Arabischer Frühling vervollständigt ethnische Säuberungen in der muslimischen Welt

Eine Kirche in Tesqopa, Irak

Anfang des 20.Jahrhunderts lebten Millionen von Christen, Juden und Hindus in den heutigen Staaten Nordafrikas, der Türkei, dem Irak, dem Libanon und Pakistan. Durch den Völkermord an den Armeniern und den Griechen, der Vertreibung der jüdischen Bevölkerung nach der Gründung Israels, der Hindus in Pakistan und der Christen im Irak nach dem US-Einmarsch ist im 20. und 21.Jahrhundert bereits ein großer Teil des Nahen Ostens von nicht-muslimischer Bevölkerung gereinigt.

Im 1932 gegründeten Irak begannen nach kurzer Zeit Massaker von arabischen und muslimischen Nationalisten an den ethnischen und religiösen Minderheiten. Im August 1933, als Hitler seine Diktatur errichtete, wurden in Simele 3.000 assyrische Christen getötet. Im Juni 1941 wurden 800 Juden in Bagdad getötet, nachdem die pro-deutsche Regierung gestürzt worden war. Nach der Gründung des Staates Israels reduzierte sich die jüdische Bevölkerung von 135.000 auf heute weniger als 100. Unter Saddam fanden die arabischen Nationalisten dann Zeit, um ihre eigene Bevölkerung abzuschlachten: Mindestens 182.000 Kurden und 100.000 Schiiten wurden getötet. Nach dem US-Einmarsch begann im Irak quasi ein Bürgerkrieg zwischen Sunniten und Schiiten, die ihre alten Rechnungen aus der Saddam-Zeit beglichen. Währenddessen kam es aber auch zum gezielten Terror gegen Christen. Etwa die Hälfte der christlichen Bevölkerung ist seither geflohen.

Auch in anderen Ländern gab es massive ethnische Säuberungen. Nach der Teilung Indiens in einem hinduistischen und einem muslimischen Teil wurde nahezu die gesamte hinduistische Bevölkerung aus dem muslimischen Teil, dem heutigen Pakistan, vertrieben(in Indien wurden ebenfalls Muslime vertrieben, aber heute leben 160 Millionen in dem Land). In Libanon waren drei Viertel der Opfer des Bürgerkriegs Christen, Hunderttausende sind ausgewandert, nach Europa, Südamerika, Westafrika oder Australien. Der christliche Bevölkerungsanteil sank von 52% auf 30%. In der Stadt Bethlehem in Palästina ist der christliche Bevölkerungsanteil von 60% auf 15% gesunken, in ganz Palästina von 5,3% auf etwa die Hälfte.

Die nigrische Regierung gibt an, dass 224.000 Nigrer seit dem Februar aus Libyen zurückgekehrt sind. Das Land ist mit dieser Flüchtlingswelle überfordert. Schon im März wurde berichtete, dass die Schwarzafrikaner in Libyen in Not sind. Die wenigen Juden, die in dem Land verblieben sind, werden ebenfalls angefeindet. In Ägypten sind seit dem Sturz Mubaraks 100.000 Kopten geflohen. Bis Ende des Jahres sollen es 250.000 sein. Auch Ägypten erlebte in früherer Zeit bereits eine Massenflucht der jüdischen Bevölkerung, jetzt trifft es also die Christen. Schon vor Mubaraks Abgang häuften sich Fälle von Entführungen und Zwangsverheiratungen von jungen Christinnen, in den Medien und sogar in den Schulen wird gegen Christen Stimmung gemacht. Angesichts dieser Entwicklungen ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch in Syrien die christliche Bevölkerung die Flucht ergreift und die ethnische Säuberung der gesamten Region weiter voranbringt.

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