Intellektuelle und Terroristen

Jean-Paul Sartre traf im Jahr 1960 den Massenmörder Che Guevara, seiner Meinung nach der „vollkommenste Mensch unserer Zeit“

Erinnern sie sich noch, wie in den deutschen Medien nach dem Massaker in Norwegen Islamkritikern wie Henryk M.Broder eine Mitschuld an der Tat gegeben wurde? In der Franfurter Rundschau sagte Christian Bommarius: „Es wäre demagogisch, Broder und andere deutsche Islamophobe zu geistigen Brandstiftern zu erklären und für Breiviks Verbrechen in Mithaftung zu nehmen. Aber richtig ist eben auch, dass Schriften, wie sie Broder verbreitet, das Entrebillett für den aggressiven Antiislamismus bilden, der nicht nur die deutsche, sondern fast alle europäischen Gesellschaften befallen hat. Spätestens nach den Morden Breiviks empfiehlt sich dringend verbale Abrüstung.“

Dass Henryk M.Broder in keinster Weise ein „Entrebillett für den aggressiven Antiislamismus“ bildet, sondern lediglich notwendige Kritik ausspricht, habe ich in diesem Artikel bereits klargestellt. Das Weltbild einer Person kann gleich sein, aber es muss nicht heißen, dass beide die Anwendung von Gewalt befürworten. Weder Broder noch irgendein anderer seriöser Islamkritiker hat jemals zur Gewalt aufgerufen oder Verständnis für die Taten Breiviks geäußert. Nicht mal der islamophobe, rechtsextreme Blogger Fjordman hat dies getan. Das Weltbild von Breivik ist übrigens keineswegs identisch mit dem von Islamkritikern.

Es gibt aber so manchen Intellektuellen, bei dem das nicht so ist. Manche Intellektuelle zeigen nicht nur Verständnis für Gewalt und Rassismus, sondern rufen auch selbst dazu auf. Dennoch werden sie so gut wie nie als „geistige Brandstifter“ bezeichnet. Bei diesen Intellektuellen handelt es sich meistens um linke, kapitalismuskritische Professoren, Kabarettisten, Modedesigner oder Musiker, die als „Experten“ für alles herhalten müssen. Sie betreiben ihre Terrorpropaganda sogar regelmäßig im deutschen Mainstream.

Claus Peymann über den RAF-Terroristen Christian Klar

„Es war auf jeden Fall nicht so, dass da eine Horde isolierter Desperados aus Mordlust einfach mal herumgeschossen und gebombt hätte. Am Anfang stand ein großer Aufbruch, der den besten Teil der Jugend erfasste, die aus dem Biedermeier der Adenauerzeit ausbrechen wollte. In Berkeley, in Paris, in Prag, überall suchten junge Menschen nach neuen Wegen. Von ihnen sind in diesem Land ein paar Minister geworden, etliche Journalisten und Verleger, wieder andere Theaterleute – und einige sind zu Mördern geworden. Aber nicht – und das ist ein wichtiger Unterschied, der gerne unterschlagen wird – zu gewöhnlichen Mördern, die töten, nachdem sie eine Frau vergewaltigt haben oder die töten, um sich zu bereichern. Diese Terroristen haben getötet, weil sie glaubten, mit ihren Morden etwas gegen die Ermordung von hunderttausenden von Kindern und Frauen in Vietnam tun zu können, weil sie glaubten, etwas gegen das Elend in der Dritten Welt tun zu müssen. Wie Brecht seine Johanna der Schlachthöfe sagen lässt: „Es hilft nur Gewalt, wo Gewalt herrscht…“. Für mich ist Christian Klar deshalb eine tragische Figur.“

Claus Peymann leitet immer noch als Intendant das renommierte Berliner Ensemble (BE).

Hagen Rether über islamistische Terroristen

„Stellen Sie sich vor, hier würden dauernd asiatische Rentner nach Deutschland fliegen, um unsere Töchter zu f…, und die Söhne könnten auch nichts machen, denn die müssen Fußbälle nähen für die asiatische Champions League – da gibt’s doch denn einen oder anderen Vater hier im Saal, der sich einen Sprengstoffgürtel umschnallen möchte.“

Hagen Rether tritt regelmäßig im öffentlich-rechtlichen Fernsehen auf.

