Archive for August 2011

2012: Bayern gegen den Kommerz

August 5, 2011
Es ist wieder Zeit für Fußball

Es ist wieder Zeit für Fußball

Heute ist es soweit. Die Bundesliga startet in ihre 49. Saison. Neben dem Bundesliga-Titel und dem DFB-Pokal, die für den FC Bayern immer Pflicht sind, steht in dieser Saison die Champions League in besonderem Focus, denn das Finale findet in München statt. So eine Gelegenheit bekommt man nicht alle Tage. Aber wie groß sind die Chancen auf den Triple?

Saisonvorschau für den FC Bayern

Noch bin ich nicht ganz von Manuel Neuer, Jerome Boateng und Rafinha beeindruckt, aber sie sind denke ich mal alle eine Verstärkung für unsere Abwehr, die seit mehreren Spielzeiten nicht zu den besten Europas gehört. Mit unserer neuen Formation könnten wir endlich wieder zur Spitze Europas vorstoßen. Lahm repräsentiert vor allem als Linksverteidiger schon lange Weltklasse, Boateng soll das Potenzial dazu haben, Badstuber und Breno dagegen eher nicht, aber sie können gehobenen Durchschnitt erreichen. Rafinha hat auf jeden Fall internationale Klasse, möglicherweise kann man ihn auch zu den 10 besten Rechtsverteidigern der Welt zählen. Die Qualität haben wir, jetzt muss sich die Viererkette einspielen, damit der glorreiche FC Bayern wieder als Abwehr-Bollwerk bekannt wird. Es ist wichtig, dass van Buyten, Contento und Pranjic so wenig Spielzeit wie möglich bekommen.

Für ein Bollwerk benötigt man auch einen guten Torwart. Schalke-Verräter und Fußball-Söldner Neuer hat zwar bei Schalke mit guten Leistungen geglänzt, zeigt aber immer noch ab und zu gravierende Unsicherheiten. Hoffentlich war sein Transfer keine Anti-Bayern-Verschwörung wie die Verpflichtung von Klinsmann. Fairerweise muss man sagen, dass man schon eine Schuhgröße von 98 haben muss, um in die Fußstapfen von Oliver Kahn zu treten. Rensing, Butt und Kraft haben es nicht geschafft, Neuer ist der Vierte, der es versucht. (more…)

China 1964, Iran 2011: Der Weg zur aggressiven Annäherung

August 4, 2011

Nixon und Mao auf dem Höhepunkt der Ping-Pong-Diplomatie

Das iranische Atomprogramm schreitet nun schon seit 9 Jahren offensiv voran und die Welt schaut zu wie die Schlange dem Karnickel. Eine Webseite der iranischen Revolutionsgarden (Gerdab.ir) veröffentlichte jüngst einen Text, die fiktive Reaktionen auf einen iranischen Atombombentest beschrieb: “Der Tag nach dem Atombombentest, ein ganz normaler Tag“. Darüber hinaus testete die theokratische Diktatur neue Langstreckenraketen – und erklärte: Diese könnten sowohl US-Stützpunkte in Afghanistan als auch Israel erreichen.

Wie man diese Entwicklung aufhalten könnte, darüber gibt es verschiedene Ansichten. Norman Finkelstein machte den Vorschlag, gar nichts tun, denn wenn Israel oder Pakistan welche haben, darf man sie dem Iran nicht verweigern. Jürgen Todenhöfer will eine Middle-East-KSZE veranstalten, in der alle Konflikte des Nahen Ostens ganz friedlich verhandelt werden. Die sogenannten Bushisten-Neocon-Imperialisten bevorzugen einen harten Kurs mit der „letzten Option“ eines Militärschlags, aber sie haben diese Drohung nie wahr gemacht, da der Irak wichtiger war. US-Präsident Barack Obama träumt von einer atomwaffenfreien Welt, hat die Mullahs jedoch kaum für seine Pläne begeistern können.

Eine kleine historische Reminiszenz ist hier angebracht. Schon einmal standen die USA vor der Herausforderung, ein totalitäres Regime von dem Besitz der Bombe abzuhalten. Und auch hier stand in gewisser Weise der Weltfrieden auf dem Spiel. Die Lösung hieß damals „Ping-Pong-Diplomatie„, benannt nach dem Nationalsport des Landes. Die Amerikaner machten ihrem Todfeind schlicht ein Angebot, dass sie nicht ablehnen konnten. (more…)

Definition von „Islamophobie“ und der Unterschied zur Islamkritik

August 3, 2011

Wann wird Angst vor dem Islam irrational?

