Chauvinistische Kulturkritik

Links einer der ehemaligen Helden von Paul Breitner

Es gibt viele Gründe, warum viele Intellektuelle der Ansicht sind, dass der Westen eine moralische Krise durchläuft. Die einen glauben, dass der Westen nicht bereit ist, seine Werte gegenüber Fundamentalisten zu verteidigen und allzu vorauseilend seine Kapitulation erklärt. Die anderen denken, dass das „internationale Finanzkapital“ Schuld an unserem moralischen Verfall wäre und dass eine kleine Minderheit von Bankiers und Militärs (die „ein Prozent“) die Menschheit versklaven will. Die Vertreter beider Theorien suchen gerne Sündenböcke für ihre Theorien. Meistens trifft es die Medien. Die Vertreter der zweiten Theorie haben es vor allem auf ein Medium abgesehen: Das Fernsehen.

Das Fernsehen würde unsere niedersten Instinkte bedienen, es macht uns fett, dumm, gewalttätig und sei schuld an der Verdummung der Jugend. Fernsehsendungen wie DSDS, Oliver Geißen oder das Dschungelcamp gelten für die chauvinistischen Kulturkritiker als Anzeichen für den Untergang des Abendlands. Offenbar ist für sie alles, was nicht ihren Vorstellungen entspricht, moralisch falsch. Ein Beispiel ist mir besonders aufgefallen:

Am 20. März trat der Ex-Fußballprofi und Maoist Paul Breitner in der Talkshow Markus Lanz auf. Neben ihr saß Daniela Katzenberger. Während die Gäste sich über Katzenbergers Sendung unterhielten, wurde Breitner gefragt, ob er sich schon mal ihre Sendung angesehen hätte. Er antwortete: „Nein. Weil mir – ähnlich wie bei Twitter – das Kotzen kommt, wenn ich sehe, was die Leute tun, um irgendwie Schlagzeilen zu bekommen.“ Katzenberger saß, wie bereits erwähnt, ein Meter neben Breitner. Dieser fuhr fort: „Daniela Katzenberger ist der Zug der Zeit, dass jeder einfach partout sein Glück darin sucht, unbedingt ins Fernsehen zu kommen, unbedingt vermeintlich berühmt zu werden. Dafür essen die Hundekacke. Dafür machen die alles. Es ist zum Kotzen. Ich find’s widerlich zum Teil. Pervers.“

Dass ausgerechnet Paul Breitner sich darüber aufregt, das Menschen alles tun, um ins Fernsehen zu kommen, zeugt von einer erbärmlichen Doppelmoral. In den 1970ern trat Breitner zusammen mit seinem Teamkameraden Uli Hoeneß halbnackt im Fernsehen auf, um den Alltag beim FC Bayern München zu dokumentieren. Außerdem ist es ein Unding, einen Menschen, der einen Meter neben einem sitzt, auf diese Weise öffentlich zu beschimpfen. Wenn er Katzenberger nicht ausstehen kann, wieso ist er dann überhaupt zur Sendung gekommen? Ich als Anhänger des deutschen Rekordmeisters, der momentan auf klarem Halbfinalkurs in der Champions League ist, finde Breitners Auftritt einfach nur peinlich und pietätlos.

Er bedient dazu noch das typische Klischee vom hässlichen Deutschen, der immer schlecht gelaunt ist und über alles jammert. Man sieht und hört von ihm ständig. Wenn man sich mal die Kommentarzeilen einiger großer deutscher Zeitungen ansieht, bekommt man Lust, die ganze Menschheit auszurotten. In der BILD z.B. kommentieren eigentlich nur BILD-Hasser, egal bei welchem Thema. Aber zum Glück gibt es dieses Phänomen auch bei ausländischen Zeitungen.

Sind die Medien an allem schuld?

