate gehört hatte, war bereits 40, Fritz Walter war 38, der Ungar Hidegkuti 37 und auch die Schweden hatten mit Gren (37) und Liedholm (35) zwei Oldies im Team. Zum einzigen Mal in der WM-Geschichte nahmen alle vier britischen Verbände teil.</p>
<p>Die WM brachte viele Überraschungen in der Vorrunde, die ersten torlosen Spiele, ein Skandalspiel, einen Rekordtorjäger und einen neuen Fußballmeister hervor. Überraschend ist, dass Brasilien zu diesem Zeitpunkt nicht den südamerikanischen Fußball dominierte. Das lag aber daran, dass man bei den Südamerikameisterschaften entweder gar nicht oder mit nur mit B- oder Jugendmannschaften antrat, so dass Argentinien und Uruguay den Titel meist unter sich ausmachten (von 1949 bis 1989 wurde Brasilien nicht ein einziges Mal Südamerikameister). Dennoch galt Brasilien als die weltweite Nummer 1.</p>
<p><strong>Platzierungen</strong></p>
<p>1. Brasilien<br />
2. Schweden<br />
3. Frankreich</p>
<p><strong>WM-Torschützenkönig </strong></p>
<p>Just Fontaine (13)</p>
<p><strong>Titel-Ranking</strong></p>
<p>Uruguay (2)<br />
Italien (2)<br />
Deutschland (1)<br />
Brasilien (1)</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/arprin.wordpress.com/13112/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/arprin.wordpress.com/13112/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arprin.wordpress.com&#038;blog=20982208&#038;post=13112&#038;subd=arprin&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Der Weltmeister dreht eine Ehrenrunde mit der schwedischen Fahne</media:title>
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		<title>Rote Linien</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Apr 2013 21:59:10 +0000</pubDate>
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<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/arprin.wordpress.com/13103/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/arprin.wordpress.com/13103/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arprin.wordpress.com&#038;blog=20982208&#038;post=13103&#038;subd=arprin&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Libertäre und Verschwörungstheorien</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Apr 2013 21:42:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arprin</dc:creator>
				<category><![CDATA[9/11]]></category>
		<category><![CDATA[Anarchismus/Libertarismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Systemkritik/Westophobie]]></category>
		<category><![CDATA[Verschwörungstheorien]]></category>
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		<description><![CDATA[Im letzten Monat berichtete der Spiegel von einer Studie einer australischen Universität, die angeblich belegte, dass Verschwörungstheoretiker und &#8220;Klimaleugner&#8221; meistens auch an &#8220;die Kraft des freien Marktes&#8221; glauben. Nun könnte man diese Studie einfach als Unsinn abtun, und man fährt sicher nicht falsch damit, solchen Studien grundsätzlich zu misstrauen. Man braucht diese Studie jedoch gar [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arprin.wordpress.com&#038;blog=20982208&#038;post=13093&#038;subd=arprin&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_12356" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://arprin.files.wordpress.com/2011/05/national_park_service_9-11_statue_of_liberty_and_wtc_fire1.jpg"><img class="size-medium wp-image-12356" alt="Osamas Erbe in New York" src="http://arprin.files.wordpress.com/2011/05/national_park_service_9-11_statue_of_liberty_and_wtc_fire1.jpg?w=300&#038;h=227" width="300" height="227" /></a><p class="wp-caption-text">Die offizielle Version vom 11. September wird von vielen Libertären angezweifelt</p></div>
<p>Im letzten Monat berichtete der Spiegel von einer Studie einer australischen Universität, die angeblich belegte, dass Verschwörungstheoretiker und &#8220;Klimaleugner&#8221; meistens auch an &#8220;die Kraft des freien Marktes&#8221; glauben. Nun könnte man diese Studie einfach als Unsinn abtun, und man fährt sicher nicht falsch damit, solchen Studien grundsätzlich zu misstrauen. Man braucht diese Studie jedoch gar nicht, um festzustellen, dass es viele Menschen gibt, die Anhänger der freien Marktwirtschaft sind und gleichzeitig alle möglichen Verschwörungstheorien glauben. In Deutschland nennen sich Vertreter dieser Ansichten überwiegend &#8220;Libertäre&#8221;.</p>
