AKW-Phobie immer totalitärer

Das tschechische Kernkraftwerk Dukovany

Der 1.FC Nürnberg, der traditionsreiche Fußballverein aus den Franken, spielt momentan eine herausragende Saison. Vor allem die Rückrunde hatte es in sich: Während nicht wenige glaubten, dass der Verein gegen den Abstieg spielen würde, spielte sich die Mannschaft in einen wahren Rausch, holte 20 Punkte in 11 Spielen und kletterte bis auf Rang sechs der Tabelle- eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte, vor allem, wenn man bedenkt, dass sie Mannschaften wie Stuttgart, Wolfsburg, Schalke, Bremen, Hoffenheim und Hamburg hinter sich ließen. Eigentlich ein Grund zu überschwänglicher und unbegrenzter Freude-  eigentlich.

Denn jetzt entdeckten plötzlich Wutbürger, dass der Trikotsponsor(!) der Süddeutschen nicht ganz mit ihrer Ideologie politischen Einstellung  zusammenpasst.

Atomkraftgegner attackieren 1.FC Nürnberg

Der 1. FC Nürnberg wird wegen seines Hauptsponsors von Atomkraftgegnern attackiert. «Wir erwarten, dass der Vorstand sich der öffentlichen Diskussion stellt», sagte Helmut Rießbeck von der Organisation IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung von Atomkrieg) in Nürnberg.

In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung solle die Zusammenarbeit mit dem französisch-deutschen Atomkonzern Areva NP kritisch überprüft werden, forderten IPPNW-Vertreter, die Grünen im Nürnberger Stadtrat und das Bündnis «Aktiv für Menschenrechte».

Dem Vereinsvorstand ging auch ein offener Brief von Atomkraftgegnern zu. Greenpeace und andere Organisationen fordern den «Club» dazu auf, sich einen neuen Hauptsponsor zu suchen. Areva NP stehe für Kernkraft, damit ergreife der Fußballverein in der Debatte um die Atomkraft Partei. «Wir fänden es sehr schade, wenn der 1. FC Nürnberg sein positives Image verlieren würde», heißt es. Kernkraftgegner hatten in der Vorwoche auch eine Mahnwache vor der Geschäftsstelle des 1. FCN organisiert.

Der «Club» hält sich zu dem Thema bedeckt. Man sehe keinen Grund, die Zusammenarbeit mit Areva zu überdenken, ließ Sportdirektor Martin Bader verlauten. Gleichwohl habe man Verständnis für die Sorgen und Ängste der Menschen, teilte eine Sprecherin mit. Aber: «Areva hat sich keiner kriminellen Handlung schuldig gemacht. Unser Vertrag mit Areva läuft bis zum Jahre 2012, die Zusammenarbeit mit unserem Hauptsponsor ist hervorragend.

Die Internationalen Ärzte für die Verhütung von Atomkrieg? Haben die nicht genug in Nordkorea und im Iran zu erledigen? Greenpeace meldet sich zu Wort?  „Positives Image verlieren“? Mahnwache vor der Geschäftsstelle?

Da wünscht man sich schon fast einen echten Atomkrieg oder Reaktorkatastrophe, dann hätte die Mahnwache zumindest einen Sinn…

Und nicht nur der 1.FC Nürnberg bekommt diese neue AKW-Phobie zu spüren, auch die Simpsons mussten von PRO 7, das heute ja den „Tolerance Day“ veranstaltet, zensiert werden: Vorerst keine AKW-Pannen in der US-Serie wegen Japan.

PS: Ethisch fragwürdige Trikotsponsoren sind nichts Neues im deutschen Profisport. Den Klassiker liefert der Eishockeyclub ECD Iserlohn, der Werbung für Gaddafis „Grüne Buch“ machte.

Na dann- viel Glück für den Rest der Saison, Nürnberg…

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