An dem so oft beklagten moralischen Verfall des Westens haben die Medien meiner Meinung nach tatsächlich eine gehörige Mitschuld. Aber nicht wegen Leuten wie Katzenberger oder Bohlen. Ich würde mir zwar auch nie das Dschungelcamp anschauen, aber für mich ist die Sendung, so nervig sie ich auch finde, kein Anzeichen für den Untergang des Abendlandes, genauso wenig wie DSDS oder Oliver Geißen. Das Fernsehen ist ein Unterhaltungsmedium, und da die Menschen verschiedene Geschmäcker haben, gibt es auch verschiedene Programme. Was ist mit guten Krimis und Sitcoms, oder mit Phoenix, N-TV und Arte? Was ist daran auszusetzen?

Das eigentliche Problem in den Medien sind nicht DSDS oder das Dschungelcamp, sondern Leute, die anderen diktieren wollen, was für die Gesellschaft gut ist oder nicht. Denn die sind meist ideologisch motiviert. Eine Repräsentativ-Studie vom Focus belegte, dass 34% der Journalisten in Deutschland den Grünen nahestehen und 25% der SPD. Wenn man die Befragten ausklammert, die keine Parteineigung nannten, kommt man auf umgerechnet eine satte 76%-Mehrheit bei den Journalisten, die sich zu einer Partei bekannten. Das rot-grüne Weltbild beherrscht die deutschen Zeitungen, da gibt es keine Frage.

Die rot-grünen Journalisten definieren den Westen nur mit “Raubtierkapitalismus”, gewissenlosen Bankern, imperialistischen Kriegen, Arbeitsplätzeabbau, Kinderarbeit in Dritte-Welt-Ländern, Jugendkriminalität, Massentierhaltung, Verschwendungssucht, Antiterrorgesetzen, Umweltzerstörung, Fettleibigkeit und das Schlimmste von allem: Niveauloses Fernsehen. Der Selbsthass des Westens wird hauptsächlich von Journalisten und einem Heer von Intellektuellen betrieben, unter denen in Deutschland vor allem Kabarettisten wie Hagen Rether und Volker Pispers zu nennen wären (Pispers kann zumindest witzig sein). Die Islamisten könnten dem Westen kaum etwas anhaben, wenn er noch eine starke Selbstidentität hätte.

Was hat es mit ihren Argumenten auf sich? Führen Ego-Shooter zu Amokläufen? Ist die Jugend von heute dümmer, gewalttätiger, nimmt sie mehr Drogen und sind sie, wie einige Medien es nannten, die „Generation Porno“? In Wahrheit handelt es sich in diesen Themen um faktenfreien Hype, den es schon seit ewigen Zeiten gibt. Das Beklagen des angeblichen Moralverfalls der Jugend gehörte schon immer zur Kulturkritik. Vor 2300 Jahren sagte Sokrates: “Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.” In den 1960ern beklagten sich die Eltern um den Moralverfall der Jugend, während ihre Jugendsünden nicht selten daraus bestanden hatten, Hunderttausende Männer, Frauen und Kinder deportiert und getötet zu haben.

Leider ist die Jugendgewalt in den letzten Jahrzehnten tatsächlich gewachsen, während die Gesamtanzahl der Gewaltstraftaten gesunken ist. Aber die Egoshooter sind nicht daran schuld und es ist absurd, Videospiele verbieten zu wollen, weil sie „zu viel Gewalt“ enthalten. Amokläufer haben so gut wie immer psychische Probleme. Oft stellt sich heraus, dass sie keine gewalttätigen Videospiele konsumiert haben – die Medien sind nicht an ihren Taten Schuld. Amok ist keine Erfindung des modernen Westens, dieses Syndrom wurde schon bei steinzeitlichen Jägern im indonesischen Papua dokumentiert. Ein Zitat des amerikanischen Schriftstellers William Faulkner (1897-1962) bringt es auf dem Punkt: „Die Menschen sind heutzutage nicht schlechter, als sie früher waren. Nur die Berichterstattung über ihre Taten ist gründlicher geworden.“

Die Behauptung, dass jugendliche öfter Drogen nehmen und früher sexuell aktiv sind, lässt sich dagegen nicht verifizieren. Im Gegenteil. Eine Studie zeigte, dass sich der Raucheranteil halbiert hat und auch der Alkoholkonsum zurückgeht, eine andere wiederum stellte fest, dass Jugendliche heute später Sex haben und mehr verhüten als in früherer Zeit. Und was finden die Moralwächter eigentlich so verwerflich an Pornografie? Das einzige Problem ist, dass sie ein unrealistisches Bild von der Sexualität wiedergibt. Wenn es aber danach geht, müsste man auch Liebesromane für Frauen verbieten. Gerade die katholische Kirche (und wohl auch die Islamisten) beweist ja, dass Aufklärung und öffentlicher Umgang besser sind als Abschreckung und Tabuisierung.

