Meanwhile in Europe

Dieses Plakat wurde in Budapest in mehreren Stadtteilen aufgehängt:

(hier die Bildquelle)

Die Botschaft lautet auf Deutsch übersetzt: „Schließe dich dem Kampf an!“ Gegen wen dieser Kampf geführt werden soll zeigt das Plakat deutlich.

Im österreichischen Innsbruck macht die FPÖ Wahlkampf mit dem Spruch „Heimatliebe statt Marokkaner-Diebe“. Dafür wurde sie jetzt wegen „Verhetzung“ angeklagt.

Und in London stellt sich Ken Livingstone, ein offen antisemitischer, islamophiler Hetzer, der Bush als „die größte Bedrohung für das Leben auf diesem Planeten“ bezeichnete, die israelische Besatzungspolitik mit dem Holocaust gleichsetzte, behauptete, dass der Kapitalismus jedes Jahr mehr Menschen tötet als Hitler und zu einer „Hänge einen Banker-Woche“ aufrief, erneut zur Wahl. Er hatte dieses Amt bereits von 2000 bis 2008 inne.

18 Antworten to “Meanwhile in Europe”

  1. aron2201sperber Says:

    aber immer über die ultrarechten Amis und Israelis empört den Kopf schütteln…

  2. American Viewer Says:

    Von wem ist denn das erste Plakat? Jobbik oder jemand anders?

    • arprin Says:

      Ich weiß nicht, von wem es stammt. Aber wohl nicht von einer Partei. Hier der ungarische Text mit Google-Übersetzung. Es handelt sich wohl um Internet-Aktivisten und Anhänger von Ferenc Szálasi.

      • American Viewer Says:

        Achso, ok. So Leute gibt es bei uns auch. Wird es immer geben. Ich dachte das wäre ein bedeutende Partei oder so.

      • arprin Says:

        Im ungarischen Wahlkampf ist Antisemitismus salonfähig geworden. Aus der Jungle World:
        „Aber auch die Fidesz glaubt, keinen Wahlkampf ohne massiven Antisemitismus führen zu können, und so durfte Ferenc Szaniszló im Echo TV, dessen Eigentümer auch der Besitzer von Magyar Hirlap ist, der Millionär Gábor Széles, fordern, »die Diebe, die ihre Macht und ihre Abstammung missbrauchen, auf die Anklagebank zu setzen«. Die paranoide Zwangsvorstellung, Israel wolle Ungarn erobern, sowie der Schutz der Mehrheit vor der gierigen »antimagyarischen« Minderheit sind Bestandteile einer antisemitischen Agitation, die in Ungarn auch von Jobbik hinter »christlicher« Maske betrieben wird. Gegen diesen Missbrauch wehren sich die historischen Kirchen nicht.“

        In der WELT wurde auch des öfteren darüber berichtet.

  3. aron2201sperber Says:

    in Österreich liegt der Rechtsextreme Strache in den Umfragen voran.

    unser marxistischer Paradejournalist will sich jedoch weiterhin lieber mit der „verkommenen und unkultivierten Mitte“ beschäftigen:

    http://www.profil.at/articles/1211/572/322325/georg-hoffmann-ostenhof-der-rechtsruck

    „Die Demokratie zu verteidigen, gilt es ebenso – wahrscheinlich jedoch weniger gegen einen Vormarsch der Rechten als gegen die Indolenz und Verkommenheit, gegen den haltlosen Opportunismus und die Unkultiviertheit der politischen Mitte.“

  4. American Viewer Says:

    Ich finde den Kommentar von Georg Hoffmann-Ostenhof gar nicht so schlecht. Da stehen viele richtige Sätze drin. Es stellt sich auch die Frage, ob der „rechtsextreme“ Strache so gefährlich ist wie das bei dir jetzt anklingt. Du kritisierst selbst immer wieder Zustände für die dich die österreichische Presse als „rechtsextrem“ abstempeln würde, scheinst dann aber gleichzeitig zu erwarten, dass alle anderen Parteien und Politiker die Probleme lösen werden, vorausgesetzt die „böse“ FPÖ verschwindet in der Versenkung.

    Um hier keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Ich glaube auch nicht, dass die FPÖ eine Art Heilsbringer ist, die die Dinge verbessern würde. Wohl kaum. Das ist ein chaotischer, populistischer Haufen. Allerdings ist es bemerkenswert, dass man den linksextremsten Kräften immer eine Besserung Richtung Vernunft zugesteht, sobald sie regieren, den Rechten aber niemals. Österreich wird wohl kaum untergehen, wenn die FPÖ an die Macht kommt. Selbst einen Haider hat Österreich schon überlebt. Was hat sich da wirklich ganz real im Alltagsleben negativ oder positiv geändert? Das war doch nur eine Medienshow. Oder wie siehst du das?