Bushido über den 11.September

„Der 11. September, der Tag der Entscheidung,
ich bin dieser Junge über den man laß in der Zeitung,
wenn ich will seid ihr alle tot,
ich bin ein Taliban, ihr Mißgeburten habt nur Kugeln aus Marzipan.
Der 11. 9., der Tag der Verdammnis,
du kannst dich überzeugen falls du ein Mann bist,
ich lass dich bluten wie die Typen aus den Twin Towers,
meine Freunde tragen Lederjacken und sind stinksauer.“

Bushido bekam letztes Jahr den Integrationsbambi.

Wolfgang Joop über den 11.September und die USA

„Ich bedaure nicht, dass das Symbol der Twin Towers nicht mehr steht, weil sie kapitalistische Arroganz symbolisierten… Amerika, das bedeutet neben Freiheit auch Selbstherrlichkeit und Arroganz.“ Die teilweise gewalttätigen Proteste gegen die Globalisierung seien daher „eigentlich Proteste gegen eine weltweite Amerikanisierung.“

Wolfgang Joop leitet die Mode- und Kosmetikfirma Joop. Neben Lagerfeld und Sander ist er der erfolgreichste deutsche Modedesigner.

Volker Pispers über Amerikaner

„Mein Antiamerikanismus ist gar nicht oberflächlich. Ich habe ja gar nichts gegen Amerika, das ist ein wunderschönes Land. Das Problem sind die Menschen, die dort leben… Die Gemütsverfassung des Durchschnitt-Amerikaner ist mit naiv sehr wohlwollend umschrieben. Von der Welt wissen die Amerikaner so gut wie gar nichts. Im Grunde wissen die Amerikaner von der Welt nur eines: Wir sind die Guten. Egal was passiert, es sind immer die Guten.“

Volker Pispers tritt regelmäßig im öffentlich-rechtlichen Fernsehen auf.

Die Sympathie von linken Intellektuellen für totalitäre Regimes ist nichts Neues und auch überhaupt nicht auf Deutschland beschränkt. Der französische Philosoph Jean-Paul Sartre traf sich mit Fidel Castro, Mao Tse-tung und den RAF-Terroristen Baader, äußerte Bewunderung für Che Guevara, Stalin und Pol Pot. Norman Finkelstein bewundert die Hisbollah und der Autor William Blum ist regelrecht stolz, dass Osama bin Laden in einer Videobotschaft für sein Buch geworben hat. Und wenn es um „geistige Brandstifter“ geht: Noam Chomsky wurde in einer Videobotschaft von Osama bin Laden gelobt, der UNA-Bomber wurde vom Apokalyptiker Al Gore inspiriert (ihre Zitate sind kaum auseinander zuhalten) und die Hisbollah wollte Michael Moores Film „Fahrenheit 9/11″ unterstützen.

Die rassistischen und gewaltverherrlichenden Aussagen linker Intellektuelle werden nicht genauso hart kritisiert, wenn überhaupt, wie bei den „Rechtspopulisten“. Denn während nationalistische Ideologien zurecht geächtet werden, ist der Sozialismus noch immer anziehend. Warum, habe ich hier beschrieben. Die Folge: Für die angeblichen „Opfer des Kapitalismus“ zeigt man Verständnis, wenn sie zur Gewalt greifen- es sei denn, es handelt sich um arbeitslose Ostdeutsche, die Ausländer jagen.

Eine Antwort to “Intellektuelle und Terroristen”

  1. American Viewer Says:

    Sehr schöner Artikel.

    Von ihnen sind in diesem Land ein paar Minister geworden, etliche Journalisten und Verleger, wieder andere Theaterleute

    Wenn sogar schon Peymann zugibt, dass es etliche Journalisten sind, dann muss man sich schon langsam fragen, welcher Journalist eigentlich kein Linker ist in diesem Land. Die Liste wird bedeutend kürzer. Der Springer-Verlag und dann wird die Luft dünn.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.


%d Bloggern gefällt das: