Multikulti-Shitstorm gegen Sarah Kuttner

Multikulti in New York: Little Itlay um 1900

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Die Politische Korrektheit ist in Deutschland offenbar doch noch stärker als ich dachte. Ein Schauprozess wie in Belgien hielt ich für unmöglich, doch nun wurde ich eines besseren belehrt. Letzten Freitag hielt die TV-Moderatorin Sarah Kuttner eine Lesung aus ihrem Buch „Wachstumsschmerzen“, die mit einem Polizeieinsatz und einer Shitstorm-Welle im Internet endete. Der Grund: Kuttner habe sich rassistisch geäußert. Ein 37-jähriger mit äthiopischen Wurzeln meinte entsetzt: „Ich bin zu dieser Lesung gegangen, weil ich Sarah Kuttner eigentlich ganz witzig fand. Aber das war einfach nur rassistisch!“

Was hatte Kuttner getan? Der offenbar stark melaninisierte Gast berichtet: „Sie zog über diese ,Negerpuppe‘ her, ließ sich über deren 30 Zentimeter große ,Schlauchbootlippen‘ aus und wiederholte, wie ekelhaft sie diese Lippen fand. Sie habe die Puppe wegschmeißen müssen, weil es kein Sinn gehabt habe, sie zu behalten.“ Mit dieser „Negerpuppe“ wollte Kuttner ironischerweise den „Alltagsrassismus“ der 1980er Jahre kritisieren, da sie der Ansicht ist, dass so eine „unnatürliche“ und „rassistische Klischees“ bedienende Puppe heutzutage nicht mehr verkauft werden würde. Aber das konnte ihr nicht mehr helfen.

Einige Tage später bekamen die Rassismusvorwürfe gegen Kuttner durch Kuttners ehemaligen Kollegen Mola Adebisi neue Nahrung: „Sarah ist Rassistin, das habe ich selbst zu spüren bekommen. Sie hat häufiger rassistische Witze bei ,Viva‘ gemacht und ist damit durchgekommen.“ Um welche Witze handelte es sich dabei? Mola erklärt es: „Als ich und Milka Loff Fernandes in einer Sendung von den Zuschauern zu den beliebtesten Viva-Moderatoren gewählt wurden, sagte sie nur: ,Das kann nicht euer Ernst sein‘ und warf die Karte mit unseren Namen in den Müll.“ Wie furchtbar rassistisch. Ist Kuttner vielleicht sogar bei der örtlichen Wehrsportgruppe?

Aber Mola hat natürlich auch schlagkräftigere Beweise für Kuttners fanatischen Rassenwahn: „Das Wort ,Neger‘ ist wie das Wort ,Kanake‘ eine abwertende Kategorisierung. Auch ich habe als Kind ,Negerkuss‘ gesagt. Doch die Gesellschaft hat sich weiterentwickelt und es gibt einen Grund, warum er heute ,Schokokuss‘ genannt wird.“ Ja, es hat sich wirklich viel geändert: Die Politische Korrektheit hat die Macht über das öffentliche Vokabular gewonnen und unternimmt seitdem regelmäßig Hexenjagden gegen jeden, der dagegen verstößt. Für Mola offenbar ein zivilisatorischer Fortschritt wie die Judenemanzipation oder das Frauenwahlrecht.

Mola weiß aber auch, warum stark pigmentierte dunkelhäutige afro-afrikanische stark melaninisierte sich in Deutschland im Gegensatz zu den Juden immer noch beschimpfen lassen- es liegt an der Israel-Lobby: „Sarah Kuttner ist in der Entwicklung stehen geblieben. Ich würde mich freuen, wenn Sie mal Juden-Witze machen würde, dann wäre ihre Karriere nämlich beendet! Aber Türken und Afro-Deutsche leisten nicht den Widerstand. Juden lassen sich keine Beleidigung gefallen.“ Ja, wieso jammern Türken, Afro-Deutsche und vor allem Muslime so viel weniger als Juden? Kann es vielleicht sein, dass wir eine Türken-, Afro- und Muslim-Lobby brauchen, um ihnen endlich auf die Sprünge zu helfen?

