Wiedervereinigung zwischen Deutschland und Haiti?

Ein Satellitenbild der NASA aus dem Oktober 2009 zeigt Nordkorea völlig verdunkelt

Nach dem Tod von Kim Jong-Il hat sein mutmaßlicher Nachfolger Kim Jong-Un noch keine Anzeichen einer Reform oder Öffnung gegeben. Die südkoreanische Führung strebt dagegen schon länger eine Wiedervereinigung zwischen dem Norden und dem Süden an. Dafür wurden bereits die Kosten berechnet. Die Regierung machte überdies den Vorschlag, dass nordkoreanische Flüchtlinge von China aus direkt nach Südkorea kommen können. Doch da ist noch ein Problem: Die wirtschaftliche und soziale Situation Nordkoreas ist so katastrophal, dass viele Südkoreaner eine Wiedervereinigung befürchten.

Im Vergleich zu Nord- und Südkorea waren die Unterschiede zwischen BRD und DDR minimal. Die Angst vor der Wiedervereinigung ist im Süden eine politische Inkorrektheit, wird aber von vielen geteilt. Dabei war der Norden bis Ende der 1960er Jahre politisch und wirtschaftlich dem Süden überlegen. Danach begann im Norden ein wirtschaftlicher Zusammenbruch, von dem sich die kommunistische Diktatur bis heute nicht erholt hat. Südkorea stieg in der Zeit von einem Entwicklungsland zu eine der größten Industrienationen der Erde auf und im Jahr 1988 kam es nach Jahrzehnten von Diktatur erstmals zu einer demokratischen Regierung. Die Unterschiede zwischen den beiden Ländern sind kaum zu beschreiben. Anhand einiger Beispiele lässt sich das verdeutlichen.

Einkommen

Südkorea:

Das Pro-Kopf- Einkommen beträgt umgerechnet 20.000 US-Dollar. Anfang der 1960er waren es noch 100 US-Dollar.

Nordkorea:

Das Pro-Kopf-Einkommen beträgt umgerechnet 800 US-Dollar, also um das 25-fache weniger als im Süden. Im Jahr 1990 waren es noch 2.850 US-Dollar.

Ernährung

Südkorea:

Die Südkoreaner sind allesamt wohl ernährt, das Land gehört bei internationalen Hilfen zu den Geberländern.

Nordkorea:

Noch immer herrscht ein sozialistisches Wirtschaftssystem: Die Erträge des kollektiv bewirtschafteten Bodens werden über ein staatliches Verteilungssystem an die Bevölkerung ausgegeben, für die wirtschaftlichen Sektoren gibt es staatlich vorgegebene Produktionspläne. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks waren nach einer Studie der Bundeswehr 80% aller landwirtschaftlichen Maschinen ausgefallen, die Ernte ging um 60% zurück. Mitte der 1990er führte eine gravierende Hungersnot zum Tod von 600.000- 3 Millionen Menschen, genaue Angaben gibt es nicht. Heute kann die Bevölkerung nur mit Nahrungsmittellieferungen ernährt werden, die oft vom verhassten Westen kommen.

Wie groß der Anteil der unterernährten Bevölkerung ist, kann man nicht genau angeben. Der Welthungerindex führt Nordkorea auf Platz 31. Die Welterernährungsorganisation schätzte im Jahr 2005, dass 8 Millionen Nordkoreaner unterernährt sind. Das World Food Programme gab 2004 an, dass 37% aller Kinder unterernährt sind. Im März 2011 schätzte die UNICEF, dass 6 Millionen Nordkoreaner „von Hunger bedroht seien“.

Die gesundheitlichen Folgen der Unterernährung sind überall spürbar. Die Kindersterblichkeit in Nordkorea ist extrem hoch. Laut Amnesty International sind Nordkoreaner im Durchschnitt 13 cm kleiner und 11 kg leichter als Südkoreaner, was durch den Mangel an Vitaminzufuhr verursacht wird. Die Lebenserwartung beträgt in Südkorea 77,9 Jahre, in Nordkorea 66,8 Jahre. Das Militär ist gezwungen, Rücksicht auf diese Umstände zu nehmen: Nach Angaben von dailynk sind die Einstellungsvoraussetzungen eine Körpergröße von 148 cm und ein Mindestgewicht von 48 kg. In den letzten Jahren wurden auch immmer wieder Berichte von Kannibalismus verbreitet, die jedoch schwer zu belegen sind.