Und ist das, was sich die Kinder im Iran und Nordkorea ansehen müssen, wirklich besser? Oder die chinesische Fernsehshow, in der Todeskandidaten vor ihrer Hinrichtung interviewt werden?

Das ist ägyptische Fernsehunterhaltung:

Aber zum Glück haben die kein Dschungelcamp dort!

Steven Pinker zitiert in seinem neuesten Buch einen Artikel aus der Archives of Diseases Childhood, dass sich der Anteil der Gewalt in verschiedenen Formen der Kinderunterhaltung massiv reduziert hat: Fernsehsendungen enthalten 4,8 Gewaltszenen pro Stunde, in Kinderreimen sind es 52,2. Interessant wäre es auch zu wissen, ob es in Shakespeares Dramen friedlicher zuging als in Quentin Tarantinos Filmen.

Gideon Böss zu den DSDS-Kritikern

Gideon Böss ist einer der letzten vernünftigen und nicht-rotgrünen Publizisten, die in Deutschland übriggeblieben sind. Im März 2010 hat er sich bereits mit den DSDS-Kritikern auseinandergesetzt. Ein herausragendes Essay, der die Heuchelei der Kulturpessimisten entlarvt:

Die Verachtung für Unterhaltung auf Bohlen-Niveau ist ein Bildungsphänomen. Je besser jemand ausgebildet ist, desto mehr widern ihn diese Formate an. An Universitäten zum Beispiel bekennt man sich nicht zu Germany’s Next Topmodel. Das ist genauso undenkbar, wie die BILD gut zu finden (in beiden Fällen gibt es eine hohe Dunkelziffer). Und zu DSDS fällt dem besser ausgebildeten Deutschland nur ein, dass die Kandidaten eh nicht singen können… Aber warum sollen junge Leute nicht versuchen, berühmt zu werden, wenn sie es wollen? Wer heute ein Star ist, muss schließlich auch irgendwann einmal angefangen haben. Und wer sich die Biografien berühmter Schauspieler und Sänger ansieht, wird schnell merken, dass die alles dafür getan hätten, im Rampenlicht zu stehen. Dazu gehört, dass sie selbstverständlich auch zu jeder Castingshow gerannt wären. Nur gibt es die eben erst seit ein paar Jahren.

Auch der Kritikpunkt, dass solche Formate junge Menschen in ihrer Entwicklung überfordern oder ihnen sogar schaden könnten, ist schwach… Wenn man aber alles verbieten würde, was einem theoretisch schaden kann, lösen wir am besten sofort die Institution Familie auf. Es gibt genug Beispiele dafür, dass Menschen durch ihre Familie einen Schaden für das ganze Leben mitbekommen haben… Außerdem sind die Zeiten noch nicht so lange her, in denen jede schwule, dunkelhäutige oder sonst wie „exotische“ Gestalt in Serien, Sendungen und Shows als Meilenstein hin zu mehr Offenheit in der Gesellschaft gefeiert wurde. Ja, und wie sieht es bei DSDS, bei Germany’s Next Topmodel, dem Supertalent und Popstars aus? Da wimmelt es von Migrationshintergründen, verschiedenfarbigen Gesichtern und sexuellen Orientierungen. Und niemanden interessiert es. Es zählt, was wer kann, nicht, wer wo herkommt.

Dem ist mal wieder nichts hinzuzufügen (dass er in einem anderen Beitrag Facebook als Sekte bezeichnete, ist eine andere Geschichte). Böss taucht immer dort auf, wo man es nicht erwartet. Deutschland braucht weniger Kulturmarxisten wie Breitner und mehr Vernunftmenschen wie Böss.

13 Antworten to “Chauvinistische Kulturkritik”

  1. Hans Says:

    Absolut treffender Kommentar.

