Jürgen Todenhöfer in Syrien

Kann er Syrien retten?

Kann er Syrien retten?

Kirschen aus Daraa– So heißt Jürgen Todenhöfers neuestes Machwerk über die Vorgänge im Nahen Osten. Er ist nach Syrien gereist und hat die Lage, wie damals im Irak, binnen kürzester Zeit gecheckt. Nun kann er wieder der ganzen Menschheit Tipps geben, wie man noch Schlimmeres verhindern und der Frieden einziehen kann. Seinen Lösungsvorschlag kann man in einem Satz zusammenfassen: „Der Einzige, der das Blatt noch wenden kann, ist Baschar al-Assad. Er muss sich an die Spitze der Reformbewegung stellen“.

Ein herausragender Vorschlag. So hätte Honecker das Problem auch lösen können: Er hätte sich an die Spitze der Montagsdemonstrationen setzen sollen, dann würde es den real existierenden Sozialismus vielleicht immer noch geben.

Dummerweise hat der syrische Geschäftsmann Rami Makhlouf Jürgens Bericht auch gelesen und fand ihn gar nicht prickelnd. Auf die Frage, wie er die Berichterstattung über Syrien im deutschen Raum sieht, antwortete er nämlich:

„Sehr unterschiedlich! Man kann nicht einmal einen Zusammenhang zwischen Grösse eines Mediums und der Qualität seiner Berichterstattung feststellen. Teilweise ist die Berichterstattung auf tiefes Niveau gesunken, vor allem bei den Fernsehanstalten. Andere, Zeitungen und Zeitschriften sowie Radios haben hervorragend berichtet. Ein Bericht aber hat mich schockiert und geärgert: Der deutsche Autor Jürgen Todenhöfer konnte nach Daraa reisen: Er wurde bei seinem Besuch bereits in Damaskus vom Geheimdienst begleitet und manipuliert, doch schien er dies nicht zu bemerken. Er fragte sich nicht einmal, warum er die Kontrollpunkte auf der Strasse nach Daraa so einfach passieren konnte, wo doch sonst Ausländern jeglicher Zugang verwehrt wird. Von Daraa selbst wusste er nichts zu berichten, als dass er billige Kirschen kaufen konnte und einem Geheimdienstchef tief in die Augen geschaut hat. Makaber wirkte das auf die Leser, die am selben Tag sahen und hörten wie die Geheimdienste in mehreren Städten vom Helikoptern auf die Demonstranten schossen. Das syrische Regime hätte keine bessere Propaganda wünschen können“.

Tja, Herr Makhlouf, an Propaganda für arabische Diktatoren ist Jürgen Todenhöfer leider gewohnt.

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