Der mit den Arabern leidet – Jürgen Todenhöfer und der Nahe Osten, Teil 7

Jürgen Todenhöfer (Bild: Hydro)

Jürgen Todenhöfer (Bild: Hydro)

Die siebte These von Todenhöfer.

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These 7: Der Westen muss die islamische Welt genauso fair und großzügig behandeln, wie er Israel behandelt. Muslime sind genauso viel wert wie Juden und Christen.

In einer Mischung aus Selbstgerechtigkeit, Ignoranz und Hass halten viele Menschen im Westen den Islam für eine blutrünstige Religion, Muslime gelten als potenzielle Terroristen, als demokratie-, frauen-, juden- und christenfeindlich. Der Freund und geistliche Berater des amerikanischen Präsidenten George W. Bush, Frank Graham, nennt den Islam „eine richtig bösartige und verlogene Religion“. Bill O’Reilly, Fernsehidol der amerikanischen Konservativen, erklärt: „Wir können nicht immer wieder in der muslimischen Welt intervenieren. Was wir tun können, ist, sie in Grund und Boden zu bomben.“ Und die amerikanische Fernsehkommentatorin Ann Coulter meint: „ Wir sollten in ihre Länder einmarschieren, ihre Führer totschlagen und die Bevölkerung zum Christentum bekehren.“ „Wir sollten unseren nationalen Arschkriecherwettbewerb beenden, Syrien ins Steinzeitalter zurückbomben und danach den Iran dauerhaft entwaffnen.“ Die Liste derartiger Äußerungen ließe sich endlos weiterführen.

Man stelle sich nur eine Sekunde vor, Graham, O’Reilly oder Coulter hätten anstelle von „Islam“ die Worte „jüdischer Glaube“ und anstelle von „muslimische Länder“ das Wort „Israel“ verwendet. Hätte sich nicht zu Recht ein Orkan der Entrüstung erhoben? Warum darf man über Muslime und ihre Religion faschistoide Dinge sagen, die in Bezug auf Christen und Juden zu Recht geächtet sind? Wir müssen diese Dämonisierung des Islam und der Muslime beenden. Sie ist nicht nur beschämend, sie schadet auch unseren Interessen.

Der Grund, warum man den Islam für eine demokratiefeindliche Religion hält, ist wohl der, dass von den 57 Staaten, die in der OIC (Organisation der Islamischen Konferenz) vertreten sind, nur 5 von der Menschenrechtsorganisation „Freedom House“ als „Wahldemokratie“ und „frei“ eingestuft werden und nur 2 davon eine muslimische Bevölkerungsmehrheit haben (Indonesien und Mali). Die totalitärsten dabei sind die, die sich als besonders „islamisch“ betrachten: Saudi-Arabien, Iran, Afghanistan usw., man nennt sie auch „Gottesstaaten“.

Wenn ein Land sich also als besonders islamisch betrachtet, ist es gleichzeitig besonders undemokratisch. Frauen-, Juden- und Christenfeindlichkeit sind im islamischen Raum stark verbreitet, und zwar – was für eine Überraschung – ebenfalls am meisten in den Ländern, die ihre Religion am wörtlichsten nehmen. Könnte das nicht ein Grund für die „Vorurteile“ in der westlichen Welt sein? Ich behaupte nicht, dass die muslimischen Länder niemals demokratisch sein werden, ich rede nur von der Gegenwart. Hält Todenhöfer den heutigen Islam, wie er sich aktuell in Pakistan, Saudi-Arabien und dem Iran zeigt, etwa für demokratiefreundlich?

Es stimmt, dass in den USA anti-muslimische Hetze gab. In den USA wird die Meinungsfreiheit weiter ausgelegt als in Europa, so ist es dort auch erlaubt, den Holocaust zu leugnen und eine US-Flagge zu verbrennen. Die Aussage von Ann Coulter („Wir sollten in ihre Länder einmarschieren, ihre Führer totschlagen und die Bevölkerung zum Christentum bekehren“) entstand übrigens drei Tage nach dem 11. September, man muss sie deshalb aus diesem Blickwinkel betrachten und nicht als „alltäglich“.

Von „faschistoider Hetze“ gegen Muslime kann keine Rede sein. Es gibt im amerikanischen Fernsehen Programme, die nur dazu dienen, Vorurteile über Muslime abzubauen (wie z.B. Aliens in America). Dagegen gibt es nur sehr wenige Filme, in denen Muslime die „Feinde“ der Filmhelden sind (The bad guys are never Islamists). Die Muslime in den USA gelten als sehr gut in die Gesellschaft integriert. Es gab zwar auch Fälle von „homegrown Terror“ wie z.B. der Amoklauf von Fort Hood, aber die Integration in die Gesellschaft funktioniert besser als die von Lateinamerikanern.

In den muslimischen Ländern ist „faschistoide Hetze“ gegen Amerikaner und besonders Juden dagegen längst alltäglich, und zwar nicht bei Privatsendern von Fundamentalisten, sondern bei den bekanntesten Kindersendungen. Eine Situation, die man als Kindesmissbrauch bezeichnen muss.

Ägypten: Ein Kinderprediger ruft dazu auf, Juden zu töten:

Juden als Wesen der Hölle:

Die Hamas-Micky Maus ruft dazu auf, alle Zeichner der Mohamed-Karikaturen umzubringen:

Kinder werden befragt, was sie von Juden halten:

„How many Jews did mama kill?“ Muhammad: „This many …“ Interviewer: „How many is that?“ Muhammad: „Five.“ Interviewer: „Do you love mama? Do you miss mama? Where is mama, Muhammad?“ Muhammad: „In Paradise.“ … Interviewer: „do you want to go to mama?“ Dhoha: „Yes.“

Palästinenser ehren die Selbstmordattentäterin Dalal Mughrabi, die 38 Menschen tötete:

Und wer glaubt, dass das alles vorbei wäre, wenn die Juden die Palästinenser in Ruhe lassen würden, irrt sich: „If the Jews left Palestine to us, would we start loving them? Of course not. We will never love them. Absolutely not. The Jews are infidels – not because I say so, and not because they are killing Muslims, but because Allah said: The jews said that Uzair is the son of Allah … May Allah fight them. How deluted they are …“

Und das war nur eine ganz kleine Auswahl. Bei „MEMRI“ und „Palestinian Media Watch“ werden regelmäßig solche Sendungen beobachtet und aufgezeichnet. Auch in den Schulbüchern der Palästinenser und anderen muslimischen Nationen ist antijüdische Hetze alltäglich. Der bisher teuerste türkische Film aller Zeiten, Tal der Wölfe -Palästina, ist ein nationalistisches, antisemitisches und antiamerikanisches Propagandamachwerk. So einen Film über Muslime hat es im Westen noch nie gegeben. Die Dämonisierung der Juden im islamischen Raum hat ein Niveau erreicht, bei dem man davon ausgehen kann, dass es wohl genug Araber und andere Muslime gibt, die sich für einen neuen Holocaust rekrutieren ließen. Todenhöfer interessiert das nicht. Er regt sich lieber mehr um Ann Coulter und Sarrazin auf.

Es ist immer dieselbe Masche: Alles Böse im Westen wird gnadenlos übertrieben dargestellt und das der islamischen Welt wird vollkommenen verschwiegen. Und so glaubt der durchschnittliche Leser von Todenhöfer, dass Al-Jazeera und Al-Manar neutraler sind als BBC und CNN.

Die zunehmende Vertiefung des Grabens zwischen Orient und Okzident gefährdet auch die Sicherheit Israels. Die langfristig sicherste Garantie für das Überleben Israels und seiner fünf Millionen Juden ist nicht die Feindschaft, sondern die Freundschaft seiner 300 Millionen näheren und ferneren arabischen Nachbarn. Hierzu muss der Westen, aber auch Israel einen fairen Beitrag leisten.

Seine sittliche Größe erlangte das jüdische Volk nicht durch seine militärischen Siege und auch nicht durch die beeindruckende Zahl seiner Talente. Seine sittliche und Einzigartigkeit erreichte es durch seine Gottesfurcht, seine Weisheit, seinen Humanismus und seine Kreativität sowie durch seinen langen, tapferen und oft listigen Kampf für Gerechtigkeit und gegen Unterdrückung. Dass Israel nach dem Holocaust auch auf Waffen setzt, ist verständlich. Auch die Härte, mit der es legitime Interessen vertritt. Aber Härte ohne Gerechtigkeit ist eine Strategie ohne Perspektive. Wenn das schöpferische Israel nur noch zerstört, zerstört es sich selbst. Israel muss, wie der gesamte Westen, mindestens so viel in Gerechtigkeit investieren wie in Waffen. Die Behandlung der Palästinenser entspricht nicht der sittlichen Größe und Einzigartigkeit des jüdischen Volkes. Gerade als Bewunderer der jüdischen Kultur kommt man an dieser Feststellung nicht vorbei.

