Mauerlügen

Wie die DDR den Mauerbau feierte

Der Jahrestag des Mauerfalls ist ein guter Zeitpunkt, um mit den Mythen, mit denen linksfundamentalistische Ideologie-Ayatollahs wie der jungen Welt, die dieses Jahr den Mauerbau in Nordkorea-Manier feierte, diesen rechtfertigten, aufzuräumen.

1. Die Mauer war eine Folge des Zweiten Weltkriegs

Die Alliierten und die Sowjets hatten verschiedene Systeme, dies führte zur Teilung Deutschlands. Aber der Mauerbau hatte den einzigen Grund, ostdeutsche Flüchtlinge davon abzuhalten, in den Westen zu fliehen. Schuld war also der Sozialismus, der den Menschen nicht denselben Wohlstand ermöglichte wie die freie Marktwirtschaft. In jeder geteilten Stadt, in der diese zwei Systeme nebeneinander existierten, hätte irgendwann der sozialistische Teil eine Mauer errichten müssen, um einen Exodus zu verhindern. Außerdem: Nicht nur die DDR gewährte ihren Bürgern keine Reisefreiheit, der gesamte Ostblock riegelte sich ab. Hatten Polen, Ungarn oder die Tschechoslowakei den Zweiten Weltkrieg begonnen?

2. Die Errichtung der Mauer war „alternativlos“

Rechtfertigt ein politisches Ziel das Einsperren seiner eigenen Bürger? Dürfte Merkel ein Ausreiseverbot über Deutschland verhängen, da das Abwandern von deutschen Fachkräften die Errichtung einer neoliberalen Gesellschaft verhindert? Um die Massenflucht der DDR-Bürger in den Westen zu stoppen, hätte man auch einfach marktwirtschaftliche Reformen durchführen können, um den eigenen Bürgern mehr Wohlstand zu ermöglichen. Aber nein, man wollte am Plan der Errichtung einer sozialistischen Gesellschaft festhalten. Der hat ja dank der Mauer bestens funktioniert: Mehr als 1000 Tote, Zusammenbruch um 29 Jahre verschoben…

3. Die Mauer hat den Dritten Weltkrieg verhindert

Es mag sein, dass die Berlin-Krise ziemlich ernst gewesen ist, aber für die DDR allein hätten die Sowjets wohl keinen Weltkrieg riskiert. Wesentlich ernster war da z.B. die Kubakrise 1962. Die Mauer hätte niemals alleine einen Weltkrieg verhindern können, da die Streitigkeiten zwischen den USA und der Sowjetunion sich auch in vielen anderen Gebieten abspielten, die nichts mit der DDR zu tun hatten.

4. Es gab keinen Schießbefehl

Dann sind also alle Mauertoten an Altersschwäche gestorben? Die Grenzschützer waren bewaffnet und sie erhielten die Anweisung, ihre Waffen auch bereit zu halten. Sie wurden auch nicht rechtsstaatlich belangt, sie waren Mörder im Namen des Staates. Die Angehörigen der Opfer wurden einfach im Unklaren gehalten oder in Sippenhaft genommen. Tja, so war das nun mal im real existierenden Sozialismus.

Die linksfundamentalistischen Ideologie-Ayatollahs wie diese hier verbreiten leider noch viele weitere DDR-Propaganda. Bei Gelegenheit werde ich mich später damit beschäftigen. Solange verweise ich auf die INSM, die sich einige dieser Mythen angenommen hat. Dort erfahren sie z.B., dass in der DDR 11% der Bevölkerung 59% des Vermögens besaßen, dass im Jahr des Mauerfalls Ostdeutsche im Schnitt sechs Jahre früher als Westdeutsche starben und dass es pro 100.000 Einwohner in Ostdeutschland 1989 nur 245 Ärzte gab, heute dagegen 342.

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