    Man stelle sich mal Österreich ohne FPÖ vor. Dann hat man Zustände wie in Deutschland. Eine Parteienlandschaft, die bis ganz nach links außen geht, aber dann schlagartig in der Mitte aufhört. Das führt am Ende dazu, dass immer linke Politik gemacht wird. Es fehlt die Balance. Es ist natürlich extrem schade, wenn die rechte Seite von einer so dummen Partei wie der FPÖ besetzt wird. Das ist ja keine neoliberale Partei sondern eher eine Nazi-Partei. Ein Amalgam aus den schlechtesten rechten und linken Eigenschaften.

    Aber so ist es nun mal leider. Die Frage stellt sich, was besser ist: Ein fehlender rechter Arm oder seit Geburt schwer behinderter? Ohne Leute wie Marine Le Pen oder Strache wären Integration, Einwanderung, Euro usw. in diesen Ländern doch gar kein Thema. Das würde man alles mit den bekannten Methoden totschweigen oder schön schreiben. Diese Umfrageergebnisse sind ein starker Hinweis darauf, was den Menschen unter den Nägeln brennt. Darauf müsste man nur endlich vernünftig reagieren.

  5. American Viewer Says:

    @arprin
    Ich finde dieses Herumreiten auf Ungarn durch die deutsche Presse extrem heuchlerisch. In Ungarn gibt es nichts, was es in Deutschland nicht auch gibt. Die links dominierten westeuropäsiche Medien beklagen sich über Medienräte, Demokratiedefizit, Antisemitismus und eine Notenbank, die nicht unabhängig sei. Da muss man sich schon fragen über wenn diese Leute eigentlich schreiben, über Ungarn oder sich selbst. Die ungarische Regierung wird nur so brutal angegangen, weil sie rechts sind. Oder glaubst du, man würde sie so angehen, wenn sie sich links geben würden? Stell dir mal vor Orban würde so etwas sagen wie Gabriel oder Ashton. Dann wäre aber Feuer im Kessel. So schreiben die Medien aber: Was ist denn los?! Gabriel hat doch Recht.

    Viktor Urban an sich ist nich so schlecht. Ich wüsste nicht, dass er so etwas erzählt wie Gabriel oder Ashton. Im Gegenteil. In der FAS vor ein paar Tagen war ein sehr gutes Interview mit ihm. So etwas interessiert in Deutschland nur niemanden.

    • arprin Says:

      Du hast ja recht:
      http://www.welt.de/politik/ausland/article13828113/Die-Kritik-an-Ungarn-ist-von-Dummheit-gepraegt.html
      Trotzdem: Nur weil eine linke Regierung nicht so stark kritisiert werden würde, heißt das nicht, dass die ungarische Regierung keine schwerwiegenden Fehler gemacht hat. Das geben sie ja selber zu. Die antisemitische Stimmung in Ungarn kann man auch nicht mit der in Deutschland vergleichen, da muss ich dir widersprechen.

      Wenn ein Nazi in Deutschland sowas gesagt hätte wie Gabriel oder Ashton hätte sich wohl auch niemand aufgeregt. Die NPD veranstaltet ja schon Demos für Palästina und kritisiert Israel auf linke, antizionistische Weise, ohne dass es ein Skandal gäbe: http://spiritofentebbe.wordpress.com/2012/02/05/schrage-brauntone/. Die Medien regen sich über Israel-Hass normalerweise nicht auf, ob bei Linken oder Rechten.

      • American Viewer Says:

        Was haben sie denn für schwerwiegende Fehler gemacht? Wenn es so viele sind, kannst du mir sicher einen nennen.

        Die antisemitische Stimmung in Ungarn kann man auch nicht mit der in Deutschland vergleichen, da muss ich dir widersprechen.

        Der Antisemitismus drückt sich anders aus, das stimmt. Aber ich sehe nicht, dass er in Deutschland weniger ist. Der ungarische Antisemitismus etablierter und offen sichtbar. Mir persönlich ist das lieber, da weiß ich genau woran ich bin. Deutsche Antisemiten umarmen einen lieber herzlich, betrauern Holocaust-Opfer und dann stoßen sie einem genüßlich das Messer in den Rücken.

        Wenn ein Nazi in Deutschland sowas gesagt hätte wie Gabriel oder Ashton hätte sich wohl auch niemand aufgeregt.

