Nationalismus und Sozialismus

Die Flagge der nationalbolschewistischen Partei Russlands

Christian Ortner fragt sich: Wäre Adolf Hitler heute Occupy-Anhänger? Das ist durchaus möglich, denn der Kapitalismus und die Globalisierung gehören zu den größten Feindbildern der Rechtsextremen. Nicht nur die Linkspartei, auch die NPD will Hartz IV abschaffen und Hedge Fonds verbieten. Es ist aber wichtig, zwischen dem Antikapitalismus von rechtsextremen Nationalisten und den von linksextremen Sozialisten zu unterscheiden.

Die rechtsextremen Nationalisten haben als Ziel die Herrschaft ihrer Rasse/Nation über ein bestimmtes Gebiet, in der ihre Rasse/Nation nicht von anderen Rassen/Nationen “beschmutzt” oder ausgebeutet wird. Aus diesem Grund sind Nationalisten gegen die Globalisierung, denn die Globalisierung brachte die Gastarbeiter, die Anglizismen in der deutschen Sprache und das Outsorcing von Arbeitsplätzen nach China.

Das Hauptziel der Nationalisten ist aber nicht die Diktatur des Proletariats, sondern einzig und allein das Wohlergehen ihrer Rasse/Nation. Die Ideologie der NSDAP kann man nicht als links bezeichnen, nur weil sie gemeinsame Schnittpunkte haben. Ausländische Arbeiter waren den Nazis egal, es ging ihnen nur um deutsches Blut. Dass die Nazis glaubten, dass der Sozialismus das beste Wirtschaftssystem für ihre arisch-germanische Rasse war, ist eigentlich unwichtig, denn dieser Glaube war nur ein Teil ihres Nationalismus.

Sie hätten ihre Meinung in dieser Hinsicht auch ändern und sich in eine Marktwirtschaft umwandeln können, wenn sie glaubten, dass die Marktwirtschaft für das Wohlergehen ihrer arisch-germanischen Rasse besser geeignet wäre. Für die Sozialisten dagegen geht es um nicht um eine Rasse/Nation, sondern um das weltweite Proletariat, egal welcher Rasse/Nation – ein gewaltiger Unterschied zu den Nationalisten.

23 Antworten to “Nationalismus und Sozialismus”

  1. Karl Says:

    Aber beide Ideologien machen das gleiche, sie teilen Menschen in gut und böse auf.

    Im Nationalsozialismus sind die guten die eigene Rasse. Die Bösen oder Schlechten die anderen Rassen.

    Im Sozialismus sind die Guten die Arbeiterklasse. Die Bösen im Sozialismus sind die Reichen und die Klassenfeinde. Ich finde hier ist die Grenze noch willkürlicher da jeder hier als Klassenfeind erklärt werden kann. Man denke nur an die Vernichtung der Kulaken durch Stalin oder den Begriff der Diktatur des Proletariats.

    Grundsätzlich finde ich auch nicht dass man beide Ideologien vergleichen kann aber in ihrer totalitären Gruppenlogik des Hasses gibt es durchaus Ähnlichkeiten

    • arprin Says:

      Jede Ideologie besteht aus der Einteilung von Menschen in gut und böse und jede hat auch Verschwörungstheorien, um das eigene Versagen zu erklären: Nationalismus, Sozialismus, Islamismus usw. Man sollte sie aber dennoch nicht alle in einen Topf werfen und schon gar nicht behaupten, dass die Nazis Linke waren, wie es Ortner tat.

      • Karl Says:

        Ich habe generell große Probleme damit wie die Label links und rechts gebraucht werden. Ich weiß auch nicht in weit diese in der heutigen Zeit noch von nutzen sind.

        Generell bin ich aber der Meinung, dass der Marxismus eine totalitäre Ideologie nicht nur in seiner Umsetzung sondern schon in seinen theoretischen Schriften.

      • arprin Says:

        Natürlich, der Marxismus ist schon in seiner Theorie eine totatlitäre Ideologie. Das habe ich ja auch nie geleugnet.

  2. Aron Sperber Says:

    Hitler war von Jugend an ein großer Fan von Verschwörungstheorien, die in seiner Zeit, die auch vom Untergang alter Ordnungen geprägt war, sehr populär waren.

    http://aron2201sperber.wordpress.com/2012/02/15/wer-alles-hinter-allem-steckt/

    warum sollte ein heutiger Hitler anders ticken?

  3. shaze86 Says:

    Die These, dass die Nazis den Sozialismus nur für sich gewählt haben, weil sie der Meinung waren das Sozialismus das beste System für die arische Rasse ist, halte ich für fragwürdig. Natürlich ist ein nationalistisches Regime in der Lage seine Wirtschaft zu öffnen (z.B. Taiwan), aber das versucht aktuell selbst das kommunistische Kuba.

    Die Nazis würden zu jeder Zeit den Sozialismus als System wieder wählen, da sie als Zielgruppe den Durchschnitts-Arier haben und der ist nach ihrer Vorstellung ein Arbeiter.
    – Also meiner Meinung nach greift, der Sozialismus und der Nationalismus eben doch ineinander über. Wobei ich nicht den Eindruck loswerden kann, dass die Nazis von den Sozis vieles anschauen und dann kopieren. Zum Beispiel kopieren die Neonazis nun das aussehen der Linksextremen (Kapuzenpulli statt Bomberjacke).

    • arprin Says:

      Die Nazis wollten aber nur für ihre Arier ein sozialistisches Wirtschaftssystem, das ist der Unterschied. Die Nicht-Arier konnten ruhig ausgebeutet werden. „Echte“ Sozialisten träumen von einer weltweiten Diktatur des Proletariats und schauen dabei nicht auf Rassen oder Nationen. Ein entscheidender Unterschied zwischen den beiden Ideologien.

      Dass Nationalismus und Sozialismus so oft Hand in Hand gehen ist ja kein Wunder. Ich habe es im Artikel erklärt: „die Globalisierung brachte die Gastarbeiter, die Anglizismen in der deutschen Sprache und das Outsorcing von Arbeitsplätzen nach China.“

      • shaze86 Says:

        Mal eine Gegenfrage: Würden die Nationalisten jemals den Liberalismus und die Multikulturelle Gesellschaft als System für ihre Herrenrasse als ideales Gesellschaftssystem empfinden?

      • arprin Says:

        Das ist doch ein Widerspruch in sich: Multikulit bedeutet doch, dass die arische Rasse „beschmutzt“ wird.

      • shaze86 Says:

        Also gibt es in der nationalistischen Ideologie Kriterien nach denen geurteilt wird.

        Also ich bin immer noch davon überzeugt, dass der Sozialismus, bzw. genau genommen eine abgewandelte Form des Sozialismus, ein fester Bestandteil der Nationalsozialisten ist und das man teilweise nicht zwischen beidem unterscheiden kann.
        Du hast recht, wenn du sagst, dass sie verschiedene Ziele haben.

        Hitler hat den Ostblock aushungert um Arier dort anzusiedeln.
        Stalin hat den Ostblock aushungert um die Länder zu industralisieren.
        So What?

        Sind die Nazis eher bei der CSU, weil die CSU national ist, oder sind die Nazis eher bei der Linken, weil die Linke sozial ist?

      • arprin Says:

        Keiner von beiden ist „besser“ als der andere. Das habe ich doch schon oft in früheren Artikeln klargestellt.

        Dieser Artikel war eigentlich nur als Kritik zu Ortners „Die Nazis waren Linke“- Artikel gemeint.

      • shaze86 Says:

        OK. Zuletzt noch ein Beitrag zur Debatte:
        http://www.fr-online.de/meinung/kolumne-zur-steinbach-debatte-wie-links-war-die-nsdap-,1472602,11584232.html

  4. American Viewer Says:

    Ich kann deinem Artikel nicht zustimmen, denn du vergleichst Gleiches nicht mit Gleichem. Wenn du Rassismus besprichst, sollte man den Rassismus beider Systeme vergleichen. Das gleiche gilt für Nationalismus, für die Wirtschaftssystemse usw. usw.

    Für die Sozialisten dagegen geht es um nicht um eine Rasse/Nation, sondern um das weltweite Proletariat, egal welcher Rasse/Nation- ein gewaltiger Unterschied zu den Nationalisten.

    Dein Fazit ist so ein Beispiel. Das ist ein künstliches Gegensatzpaar, dass es in der Wirklichkeit gar nicht gibt. Es gibt internationale Sozialisten und es gibt nationale Sozialisten. Es gibt sozialistische Nationalisten und es gibt kapitalistische Nationalisten.

    Du fällst aus meiner Sicht auf einen ganz, ganz alten Trick der Marxisten herein.

    Guck doch mal nach Venezuela und schau dir denn rassistischen Panamerikanismus von Chavez an. Garniert mit antisemitischen Verschwörungstheorien, die immer bestens ankommen bei den meisten Sozialisten. Guck dir die Politik der Chinesen an, die ganz klar Han-Chinesen bevorzugt. Guck dir die Nordkoreaner an und lies Christopher Hitchens zweiseitigen Slate-Artikel „A Nation of Racist Dwarfs„. Hitchens ist ein alter Marx-Kenner, der weiß von was er spricht. Guck dir Marx Schrift „Zur Judenfrage“ an oder die Politik der UdSSR.

