Keine Angst vor der Hölle

Gott bei der Erschaffung Adams

Gott bei der Erschaffung Adams

Vor einigen Tagen hatte ich wieder mal eine Gottesdiskussion. Obwohl mir das eigentlich immer Spaß macht, war es diesmal anders, denn sie endete mit einer „Höllendrohung“. Eine zivilisierte Diskussion wurde somit schlagartig beendet.

Wie ich schon in diesem Artikel gesagt habe, finde ich es ziemlich absurd, dass religiöse Fundamentalisten nach göttlicher Überlieferung glauben, dass alle, die nicht an denselben Gott glauben wie sie, in die Hölle kommen, ganz egal, wie sie sich im Diesseits verhalten haben. Das ist wohl das schlechteste, das Religionen den Menschen überliefert haben: Sie lehrten ihnen nicht, sich moralisch zu verhalten, sondern an sie zu glauben, völlig egal was sie sagen. Taten sind nicht richtig, wenn sie richtig sind, sondern wenn Gott sie absegnet. Mit toleranten oder säkularen Anhängern von Religionen habe ich kein Problem, aber über Fundamentalisten kann ich mich nie genug aufregen.

Die Höllendrohung ist für sie aber notwendig, denn nichts garantiert mehr, das Gläubige gläubig bleiben (und für sie ist Apostasie das Schlimmste aller Verbrechen), als die Angst, in die Hölle zu kommen. Nach dem Koran – der heiligen Schrift der Muslime – wird jeder Nichtmoslem nach seinem Tode in der Hölle auf ewig Eiter trinken müssen und sein Gehirn wird auf ewig geröstet. Ich persönlich würde zwar die Existenz einer Hölle befürworten, aber eben nur, wenn dort nur die „bösen“ Menschen reinkommen (und sie nicht so brutal gefoltert werden)- aber alle Atheisten dorthin deportieren, nur, weil sie nicht an Gott geglaubt haben? Was soll da gerecht sein? Als ob Atheisten alle automatisch ein verbrecherisches Leben geführt hätten. Diese Form der Missionierung hat sogar ein eigenes Argument hervorgebracht, die sogenannte „Pascalsche Wette“.

Knockin‘ on hells door: Die Pascalsche Wette

1.Man glaubt an Gott, und Gott existiert – in diesem Fall wird man belohnt (Himmel – Man hat gewonnen)
2.Man glaubt an Gott, und Gott existiert nicht – in diesem Fall gewinnt man nichts (verliert aber auch nichts)
3.Man glaubt nicht an Gott, und Gott existiert nicht – in diesem Fall gewinnt man ebenfalls nichts (verliert aber auch nichts)
4.Man glaubt nicht an Gott, und Gott existiert – in diesem Fall wird man bestraft (Hölle – Man hat verloren)

Ich glaube nicht an die Hölle, also habe ich auch keine Angst, nach meinem Tod in der Hölle zu rösten. Die Pascalsche Wette ist das beste Argument, mit dem Missionare neue Gläubige gewinnen können: Die Angst der Menschen ist der Vater aller Götter. Ein weiteres typisches Argument ist die göttliche Intervention. Genauso wie Jules in Pulp Fiction glaubte, dass Gott persönlich die Kugeln von ihm ferngelenkt hat, glauben einige, dass Gott ihnen das Leben gerettet hat, wenn sie durch Zufall von einem tödlichen Unfall verschont wurden.

Atheismusfreiheit ist wichtiger als Religionsfreiheit

Ich höre ja immer wieder, dass Atheisten die religiösen Gefühle der Christen, Juden, Hindus und ganz besonders der Muslime respektieren müssen. Gleichzeitig bezeichnen muslimische und christliche Missionare ihren Kult ständig als die „wahre Religion“ (merkwürdigerweise ist der Islam die einzige Religion, die man als „Religion des Friedens“ betitelt. Mich würde mal wirklich interessieren, wie diese Bezeichnung entstanden ist. Weder Christentum noch Judentum bekommen diesen Titel geschenkt. Wenn der Islam eine Religion des Friedens ist, dann bedeutet dass, das wenn- rein theoretisch- der Islam die Welt beherrschen würde, alle Menschen glücklich wären und es keine Kriege oder Unterdrückungen gäbe. Wenn man sich die muslimische Welt anschaut, weiß man, was muslimische Prediger darunter verstehen: eine weltweite faschistische Diktatur nach den Gesetzen des Islams, in der alle Nicht-Muslime beseitigt werden).

Für mich stellt sich die Frage: Warum müssen Atheisten die religiösen Gefühle der Christen, Juden und Muslime respektieren, während es andersrum in vielen Fällen nicht so gehandhabt wird? Die Wahrheit ist, dass man nur dann wirklich glauben kann, wenn es auch erlaubt ist, nicht zu glauben. Religiöse Fundamentalisten erreichen mit ihren Methoden schließlich das Gegenteil von dem, dass sie anstreben: Sie zerstören den Glauben der Menschen und verwandeln ihr Leben zur Hölle statt dem Paradies.

7 Antworten to “Keine Angst vor der Hölle”

  1. American Viewer Says:

  2. American Viewer Says:

    Link 🙂

  3. aron2201sperber Says:

    „l’inferno esiste solo
    per chi ne ha paura.“

    (Die Hölle existiert nur für jene,
    die sich davor fürchten)

    (Fabrizio De Andre)

  4. Adrian Says:

    „Mit toleranten oder säkularen Anhängern von Religionen habe ich kein Problem, aber über Fundamentalisten kann ich mich nie genug aufregen.“

    Mir geht es genau umgekehrt. Denn Fundamentalisten sind innerhalb ihres Weltbildes wenigstens konsequent.

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