        Das stimmt. Die Medien sagen dagegen nichts, weil es ihnen ja selbst gefällt. Deshalb hat Georg Hoffmann-Ostenhof auch nichts gegen die FPÖ. Deshalb konnten KPD und Nazis hintenrum auch zum Teil miteinander. Klar hat man sich gerne geprügelt, aber man hatte das gleiche Ziel: Die Abschaffung der Demokratie. Und Polen hat man sich auch geteilt. Thälmann war nichts weiter als eine Marionette von Stalin.

      • arprin Says:

        Du hast einige Fehler schon erwähnt: Das Mediengesetz, die Verletzung der Unabhängigkeit der Zentralbank usw. Nur weil es sowas auch in anderen Ländern gibt, macht das Orbans Regierung nicht besser.

        Zu sagen das offener Antisemitismus besser ist als der „sekundäre“, ist meiner Meinung nach ziemlich daneben. Sicher haben die Juden auch in den Ostblockländern und in der DDR gelitten (und in Polen wurden sie 1968 ausgewiesen, das weiß heute kaum noch jemand). Aber der „offene“ Antisemitismus war historisch gesehen doch noch viel schlimmer. Wenn jemand mich komplett ausgrenzt und mir sagt: „Ich hasse dich und will dich umbringen“ ist das für mich wesenlich schlimmer als wenn er mir freundlich begegnet und hinter meinem Rücken Gerüchte verbreitet.

        Bei der Achse wurde übrigens dieser extrem pessimistischer Artikel zu Ungarn verlinkt: http://blogs.the-american-interest.com/wrm/2011/12/22/fascist-zombies-from-hungary-threaten-eu/. Sicher ist es nicht so schlimm, aber ich würde Orban nicht unbedingt als „Opfer der linken Medien“ ansehen. Genauso wenig wie Putin.

      • besucher Says:

        Lustig dass die Seite „The Amercian Interest“ heißt und dann ber Ungarn abledert, da Ungarn ja in jedem Falle eine Bedrohung für amerikanische Interessen ist.
        Was sind das für angeblich Liberale oder Konserative die das geschäft der politischen Linken erledigen?
        Richtig: Falsche Hasen.

  6. aron2201sperber Says:

    habe durch deinen Artikel inspieriert nun auch einen Beitrag zum Rechtsruck verfasst:

    http://aron2201sperber.wordpress.com/2012/03/30/der-linke-hass-gegen-die-mitte/

  7. American Viewer Says:

    Man muss sich nur mal den Kapitalmarkt ansehen. Ungarn bettelt seit Monaten um faire Kredite, die EU hilft aber kein bisschen. Dabei ist Ungarn Wirtschaft durchaus konkurrenzfähig, die Regierung ist nur nicht genehm. In Europa muss man von den Gewerkschaften dominiert sein und mit Geld nicht umgehen können, dann fließt die Milliarden. Wieviele waren es nach Griechenland? 110 + X + X + Rettungsschirmen? Man kommt da schon lange nicht mehr mit.

    Auch Ferenc Gyurcsany bekam immerhin 20 Milliarden von der EU. Jetzt ist Orban an der Macht und er bekommt keinen einzigen Cent.
    Und trotzdem ist Griechenland schon längst pleite, während Ungarn immer noch steht.

  8. American Viewer Says:

    Du hast einige Fehler schon erwähnt: Das Mediengesetz, die Verletzung der Unabhängigkeit der Zentralbank usw. Nur weil es sowas auch in anderen Ländern gibt, macht das Orbans Regierung nicht besser.

    Aber auch nicht schlimmer. Ich beteilige mich nicht an Hetzjagden. Ich kritisiere Dinge, die von Medien, Politik und/oder Bevölkerung nicht kritisiert werden. Im Falle von Ungarn heißt das für mich ganz klar: Die Heuchelei der Medien kritisieren und nicht die angeblichen Fehler von Ungarn. Da muss man schon ehrlich und konsequent sein. Die Medien können nicht Ungarn als den neuen totalitären Staat hinstellen, wenn es Gesetze verabschiedet, die in Europa Standard sind. Dann wäre die ganze EU ein totalitärer Staat. Das wäre dann wenigstens eine Kritik, die in sich logisch ist.

    Wenn jemand mich komplett ausgrenzt und mir sagt: “Ich hasse dich und will dich umbringen” ist das für mich wesenlich schlimmer als wenn er mir freundlich begegnet und hinter meinem Rücken Gerüchte verbreitet.