Ich habe mich in diesem Artikel mit dem Thema „Antisemitismus“ auseinandergesetzt, nun will ich auch was zum Thema „Islamophobie“ sagen. Man kann beides überhaupt nicht miteinander vergleichen und ich finde, dass viele Linke und Islamverbände den Begriff „Islamophobie“ missbrauchen, um jegliche Kritik an ihrem Weltbild abzuschmettern.

Der Islamismus ist aktuell die totalitärste, tödlichste und intoleranteste Ideologie der Welt und verdient es wie keine andere, massiv kritisiert zu werden. Auch die, die ihn verharmlosen oder gar glorifizieren (Linke, Globalisierungskritiker, rechtsextreme Israelhasser), müssen natürlich kritisiert werden. Doch bei all der Kritik ist es dennoch nicht so, dass Rassismus gegen Muslime „unmöglich“ ist. Jede kleine oder große Gruppe von Menschen kann zum Ziel von Rassismus werden, so auch die Muslime. Auch wenn der Islamismus deutlich mehr Todesopfer fordert als der Rassismus gegen Muslime und Intoleranz in der muslimischen Welt ein wesentlich größeres Problem darstellt als in der westlichen Welt, ist es keineswegs unmöglich, dass „Islamophobie“ existiert.

Um es zu verdeutlichen, hier ein Vergleich: Während und nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Millionen Deutsche Opfer von antideutschem Rassismus. Obwohl diese Verbrechen nicht dieselben Ausmaße hatten wie die des Nationalsozialismus, sind sie geschehen. Rassismus ist aber immer zu verurteilen, egal ob die ethnische oder religiöse Gruppe, die es trifft, zuvor selbst durch Rassismus aufgefallen ist. Ein Blick in einige Ereignisse der Vergangenheit zeigt: Der Islamismus ist zwar eine viel größere Bedrohung als die „Islamophobie“, aber es gab auch viele Fälle von antimuslimischem Rassismus.

In Srebrenica wurden an einem Tag 8.000 Muslime von serbischen Nationalisten getötet. In Indien wurden in den letzten Jahrzehnten tausende Muslime von radikalen Hindus umgebracht, wie im Jahre 1992 nach der Zerstörung der Moschee in Ayodha. Bei all der angebrachten Kritik gegen den die Verbrechen, die in den letzten Jahren im Namen des Islam begangen wurden, sollte man diese Vorfälle nicht einfach unter dem Tisch kehren. Denn kein Unrecht kann durch ein anderes Unrecht ausgeglichen werden. (more…)

Obama und die Schuldenkrise

August 2, 2011

Obama ratlos?

In letzter Sekunde haben sie sich geeinigt. Eigentlich sollten die USA heute, den 2.August 2011, den Staatsbankrott erklären und damit endlich die Weltherrschaft an China abgeben. Dieses Ereignis muss nun verschoben werden. Wie kam es dazu? Hat Obama wieder die Welt gerettet wie damals als er den Bushismus ein Ende setzte und dafür den Friedensnobelpreis gewann?

Ich habe eine andere Theorie: Es war alles nur Show. Wer glaubt schon, dass die Republikaner und die Demokraten sich so sehr hassen, dass sie den Untergang der USA riskieren? So groß sind ihre Differenzen nun auch wieder nicht. Aber wenn man sich solange Zeit lässt, macht es den Eindruck, als ob beide Seiten bis zuletzt für die Interessen ihrer Wähler gekämpft haben, denn immerhin mussten beide Seiten Kompromisse eingehen.

Es war auch kaum ein „Alleingang“ Obamas, der das „amerikanische Zeitalter“ rettete, beide Seiten haben eine gemeinsame Übereinkunft getroffen. An den entstandenen Problemen war auch nicht nur der Bushismus Schuld. Der amerikanische Schuldenberg stieg seit dem Jahr 2000 von 5 Billionen auf 14,5 Billionen, aber nicht immer auf gleichem Niveau:

„Brauchte also der „böse“ Bush acht Jahre, um die Außenstände von fünf auf zehn Billionen zu erhöhen, schaffte der „gute“ Obama in zweieinhalb Jahren eine Steigerung um 4,5 Billionen. Der eine erklärte die eskalierende Verschuldung mit 09/11 und dem Irak-Krieg, der andere mit der kostspieligen Finanzkrise, Afghanistan und nötigen Sozialprogrammen. (more…)