    Generell macht mir eine Frau Katzenberger die sich ja letztlich ja nur selbstvermarktet nichts aus. Ob man ihr im öffentlichen Rundfunk eine Plattform geben muss ist eine andere Frage.

    Die linke Kultur- und konsumkritik beruht ja stark auf der Idee des Neomarxismus, nachdem Kultur und Konsum ein falsches Bewusstsein schaffen, während das richtige Bewusstsein nur von der linken Priesterkaste erkannt wird. Das ist eine ähnliche Theorie wie sie z. B. auch in der christlichen Lehre und somit in einer konservativen Kulturkritik vorliegt, wo Konsum auch nur vom richtigen Bewusstsein zu Gott oder der Tradition ablenkt.

    Wenn man sich diese ähnlichen Denkmodelle ansieht dann sieht man die enge Verwandtschaft von linken Denken und Religion und somit auch die Affinität vieler Linker zum Islam. Beides mal geht es um eine intellektuelle Priesterkaste die dem Volk das richtige Bewusstsein lehrt.

    • arprin Says:

      Gute Analyse.

      Das öffentlich-rechtliche Fernsehen bietet Kretins wie Hagen Rether eine Plattform, da wäre Katzenberger nicht unbedingt ein neuer Tiefpunkt.
      Ich weiß nicht, was Katzenberger über Politik denkt. Aber ihr Programm kann gar nicht schlimmer sein als das was die Anstalt-Deppen abliefern.

  2. American Viewer Says:

    Diese Shows, über die sich die Linken so aufregen, sind ja wirklich nicht gerade intelligent. Das Lustige ist nur, dass die Shows die den Linken gefallen, dieses GEZ-Kabarett, dieser 3sat-Rotz, diese aktuellen Kameras, das ist wirklich dumm und niveaulos. Bohlen macht nur Unterhaltung, die Linken wollen aber Agitprop auf allen Sendern sehen.

    • arprin Says:

      Ja, Bohlen macht in erster Linie Unterhaltung. Die Gesangskünste der Teilnehmer sind aber dennoch besser als bei den meisten „gewöhnlichen“ Bürgern, von daher spielt Talent sicher auch eine Rolle. Das Dschungelcamp dagegen besteht nur aus talentfreier Unterhaltung.

      Die Rechten bzw. „Konservativen“ betreiben auch Kulturkritik: Die Kritik an der „modernen Kunst“. Der Unterschied hierbei ist, dass es für Kunst eine wirkliche Definition gibt. Man kritisiert also nicht wirklich den Geschmack der modernen Künstler, sondern dass sie es als Kunst verkaufen. Der Feuerbringer hat ja in letzter Zeit einige Artikel darüber geschrieben.

      • American Viewer Says:

        Was willst du damit sagen? Dass die Kritik von Feuerbringer an moderner Kunst berechtigt ist? Kritisieren kann man natürlich immer, klar. Die Argumente sollten allerdings überzeugend sein. Das war beim Feuerbringer nicht so der Fall. Dieser Robson Bottle hatte zwar kein Benehmen und war unendlich frech, aber er hatte aus meiner Sicht die besseren Argumente.

      • arprin Says:

        Ich stimme mit dem Feuerbringer darin überein, das vieles von dem, was heute als Kunst durchgeht, eigentlich keine ist. Der Feuerbringer hat sehr vieles und umfangreiches dazu geschrieben.

        In diesem Beitrag hat er z.B. Picasso zitiert:

        “Durch diese Spielereien, diese Rätsel und Arabesken habe ich mich schnell berühmt gemacht. Und der Ruhm bedeutet für den Künstler: Verkauf, Vermögen, Reichtum. Ich bin heute nicht nur berühmt, sondern auch reich. Wenn ich aber allein mit mir bin, kann ich mich nicht als Künstler betrachten im großen Sinne des Wortes. Große Maler waren Giotto, Tizian, Rembrandt und Goya. Ich bin nur ein Spaßmacher, der seine Zeit verstanden hat und alles, was er konnte, herausgeholt hat aus der Dummheit, der Lüsternheit und Eitelkeit seiner Zeitgenossen.”