    Dein Beispiel ist nicht fair. Im ersten Fall wählst du umbringen, im zweiten Fall sprichst du von „Gerüchten“. So funktioniert Antisemitismus aber nicht. Die DDR und UdSSR haben nicht nur Gerüchte verbreitet, sie haben antisemitische Terrorschwadrone unterstützt und Nasser aufgerüstet. „Israelkritiker“ geben sich auch gerne als „Freunde“ Israels auf, in Wirklichkeit plant man aber die Einstaatenlösung oder andere Späße, die Israel zerstören würden.

    Ich bleibe dabei: Mir ist offener Rassismus lieber. Um bei deinem Beispiel zu bleiben: Ich will wissen, wenn mich jemand hasst und umbringen will. Du etwa nicht?! Dann kann ich vielleicht darauf reagieren. Jemand der sich allerdings als mein Freund ausgibt, hinter meinen Rücken aber an meiner Auslöschung arbeitet, auf so jemanden kann ich schlecht reagieren. Wer weiß, mit so jemandem trinke ich vielleicht sogar Tee. So jemand muss man erst mal durchschauen.

    Ganz abgesehen davon ist Ungarn Ungarn, Die können sich dort meinetwegen auf den Kopf stellen und Limbo tanzen. Das ist noch lange keine Gefahr für Israel. Ich mach Schluss für heute.

    • arprin Says:

      http://www.zeit.de/2012/14/P-Rechte-Parteien-Islam/komplettansicht:

      „Israel-Hass ist der Grund, warum Jobbik ganz so wie die Gesinnungsgenossen in anderen Ländern dem iranischen Regime Solidarität garantiert. In diesem Punkt unterstützen die Rechtsradikalen die Politik der Regierungspartei Fidesz. Die baut gerade die Wirtschaftsbeziehungen zu Teheran aus. Die Regierung von Viktor Orbán hat zwar die Beschlüsse der EU zur Teilsanktionierung der iranischen Zentralbank und zu neuen Sanktionen gegen Ölimporte aus dem Iran mitgetragen; allerdings betreffen sie Ungarn kaum. Gleichzeitig finden immer wieder Treffen von iranischen Gesandten mit Bürgermeistern und Regionalpolitikern der Fidesz statt, während westeuropäische Politiker Unternehmern zunehmend, wenn auch nicht ausdrücklich genug, nahelegen, auch auf gerade noch legale Geschäfte mit dem iranischen Regime zu verzichten.

      Im Oktober 2010 gründete das ungarische Parlament eine Abgeordnetengruppe zur »Ungarisch-iranischen Freundschaft«, und das Majlis, das Pseudoparlament in Teheran, initiierte das iranische Pendant. Einen Monat später besuchte der stellvertretende iranische Außenminister Budapest. Als Vizepräsident der ungarisch-iranischen Handelskammer fungiert gegenwärtig Márton Gyöngyösi, stellvertretender Fraktionsvorsitzender von Jobbik, und Tiszavasvári, jener Ort im Osten Ungarns, der von Jobbik als eine Art »Hauptstadt der Bewegung« betrachtet wird, hat unlängst eine Städtepartnerschaft mit dem iranischen Ardabil geschlossen.

      Das iranische Regime dürfte den ungarischen Rechten dankbar sein. Es kann so der Bevölkerung zeigen, dass ihr Land trotz des steigenden internationalen Drucks weiterhin gute Beziehungen zu europäischen Ländern unterhält. In Europa sollte man sich aber ernsthaft fragen: Sieht die Jobbik, womöglich auch die Regierungspartei Fidesz, die politische und wirtschaftliche Annäherung an das iranische Regime als eine ernsthafte Alternative zur EU?

      Fidesz zeigt sich zwar gegenüber der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) kooperativ, setzt aber zeitgleich auf eine Verschärfung der antiwestlichen, antiliberalen Rhetorik. Es ist zu befürchten, dass die Jobbik gestärkt daraus hervorgeht, weil sie diesen Kurs glaubhafter verkörpert als Fidesz. Sollte das der Fall sein, wäre langfristig damit zu rechnen, dass der Antisemitismus zur Leitlinie der Außenpolitik werden könnte… Jobbik und Fidesz-nahe Autoren wie der Orbán-Freund Zsolt Bayer stehen für einen traditionellen Antisemitismus, der sich gar keine Mühe geben muss, aus dem Schatten des Nationalsozialismus zu treten.“

      • besucher Says:

        Wenn sie dass doch nur mit Saudi-Arabien kooperiert hätten, dann wär alles in Butter gewesen.
        Dann hätte sich auch niemand aufgeregt.

      • arprin Says:

        Ja, das Saudi-Arabien-Argument. Hat zwar nichts mit dem verlinkten Beitrag zu tun, aber ist immer wieder beliebt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: