Die Zehn Gebote des modernen Antisemitismus

Die Palästinenser als die Juden von heute

Die Palästinenser als die Juden von heute

In den letzten Tagen haben einige offensichtlich antisemitische Gestalten den Kommentarbereich meines Blogs verunstaltet. Ihre Thesen basieren auf den üblichen rhetorischen Tricks der modernen Antisemiten. Diese glauben bekanntlich, wenn man Israel kritisiert, kann es unmöglich Antisemitismus sein. KZ Gaza, Völkermord, Apartheid- alles ist erlaubt, um Israel zu dämonisieren.

Vor einiger Zeit habe ich einen längeren Artikel zum „modernen Antisemitismus“ geschrieben. Bereits eineinhalb Jahre zuvor hatte ein User in einem Forum „Zehn Gebote für die modernen Antisemiten“ formuliert. Ich habe diese ausführlich erläutert. An dieser Stelle seien aber lediglich die ursprünglich formulierten Zehn Gebote dargestellt. Sie könnten direkt aus der PR-Abteilung der Linkspartei oder der iranischen Regierung stammen.

Erstes Gebot – Hebe so oft wie möglich hervor, dass du kein Antisemit bist! Wenn nötig, lass dir eine möglichst dumme Ausrede einfallen, weshalb du nie und nimmer ein Antisemit sein kannst, z. B. weil die Palästinenser schließlich auch Semiten sind oder weil Jesus auch Jude war.

Zweites Gebot – Betone stets, wie schrecklich du den Holocaust findest, dass es jetzt aber wohl genug damit sei! Wie lange soll sich Deutschland, nach all den großzügigen Entschädigungszahlungen, denn noch kollektiv schuldig fühlen?

Drittes Gebot – Denk immer daran, was für ein mutiger, tabubrechender Held du doch bist, weil du Israel kritisierst! Deklariere dich möglichst als Opfer der „Antisemitismus-Keule“. Ziehe aus dem Holocaust die Lehre, dass du nicht tatenlos zusehen kannst, wie die Israelis heute die Palästinenser unterdrücken. Unterdrückung in anderen Regionen dieser Erde ignorierst du geflissentlich, dort sind ja keine Juden am Werk.

Viertes Gebot – Immunisiere dich gegen jede Kritik. Die Massenmedien werden schließlich eh von den „Weisen von Zion“ – Pardon, ich meinte natürlich die „Israel-Lobby“ – kontrolliert, auch wenn statistisch gesehen rund acht Zehntel der gesamten westlichen Nahost-Berichterstattung neutral bis „israelkritisch“ und nur ein Bruchteil tatsächlich pro-israelisch ist.

Fünftes Gebot – Miss mit zweierlei Maß: Selbst das kleinste Vergehen, dessen sich Israel schuldig macht, wiegt immer noch millionenfach schwerer, als das schlimmste von Palästinensern oder Anderen verübte Verbrechen! Verharmlose „Hamas, Hamas, alle Juden ins Gas“-Sprechchöre palästinensischer Demonstranten. Das meinen die doch eh nicht so…

Sechstes Gebot – Denk daran, die Palästinenser sind arme, unterdrückte Wesen! Ihre Terroranschläge auf israelische Schulbusse und Diskotheken sind nur verzweifelte Hilfeschreie. Israel hat kein Recht, sich dagegen zur Wehr zu setzen. Tut es das doch, ist dies nur ein weiterer Beweis für seine aggressive, unversöhnliche Haltung.

Siebtes Gebot – Sei vernichtend in deiner „Israelkritik“: Benutze eine möglichst übertrieben-polemische Sprache, nenne Israel z. B. einen rassistischen, imperialistischen, kolonialistischen, Gottes-, Apartheids- oder was-auch-immer-Staat. Am besten sagst du, dass die Juden den Palästinensern heute dasselbe antun, was die Nazis früher den Juden angetan haben. Benutze Wendungen wie „Westbank-Ghetto“ oder „KZ Gaza“. Das wirkt, und es entlastet dich auch von deinen eigenen Schuldgefühlen gegenüber den Holocaustopfern!

Achtes Gebot – Vergiss auch niemals, dass bereits Israels Entstehung ein schlimmes Unrecht war und es erst dann Frieden mit den Palästinensern geben kann, wenn Israel sich kollektiv und reumütig zu seiner historischen Schuld bekennt.

Neuntes Gebot – Such dir einen „guten Juden“, der auch so „israelkritisch“ ist wie du, z. B. Norman G. Finkelstein, Felicia Langer oder Uri Avnery. Betone dabei stets, dass wenn ein Jude etwas Kritisches über Israel sagt, es ja unbedingt auch stimmen muss. Und ein Jude kann schließlich kein Antisemit sein, gell?

Zehntes Gebot – Vergiss niemals: Im Zweifelsfall ist immer Israel schuld! Mach Israel prinzipiell für alle Übel dieser Welt verantwortlich! Solidarisiere dich mit der Hamas und Hisbollah, nimm an Anti-Israel-Demonstrationen teil, rufe zum Israel-Boykott auf! Gib dich dabei aber stets als „Freund“ Israels aus.

3 Antworten to “Die Zehn Gebote des modernen Antisemitismus”

  1. aron2201sperber Says:

    solidarisiere dich mit den toten Juden Europas

    bekämpfe die lebenden Juden in Israel

  2. Besucher Says:

    Amen!

    Schau wer bald die Bombe hat:
    Mahmud Ahmadinedschad!
    Und wem lässt das keine Ruh?
    Benjamin Netanjahu!

    Bitte stoppe dieses Drama,
    Präsident Barack Obama!
    Denn das wär‘ zuviel Gewerkel
    Für unsere Angela Merkel.

    M.S. Tietze, Kuratorium „Atlantik-Brücke“

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