Gesundheitssystem

Südkorea:

Die Gesundheitsausgaben machen 6,4% des BIP’s aus. Bereits 1987 etablierte Südkorea im Rahmen einer umfassenden Gesundheitsreform eine allgemeine Krankenversicherung. 1998 waren 97% der Bevölkerung krankenversichert und die restlichen 3% konnten Unterstützungen für medizinische Leistungen in Anspruch nehmen. Die Lebenserwartung der südkoreanischen Bevölkerung hat sich in den vergangenen 40 Jahren um 25 Jahre erhöht, sie liegt höher als in Deutschland.

Nordkorea:

Laut WHO gibt Nordkorea pro Einwohner weniger als 1 US-Dollar für Gesundheit aus. In einem 54-seitigen Bericht im Juli 2010 wies Amnesty International auf die katastrophale Situation des nordkoreanischen Gesundheitssystems hin. Die Krankenhäuser sind unzureichend ausgestattet, Amputationen ohne Narkose und Operationen bei Kerzenlicht sind keine Seltenheit. Die Patienten müssen auf den Betten gefesselt werden, um die Schmerzen auszuhalten. Die hygienischen Zustände sind äußerst prekär. Einwegspritzen sind kaum vorhanden, die Bettlaken sind voller Blutflecken, Infektionskrankheiten breiten sich aus.

Medikamente sind kaum erhältlich, Ärzte verkaufen sie auf den Märkten, um sich was dazu zu verdienen. Weil es kaum Benzin gibt, bleiben die Ambulanzen alle in der Garage- Krankenwagen kennen die Nordkoreaner nur aus dem Fernsehen. Obwohl die ärztliche Versorgung offiziell kostenlos ist, gibt es meistens ohne Bestechung keine Behandlung. Für einfache Beratungen sind bereits Zigaretten, Alkohol oder Essen fällig. Wer kein Geld hat, geht überhaupt nicht mehr zum Arzt, sondern kauft sich Medikamente auf dem Schwarzmarkt. (s. hier, hier)

Infrastruktur

Südkorea:

In Südkorea fahren die modernsten Züge, die Anzahl der Personenwagen sind von 1980 bis 2006 um das 45-fache gestiegen.

Nordkorea:

Das Verkehrsnetz ist auf die Bedürfnisse des Militärs ausgerichtet. Die Straßen Nordkoreas sind legendär: Sie sind sehr breit ausgerichtet, um Militärparaden austragen zu können, aber in der restlichen Zeit sind sie fast vollkommen leer. Oft stehen Ampelmänner- oder Frauen in den leeren Straßen rum und geben Pseudo-Signale an nicht existierende Fahrer. Die Züge sind völlig veraltet und mehr als museenreif, einige stammen noch aus der DDR. Durch den Energiemangel kommt es vor, dass E-Loks auf freier Strecke halten müssen, da die Oberleitung nicht genügend Spannung führt. Manchmal müssen sie mit primitivsten Methoden angetrieben werden.

Eine Studie des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz untersuchte die weltweiten Auswirkungen von Naturkatastrophen im Zeitraum 1997 bis 2006. Insgesamt waren in den 220 untersuchten Staaten und Territorien rund 1,2 Millionen Opfer zu beklagen. Fast 40 Prozent davon entfielen auf einen einzigen und nicht einmal besonders bevölkerungsreichen Staat: Nordkorea. Und das war keineswegs einer ungewöhnlichen Konzentration von Naturkatastrophen auf der koreanischen Halbinsel geschuldet. Vielmehr versagte das Regime massiv und durchgängig, wenn es um vorbeugende Maßnahmen und um das Krisenmanagement nach Naturkatastrophen ging. Zum Teil löste eine verfehlte Politik– wie etwa die systematische Rodung von Wäldern, die zu massiven Überschwemmungen beitrug– solche Katastrophen erst aus. (Quelle)

Energieversorgung

Südkorea:

Südkorea liegt beim Energieverbrauch pro Kopf weltweit auf Platz 19.