    Nationalismus und Sozialismus sind kein Gegensatzpaar wie dein Artikel insinuiert. Nationalismus ist auch per se nichts Schlechtes. Sozialismus auch nicht. Es kommt immer darauf an, was man darunter versteht.

    Die Wirtschaftspolitik der Nazis war auch kein Sozialismus im marxistischen Sinne, sondern sie war stark an Keynes orientiert.

    • arprin Says:

      Es ging mir in dem Artikel nur darum, klarzustellen, dass die Nazis keine Linke waren, wie es Ortner in letzter Zeit behauptet hat.

      Natürlich gibt es Rassismus auch bei Sozialisten. Aber wenn man Ortners Logik folgt, könnte man sie einfach zu Rechten erklären (Einige machen das ja auch, wie in Robert Kurz‘ „Schwarzbuch Kapitalismus“, in dem Stalin zum (Staats-)Kapitalisten erklärt wird).

      Für mich macht es moralisch keinen Unterschied, ob jemand einen anderen Menschen tötet, um eine „Umverteilung“ zu erreichen, oder ob er damit „Rassenreinheit“ herstellen will. Es ist keine Verharmlosung, unterschiedliche Motive festzustellen. Sonst könnte man ja einfach alle Ideologien zu einer einzigen erklären und zwischen Nationalisten, Sozialisten und Islamisten keinen Unterschied mehr machen.

      „Es gibt sozialistische Nationalisten und es gibt kapitalistische Nationalisten.“- Ja, aber das wichtige bei Nationalisten ist, dass sie Nationalisten sind. Welches Wirtschaftssystem sie für gut halten, spielt eigentlich keine Rolle und macht sie nicht zu Linken, wie Ortner suggeriert. Links und nationalistisch zu sein ist praktisch unmöglich. Siehe dieses Beispiel: Linke Autonome wollten Arabern und Türken in Neukölln verbieten, während der WM Deutschlandfahnen zu schwengen.

      „Nationalismus ist auch per se nichts Schlechtes. Sozialismus auch nicht.“ Da verwechselst du vielleicht Nationalismus mit Patriotismus. Und wann kann Sozialismus was gutes sein?

      PS: Ich falle nie auf Tricks von Marxisten herein.

      • American Viewer Says:

        Da verwechselst du vielleicht Nationalismus mit Patriotismus.

        Nope. Deutsche machen nur offenbar gerne dort sprachliche Unterschiede, wo real keine bestehen. Wie ist denn Deutschland entstanden? Durch Anti-Nationalismus? Wie kam es zur amerikanischen und zur französischen Revolution? Ging da ein Hippie auf die Straße und hat eine amerikanische Flagge verbrannt?

        Nationalismus führte zu guten Dingen und zu schlechten. Zur modernen Demokratie und zu Nationalstaaten und wenn man streng den Finger in die Wunde legen will: Zu Völkermorden und zum Holocaust. Wer Nationalismus aber generell diffamiert, ist aus meiner Sicht geschichtsvergessen. Viele Europäer glauben offenbar heute sie könnten ihre nationale Identität abschneiden wie einen lästigen Zopf. Diese Geschichtsvergessenheit macht Europa aus meiner Sicht so anfällig für EU-Zentralismus, Kulturrelativismus und gewisse totalitäre Ideologien. Good luck with that.

        Links und nationalistisch zu sein ist praktisch unmöglich.

        Das finde ich bemerkenswert. Du ignorierst einfach meine Beispiele von Chavez bis Nordkorea. Ich könnte auch noch die Taten und Worte von Lenin, Mao bis Pol Pot anführen. Aber das scheint dir alles egal zu sein. Du guckst nicht über deinen deutschen Tellerrand hinaus. Du bringst mir ein Beispiel von irgendwelchen deutschen Autonomen und das ist dann ganz im Ernst dein Beispiel für: „Links und nationalistisch zu sein ist praktisch unmöglich.“ Solche Dinge höre ich allerdings von Deutschen öfters. Also mach dir keine weiteren Gedanken.

        Ortners “Die Nazis waren Linke”- Artikel

        oder

        dass die Nazis keine Linke waren, wie es Ortner in letzter Zeit behauptet hat.

        Du verdrehst aus meiner Sicht den Artikel von Ortner in unzulässiger Weise. Ortner sagt es bestehen „verwandtschaftliche Verhältnisse“ zwischen Nazis und Linken. Nicht mehr und nicht weniger. Diese Verwandschaften benenne ich auch schon lange.

