Archive for Juli 2011

Wir sind Palästina!

Juli 5, 2011
Die Palästinenser als die Juden von heute

Die Palästinenser als die Juden von heute

Ein Schiff wird kommen! Nein, eine ganze Flotte! Mit Hilfsmitteln für belagerte, hungernde, sterbende Menschen, um die sich sonst keiner kümmert!

Falls sie dachten, ich rede von Misrata, Hama oder gar Abyei, dann liegen sie falsch. Diese Städte sind zwar belagert, aber eben nicht von Israelis. Das hat natürlich nichts mit Rassismus zu tun. Ok, es klingt irgendwie komisch. Syrische und libysche Araber sind zwar auch Menschen. Gewiss sind sie das. Aber dennoch. Man kann’s nicht mit Worten erklären, dass geht über Worte hinaus. Palästinensische Araber sind irgendwie doch wichtiger als die anderen.

Palästinenser sind wie Eisbären

Niemand weiß so recht, woher Eisbären kommen. Es ist ein wissenschaftliches Rätsel. Sie waren auf einmal da. Genauso wie die Palästinenser. Und genauso wie bei den Palästinensern hört man ständig, dass Eisbären vom Aussterben bedroht sind und man ihnen deshalb dringend helfen muss. Und dass, obwohl genauso wie bei den Palästinensern, die Population der Eisbären sich in den letzten vier Jahrzehnten verfünffacht hat.

Es ist ja in Wirklichkeit so: Nicht die Eisbären oder die Palästinenser sind wichtig, sondern die Ideologie, in dessen Namen man sich für ihre Rettung einsetzt. Bei den Eisbären ist es die Klimareligion, bei den Palästinensern ist es die Israelkritik-Religion.

Allerdings will die Flottille nicht so recht Fahrt aufnehmen. Dafür gibt es einige gute Gründe. Angebliche Sabotage der Schiffe und zeitgenössische Entwicklungen in der Region sorgen dafür, dass die Stimmung irgendwie nicht dieselbe ist wie beim ersten Mal. (more…)

Jürgen Todenhöfer in Syrien

Juli 1, 2011
Kann er Syrien retten?

Kann er Syrien retten?

Kirschen aus Daraa– So heißt Jürgen Todenhöfers neuestes Machwerk über die Vorgänge im Nahen Osten. Er ist nach Syrien gereist und hat die Lage, wie damals im Irak, binnen kürzester Zeit gecheckt. Nun kann er wieder der ganzen Menschheit Tipps geben, wie man noch Schlimmeres verhindern und der Frieden einziehen kann. Seinen Lösungsvorschlag kann man in einem Satz zusammenfassen: „Der Einzige, der das Blatt noch wenden kann, ist Baschar al-Assad. Er muss sich an die Spitze der Reformbewegung stellen“.

Ein herausragender Vorschlag. So hätte Honecker das Problem auch lösen können: Er hätte sich an die Spitze der Montagsdemonstrationen setzen sollen, dann würde es den real existierenden Sozialismus vielleicht immer noch geben.

Dummerweise hat der syrische Geschäftsmann Rami Makhlouf Jürgens Bericht auch gelesen und fand ihn gar nicht prickelnd. Auf die Frage, wie er die Berichterstattung über Syrien im deutschen Raum sieht, antwortete er nämlich: (more…)