        Auch diesen Beitrag fand ich ganz gut.

        Aber ich stimme natürlich nicht immer mit ihm überein. Ich habe auch mal einen Gegen-Artikel zu einem seiner Beiträge verfasst, als es um den Kolumbus-Tag ging:
        https://arprin.wordpress.com/2011/05/06/gegen-den-kolumbus-tag/

  3. American Viewer Says:

    Das Picasso-Zitat sieht eher nach einem Fake aus. Belege dafür gibt es nicht. Das Zitat spielt aber auch keine Rolle. Der Punkt ist, dass niemand von oben herab bestimmen kann, was Kunst ist und was nicht.

  4. aron2201sperber Says:

    dabei wird Multikulti und Political Correctness gerade bei DSDS auf eine ganz natürliche und unaufgesetzte Art und Weise.

    Bei den intellektuellen KunstGöttern, die über Bohlen & Co die Nase rümpfen hat wohl kaum ein Zuseher MiHu.

    trotzdem spielen sich Peymann & Co. als Versteher und Sprecher der unterdrückten Welt auf:

    http://aron2201sperber.wordpress.com/2012/03/31/claus-folgt-claus-nach-teheran/

  5. Kommentator Says:

    „In Wahrheit handelt es sich in diesen Themen um faktenfreien Hype, den es schon seit ewigen Zeiten gibt.“

    Ich möchte ja nur ungern die Position verteidigen, die ich nun durch diesen Comment verteidige, aber ganz faktenfrei scheint mir dieser Hype nicht zu sein:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Flynn-Effekt#Ende_des_Flynn-Effekts.3F
    http://en.wikipedia.org/wiki/Flynn_effect#Possible_end_of_progression
    Allerdings glaube ich nicht wirklich, dass dieser Effekt viel aussagt. Er scheint mir eher die Unzulänglichkeit des Testverfahrens aufzuzeigen. Die Abnahme unterdurchschnittlicher Ergebnisse in IQ-Tests kann auch dadurch erklären kann, dass mit größeren Ansehen des IQs auch mehr Leute daran interessiert sind, ihren IQ zu erfahren. Ganz davon zu schweigen, dass viele Leute vor so einem Test üben. (Der deutsche Wikipedia-Artikel ist leider nicht objektiv.)
    Genauso scheint es mir etwas leichtfertig, den Anstieg der Jugendgewalt, bloß weil die Gewalt insgesamt abnimmt, einfach beiseite zu wischen. Will man ganz sachlich bleiben. Auch die Frage, „geht unsere Gesellschaft anders mit Gewalt um als früher?“ ist legitim. Die Antwort könnte spannend ausfallen.

    Natürlich sind das nicht die Fragen, mit denen die „Kulturkritiker“ sich befassen. 😉

    • arprin Says:

      Dieser Wikipedia-Artikel scheint ja komplett von „Deutschland schafft sich ab“ abgeschrieben worden zu sein. Oder eben umgekehrt. Man bedenke auch die Aussage: „Die Neutralität dieses Artikels oder Abschnitts ist umstritten. Eine Begründung steht auf der Diskussionsseite. “

      Wie auch immer, IQ-Tests sind nicht immer zuverlässig, genauso wenig wie PISA-Tests. Außerdem wird dort nur über Norwegen und Dänemark berichtet. Zu den verschiedenen IQ-Niveaus empfehle ich dir folgendes Buch: Rasse, Evolution und Verhalten.

      PS: Ein Artikel zu Sarrazins Buch ist schon lange in Arbeit. Bald dürfte es soweit sein.