Nordkorea:

Strom gibt es tagsüber oft nur für Stunden und am Abend liegt nach Sonnenuntergang selbst die Hauptstadt im Dunkeln. Gerade im kalten Winter wird dies zum existenziellen Problem für die Nordkoreaner.

Bildung

Südkorea:

Die staatlichen Bildungsausgaben betragen 4,6% des BIP’s. Es besteht eine neunjährige Schulpflicht bei kostenlosem Unterricht. Über 30 Universitäten stehen zur Verfügung.

Nordkorea:

Die Zahl der Analphabeten liegt bei nur 2-3%. Die Bildung ist dennoch völlig unzureichend. Ein Großteil des Unterrichts besteht darin, die Heldentaten von Kim Il-Sung und der Partei auswendig zu lernen. Selbständiges Denken wird nicht gefördert. Darüber hinaus gehen viele Kinder völlig unterernährt zur Schule. In der Universität ist es nicht unüblich, dass man für Ernteeinsätze oder zur Vorbereitung für die alljährliche Massenveranstaltung, dem „Arirang“-Festival im Pjöngjanger Stadion 1.Mai (mit 150.000 Zuschauern das größte Stadion der Welt), das Studium unterbricht. Die Mehrheit geht aber gar nicht zur Universität, sondern beginnt ab dem 16.Lebensjahr mit der 3 bis 10 Jahre dauernden militärischen Ausbildung. Mit 1 Million Soldaten (mehr als 4% der Gesamtbevölkerung, in Deutschland gibt es 205.149 Soldaten, was 0,25% der Bevölkerung entspricht) besitzt Nordkorea die fünftgrößte(!) Armee der Welt.

Im ganzen Land soll es 22.000 Kim Il-Sung-Statuen geben. In jedem Zug, jeder Schule, jedem Krankenhaus hängen Porträts der beiden „großen Führer“. Die meisten Feiertage sind ideologisch ausgerichtet, auch der Geburtstag vom neuen Machthaber Kim Jong-Un wurde zum Feiertag erklärt. Die Zeitrechnung beginnt mit dem Jahr der Geburt von Kim Il-Sung 1912. Demnach befinden wir uns also im Jahr Juche 100 („Juche“ ist die offizielle Ideologie des Staatsgründers Kim Il-Sung). Die Propaganda zeigt durchschlagenden Erfolg: Sogar Flüchtlinge zeigen oft noch Bewunderung für Kim Il-Sung und sagen, dass sie beim Tag seines Todes voller Trauer und vollkommen am Boden zerstört waren. Antiamerikanismus wird schon den kleinsten Kindern in Fernsehproduktionen eingetrichtert. Im Januar 2003 wurde eine Propagandakampagne gestartet, die rassistische Kriegshetze gegen die USA verbreitete.

Korruption

Südkorea:

Im Korruptionswahrnehmungsindex 2010 von Transparency International wurde Südkorea auf Platz 39 von 178 eingeordnet und erreichte auf der Skala von 0 (sehr viel wahrgenommene Korruption) bis 10 (kaum wahrgenommene Korruption) einen Wert von 5,4.

Nordkorea:

Nordkorea gilt zusammen mit Somalia (das seit 1991 von verschiedenen Warlords beherrscht wird, die sich gegenseitig bekämpfen) als das korrupteste Land der Welt.

Menschenrechte

Südkorea:

Seit 1988 ist Südkorea eine Demokratie. Im Mai 1980 waren bei Protesten gegen die Regierung in Gwangju etwa 200 Menschen getötet worden.

Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Reisefreiheit sind garantiert. Ein Gesetz aus dem Jahr 1948 verbietet „Propaganda für Nordkorea“, dabei handelt es sich um ein sehr undemokratisches und vage formuliertes Gesetz, dass auch von Menschenrechtsorganisationen kritisiert wird. Demnach darf Nordkorea in der Öffentlichkeit nicht gelobt oder für Nordkorea geworben werden. Im Dezember 2004 saßen laut Amnesty deshalb 9 Menschen in Haft. Wie in allen ostasiatischen Ländern gibt es die Todesstrafe, die jedoch seit 1998 nicht mehr vollstreckt wird.

Nordkorea:

Obwohl im Parlament 3 Parteien vertreten sind, hat die „Partei der Arbeit Koreas“ die alleinige Macht in sich vereint. Am Anfang gab es noch drei Fraktionen innerhalb der Partei: die Koreaner sowjetischer Herkunft, die chinatreuen Koreaner (die Yanan-Fraktion) und die Fraktion von Staatschef Kim Il Sung (Kapsan-Fraktion). Kim Il-Sung ließ bis Ende der 1960er Jahre „Säuberungen“ durchführen, bis am Ende nur die Kapsan-Fraktion übrig blieb. Die „Juche“-Ideologie von Kim Il-Sung wurde zur alleinigen Staatsdoktrin erhoben (sie ersetzte den Marxismus-Leninismus) und ein umfangreicher Propagandakult um die Kim-Familie gestartet. Heute ist Nordkorea mehr eine Kim-Dynastie als eine Einparteiendiktatur.

Das gesamte Land ist von Spitzeln umgeben. Einige Menschenrechtsorganisationen schätzen, dass jeder dritte Nordkoreaner ein Spitzel ist. Es gibt keine Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Versammlungsfreiheit oder Reisefreiheit. Handys und Internet sind verboten, die Medien werden zensiert (Nordkorea rangiert bei Reporter ohne Grenzen auf den vorletzten Platz, nur Eritrea liegt weiter hinten), ausländische Journalisten dürfen das Land nicht betreten. Es werden öffentliche Hinrichtungen abgehalten. Die Christen werden laut der Kirchenorganisation „Open Doors“ nirgendwo schlimmer verfolgt, 70.000 befinden sich in den „Umerziehungslagern“. Ein Fluchtversuch aus dem Land wird mit oft dem Tode bestraft, gemäß einem 1968 geschlossenen Abkommen werden nordkoreanische Flüchtlinge, die in China landen, an Nordkorea ausgeliefert. Seit Jahrzehnten leben ehemals geeinte Familienangehörige getrennt im Norden und im Süden. Tausende südkoreanische und japanische Bürger wurden entführt und nach Nordkorea geschleust. Touristen dürfen zwar das Land besuchen, werden aber auf Schritt und Tritt von zwei regimetreuen „Aufpassern“ begleitet.

Seit seiner Existenz teilt das kommunistische Regime seine eigene Bevölkerung in drei Kategorien ein: Die „Kern-Masse“ von heute etwa 5,9 Millionen Menschen oder 28% der Bevölkerung gilt als verlässlich (z.B. Parteimitgleder, Arbeiter, Kriegshelden usw.). Die „Basis-Masse“, etwa 45%, ist für das Regime steuerbar, aber nicht vollkommen zuverlässig (z.B. ehemalige Händler und Handwerker). Die unterste soziale Gruppe, die „Problem-Masse“, besteht aus Menschen, die als grundsätzlich feindlich gelten– 27% der Bevölkerung oder 5,7 Millionen Menschen (ehemalige Großbauern oder Kollaborateure, Christen, Buddhisten usw.). Die Kategorie entscheidet meistens über den Zugang zu Ausbildung, Beruf und der Vergabe von Lebensmitteln. Es gibt kein Eigentum an Boden und Wohneigentum.

„Volksfeinde“ werden in stalinistischer Tradition in Umerziehungslager eingesperrt. In den letzten Jahren hat Nordkorea, wie Satellitenbilder belegen, diese Lager noch weiter ausgeweitet, aktuell befinden sich 200.000 Menschen in solchen Lagern. Im Land herrscht Sippenhaft, oft werden ganze Familien deportiert. Laut Amnesty International „herrschten in den Lagern die schlimmsten Bedingungen, die die Organisation in den vergangenen 50 Jahren dokumentiert habe“. Am bekanntesten ist das Lager Yodok– der wohl schlimmste Platz auf Erden, das Auschwitz des 21.Jahrhunderts. Flüchtlinge berichten von öffentlichen Hinrichtungen, Menschenversuchen und Gaskammern, in denen ganze Familien bei Experimenten mit Chemiewaffen umgebracht werden. Das US-Komitee für Menschenrechte schätzt, dass seit den 1970ern 400.000 Menschen in den Lagern umgekommen sind. Jedes Jahr sterben etwa 10-20% der Insassen an den Folgen von Hunger, Kälte, Krankheiten- oder Hinrichtungen.