Wenn Todenhöfer es für wichtig hält, festzustellen, dass die Behandlung der Palästinenser nicht der „sittlichen Größe und Einzigartigkeit des jüdischen Volkes entspricht“, fragt man sich: Entspricht die Behandlung der Baha’i im Iran, der Christen im Irak und der Kurden in der Türkei in Todenhöfers Welt der „sittlichen Größe und Einzigartigkeit“ der Iraner, Araber oder Türken? Wenn Todenhöfer kein Wort darüber verliert, könnte man glatt auf diesen Rückschluss kommen. Das wäre aber rassistisch, oder? Kann es sein, dass Todenhöfer mit seiner Doppelmoral rassistisch ist?

Israel hat einer der, wenn nicht sogar die ethisch höchste Armee der Welt. Jedes Mal, bevor die israelische Armee ein Haus bombardiert, schickt es eine Warnung an die Bewohner. Diese Taktik dient der Vermeidung von zivilen Opfern und wird „Dachklopfen“ genannt. Die Palästinenser dagegen benutzen sogar Krankenwagen als Schutzschilder. Zahlreiche Propagandalügen wie der Einsatz von Phosphor-Brandbomben oder der Beschuss einer UN-Schule haben sich in Luft aufgelöst. Dennoch hat Israel Offiziere, die mit dem Einsatz von Phosphor Menschenleben gefährdet hatten, bestraft.

Der mögliche Einsatz der Hamas von Phosphorbomben wurde übrigens nicht mal untersucht, genauso wenig wie die „Rache“ der Hamas an „Kollaborateuren“ nach dem Gazakrieg, die sogar in Krankenhäusern ermordet wurden. Hier sehen wir, wie als Reaktion auf die Warnungen der israelischen Armee die Hamas dazu aufruft, menschliche Schutzschilde zu formen, um die Opferzahlen in die Höhe zu treiben:

Die Charta der Hamas fordert ausdrücklich die Vernichtung Israels. Das wirklich Besorgnis erregende dabei ist: Die Hamas errang 2006 auf demokratischem Wege die Macht im Gazastreifen. Wir können mit Sicherheit davon ausgehen, dass ein palästinensischer Staat, wenn er von der Hamas regiert werden würde, eine Diktatur wäre, ein rassistischer Apartheidstaat. Es steckt eine große Tragik dahinter, dass so viele Menschen, die sich selbst als „Friedensaktivisten“ bezeichnen, dennoch Solidarität mit den Palästinensern zeigen. Sie wollen einfach nichts hören, nichts sehen und nichts sagen.

Auch die Palästinenser müssen ihre Politik ändern. Der Westen hat recht, wenn er von ihnen einen Gewaltverzicht gegenüber Israel verlangt. Aber muss er nicht auch von Israel einen Gewaltverzicht gegenüber den Palästinensern fordern? Nach Angaben der israelischen Menschenrechtsorganisation B’Tselem wurden 2007 im israelisch-palästinensischen Konflikt 13 Israelis getötet. Ihnen standen jedoch 384 von israelischen Sicherheitskräften getötete Palästinenser gegenüber.

Der Westen fordert ständig einen Gewaltverzicht von Israel. Wie oft haben westliche Politiker Israel „Unverhältnismäßigkeit“ vorgeworfen?

2004: EU wirft Israel „Unverhältnismäßigkeit“ vor
2006: „Israel verstößt gegen das Prinzip der Verhältnismäßigkeit“
2008: Sarkozy wirft Israel Unverhältnismäßigkeit vor
2009: SPD-Fraktionsvize nennt Gaza-Offensive unverhältnismäßig
2010: UNO nennt Israels Angriff unverhältnismäßig

Von der Linken bis zur FDP forderte der deutsche Bundestag parteiübergreifend die Aufhebung der Blockade des Gazastreifens. Dabei liefert Israel selbst ständig Waren in die Region, die Blockade dient lediglich der Verhinderung von Waffenlieferungen an die Hamas.

Und zu den Zahlenspielen: Todenhöfer erwähnt mal wieder nur die eine Seite. Es wäre auch nett gewesen zu erfahren, wie viele von den getöteten Palästinensern Militante waren und wie viele Zivilisten, denn ein toter Terrorist ist keineswegs ein Verlust für die Menschheit. Was er überhaupt nicht erwähnt: Im Jahr 2007 wurden im Gazastreifen 161 Palästinenser bei Kämpfen zwischen den verfeindeten Parteien der Hamas und Fatah getötet. 41 waren Zivilisten, 18 davon Frauen oder Kinder. Aber das hielten sie für nicht wichtig genug, um es in ihren Statistiken zu erwähnen. Warum nicht?

