Obama und die Schuldenkrise

Obama ratlos?

In letzter Sekunde haben sie sich geeinigt. Eigentlich sollten die USA heute, den 2.August 2011, den Staatsbankrott erklären und damit endlich die Weltherrschaft an China abgeben. Dieses Ereignis muss nun verschoben werden. Wie kam es dazu? Hat Obama wieder die Welt gerettet wie damals als er den Bushismus ein Ende setzte und dafür den Friedensnobelpreis gewann?

Ich habe eine andere Theorie: Es war alles nur Show. Wer glaubt schon, dass die Republikaner und die Demokraten sich so sehr hassen, dass sie den Untergang der USA riskieren? So groß sind ihre Differenzen nun auch wieder nicht. Aber wenn man sich solange Zeit lässt, macht es den Eindruck, als ob beide Seiten bis zuletzt für die Interessen ihrer Wähler gekämpft haben, denn immerhin mussten beide Seiten Kompromisse eingehen.

Es war auch kaum ein „Alleingang“ Obamas, der das „amerikanische Zeitalter“ rettete, beide Seiten haben eine gemeinsame Übereinkunft getroffen. An den entstandenen Problemen war auch nicht nur der Bushismus Schuld. Der amerikanische Schuldenberg stieg seit dem Jahr 2000 von 5 Billionen auf 14,5 Billionen, aber nicht immer auf gleichem Niveau:

„Brauchte also der „böse“ Bush acht Jahre, um die Außenstände von fünf auf zehn Billionen zu erhöhen, schaffte der „gute“ Obama in zweieinhalb Jahren eine Steigerung um 4,5 Billionen. Der eine erklärte die eskalierende Verschuldung mit 09/11 und dem Irak-Krieg, der andere mit der kostspieligen Finanzkrise, Afghanistan und nötigen Sozialprogrammen.

Das alles nährt freilich den Eindruck, dass die USA nicht so sehr von einer „rechtsgerichteten Wirtschaftslehre“ an den Rand der Pleite geführt wurden. Sondern von verantwortungslosen Republikanern und Demokraten. Mit dem feinen Unterschied natürlich, dass ein und dieselbe falsche Handlung dann richtig ist, wenn sie von den „Guten“ durchgezogen wird. Was aber nichts daran ändert, dass sich die Außenstände der USA seit dem Jahr 2000 nahezu verdreifacht (!) haben.

Setzt man die Verbindlichkeiten in Relation zur jährlichen Wirtschaftsleistung, sind die USA derzeit mit 98,3 Prozent verschuldet. Klarerweise könnte man den Spitzensteuersatz von derzeit 31 Prozent anheben, um ein wenig gegenzusteuern. Wer allerdings meint, die Reichen zahlten in den USA ohnehin kaum Steuern, irrt. Das oberste Prozent der Einkommensbezieher vereint rund ein Fünftel aller Einkommen, trägt dafür aber auch 40 Prozent der gesamten Steuerlast.“

Hier noch mal eine Grafik, der den amerikanischen Schuldenberg darstellt. Eine Herausforderung, so unmöglich zu bewältigen ist, dass sie schon wieder typisch für Amerika ist. So, und jetzt können wir uns wieder auf Europas Schulden konzentrieren.

2 Antworten to “Obama und die Schuldenkrise”

  1. Stefan Wehmeier Says:

    Die verspätete Revolution

    „Eigentlich ist es gut, dass die Menschen unser Geldsystem nicht verstehen. Würden sie es nämlich, so hätten wir eine Revolution vor morgen früh.“

    Henry Ford (1863 – 1947) verstand nicht allzu viel vom Geld; dabei hätte er nur „Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld“ (1916) seines Zeitgenossen Silvio Gesell lesen müssen, um alles zu verstehen. Doch dann hätte er sich wohl selbst an der besagten Revolution beteiligen wollen, die allerdings ausblieb und bis heute auf sich warten lässt; weil der „Normalbürger“ aufgrund einer uralten, künstlichen Programmierung des kollektiv Unbewussten unfähig ist, das Geld zu verstehen, und nicht etwa deshalb, weil er dafür „moderne Volkswirtschaftslehre“ studieren müsste. Im Gegenteil: studierte Volkswirtschaftler – sowie Politiker – sind am allerwenigsten in der Lage, das Geld zu verstehen, denn sie leben davon, dass die Volkswirtschaft eben nicht funktioniert, so wie Zahnärzte davon leben, dass viele Menschen ungesunde Zähne haben.

    Nur ein außergewöhnliches Genie wie Silvio Gesell (1862 – 1930) konnte nicht nur den elementaren Fehler im „Geld, wie es (noch) ist“, sondern auch das fehlerfreie „Geld, wie es sein soll“ korrekt beschreiben, ohne die Religion verstanden zu haben! Für alle anderen bedarf es zunächst der „Auferstehung aus der religiösen Verblendung“:

    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/07/die-ruckkehr-ins-paradies.html

    Wer diese „Achterbahnfahrt fürs Gehirn“ hinter sich hat, wird einsehen, dass der kurz bevorstehende, endgültige Zusammenbruch des noch bestehenden, kapitalistischen Systems (globale Liquiditätsfalle nach J. M. Keynes, klassisch: Armageddon) die Voraussetzung dafür ist, dass der allgemeine Glaube an dieses System verloren geht, die Religion überwunden und der eigentliche Beginn der menschlichen Zivilisation, die Natürliche Wirtschaftsordnung (freie Marktwirtschaft ohne Kapitalismus = echte Soziale Marktwirtschaft), verwirklicht werden kann:

    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/07/der-bevorstehende-crash.html

    • arprin Says:

      Ich habe mir zwar nicht alles von deinen Links komplett durchgelesen, aber die Freiwirtschaft ist sicher keine Lösung für die Probleme der Weltwirtschaft. Auch glaube ich nicht an eine Schrumpfung der Weltwirtschaft ab diesem Monat!
      Und: Bist du religiös, Atheist oder bloß Esoteriker?

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