Im Jahr 2007 wurde der Fall von Shin Dong-hyuk bekannt. Er wurde im Lager geboren und existierte offiziell nicht mal. Man hielt es sogar für unnötig, ihn ideologisch zu indoktrinieren- er wusste nichts von Kim Il-Sung oder Kim Jong-Il. Er musste die Hinrichtung seiner Mutter und seines Bruders mit ansehen, seine Nichte wurde vergewaltigt, er selbst monatelang gefoltert (u.a. wurde ihm ein Finger abgetrennt), bevor ihm im Januar 2005 die Flucht gelang.

Behinderte werden in Nordkorea systematisch diskriminiert. Für Behinderte ist es verboten, sich in der Hauptstadt Pjöngjang aufzuhalten oder Kinder zu bekommen. Sie werden in Lager geschickt, werden Opfer von Menschenversuchen oder schon als Säuglinge ermordet. Frauen, die ein Fluchtversuch unternommen haben, werden bei Schwangerschaft zur Abtreibung gezwungen– um die Reinheit der koreanischen Rasse zu bewahren.

Die Angst vor dem Untergang

Kim Il-Sung hatte kurz vor seinem Tod im Juli 1994 einer Wiedervereinigung zugestimmt, doch dann übernahm sein Sohn die Macht. Dieser wollte keine Wiedervereinigung, sondern mit allen Mitteln an der Macht bleiben. Daher strebte er nach Atomwaffen. Im Jahr 1997 führte er die Songun-Politik ein, übersetzt „Militär zuerst“, die seit 2009 zusammen mit der Juche-Ideologie die offizielle politische Linie des Landes ist. Songun bedeutet, dass sich die Wirtschaft des Landes sich hinter die militärischen Bedürfnissen zurückstellen muss, da es eine „imperialistische Bedrohung“ gäbe. Während Hunderttausende an Hunger starben, dachte er nur an das Militär und führte gleichzeitig ein Leben in unermesslichem Luxus. Der Westen war trotzdem auf Dialog aus. Die Entspannungspolitik zwischen dem Norden und dem Süden führte dazu, dass der südkoreanische Präsident Kim Dae-jung im Jahr 2000 den Friedensnobelpreis erhielt. Familienzusammenführungen wurden gefördert, eine gemeinsame Industrieregion in Kaesong errichtet und wirtschaftliche Hilfe angeboten.

Die Situation kühlte sich ab, als George W.Bush zum US-Präsidenten gewählt wurde. Bush setzte Nordkorea auf die „Achse des Bösen“. Am 9.Oktober 2006 meldete Nordkorea den ersten erfolgreichen Atombombentest. Das Kim-Regime befindet sich im Besitz von einigen atomaren Sprengköpfen sowie auch Chemiewaffen, die nicht nur Hunderttausende Menschen im Süden töten, sondern auch einen Großteil Ostasiens und Alaska erreichen könnten. Besorgniserregend ist auch, dass Nordkorea verdächtigt wird, weltweit in Waffengeschäften mit Staaten wie Iran, Syrien, Burma sowie Rebellenorganisationen wie den Taliban oder den Tamil Tigers verwickelt zu sein.

