Top 10 Zitate aus Jürgen Todenhöfers „10 Thesen“

Jürgen Todenhöfer (Bild: Hydro)

Jürgen Todenhöfer (Bild: Hydro)

Top 10 Zitate aus den „10 Thesen“

Mit den 10 Thesen des Möchtegern-Schindlers habe ich mich bereits eingehend beschäftigt. Für jede einzelne These habe ich als Antithese einen Artikel geschrieben. Manchmal wusste ich gar nicht, ob ich mich wirklich damit beschäftigen oder sie einfach als Realsatire ausstellen sollte. Aber da er und offenbar ein Haufen anderer Leute es ernst meinen, habe ich mich ernsthaft damit beschäftigt. Dass diese Thesen aber doch eher Realsatire sind, möchte ich nun mit einem „Best Of“ seiner Ausführungen zeigen. Aber Vorsicht – wer noch nie seine Bücher gelesen hat, hat sicherlich noch nie eine schlimmere Propaganda gelesen – nicht mal bei Hagen Rether, Jakob Augstein oder Volker Pispers …

10. Wie man die Probleme der muslimischen Welt lösen könnte – mehr Islam!

„Die gemäßigte Mehrheit der Muslime muss die faszinierende Botschaft ihres Propheten Mohammed in die Neuzeit übersetzen und die gesellschaftlichen Reformen fortführen, die dieser unter Einsatz seines Lebens begonnen hatte. Sie muss den vorislamischen Ballast abwerfen, der die Renaissance der muslimischen Zivilisation behindert … Mohammed, Marktwirtschaft und Moderne passen sehr wohl zusammen.“

9. Kurze Biografie von Mohammed:

„Anders als viele muslimische Politiker unserer Tage war Mohammed kein Reaktionär. Er sehnte sich nicht wie diese 400 Jahre zurück. Er war ein kühner, nach vorne blickender, egalitärer Revolutionär, der den Mut hatte, die Fesseln der Tradition zu sprengen. Sein Islam war keine Religion des Stillstands oder des Rückschritts, sondern der Erneuerung und des Aufbruchs. Wenigstens etwas von der Dynamik dieses großen Reformators würde der teilweise in Fatalismus und Selbstmitleid versunkenen muslimischen Welt gut tun.

Mohammed kämpfte mit Leidenschaft für soziale Veränderung, er trat für die Armen und Schwachen ein und – zum Ärger vieler seiner männlichen Anhänger – für eine massive Stärkung der Rechte der Frauen, die in vorislamischer Zeit in fast allen Kulturen nahezu rechtlos waren. Frauenunterdrücker können sich weder auf Mohammed noch auf den Koran berufen.“

8. Über Juden und Israel:

„Seine sittliche Größe erlangte das jüdische Volk nicht durch seine militärischen Siege und auch nicht durch die beeindruckende Zahl seiner Talente. Seine sittliche und Einzigartigkeit erreichte es durch seine Gottesfurcht, seine Weisheit, seinen Humanismus und seine Kreativität sowie durch seinen langen, tapferen und oft listigen Kampf für Gerechtigkeit und gegen Unterdrückung. Dass Israel nach dem Holocaust auch auf Waffen setzt, ist verständlich. Auch die Härte, mit der es legitime Interessen vertritt. Aber Härte ohne Gerechtigkeit ist eine Strategie ohne Perspektive. Wenn das schöpferische Israel nur noch zerstört, zerstört es sich selbst. Israel muss, wie der gesamte Westen, mindestens so viel in Gerechtigkeit investieren wie in Waffen. Die Behandlung der Palästinenser entspricht nicht der sittlichen Größe und Einzigartigkeit des jüdischen Volkes. Gerade als Bewunderer der jüdischen Kultur kommt man an dieser Feststellung nicht vorbei.“