Ungesagtes zu Norwegen

August 1, 2011

Die Vorfälle in Norwegen brachten eine Welle von Reaktionen, von gut durchdachten Kommentaren bis zu peinlichen Anschuldigungen war alles dabei. Eine der guten Reaktionen kam von Pat Condell. Es spricht mir aus der Seele:

Ich habe mittlerweile auch etwas über die Ereignisse in Oslo und Utoya geschriebent, aber einiges blieb noch ungesagt. Deswegen hier noch einige Gedanken zu einigen Aspekten, die mich beschäftigt haben.

1. Die Tatsache, dass das sozialistische Jugendcamp, das Breivik überfallen hat, extrem antiisraelisch und von der Fatah-Jugend besucht wurde, hat für mich eine besondere Tragik. Diese Jugendlichen wurden bewusst indoktriniert (Boykott-Aufrufe und Blockadebruchspiele gehören nicht zu normalen Unternehmungen für ein Jugendcamp, egal welcher politischen Ausrichtung), bevor sie Opfer eines Wahnsinnigen wurden. Besonders tragisch: Einige Jugendliche hielten Breiviks Schießerei für eine „Demonstration“ der israelischen Verbrechen in Gaza. Sie haben sogar versucht, mit Breivik zu reden, dieser schoss daraufhin auf sie.

Die Israel-Besessenheit unserer Gesellschaft zeigt sich auch in einem anderen Fall: Der norwegische Botschafter in Israel fühlte sich dazu gedrungen, eine krude „Klarstellung“ zu verbreiten: Der palästinensische Terror wäre nicht vergleichbar mit dem Breiviks. Die Palästinenser wären in einer anderen Situation, sie würden sich nur „verteidigen“, während Breivik völlig grundlos zum Terror übergegangen sei:

Palestinians, the ambassador told Maariv, “are doing this because of a defined goal that is related to the Israeli occupation. There are elements of revenge against Israel and hatred of Israel. To this you can add the religious element to their actions … We Norwegians consider the occupation to be the cause of the terror against Israel,” he said. “Those who believe this will not change their mind because of the attack in Oslo.

So eine Aussage ist für mich genauso schlimm, als wenn man Breiviks Taten loben würde. Breiviks Ansichten beschäftigten sich nur marginal mit Israel, aber über sie wurde mit am meisten diskutiert. (more…)

Terry Jones, der Koran und die Auswüchse religiöser Toleranz

August 1, 2011

Ein Koran aus Damaskus

Erinnern sie sich noch an Terry Jones? Wahrscheinlich schon, denn im Internet-Zeitalter gibt es wohl keinen leichteren Weg, auf schnellstem Wege Berühmtheit zu erlangen, als öffentlich anzukündigen, den Islam zu beleidigen (Beispiele: Salman Rushdie, Kurt Westergaard, Geert Wilders). Das wusste auch Jones, ein Pastor aus Florida, der im Jahr 2010 angekündigt hatte, am Jahrestag des 11.September öffentlich einen Koran zu verbrennen.

Es funktionierte: Plötzlich war er weltberühmt, und zwar so sehr, dass Puppen von ihm verbrannt wurden und 19 Menschen bei „Unruhen“ getötet wurden, die, so hieß es dann, von ihm höchst persönlich ausgelöst worden waren. Genauso wie ein Zoowärter ein Massaker auslöst, wenn er einen Tiger von seinem Käfig befreit, gingen die Reaktionen der Weltöffentlichkeit in die Richtung, nicht die schuldig zu sprechen, die eigenhändig 19 Menschen umgebracht hatten, sondern dem Pastor, der den Tiger- die leicht zu erregenden radikalen Muslime- losgelassen hatte.

Noch Schlimmeres geschah dann am 20.März dieses Jahres, als Jones seine Ankündigung in die Tat umsetzte und im Geheimen einen Koran verbrannte. Der Vorfall wurde zwei Tage später bekannt- dieses Mal starben 24 Menschen. Und wieder wurde die moralische Verantwortung dafür Terry Jones zugeschoben. Dass er selbst niemanden umgebracht hatte und auch nicht dazu aufgerufen, war jedem klar, aber es spielte keine große Rolle. Der Grund dafür ist das andere Toleranzverständnis, der in der „Islam-Debatte“ vorherrscht. (more…)