Jürgen Todenhöfers Traum wird wahr

Taliban in Herat, Afghanistan

Taliban in Herat, Afghanistan

Die Amerikaner verhandeln mit den Taliban!

Und das hatte der Schindler der Muslime ja schon immer so gewollt. Jetzt hat sich Obama endlich ein Beispiel an ihm genommen, nachdem er in Pakistan eher den gegenteiligen Weg eingeschlagen hatte. Wer weiß, vielleicht hat er ja Todenhöfers Buch „Warum tötest du, Zaid?“ verschlungen und es sich dann anders überlegt.

Hören sie, was Todenhöfer in einem Interview mit der „Cicero“ über Afghanistan zu sagen hatte:

Sie wollen den Taliban das Land wieder überlassen?
Es muss eine Sicherheitskonferenz für die gesamte Region geben. Parallel muss die US-Führung mit der Talibanführung direkt – wenn auch unter Einbindung der Regierung Karzai – verhandeln, so wie es damals in Vietnam Verhandlungen mit der nordkoreanischen Führung gegeben hat. Der Preis, den die Taliban für einen Abzug zahlen müssten, wäre eine Garantie gegen den Aufenthalt ausländischer Terroristen sowie eine Garantie gegen den Opiumanbau.

Mit Verlaub: Wie realistisch ist es, mit den Taliban eine solche Vereinbarung schließen zu können?
Diese Fragen haben Journalisten und Politiker auch gestellt, als Henry Kissinger vorschlug, mit dem Vietkong zu verhandeln. Selbstverständlich kann man mit der Taliban-Führung verhandeln. Aber dazu müsste sich schon der amerikanische Außenminister oder der Verteidigungsminister selbst in Bewegung setzen. Man könnte mit den Taliban auch eine Einigung darüber erzielen, dass Mädchen wieder zur Schule gehen dürfen. In jenen Gebieten, in denen die Taliban bereits heute herrschen, wird das schon tagtäglich praktiziert, wie selbst die „New York Times“ berichtete.

Was indes nichts daran ändert, dass die Taliban Menschen töten, wenn diese sich etwa an freien Wahlen beteiligen.
Die Taliban haben weniger afghanische Zivilisten getötet, als die Nato. In jedem Falle bleibt uns nichts anderes übrig, als mit ihnen zu verhandeln. Was wäre die Alternative?

Kapiert?

Jetzt fehlen nur noch Verhandlungen mit der al-Qaida, dem irakischen Widerstand (zwei völlig unterschiedliche Gruppierungen), Assad, Kim Jong-Il, Robert Mugabe und natürlich der Hamas.

(Nur so zur Klarstellung: Die Taliban waren im Jahre 2010 an 76% aller zivilen Todesopfer in Afghanistan verantwortlich. Für Todenhöfer hat die NATO dann aber einfach eine 24%-Mehrheit.)

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