7. Die Lehren des Holocausts:

„Die eigentliche Lehre aus dem Holocaust heißt, dass wir nie wieder tatenlos zusehen dürfen, wenn Menschen unterdrückt, entrechtet und gedemütigt werden. Wir hätten uns für die Juden schon damals einsetzen müssen, als sie noch schwach waren, und nicht erst heute, da sie stark und einflussreich sind. Verspäteter Mut ist der opportunistische Bruder der Feigheit. Es ist schon ein bizarres Schauspiel, das manche westliche Politiker aufführen, wenn sie von Jahr zu Jahr entschlossener und mutiger gegen das Unrecht von gestern „kämpfen“, während sie zum Unrecht von heute schweigen. Man kann auch durch Schweigen schuldig werden.“

6. Wie man die kulturellen Konflikte zwischen dem Westen und der muslimischen Welt lösen könnte:

„Wer Hass und Intoleranz überwinden will, sollte vor allem die eigene Ignoranz besiegen. Jeder hat ein Recht auf eigene Meinung, aber keiner auf eigene Fakten. Wer hindert uns daran, nach Syrien oder in den Iran zu reisen, um uns eine eigene Meinung über diese fremde, angeblich so gefährliche Welt zu bilden? Die Straßen von Damaskus und Teheran sind viel sicherer als die Straßen von New York oder Detroit. Nach einer UN-Statistik kamen in den USA im Jahr 2006 auf 100 000 Einwohner 5,9 Morde. Im Iran lag diese Quote bei 2,93 und in Syrien bei 1,4. Die meisten muslimischen Staaten sind sicherer als die USA, ja sogar sicherer als die Schweiz, die 2,94 Morde pro 100 000 Einwohner zu verzeichnen hat …

Warum beginnen wir mit dem Dialog der Kulturen nicht in unserem persönlichen Umfeld? Warum bauen wir nicht einen Schüleraustausch zwischen muslimischen und christlichen Ländern – vielleicht sogar mit Israel – auf? Warum stöbern wir nicht in der wunderbaren arabischen Literatur …“

5. Über die Gastfreundschaft in der muslimischen Welt:

„Trotz allem sind die Liebenswürdigkeit und Gastfreundschaft, die westlichen Besuchern in orientalischen Ländern noch immer entgegengebracht werden, überwältigend. Ohne Probleme kann man nicht nur im säkularen Syrien, sondern auch im theokratischen Iran religiöse Stätten besichtigen –Kirchen, Synagogen und Moscheen. Die meisten Muslime haben mehr Respekt vor Judentum und Christentum als wir selbst. Trotz Ablehnung der US-Außenpolitik bewundern sie den Westen in vielem. Junge Muslime tragen mit Vorliebe (imitierte) westliche Turnschuhe, Jeans und T-Shirts. Sie wären unter Beibehaltung ihres Glaubens in vielen Dingen gerne wie wir – frei, modern und auf ihre Weise demokratisch. Sie würden auch Amerika gerne lieben, wenn es dieses Amerika, einst der Hoffnungsträger der Unterdrückten der Welt, ohne seine blutige Außenpolitik gäbe …

Anders als bei uns gibt es in der muslimischen Welt das Phänomen „Fremdenfeindlichkeit“ überhaupt nicht. Wir sind diesen Ländern wirtschaftlich und technisch weit überlegen – aber nicht menschlich. In Sachen Nächstenliebe, Familiensinn und Gastfreundschaft könnten wir viel von den Muslimen lernen.“

4. Wie die Muslime zum Terrorismus stehen:

„Die von arabischen Terroristen seit Mitte der 90er-Jahre verübten Anschläge gegen westliche Einrichtungen sind aus deren Sicht eine Antwort auf den nicht endenden „organisierten Raubmord“ des Westens. Sie kosteten, einschließlich der Anschläge auf das World Trade Center, über 5.000 westliche Zivilisten das Leben. Sie sind moralisch völlig inakzeptabel. Der Zweck heiligt nie die Mittel. Die Anschläge auf das World Trade Center wurden daher von allen muslimischen Regierungen, von Syrien und dem Iran, ja sogar von Hisbollah und Hamas, verurteilt. In vielen muslimischen Ländern legten Menschen erschüttert Blumen vor der US-Botschaft nieder.“