Eine Aussöhnung zwischen Juden und Arabern ist genauso möglich wie das Wunder der Aussöhnung zwischen Deutschen und Franzosen. Juden und Araber haben religiös, kulturell und geschichtlich mehr gemeinsam, als den meisten bewusst ist. Sie haben „mit Abraham und Moses dieselben Eltern“, wie Israels Präsident Schimon Peres treffend formulierte. Jahrhundertelang wurden sie gemeinsam gejagt – nicht nur während der Kreuzzüge und der Reconquista. Die französische Vichy-Regierung beispielsweise wendete gegen die Juden die gleichen rassistischen Diskriminierungsgesetze an, die sie vorher mit „Erfolg“ an den Algeriern getestet hatte (Olivier Le Cour Grandmaison).

Soweit kommt’s noch: Juden und Araber vereint im Hass in der Abneigung gegen den Westen. Muslime und Juden wurden nicht „jahrhundertelang gemeinsam gejagt“. Sie waren zwei völlig verschiedene Gruppen. Die Muslime haben Christen und Juden jahrhundertelang diskriminiert (und tun es heute immer noch), doch dies führte nicht zu einer Solidarität zwischen Christen und Juden, wie man ja sehen konnte.

Eine Aussöhnung zwischen Juden und Muslimen kann nicht durch einen gemeinsamen Opferstatus erreicht werden, sondern in dem man sich gegenseitig mit Respekt und Toleranz betrachtet. Im Klartext: Die radikale antisemitische Hetze gegen Juden in den islamischen Ländern muss gestoppt und das Existenzrecht Israels anerkannt werden.

Wir Deutsche haben eine historische Verantwortung gegenüber Israel und seinem Existenzrecht – gestern, heute und morgen. Das jüdische Volk hat aufgrund seiner Geschichte und nach all dem, was es jahrtausendelang erdulden und erleiden musste, eine sichere Heimat in Palästina verdient. Aber genau aus diesem Grund haben wir auch eine historische Verantwortung gegenüber den Palästinensern. Sie tragen die Schuld ab, die Deutschland mit dem Holocaust für immer auf sich geladen hat. Hat der jüdische Politologe Alfred Grosser nicht recht, wenn er sagt: „Wer Hitler abschütteln will, muss (auch) die Palästinenser verteidigen“?

Aufpassen, was jetzt passiert!…

Die eigentliche Lehre aus dem Holocaust heißt, dass wir nie wieder tatenlos zusehen dürfen, wenn Menschen unterdrückt, entrechtet und gedemütigt werden. Wir hätten uns für die Juden schon damals einsetzen müssen, als sie noch schwach waren, und nicht erst heute, da sie stark und einflussreich sind. Verspäteter Mut ist der opportunistische Bruder der Feigheit. Es ist schon ein bizarres Schauspiel, das manche westliche Politiker aufführen, wenn sie von Jahr zu Jahr entschlossener und mutiger gegen das Unrecht von gestern „kämpfen“, während sie zum Unrecht von heute schweigen. Man kann auch durch Schweigen schuldig werden.

Es ist mittlerweile nur noch traurig, wie jeder Pseudo-Intellektueller seine eigene „Lehre vom Holocaust“ zieht. Da man damals den Juden nicht helfen konnte, müssen wir heute als „Wiedergutmachung“ den Palästinensern helfen. Auch wenn die Palästinenser in Stürmer-Manier ihre Kinder zum Judenhass erziehen.

So sollte der Satz richtig lauten: „Die deutschen Politiker kämpfen jedes Jahr entschlossener gegen das Unrecht von gestern, während sie gleichzeitig Milliardengeschäfte mit antisemitischen Diktatoren abschließen und Israel bei jeder Gelegenheit „Unverhältnismäßigkeit“ vorwerfen, wenn es sich gegen Terroristen zur Wehr setzt„.

Auch das „Schweigen“, von dem Todenhöfer hier spricht, ist Unsinn. Die Medien sind völlig besessen vom Leid der Palästinenser. Doch der Mythos von der „Moralkeule“ gegenüber Israel passt einfach zu gut in sein Weltbild, statt sich um Fakten zu kümmern.

Die Herausforderung unserer Zeit heißt mitzuhelfen, die offenen Wunden im Nahen und Mittleren Osten zu schließen. Durch Sicherheitsgarantien für Israel, zu denen Europa einen robusten militärischen Beitrag leisten muss, aber auch durch Hilfen beim Aufbau eines lebensfähigen palästinensischen Staates. Wir müssen Brücken bauen, keine Mauern. Ein vom Westen geförderter palästinensischer Modellstaat, der das Existenzrecht Israels in gerechten Grenzen anerkennt und sich jeder Form von Terrorismus entgegenstellt, wäre ein wirklicher Neubeginn für den Mittleren Osten, aber auch für das Verhältnis der westlichen Welt zur muslimischen Welt.

