False-Flag-Attacke auf Börsianer

Ein sensationelles Interview:

„Seit drei Jahren habe ich von einem solchen Moment geträumt“. „Ich gehe jeden Abend ins Bett und träume von einer neuen Rezession.“ Denn wenn der Markt zusammenbreche, wenn es einen Crash gebe und man wisse, was zu tun sei, dann könne man damit jede Menge Geld verdienen.

„Den meisten Händlern ist es völlig egal, ob die Wirtschaft in guten Bahnen läuft, ob die Situation stabil ist“. „Unser Job ist es einfach, Geld damit zu verdienen.“

Die Euro-Zone werde zusammenbrechen und die Krise werde unausweichlich in einem großen Zusammenbruch enden. „Die Ersparnisse von Millionen von Menschen werden sich in Luft auflösen“. Dies könnten auch die Regierungen nicht verhindern. Denn: „Nicht die Regierungen regieren die Welt, sondern Goldman Sachs.“

Alessio Rastani ist seit dem Interview bei der BBC am 26. September weltbekannt. Seine Äußerungen sorgten in britischen Medien und im Internet für Empörung. Das Londoner Finanzviertel „LIEBT das wirtschaftliche Desaster einfach nur“, echauffierte sich die „Daily Mail“ auf ihrer Internetseite. „The Independent“ beschrieb Rastani als den „Händler, der den Deckmantel über das, was in dem Bankenviertel wirklich gedacht wird, gelüftet hat“. Die spanische Finanzministerin Elena Salgado bezeichnete Rastani sogar als „verrückt und unmoralisch“.

Aber es handelte sich nicht weder um einen echten Börsianer noch um eine Aktion der berüchtigten Yes Men, sondern um einen Kleinanleger, der nur deshalb dem Interview einwilligte, weil er gerne rede, wie er am Mittwoch der Zeitung „The Daily Telegraph“ bestätigte.

Macht nichts, jetzt ist er das neue Gesicht der Börsianer und der Finanzkrise oder „was am System falsch läuft“. Da wittern Systemkritiker so liebend gerne überall Verschwörungen der „Elite“, aber selbst dürfen sie für einen „guten Zweck“ – der Verteufelung des Kapitalismus – das Volk mit gefaketen Aussagen ihrer Feindbilder verarschen.

2 Antworten to “False-Flag-Attacke auf Börsianer”

  1. aron2201sperber Says:

    bezeichnend, dass es ausgerechnet die BBC, die heilige Kuh des „seriösen Qualitätsjournalismus“, so etwas verbreitet…

  2. American Viewer Says:

    zum dem thema wollte ich auch was schreiben. jetzt muss ich es schon nicht mehr machen. sehr gut.

    den spiegel-artikel zum thema finde ich interessant.
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,788954,00.html

    besonders der vorletzte absatz: die inhaltlichen aussagen von rastani werden nicht in frage gestellt. das sind für den spiegel „banale sätze“, „keine neuigkeit“. es gäbe ja zahlreiche „aussteigerbücher“, die ähnliches zu berichten wissen.

    im letzten absatz ist dann rastani der kronzeuge, der das alles noch einmal bestätigen darf. ein fake zwar, aber das spielt keine rolle mehr. sprachlich sehr geschickt gemacht.

    so einen mann gab es vor ein paar monaten auch in österreich: im standard und im orf. allerdings wurde der damals als „echt“ belassen.

    die medien und die menschen lieben neue protokolle von zion, die ihre theorien „beweisen“, die „alle wissen“

    der deutsch-türke in broders sendung „wusste“ kürzlich auch, dass im wtc an 9-11 keine juden waren. es gibt einfach dinge, die sind in europa „allgemeinbildung“

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