Hekla und Occupy Wall Street: Same Shit, different Assholes

Das Endziel der Linkspartei: Eine neue UdSSR?

Was wollen das Hekla-Empfangskomitee und die Occupy-Bewegung wirklich?

Das Hekla-Empfangskomitee wollte mit seinen Brandanschlägen auf Berliner Züge ein Zeichen gegen die Kriege der Bundesregierung und die Ausbeutung der Dritten Welt durch den Westen setzen. Denn, so heißt es im Bekennerschreiben, „Jeden Tag werden über die Schienen Waffen und Kriegslogistik transportiert. Mit unseren Tickets finanzieren wir dies mit.“

Am 15. Oktober startete die erste offizielle Weltrevolution: Die Occupy Wall Street Bewegung. Zu ihren Zielen gehören laut der Frankfurter Seite der Bewegung neben dem Austritt aus dem Euro und einem Volksentscheid über Euro-Hilfen, was sich ja noch diskutabel anhört, u.a. auch folgendes:

– Das Geldmonopol, das der Staat der Zentralbank übertragen hat, muss abgeschafft werden. Jedes Monopol und jede Planwirtschaft ist zum Nachteil der Bürger und führt zu Misswirtschaft und Verschwendung
– Abschaffung der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Federal Reserve (FED)
– Einführung einer globalen Finanztransaktionssteuer
– Zerschlagung oder Verstaatlichung sogenannter „systemrelevanter“ Banken
– Abschaffung des Zinses und Zinseszinses, die Ursache von Inflation und aller Finanzprobleme
– Kapitalistisches Wirtschaftssystem überwinden, übergehen zur Ressourcenbasierten Wirtschaft

Nun könnte man meinen, dass es sich nur um einige Verrückte oder Verwirrte handelt, die die wahre Ursache der Krise nicht verstanden haben, die von sich behaupten, dass sie 99% der Bevölkerung repräsentieren und das sie nichts mit dem Hekla-Team zu tun haben. Aber wenn man genau hinschaut, gibt es verblüffende Parallelen zwischen beiden Organisationen.

Die Mitglieder des Hekla-Empfangkomitees begründeten ihre Taten nicht nur mit dem Bundeswehreinsatz in Afghanistan, sondern auch mit unsere Wirtschaftsordnung. So heißt es im Bekennerschreiben:

Jeden Tag werden in der europäischen Hauptstadt Geschäfte abgeschlossen, die den Hunger und die weltweite Verelendung verlängern und vergrößern. Während eine Milliarde Menschen hungern wird dazu gepflegt gefeiert.

In der Finanz- und Schuldenkrise scheint die Alternativlosigkeit zum Dogma geworden zu sein. Die Märkte als übermächtiges Gefüge, dessen Vorgaben zu erfüllen alternativlos sei …

Die Hungersnot in Somalia wird als Folge unseres Systems angesehen, obwohl es in Somalia wahrscheinlich weniger Kapitalismus gibt als in Nordkorea. Die „Umverteilung in Form von Piraterie“ und die Plündereien in London werden von den Hekla-Leuten als gerechtfertigt angesehen:

Aber Menschen geben Antworten auf die ihnen vor die Füße geknallten Alternativlosigkeiten. Wenn das Hungern der Menschen in Somalia, wenn eine profitorientierte globale Ordnung alternativlos ist, ist auf der anderen Seite eine Umverteilung in Form von Piraterie die alternativlose Antwort. Wenn soziale Verelendung im Kampf um die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes alternativlos ist, hören die Ausgegrenzten eben auf, ein Recht auf Karriere zu fordern und fangen, wie in London, an zu plündern. Wenn die von westlichen Demokratien gestützten Despoten eine Gesellschaft unterdrücken, dann werden die Plätze besetzt; Sei es in Tunesien oder Ägypten. Oder es wird in Griechenland das Parlament blockiert. In Lampedusa rebellieren die Flüchtlinge gegen ihre Unterbringung in Lagern und in Israel kämpft die Bevölkerung gegen hohe Lebenshaltungskosten und für bezahlbaren Mietraum …

Und zu guter Letzt wird genauso wie bei der Occupy Wall Street die Weltrevolution heraufbeschwört:

München, Frankfurt, Berlin, Hamburg, Stuttgart 21, Paris, Brüssel, Wien, Mailand, London, Zürich, Madrid … lahmlegen! Die Funktionsfähigkeit der Metropolen und die Kriegshauptstadt Berlin bis zum Stillstand sabotieren – bis kein Kriegsgeschäft mehr getätigt wird, kein Befehl mehr erteilt wird, kein Geld mehr mit dem Tod oder der Bedrohung von Menschen verdient werden kann!

