Archive for Mai 2011

Die höchste Stufe von schwarzem Humor

Mai 7, 2011

Wenn man mal ein anderes Motiv der Quartettspiele kennenlernen möchte, bekommt hier eine spannende Abwechslung:

Tyrannen_02_Hitler

(Quelle: http://weltquartett.de/index.html)

Es gibt fünf Kategorien: Zwei sind für Tyrannen, eine für Seuchen, eine für Ungeziefer und die letzte für Rauschgift. Die Strategie ist einfach: Wer am Ende die meisten Todesopfer und das meiste Vermögen angehäuft hat, hat gewonnen.

Einer der Entwickler des Spiels äußerte sich zu Bedenken: „Es wird garantiert niemand glorifiziert, sondern eher lächerlich gemacht. Es ist purer Sarkasmus. Und wenn sich jemand darüber empört, ist das auch gut. Denn das führt zu einer Diskussion. Das ist besser, als diese Figuren nur in Geschichtsbücher zu verbannen.“

Dennoch gab es viel Kritik an dem Spiel: Es sei zu makaber und würde die Tyrannen verharmlosen. So sieht z.B. ein Duell zwischen dem Schah von Persien und Kaiser Hirohito aus:

„Herrschaftsdauer: 38 Jahre. So lange war der Schah von Persien an der Macht, länger als die meisten Tyrannen. Das müsste reichen. Doch die Gegenseite hat einen noch Altgedienteren auf der Hand, Kaiser Hirohito aus Japan. Der brachte es auf 62 Jahre. Nun also andersherum. Alter bei Machtübernahme: 36. Jetzt herrscht erst einmal Diskussionsbedarf. Wer sticht wen? Der Späteinsteiger den Youngster oder umgekehrt? Umgekehrt. Wer früher damit anfängt, kann im Idealfall länger wüten. Kim Il-Sung, der nordkoreanische Diktator, hat somit keine Chance gegen Zar Nikolaus II., der mit gerade einmal 26 Jahren den russischen Thron bestieg.“

Adolf Hitler ist der „Blitztrompf“ im sogenannten „Tyrannen-Quartett“. Allerdings sollte man erwähnen, dass die 20 Millionen Tote in Ostasien während des Zweiten Weltkriegs nicht auf Hitlers Konto gehen und deshalb Mao oder Stalin eigentlich als „Blitztrompf“ gelten müssten.

Eigentlich hätte ich von mir erwartet, so ein Spiel zu entwickeln, aber was soll’s. Man kann nicht immer Erster sein. Ich muss auch zugeben, dass ich zwar nicht unbedingt ein Experte im Quartett, aber ein brennendes Interesse verspüre, dieses Spiel zu spielen. Eine gelungene Marketingstrategie also.

Hier sind alle 64 bisherigen Teilnehmer:

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Viel Spaß beim Durchchecken!

Gegen den Kolumbus-Tag

Mai 6, 2011

Hernando de Soto „entdeckt“ den Mississippi, 1542

Der „Kolumbus-Tag“ ist ein Tag, in dem die Ankunft von Christoph Kolumbus in Amerika gefeiert wird. Gewisse Personen, die, zugegeben, meistens dem linken Spektrum angehören, kritisieren diesen Tag, weil mit diesem Tag einerseits nicht die Entdeckung Amerikas gefeiert werden kann, da Amerika schon vorher entdeckt worden war (nicht von den Chinesen, von den Indianern natürlich) und andererseits die Ankunft Kolumbus den Völkermord an den indianischen Völkern einläutete.