Die offenen Wunden im „Nahen und Mittlerer Osten“ liegen also nur an Palästina? Schön wär’s! Die Lösung des Palästinakonflikts ist durchaus wichtig, aber ob Todenhöfer es nun wahrhaben will oder nicht: Der Nahe Osten besteht nicht nur aus Israel und Palästina! Der Mythos von der zentralen Bedeutung des Palästinakonflikts für den Nahen Osten wird von vielen muslimischen Herrschern benutzt, um von innenpolitischen Problemen abzulenken.

Der Westen fördert seit Jahren einen palästinensischen Staat. Die größten Geldgeber der UNRWA (der UN-Organisation für palästinensische Flüchtlinge) sind die USA und Europa! Die arabischen Länder machen weniger als 1% der Spenden aus, obwohl sie dank ihrer Ölgeschäfte nicht unbedingt geizen müssten. Wie wär’s mal mit einem von den Arabern geförderten palästinensischen Staat in „gerechten Grenzen“, anstatt immer nur den Westen um Hilfe zu bitten?

So wie bisher können wir nicht weitermachen. Die „Antiterrorkriege“ gegen die muslimischen Länder Afghanistan und Irak haben mit 700 Milliarden Dollar inzwischen mehr gekostet als der Vietnamkrieg. Allein im Irak geben die USA jährlich mehr als hundert Milliarden Dollar für den Krieg aus, aber weniger als fünf Milliarden für den wirtschaftlichen Wiederaufbau. Kann man angesichts dieser Zahlen wirklich ernsthaft fragen, wie eine erfolgreiche Alternative zur augenblicklichen „Anti-Terror-Politik“ aussehen könnte?

Wir müssen dieses Zahlenverhältnis umdrehen. Wir müssen die muslimische Welt genauso fair und großzügig behandeln, wie wir zu Recht Israel behandeln. Wir müssen dem internationalen Terrorismus endlich die Argumente entziehen.

Die muslimische Welt sollte genauso „fair“ behandelt werden wie Israel? Das würde folgendes bedeuten:

– In der UNO würde so gut wie jeder muslimische Staat, von der Türkei bis Saudi-Arabien, über 200 UN-Resolutionen bekommen. Der UN-Menschenrechtsrat wäre jeden Tag pausenlos beschäftigt, Dutzende Resolutionen gegen muslimische Staaten zu erlassen und einseitige Berichte über Menschenrechtsverletzungen in Auftrag zu geben.

– Muslimische Waren würden weltweit boykottiert werden. Es gäbe etliche Kampagnen mit dem Motiv „Kauft nicht bei OIC-Ländern“.

– Muslime, die im Ausland leben, würden permanent für die Politik der OIC-Staaten verantwortlich gemacht werden. Moscheen müssten ständig von Polizisten überwacht werden, Tausende Muslime würden die Schikanen nicht ertragen und in ein OIC-Land umziehen.

– Es müsste einen eigenen OIC-Fußballverband geben, da sich viele Länder weigern würden, ihre Fußballnationalmannschaften gegen OIC-Länder spielen zu lassen.

– Muslimische Staaten würden ständig das Existenzrecht abgesprochen bekommen. Man würde u.a. feststellen, dass die Gründung der Republik Türkei „eigentlich“ ein Unrecht war, da während dieser Zeit mehr als 2 Millionen Armenier, Griechen, Assyrier, Chaldäer und Aramäer getötet wurden.

– Alle anderen Länder, in denen es Menschenrechtsverletzungen gibt, würden fast komplett ignoriert werden. Die Medien würden jede Woche einen Brennpunkt zu einem Konflikt in einem OIC-Land senden. Aber trotzdem würde ständig behauptet werden, dass die Medien von den Muslimen kontrolliert werden und die „Islam-Lobby“ jede Kritik an Muslimen abschmettert.

– Im Internet würden die wildesten Verschwörungstheorien über Muslime kursieren.

Ist es das, was sie wollen? Wünschen sie das den Muslimen?

Den Satz „Muslime sind genauso viel wert wie Juden und Christen“ sollten sie nicht im Westen aussprechen, sondern in den Ländern, in denen Konvertiten mit dem Tode bedroht werden und fanatische Hetze gegen Juden und Christen alltäglich ist.

Teil 8 folgt bald …

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