        Ich weiß, dass die Deutschen diese Verwandtschaft vehement bestreiten. Auf diesem Gebiet haben die Linken, gerade in Deutschland, einen totalen propagandistischen Sieg errungen. Bis heute. Viele Deutsche lassen sich von dieser Sichtweise auch nicht durch Argumente abbringen, das ist mir schon klar. Man fällt ja „nie“ auf solche Tricks herein.

      • arprin Says:

        Aha, jetzt sind also nicht nur die Nazis, sondern auch ich Linker, wie alle Deutschen?

        Ich will meine Identität aber gar nicht abschneiden wie ein Zopf, ich bin stolz auf Deutschland, viel mehr als die Deutschen ohne Migrationshintergrund. Unter Nationalismus verstehe ich was anderes als unter Patriotismus, das ist alles.

        Ich bin nicht anfällig für EU-Zentralismus, Kulturrelativismus und gewisse totalitäre Ideologien. Ich dachte, du hättest das nach den Monaten, die du mein Blog besuchst, auch gewusst.

        „Good luck with that.“ Good luck mit Obama bis 2016.

        „Solche Dinge höre ich allerdings von Deutschen öfters. Also mach dir keine weiteren Gedanken.“ Nö, warum auch.

        „Ortner sagt es bestehen “verwandtschaftliche Verhältnisse” zwischen Nazis und Linken.“ Nein, Ortner zitierte u.a. den Hitler-Biografen Joachim Fest: „Manche gute Gründe sprechen dafür, dass der Nationalsozialismus politisch eher auf die linke als auf die rechte Seite gehört.“

        Es gibt sicher auch Sozialisten, die eine nationalistische Politik verfolgten. Aber dieser gehört eigentlich nicht zum ideologischen Kern der Sozialisten.

        „Diese Verwandschaften benenne ich auch schon lange.“ Ja, das tue ich auch. Aber ich mache aus Hitler keinen Linken.

        „Ich weiß, dass die Deutschen diese Verwandtschaft vehement bestreiten. Auf diesem Gebiet haben die Linken, gerade in Deutschland, einen totalen propagandistischen Sieg errungen. Bis heute. Viele Deutsche lassen sich von dieser Sichtweise auch nicht durch Argumente abbringen, das ist mir schon klar. Man fällt ja “nie” auf solche Tricks herein.“

        Ganz ehrlich, glaubst du wegen dieses Artikels, das ich auf einer Stufe mit Jakob Augstein, Jürgen Todenhöfer und Margot Käßmann bin?

  5. Karl Says:

    Mich ärgert seit längerem die Verwendung der Label „links“ und „rechts“. Während alles „rechte“ verteufelt wird und im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus gestellt wird („Kampf gegen Rechts“) wird das Label „links“ fromm wie eine moralische Monstranz vor sich her getragen.
    Ich hoffe es würde den meisten Linken einmal bewusst werden wieviel destruktives Potential auch die Forderung nach radikaler Gleichheit in sich trägt.

    • arprin Says:

      Ein guter Artikel dazu in der FAZ:
      Politisch fängt dieses Land ganz links außen an und hört dann schlagartig in der Mitte auf. Denn „rechts“ ist in diesem Land, dahin haben es die Linke und die sich unermüdlich an jeder „Kampagne gegen rechts“ beteiligende Union gebracht, zu einem Synonym für rechtsradikal und rechtsextrem geworden. Was früher rechtsradikal oder rechtsextremistisch genannt wurde, heißt jetzt oft nur noch rechts: „die rechte Gewalt“, „der rechte Terror“, „die rechte Szene“. Mit rechtem Terror sind dabei natürlich nicht die Manieren von Ronald Pofalla gemeint.

      Dass die Linke die Gleichsetzung von rechts mit rechtsextrem als weiteren Triumph ihres Bestrebens feiert, die Grenzen des Korridors gerade noch erlaubter Meinungen enger zu ziehen, ist leicht zu verstehen.

      Wo aber sind die Mahner, die sonst jede Relativierung geißeln? Und warum macht die mittige Mitte begeistert mit bei der Vergrößerung der politisch-rhetorischen No-go-area auf ihre Kosten? Erkennt denn niemand die Gefahr? Ohne volldemokratische rechte Pufferzone fängt rechts von Angela Merkel doch gleich der Extremismus an.

  6. American Viewer Says:

    Was ich auch noch lustig finde. Du sagst Dinge wie:

    Links und nationalistisch sein, ist praktisch unmöglich.