Ich finde, sie haben völlig recht. Anlass war dieser Artikel:

Die Kontroverse um den Kolumbus-Tag

Obwohl der Autor sehr gute Artikel zu vielfältigen Themen verfasst, muss ich diesem von ihm verlinkten Artikel von Michael S. Berliner widersprechen:

Hat Kolumbus Amerika „entdeckt“? Ja – in jeder bedeutsamen Hinsicht. Das bedeutet nicht, dass vor Kolumbus’ Ankunft kein menschliches Auge jemals einen Blick auf Amerika geworfen hätte. Es bedeutet, dass Kolumbus die zivilisierte Welt auf Amerika aufmerksam gemacht hat, das heißt, die wachsenden, wissenschaftlichen Zivilisationen Westeuropas. Das Ergebnis sind letzten Endes die Vereinigten Staaten von Amerika gewesen. Es war Kolumbus’ Entdeckung für Westeuropa, die zu dem Zustrom von Ideen und Menschen führte, auf denen diese Nation begründet wurde – und auf dem sie noch immer beruht. Die Öffnung Amerikas brachte die Ideen und Errungenschaften von Aristoteles, Galilei, Newton und tausenden Denkern, Autoren und Erfindern, die ihnen folgten.

Die Indianer waren keine „edlen Wilden“, das ist klar. Aber: Hat man ein Recht, nur weil man kulturell überlegen ist, ein fremdes Land zu besetzen und ihrer Bevölkerung ihren König, ihre Religion und ihre Sprache aufzwingen? Nein, natürlich nicht!

Die Öffnung Amerikas brachte in erster Linie nicht Aristoteles, Galilei oder Newton nach Amerika, sondern das „Encomienda“-System, mit dem die Indianer praktisch versklavt wurden und sich die Kolonisten Reichtum anhäuften. Dies führte zu großen sozialen Ungleichheiten, die ein System der Ausbeutung nun mal hervorbringt. Lateinamerika ist auch heute noch nach mehr als 180 Jahren Unabhängigkeit im Großen und Ganzen ein gescheitertes Projekt, von Mexiko über Zentralamerika zu Kolumbien, Brasilien oder Bolivien, und nebenbei waren auch Spanien und Portugal noch bis in die 1970er Jahre Diktaturen und galten als das Armenhaus Europas, was auch dazu führte, das über eine Million Spanier und Portugiesen als Gastarbeiter in anderen europäischen Ländern „exportiert“ wurden.

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1945-2011: Der schönste Tod seit Langem

Mai 2, 2011

Was ich der CIA wirklich vorwerfen muss, ist das sie nicht schon drei Tage vorher zugeschlagen haben!

30.April 1945:

30.April 2.Mai 2011 (66 Jahre später…)

Ein Prinz heiratet, ein Bösewicht stirbt: Danke, Amerika!

Sorry, British Royals…

 10 Jahre für ein Champion…

Ein Titel für bin Laden!

 ONE OF THEM IS ACTUALLY DEAD:

bin Laden tot, Tupac …

(Quelle für die Bilder: http://www.yasrsly.com/tag/osama-bin-laden-is-dead-speech/)

Homer tötet Osama:

„Möge seine Asche in Frieden ruhen- und dann als Streusalz verwendet werden“ (Zitat von einem Welt.de-Kommentator)

RIH, Osama!

Rache ist die Mutter der Gerechtigkeit

Mai 2, 2011
Osamas Erbe in New York

Osamas Erbe in New York

Manchmal verdienen Menschen den Tod. Wikipedia war schon ganz schnell

Kate und William werden ausgerechnet von Osama dem Schrecklichen (Zitat BILD) aus den Schlagzeilen vertrieben, aber skurillerweise nicht für eine Schreckensnachricht, sondern eine mindestens ebenso wundervolle wie eine royale Traumhochzeit.

Und ja, ich finde man kann den Tod eines Menschen ruhig ausgelassen feiern. Man soll ja nichts Schlechtes über Tote sagen, also: Zum Glück ist dieser Bastard endlich tot. Ich kann mir auch gar nicht vorstellen, was für Folgen sein Tod für die 9/11-Truthergemeinde haben wird. Wer weiß, vielleicht wird es schon bald die erste Biografie von ihm geben. Ich kann mir schon den Titel vorstellen: „Der Mann, der in New York ein Feuer entfachte.“

Es ist wie bei Lenas Sieg beim Eurovision Song Contest oder das Sommermärchen von 2006: In Zeiten von trüber Stimmung kommt ein Ereignis daher, scheinbar aus dem Nichts, um die Stimmungslage der Menschen nach oben zu katapultieren- und sei es nur für ein paar Tage.

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