Von 2003 bis 2007 fanden regelmäßig die „Sechsparteiengespräche“ mit Nordkorea, den USA, Südkorea, der Volksrepublik China, Russland und Japan statt, die das Ziel hatten, Nordkoreas Atomwaffenprogramm zu beenden. Diese waren nicht von Erfolg geprägt. Nordkorea konnte dank seines Atomwaffenarsenals die Welt erpressen. Ein erster wichtiger Beschluss war die Abschaltung des Reaktors in Yongbyon im Juli wurde 2007, was als Erfolg der Diplomatie gefeiert wurde. Im Jahr 2008 gewährte man der Welt einen tiefen Einblick in sein Atomprogramm und sprengte den Kühlturm in Yongbyon, als Zugeständnis strichen sie die USA aus der „Achse des Bösen“. Im April 2009 wurden aber alle Gespräche abgebrochen, die UN-Inspektoren aus dem Land geschickt und einen Monat später wieder ein Atombombentest durchgeführt. Die Anlage in Yongbyon wird wieder betrieben. Im Jahr 2010 kam es zu den ersten militärischen Zusammenstößen mit dem Süden seit Ende des Koreakriegs 1953.

Die Nordkoreaner haben nicht nur ihre Atombomben als Druckmittel, sondern auch das Horrorszenario einer massiven Flüchtlingswelle nach dem Ende der Kim-Dynastie. Südkorea und China machen sich sicher Gedanken, was passiert, wenn 10 Millionen Nordkoreaner an ihre Grenzen stürmen. Eine militärische Intervention, um eine Flüchtlingswelle zu verhindern, wäre angesichts des riesigen Waffendepots im Land ziemlich gefährlich. Auch die Gefahr eines Bürgerkriegs ist gegeben. Deswegen sind sie auch an einer Stabilisierung des Landes interessiert. Das nach Kuba letzte vorhandene Relikt des Kalten Kriegs hat nicht vor, einfach so aus der Weltgeschichte abzutreten. Dies könnte, wenn es ganz übel kommt, in eine Katastrophe ungeheuerlichen Ausmaßes führen. Eines Tages wird aber auch Nordkorea endlich frei sein.

8 Antworten to “Wiedervereinigung zwischen Deutschland und Haiti?”

  1. Pirat Vogel Says:

    Da hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen, der vor allem den „Anti-Imperialisten“ gefallen dürfte: „Bush setzte die USA auf die „Achse des Bösen“.“ 🙂
    Ansonsten wie immer ein guter Artikel.

  2. aron2201sperber Says:

    wie immer sehr interessant.

    bei Kuba gibt die Sanktionen der großen Nachbars-Volkswirtschaft als Ausrede für das Versagen des eigenen Systems.

    das fällt bei Nordkorea weg.

    dass es keine Palmen, Rum, Zigarren, 50er Jahre Ami-Schlitten, schöne braune Mädels und somit eine Menge Touristen-Euros gibt, tragen dazu bei ein realistisches Bild einer unverfälschten unabhängigen sozialistischen Volkswirtschaft wiederzugeben

  3. Das unverfälschte Kuba « Aron Sperber Says:

    […] https://arprin.wordpress.com/2012/01/06/wiedervereinigung-zwischen-deutschland-und-haiti/ […]

  4. American Viewer Says:

    Sehr schöner Artikel. Das erste Bild wollte ich auch schon vor ein paar Wochen bringen. Bin aber nie dazu gekommen. Vielleicht wird es ja mal was. Ein Klassiker.

  5. maik Says:

    Antwort der Linken in Deutschland aif diese Thema.Es gab noch nie ein Kommunistisches Land.Na gut-aber gab es etwa auch noch nie Kommunisten?

  6. Art Zylberberg Says:

    lange hält dieses System hoffentlich nicht mehr. Ich hoffe, ich darf den Tag miterleben, and dem Nordkorea sich entweder öffnet oder zusammenbricht.

  7. Yadgar Says:

    Dieses ganze Land ist ein einziges Auschwitz! Jawohl, Auschwitz! Ich frage mich, ob es nicht humaner wäre, Nordkoreas Bevölkerung mit dicht an dicht abgeworfenen Wasserstoffbomben (alle 10 Kilometer eine Bombe von jeweils 20 Megatonnen) zu euthanasieren – bei Zehntausenden Grad innerhalb von Sekundenbruchteilen rückstandslos zu verdampfen dürfte wesentlich schmerzloser sein, als auch nur einen einzigen Tag in dieser KZ-Hölle zu „leben“!

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