Das anarchistische Weltbild der Hekla, die sich nach einem isländischen Vulkan benannt haben, da sie der Ausbruch des Eyjafjallajökull im Jahr 2010, der große Teile des europäischen Verkehrs außer Kraft setzte, inspiriert hat, wird auch von der Occupy Wall Street Bewegung vertreten:

Alle Regionen, Städte und Gemeinden Deutschlands müssen politisch und wirtschaftlich zwingend und bedingungslos unabhängig in Gesetzgebung und Gesetzesausübung sein sowie souveräne Völkerrechtssubjekte sein. Dann werden alle Krisenmeldungen auf wundersame Weise verschwinden und dort hinkommen, wo sie hingehören: in den Papierkorb unserer Geschichte.

Wenn man sich die Slogans der Demonstranten ansieht und sich vor Augen führt, wer sich so alles in den Demonstrationen blicken ließ (Michael Moore, Noam Chomsky, Julian Assange), dann weiß man ziemlich genau, welches üble Ziel diese Bewegung hat.

Es würde mich nicht wundern, wenn Hekla-Mitglieder sich an den Demonstrationen der Occupy Wall Street Bewegung beteiligen. Uns steht möglicherweise ein neuer heißer Herbst bevor.

Was fehlt noch? Ein Lob des Ayatollah natürlich. Dies ließ nicht lange auf sich warten: Der geistliche Führer des Irans prognostiziert den USA angesichts der wachsenden Proteste an der New Yorker Wall Street ein Ende des Kapitalismus. Die Vereinigten Staaten steckten mitten in der Krise, weil „dem amerikanischen Volk das korrupte Fundament offengelegt wurde“, sagte Ayatollah Ali Chamenei am Mittwoch auf einer Kundgebung in der westiranischen Stadt Kermanschah vor Zehntausenden Anhängern. Die Welt stehe vor einer historischen Wende, sagte Chamenei. Seine Rede wurde live im staatlichen Fernsehen übertragen.

Schon im November 2001 hörte man in der Humboldt-Universität folgende Aussage:

Wenn es einen gerechten Krieg gäbe, dann müsste er so aussehen, dass die Wall Street und das Pentagon bombardiert werden.

3 Antworten to “Hekla und Occupy Wall Street: Same Shit, different Assholes”

  1. Bernd Dahlenburg Says:

    Das sind die gleichen Typen, die bei 9/11 mehr oder weniger verhalten gejubelt hatten…

    Dazu Broders Buch:

    http://www.amazon.de/Kein-Krieg-nirgends-Deutschen-Terror/dp/382700442X

    Und meine Rezension aus dem Jahr 2002:

    http://www.amazon.de/review/R10JBDLKSRON26

    • arprin Says:

      Danke für den Buchtipp. Ich habe das Buch noch nicht gelesen, vielleicht bestelle ich es in Zukunft.

      Broder hat sich auch zu der Occupy-Bewegung trefflich geäußert:

      „Das wird kein neues 68! Diese Demos sind die Fortsetzung von Gorleben und Stuttgart 21, von Castorprotest und Ostermarsch. Nachdem all diese Aktionen sich als weitgehend wirkungslos erwiesen haben, soll der Hebel nun bei den Banken angesetzt werden. Die Basis der ,neuen‘ Bewegung sind die Veteranen der vorausgegangenen ,Aufstände‘, Leute, die sich beim Sozialamt die Stütze abholen, um auf dem Heimweg gegen den repressiven Staat zu protestieren. Im übrigen sind die Protestler nicht mal in der Lage, etwas Eigenständiges zu kreieren und müssen ihre Ideen bei dem Land klauen, das sie am meisten hassen: den USA.“

      Eine Stimme der Vernunft.

  2. American Viewer Says:

    Schöner, treffender Artikel. Muss eine Menge Arbeit gewesen sein.

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