Hollandes wahrer Gegner

Das Endziel der Linkspartei: Eine neue UdSSR?

Hollandes Endziel: Eine neue UdSSR?

Nun ist es endlich soweit: Der französische Präsidentschaftskandidat François Hollande hat angekündigt, wie er Frankreich retten will: Mit einem Spitzensteuersatz von 75% für alle Einkommen über 1 Million Euro. Das geht seinem Mitbewerber Jean-Luc Mélenchon noch nicht zu weit: Er fordert einen Steuersatz von 100% für alle Einkommen, die über 360.000 Euro pro Jahr liegen. Hollande liegt momentan in Umfragen klar vor Sarkozy. Er plant nicht nur eine Reichensteuer, er will auch Sarkozys Sparprogramm beenden und die Schuldensperre aufkündigen sowie das Renteneintrittsalter absenken.

Hollande sagte bei einer Rede am 22. Januar:

Ich werde euch sagen, wer mein wahrer Gegner ist. Er hat keinen Namen, kein Gesicht, keine Partei, er wird nie kandidieren und deshalb nie gewählt werden, und doch regiert er: Dieser Gegner, das ist die Finanzwelt. Vor unseren Augen, innerhalb von 20 Jahren, hat sie die Kontrolle über die Wirtschaft, die Gesellschaft und sogar über unser Leben an sich gerissen.

Sein Kampf gegen die „Finanzwelt“ hat das Potential, Frankreich zu zerstören. Eine Abwanderung der Spitzenverdiener, massive Verschuldung, Herabstufung bei den Ratingagenturen und schließlich Bankrott oder Rettungspaket. Hollande ist eine Gefahr für Europa. Und das alles, weil er die „Finanzwelt“ bekämpfen will. Mit welchem Recht? Ist die „Finanzwelt“ wirklich Schuld an der gegenwärtigen Krise? Steckt Europa in einer globalisierten, neoliberalen Privatisierungshölle des Raubtierkapitalismus?

Das Gegenteil ist der Fall. Der Staat reißt immer mehr Vermögen an sich. Die Staatsquoten in den meisten westlichen Ländern erreichten im vergangenen Jahrzehnt historische Rekordmarken, ob Frankreich mit 56%, den USA mit 43% oder Deutschland mit 46%. Ein Blick nach Deutschland zeigt: Noch nie hat die Bevölkerung mehr Steuern gezahlt als heute – mehr als 500 Milliarden Euro jährlich. Während die Staatsausgaben vor 100 Jahren nur 10% und vor 50 Jahren 30% der Wirtschaftsleitsung ausmachten, sind es heute fast 50%. Deutschland ist heute so sozialistisch, wie es sich vor 20 Jahren nur die extreme Linke erträumt hätte.

Wer die Krise bekämpfen will, sollte den überbordenden Staatsinterventionismus bekämpfen. Die Medien vermitteln den Eindruck, als seien die Banker, Ratingagenturen, der Kapitalismus, also die Reichen Schuld an der Krise. Der Spiegel berichtet heute: Reiche Menschen sind unmoralischer als andere. „Reiche lügen und betrügen häufiger als Menschen mit niedrigerem sozialem Rang. Außerdem nehmen sie anderen im Straßenverkehr öfter die Vorfahrt“, heißt es dort. „Wahrscheinlich verhielten sich Angehörige höherer sozialer Schichten deshalb unmoralischer, weil Gier in diesem Teil der Gesellschaft in einem positiveren Licht gesehen werde, spekulieren die Psychologen.“

Am Ende heißt es dann aber: „Soziale Klasse und unethisches Verhalten sind weder grundsätzlich noch notwendigerweise miteinander gekoppelt“, oder anders ausgedrückt: Der ganze Artikel war kompletter Müll. Beim einfachen Bürger ist die Botschaft aber angekommen. Deswegen demonstrieren die Menschen weltweit gegen die Banken und nicht gegen die Politiker. Kein Wunder, dass die Politiker dann auch nur gute Worte für die Occupy-Bewegung übrig hatten.

Wer als Antwort auf eine vom Staat ausgelöste Krise noch mehr Staat will, ernennt den Pyromanen zum Feuerwehrmann. Mitten in der Eurokrise plant Hollande die größte Umverteilung, die es in Frankreich je gegeben hat. Die WELT spricht zurecht vom „Geist des Gerechtigkeitsterrors„. Laut Hollande lüge das Finanzwesen „von Tag zu Tag“ und er will nicht, dass sich Frankreich einem „verrückt gewordenen Finanzwesen“ unterwirft. Davor muss er wahrlich keine Angst haben, denn das Finanzwesen kann er nicht noch stärker bekämpfen. Hollandes „wahrer Gegner“ ist nicht die Finanzwelt, sondern die Freiheit.

Er, nicht die „Finanzwelt“, will die Kontrolle über die Wirtschaft, die Gesellschaft und über das Leben der Franzosen an sich reißen.

11 Antworten to “Hollandes wahrer Gegner”

  1. aron2201sperber Says:

    das wäre dann wohl das Ende der EU.

  2. aron2201sperber Says:

    …was ich trotz allem bedauerlich fände

  3. shaze86 Says:

    Ich habe die franz. Sozialisten-Partei nicht für so verrückt gehalten. Die können noch eine große Gefahr für Europa werden.

  4. warbreak Says:

    :-)))

  5. Sebastian Says:

    Das ist doch keine Politik des Verstands sondern nur Populismus mit dem Neid der Menschen die sich durch die Politik nicht (ausreichend) vertreten fühlen. Kein Land der Welt ging Pleite weil es zuviele Reiche gab. Die Schweiz ist doch auch nicht zu einem der produktivsten und wohlhabendsten Ländern mit einer der höchsten Grundsicherungen und einem der besten Bildungssystemen geworden weil dort besonders viel umverteilt wird.

    • arprin Says:

      Es gehört zur sozialistischen Kampfrhetorik zu behaupten, dass die Reichen ihr Vermögen geklaut hätten und dass man es ihnen deshalb wegnehmen muss. Daran wird sich nichts ändern, das wäre die totale Selbstverleugnung.

  6. aron2201sperber Says:

    wieder der typische Linkspopulismus, der sich angeblich nur gegen 1 % der Bevöllkerung richtet.

    für die Kosten der Mißwirtschaft müssen am Ende jedoch alle zahlen.

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