3. Über die Hassdemonstrationen in muslimischen Ländern:

„Die muslimische Welt ist ganz anders, als sie von westlichen TV-Medien dargestellt wird, wenn diese uns selbstproduzierte Zerrbilder eines gegen den Westen randalierenden Mobs präsentieren. Im September 2001 zeigten viele TV-Sender nach den Anschlägen auf das World Trade Center jubelnde palästinensische Kinder. Doch die Bilder waren gestellt. Nach Berichten der israelischen Tageszeitung Haaretz hatte man den Kindern Süßigkeiten geschenkt, damit sie vor den Kameras jubelten. Antiwestliche Demonstrationen finden in der arabischen Welt in der Regel nur dann statt, wenn ihre “Spontaneität“ in Zusammenarbeit mit westlichen Fernsehsendern präzise organisiert und inszeniert  wird. Sobald die Kameras abgeschaltet sind, werden die „TV-Demonstranten“ in denselben Lastwagen, in denen sie angekarrt wurden, mit einem „Bakschisch“ wieder nach Hause transportiert.“

2. Über den Antisemitismus von Mahmud Achmedinedschad:

„Es gibt in der Tat jene bösartigen „antizionistischen“, antiisraelischen Äußerungen Ahmadinedschads. In der iranischen Bevölkerung hat diese aggressive Position, die reich an politischer Torheit und arm an geschichtlicher Einsicht ist, jedoch kaum Rückhalt. Selbst die geistliche Führung des Iran hat Ahmadinedschad mehrfach dafür gerügt. Allerdings ist dieser törichte Antizionismus nicht gleichbedeutend mit Judenhass und Antisemitismus. Auch orthodoxe Juden, wie etwa die chassidischen Satmar, lehnen einen israelischen Staat „vor Ankunft des Messias“ ab und nehmen damit eine „antizionistische“ Position ein.“

1. Über Frauenrechte in muslimischen Ländern:

„In manchen muslimischen Ländern ist die „Frauenförderung“ in Teilbereichen weiter fortgeschritten als im Westen. In Ägypten sind 30 Prozent aller Professoren weiblich, in Deutschland nur 10 Prozent. Im Iran sind weit über 60 Prozent aller Studierenden weiblich, sodass nun die Einführung einer Männerquote von 30 Prozent beschlossen wurde. Auch Regierungschefinnen haben in muslimischen Ländern eine längere Tradition als im Westen …

Wir sollten überhaupt mehr vor unserer eigenen Tür kehren: Bis 1957 konnte ein deutscher Mann kraft seines gesetzlich garantierten „Direktionsrechts“ entscheiden, ob seine Frau einen Beruf ausüben durfte. Die Schweizer Männer lehnten bis 1970 das Wahlrecht der Frauen ab – schließlich fordern das Alte wie das Neue Testament die Unterwerfung der Frau unter den Willen des Mannes (vgl. Genesis 3,16 sowie 1 Korinther 14,34f.).“

3 Antworten to “Top 10 Zitate aus Jürgen Todenhöfers „10 Thesen“”

  1. aron2201sperber Says:

    an Todenhöfer habe ich mich auch schon abgearbeitet:

    http://aron2201sperber.wordpress.com/2010/08/08/jorg-der-opportunist-jurgen-der-idealist/

    http://aron2201sperber.wordpress.com/2010/03/08/warum-totest-du-nicht-mehr-zaid/

  2. Mabank Says:

    „Es ist schon ein bizarres Schauspiel, das manche westliche Politiker aufführen, wenn sie von Jahr zu Jahr entschlossener und mutiger gegen das Unrecht von gestern „kämpfen“, während sie zum Unrecht von heute schweigen. Man kann auch durch Schweigen schuldig werden.“

    Da muss ich ihm wirklich zustimmen. Dieser lächerliche „Kampf gegen Rechts“, während das Land langsam im Dschihad versinkt…

  3. Malik Says:

    Hi Mabank,

    du meinst es eher umgekehrt. Kampf gegen die muslime, während sich das braune Netzwerk weiter verbreitet !!!

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