<p>Die einzige libertäre Partei in Deutschland, die Partei der Vernunft (PDV), wurde vom 9/11 Truther Oliver Janich gegründet. Am 18. April wurde Janich vom Vorstand der PDV <a href="http://www.parteidervernunft.de/ruecktritt-des-bundesvorsitzenden">zum Rücktritt gedrängt</a>, da &#8220;die investigative journalistische Tätigkeit Oliver Janichs und dessen persönliche Stellungnahmen zu aktuellen und in der Vergangenheit liegenden politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, zu starke Auswirkungen auf das Außenbild der PDV haben&#8221; &#8211; was genau damit gemeint war, dürfte klar sein. Janich hatte nicht nur zum 11. September Verschwörungstheorien verbreitet, sondern auch zur NSU und zu den Bombenanschlägen im Boston-Marathon.</p>
<p>Janich schrieb kurz nach seinem Rücktritt auf seiner Facebook-Seite: &#8220;Klar, um mich tuts mir nicht leid, sondern um die Partei. Ich kann ja jetzt viel mehr sagen und schreiben, was ich bisher wg der Partei zurückgehalten habe. HAARP, Chemtrails, freie Energie, ich komme! Ein 9/11 Buch ist auch schon praktisch fertig&#8230;&#8221; Angesichts solcher Aussagen stellt sich die Frage: Warum fallen so viele Libertäre auf Verschwörungstheorien herein? Wie kommt es, dass Menschen, die über einen respektablen ökonomischen Sachverstand verfügen, gleichzeitig an Chemtrails, FEMA-Camps oder die NWO glauben? Gibt es eine Erklärung dafür?<span id="more-13093"></span></p>
<p><strong>Staatliche und soziale Unterdrückung</strong></p>
<p><span class="st">Alle Libertäre eint ein Standpunkt: Sie lehnen jede Einmischung des Staates in das Leben der Bürger ab. Es gibt ihrer Ansicht nach nichts, was der Markt nicht besser erledigen kann als der Staat. In den meisten Fällen liegen sie damit richtig. Allerdings wird bei dieser Fokussierung auf staatliche Unterdrückung meist ignoriert, dass Unterdrückung nicht immer vom Staat aus erfolgt, sondern auch von der Gesellschaft kommen kann, also von Menschen, die nicht den Staat repräsentieren. Obwohl man einräumen muss, dass der Staat historisch betrachtet für die schlimmsten Verbrechen verantwortlich ist, ist soziale Unterdrückung für die Betroffenen keineswegs &#8220;besser&#8221; als staatliche Unterdrückung.<br />
</span></p>
<p>In einigen Ländern wird die Meinungsfreiheit mehr von gewaltbereiten Terrorgruppen bedroht als vom Staat. Frauen werden in islamischen Ländern mehr durch die traditionellen Moralvorstellungen unterdrückt als durch staatliche Verordnungen. Außerdem kommt es vor, dass Terroristen, die nicht im Auftrag eines Staates handeln, andere Menschen umbringen. Diese Vorstellung passt vielen Libertären nicht, und hier könnte die Erklärung dafür liegen, warum so viele Libertäre so anfällig für Verschwörungstheorien sind: Sie sind so &#8220;governophob&#8221;, dass sie völlig blind sind für Unterdrückung, die nicht vom Staat aus erfolgt.</p>
<p>Die anti-westliche Einstellung, die man bei vielen Libertären findet, liegt wohl einfach an der Tatsache, dass die meisten Libertären im Westen leben und deshalb den Fokus ihrer Kritik auf westliche Regierungen legen (auch wenn sie wissen, dass Nahost-Diktatoren keine Vorzeige-Libertären sind). Anti-westliche Einstellungen und Verschwörungstheorien gehen oft Hand in Hand miteinander. Immerhin gibt es auch Libertäre, die gegen Verschwörungstheorien und anderen unwissenschaftlichen Tendenzen bei Libertären Stellung beziehen, wie den &#8220;<a href="http://blog.skepticallibertarian.com/">Skeptical Libertarian</a>&#8220;. Und wir lernen: Nur weil man Kapitalist ist, bedeutet das nicht, dass man nicht auch verrückt sein kann.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/arprin.wordpress.com/13093/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/arprin.wordpress.com/13093/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=arprin.wordpress.com&#038;blog=20982208&#038;post=13093&#038;subd=arprin&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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