      @American Viewer: Natürlich sollte niemand bestimmen, was man unter Kunst versteht. Beim Feuerbringer ging es eher darum, dass die „moderne“ Kunst nicht an die „klassische“ heranreicht. Außerdem gibt es da einige „Künstlerprojekte“, die einfach nur scheußlich sind. Man denke nur an die „Merda d’Artista„:
      „Im Jahre 1961 füllte Manzoni jeweils 30 g seiner eigenen Fäkalien in 90 Dosen und verschloss diese geruchsfest. Die Dosen wurden einzeln von 001 bis 090 durchnummeriert und mehrsprachig mit merda d’artista oder auch Künstlerscheiße beschriftet. Die Dosen verkaufte der Künstler schließlich zum damals aktuellen Goldpreis für 30 g… Die Dosen wurden alle verkauft und sind in verschiedenen Sammlungen auf der ganzen Welt verstreut. Sie haben heute einen deutlich höheren Wert als den von Manzoni angesetzten, eine Dose erzielte im Jahr 2008 bei Sotheby’s einen Auktionsspreis von 97.250 englischen Pfund (ca. 132.000 Euro).“

      • Kommentator Says:

        Zur Klarstellung:
        Ich wollte mir die These mit dem fallenden IQ keineswegs zu eigen machen! Ich habe ja selbst geschrieben, „er scheint mir eher die Unzulänglichkeit des Testverfahrens aufzuzeigen“.
        Und ich habe diesen fallenden IQ ausschließlich deshalb gebracht, weil ich damit andeuten wollten, wie ein „Kulturkritiker“ für seine These des Verfalls der Jugend argumentieren könnte, auch wenn ich selbst keiner bin. Die Erörterung solcher Dinge treibt die Diskussion voran (oder kann es tun).
        Mit irgendwelchen „Rassen“ wollte ich das nicht in Verbindung bringen!
        (Mein zweiter Punkt, Gewalt und Wahrnehmung in der Gesellschaft, wurde dagegen nicht mit Antwort bedacht.)

      • arprin Says:

        Keine Sorge, ich habe ihren Kommentar richtig verstanden.

        Die Frage nach dem Grund des Anstiegs der Jugendgewalt ist nicht so leicht zu beantworten. Wenn man der Polizeistatistik traut, geht die Jugendgewalt in den letzten Jahren zurück. Das ändert aber nichts an dem Anstieg in den vergangenen 20 Jahren. Irgendwo las ich die Zahl von 19.000 jugendlichen Tatverdächtigen vor einigen Jahren gegenüber 35.000 heute.

        Es hat sicher was mit den sozialen Problemen zu tun. Die Arbeitslosigkeit ist ja von 1990 bis 2005 rasant gestiegen, der Großteil der Gewaltstraftaten werden von Angehörigen der Unterschicht begangen. Eine Aussage von Gunnar Heinsohn: „So sind in der Hartz-IV-Musterkommune Bremerhaven die Jungen in Sozialhilfe mit einem Anteil von rund 40 Prozent an der männlichen Jugend für mehr als 90 Prozent der Gewaltkriminalität verantwortlich.“
        Ein anderes Problem ist die mangelnde Integration von Einwanderern. In Berlin machen Araber nur 2% der Bevölkerung aus, begehen aber 45% der Gewaltstraftaten, insgesamt 80% werden von Jugendlichen mit Migrationshintergrund begangen: http://www.morgenpost.de/berlin/article889331/So-denkt-eine-Berliner-Richterin-ueber-kriminelle-Auslaender.html

        Aber es gibt sicher noch andere Ursachen, die man diskutieren könnte.

  6. arprin Says:

    Gideon Böss hat einen ähnlichen Artikel verfasst:
    http://boess.welt.de/2012/04/01/der-pauker-prophet-georg-schramm/
    „Das politische Kabarett ist ja nicht das Sprachrohr des „kleinen Mannes“, sondern des „neidischen Staatsbeamten“. Die Georg Schramms, Hagen Rethers und Urban Pirols des Landes bedienen eine Empörungsnische, die großzügig subventioniert und auf die Weltsicht derer zugeschnitten ist, die sozialer Sicherheit den Vorzug vor persönlichem Risiko geben. Kein Wunder, dass solche Leute allen misstrauen, die sich für das Risiko und gegen die Sicherheit entscheiden. Unverzeihlich wird es aber erst, wenn die Risiko-Geher auch noch Erfolg haben und womöglich reicher werden als der gesamte Lehrer-Freundeskreis zusammen, mit dem man dann über die Auswüchse des Kapitalismus neidjammert, ehe am Abend „Neues aus der Anstalt“ etwas Trost spendet.“ KLASSE!!

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