Yue Yue- Kein Einzelfall

In China bestürzte vor zwei Wochen der Fall der 2-jährigen Yue Yue die Öffentlichkeit:

Ein Autofahrer überfuhr sie und beging Fahrerflucht. 18 Passanten gingen an dem verletzten Kind vorbei, ohne ihr Hilfe zu leisten. Der Vorfall löste eine Diskussion aus: Sind den Chinesen ihre Mitmenschen so egal? Tatsächlich wäre so eine Diskussion angebracht, denn Yue Yue war nicht der erste Fall, in dem es Chinesen keine Hilfe leisteten, wenn einer ihrer Mitmenschen in Not war. In der Epoch Times wurde im Mai folgendes berichtet:

Die zwischenmenschlichen Beziehungen scheinen nur noch auf Geld zu basieren. Es ist kein seltener Fall mehr, dass schon Geld verlangt wird, wenn man nur mal eben nach  dem Weg fragt. Viele Eltern machen sich Gedanken über passende Geschenke für die Lehrer ihrer Kinder. Bevor ein Patient operiert wird, überlegt er zuerst, wie viel er dem Arzt „spenden“ soll. Sogar beim Retten von menschlichem Leben wird zuerst über Bezahlung geredet.

Im Jahr 2009 sind drei Studenten im Jangtsekiang beim Versuch, einen Jungen zu retten, ums Leben gekommen. Die Fischer vor Ort handelten zuerst einen hohen Preis für die Bergung der Leichen aus und fuhren erst danach los. Aufgrund der landesweiten öffentlichen Empörung über die Zustände in dieser Region geriet die Lokalregierung enorm unter Druck. Die Lösung ist ebenso nutzlos wie lächerlich. Es wurde versucht ein, „Rettungsteam“ von Fischern zu gründen und den Preis für Leistungen, wie zum Beispiel das „Leichenangeln“, zu regulieren.

Eine Woche nach dem Yue Yue von einem Auto angefahren wurde, ist ein weiteres Kind, diesmal von einem LKW-Fahrer, überfahren worden. Der 5-jährige Xiong Maoke wurde von einem LKW-Fahrer überfahren- und das gleich zweimal, weil der Fahrer sicher gehen wollte, dass das Kind tot war, weil das für ihn billiger war als die Krankenhausrechnung zu bezahlen. Auch bei Epoch Times findet sich eine Beschreibung des Vorfalls.

Eine Augenzeugin, Frau Zhang, lief direkt hinter den Kindern als es passierte. „Der LKW fuhr direkt auf sie zu, obwohl sie runter von der Straße waren!“ sagte sie. Zhang erinnert sich, das Kind sei aufgestanden, nachdem er das erste Mal von dem LKW erfasst worden war, um seinen Regenschirm aufzuheben. Aber was sie dann sah, war schockierend: „Der LKW fuhr ein wenig zurück und dann vorwärts und überrollte das Kind mit einem Vorderreifen.” Der LKW fuhr über zehn Meter weiter und hielt dann vor Frau Zhang, die sah, dass der kleine Xiong blutete.

Die Gründe für die mangelnde Zivilcourage hat auch einen anderen, unerwarteten Grund: In der Vergangenheit kam es immer wieder vor, dass die Verletzten ihren Helfer beschuldigten, der Unfall verursacht zu haben. Im Spiegel wird berichtet:

Zu trauriger nationaler Berühmtheit brachte es eine Begebenheit aus dem Jahr 2006 in Nanjing. Ein Mann war hier einer 65-Jährigen zur Hilfe geeilt, die von einem Fahrgast im Bus niedergeschlagen worden war. Später verklagte die ältere Dame ihren Helfer auf 136.419 Yuan (rund 15.480 Euro) und behauptete, er sei derjenige gewesen der sie ausgeknockt habe. Der junge Mann konnte seine Unschuld im Verfahren nicht beweisen und wurde dazu verdonnert, 40 Prozent der Summe zu berappen. Nach einem gerichtlichen Vergleich reduzierte sie sich sein Beitrag später auf zehn Prozent.

Erst im August dieses Jahres gab es in Rugao in der Provinz Jiangsu, einen ähnlichen Fall: Ein Busfahrer half einer 81-Jährigen, die neben einem umgestürzten Dreirad auf der Straße lag. Die Dame erklärte später, der Helfer habe sie umgefahren. Glücklicherweise gab es Aufnahmen einer Überwachungskamera, die seine Unschuld belegten.

Zum Glück gibt es aber auch Vorfälle wie diese.

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