    Und als Bild für deinen Artikel wählst du dann konsequenterweise die Flagge der Nationalbolschewistischen Partei Russlands.

  7. American Viewer Says:

    Unter Nationalismus verstehe ich was anderes als unter Patriotismus, das ist alles.

    Begriffsdefinitionen sind an solchen Stellen hilfreich. Man kann natürlich sagen das Entstehen der Nationen war „Patriotismus“ und alles Schlechte am Patriotismus, das ist dann „Nationalismus“. Scheinbar gehst du in eine solche Richtung, aber das kann ich ja nicht hellsehen.

    Ich kann mich nur wiederholen. Du unterstellst Ortner Dinge, die er gar nicht gesagt hat. Ich fasste Ortners Position mit seinen eigenen Worten zusammen. Noch einmal: Ortner sagt es bestehen “verwandtschaftliche Verhältnisse” zwischen Nazis und Linken. Nicht mehr und nicht weniger.

    Daraufhin sagst du:

    Nein, Ortner zitierte u.a. den Hitler-Biografen Joachim Fest: „Manche gute Gründe sprechen dafür, dass der Nationalsozialismus politisch eher auf die linke als auf die rechte Seite gehört.“

    Ich sehe nicht wie das meiner These widerspricht. Manche gute Gründe sprechen dafür, dass die Nazis Linke waren. Das steht nicht alle, da steht nicht meiste, das steht nicht über 50%, das steht manche.

    Das ist ein so offensichtlich richtiger Satz, da frage ich mich schon was an diesem Satz falsch sein soll oder wie dieser Satz deine verdrehte These belegen soll, die da lautet: Ortner sagt „Die Nazis waren Linke“.

    (Dass du gar nicht Ortners eigene Worte zitierst, sondern einfach nur Fest wie er von Ortner zitiert wird, das lasse ich jetzt mal nachsichtig beiseite. Aber das geht natürlich auch nicht).

    Aus meiner Sicht haben die Nazis die schlimmsten rechten und die schlimmsten linken Eigenschaften vereint. So kann man Ortner auch verstehen. Ich sehe aber absolut nicht wie man Ortner so einseitig verstehen kann wie du das machst.

    Nichts für ungut. Ich sag‘ zu dem Thema jetzt nichts mehr.

  8. Besucher Says:

    http://www.sezession.de/30039/war-der-nationalsozialismus-links.html

  9. Besucher Says:

    Daraus der wichtigste Satz:

    „Rechts waren also die Ziele; die Mittel waren links.“

  10. Franz Schuh Says:

    DIe Nazis haben sich selbst als Sozialisten gesehen. NSDAP heißt ja nationalSOZIALISTISCHE deutsche ARBEITERPARTEI. Göbbels bezeichnete sich in seinen Tagebüchern selbst als „deutschen Kommunisten“ und aus Hitlers Feder stammt folgendes Statement:

    „Wir sind Sozialisten und Feinde, Todfeinde des derzeitigen kapitalistischen Wirtschaftssystems mit seiner Ausbeutung der wirtschaftlich Schwachen, mit seinen ungerechten Löhnen, mit seiner unmoralischen Bewertung von Personen nach Wohlstand und Geld anstatt nach Verantwortung und Leistung, und wir sind entschlossen, dieses System unter allen Umständen abzuschaffen!“

    In diesem Zitat ist sogar ein klassenkämpferisches Moment ablesbar. Aber es geht noch weiter. Das Feindbild der Nazis war das liberale Bürgertum, auch das verbindet sie mit dem Linken. Auch viele praktische Ausprägungen beider Ideologien waren ident, angefangen von Kinderindoktrinierung (Kindergarten, Schulen) über Personenkult bis zum Gulag bzw. KZ. Dass es Unterschiede zwischen den Ideologien gab und gibt, streitet niemand ab. So ist der Rassismus und Nationalismus ein kennzeichnendes Element der nationalsozialistischen Ideologie, das der Sozialismus nicht aufweist. Diese Differenzen erscheinen aber im Gesamtzusammenhang marginal und erlauben keineswegs, einen prinzipiellen Unterschied zwischen den beiden Ideologien zu konstruieren.

    Warum nennen sich die Nazis selbst Sozialisten, wenn sie angeblich keine sind? Das ist absolut unlogisch. DIe unbequeme Wahrheit besteht doch darin, dass die politisch doch sehr einflussreiche Linke sich von ihrer Schwesterideologie abgrenzen möchte, indem sie einen Unterschied postuliert, der in Wahrheit nur in Marginalien besteht.

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