Und zum krönenden Abschluss- Die Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland (ISD) erklärt, dass Kuttners Aussage selbst dann rassistisch war, wenn sie nicht rassistisch gemeint war: „Wer rassistisch handelt, ist Rassist. Ob das nun Absicht war oder nicht. Man kann sich da auch nicht unbedarft rausreden und sagen, das war nicht so gemeint. Der Begriff ist heutzutage unzulässig. Diesen Schuh muss sich Sarah Kuttner anziehen. Eine Klarstellung oder Entschuldigung von ihrer Seite ist unbedingt notwendig.“ Erst dann wird die Gesellschaft (bzw. das Internet) ihren Frieden haben.

8 Antworten to “Multikulti-Shitstorm gegen Sarah Kuttner”

  1. Gutartiges Geschwulst Says:

    Unsere rotgrünen Blockwarte haben es geschafft, dass aus Negerküssen “Schokostrolche” wurden und Pipi Langstrumpfs Vater kein “Negerkönig” mehr ist, sondern zum “Südseekönig” ernannt wurde, was wohl eine weitaus größere Missachtung seiner Hautfarbe darstellt.
    Egal, es stellt sich eine viel wichtigere Frage:
    Betrifft diese neue Sprachregelung auch die Schriften sozialistischer Götzen, wie: Karl Marx, August Bebel, Rosa Luxemburg, Clara Zetkin, Erich Mühsam, Kurt Tucholsky, Jean Paul Sartre, Heinrich Böll, Che Guevara und Rudi Dutschke, die bekanntlich mit Ausdrücken, wie “Neger” oder “Nigger” nicht allzu zögerlich umgingen?
    Müssen die Werke all dieser linken Heilsbringer nun ebenfalls umgeschrieben werden, und was wären die Folgen?
    Wird es womöglich zu respektlosen Reaktionen kommen, wenn Rosa Luxemburg das Schicksal der Schokostrolche auf den Baumwollplantagen beklagt, oder Rudi Dutschke die Befreiung der Südseekönige aus den amerikanischen Ghettos fordert?
    Nicht auszudenken, wenn die Sozialistische Idee dadurch lächerlich würde!
    Warum ich jetzt schon lache, weiß ich selber nicht.

    • arprin Says:

      Besonders eklig finde ich, dass die politisch korrekten selbst im Stürmer-Vokabular ihre Feinde angreifen. Mely Kiyak nennt z.B. Sarrazin eine „lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur“.

      Und Wörter wie „White Trash“ oder „blonder Teufel“ sind offenbar auch kein Problem.

      • Gutartiges Geschwulst Says:

        Besonders eklig ist leider auch mein Kommentar; aber Wahrheit kennt keine Geschmacksfragen.
        Mely Kiyak kann es sich leisten, so zu schreiben, denn
        Quotenkühe, wie sie, gelten bei uns als heilige Tiere.
        Als Frau und Migrantin, ist Mely Kiyak sogar eine doppelte Quotenkuh.
        Dank ihrer geistigen Einschränkung, schafft sie vielleicht auch noch den Behinderten-Bonus, gewissermaßen das Triple A.

  2. aron2201sperber Says:

    Ein Lieblingswitz von Sammy Davis , den er in mehreren Talkshows selbst gebracht hat:

    Sitzt Sammy Davis jr in der New Yorker U-Bahn und liest die Jerusalem Post.

    Kommt ein Weißer – kuckt, runzelt die Stirn und fragt:
    „Ach, Neger sein genügt ihnen nicht?“

  3. besucher Says:

    „Früher hieß Rassismus, wenn jemand behauptete, Schwarze seien schlecht. Heute heißt Rassismus, wenn jemand behauptet, Schwarze sind schwarz.“

    Michael Klonovsky

    • arprin Says:

      Hier weitere geniale Klonovskysmen:

      „Indem sie ihre Berichterstattung über die tägliche Verfolgung und Ermordung von Christen in muslimischen Ländern möglichst knapp halten, leisten die Medien einen wichtigen Beitrag zum Abbau der Islamophobie.“
      „Man fängt an, die Welt zu verbessern, indem man denen nicht folgt, die behaupten, sie verbessern zu wollen.“
      „Wenn wir in der Vergangenheitsbewältigung nicht nachlassen, klappt das mit dem tausendjährigen Reich vielleicht doch noch.“
      „Als die Diskriminierung abzuflauen begann, tauchte der Begriff auf; als sie nahezu verschwunden war, befand er sich in aller Munde. Nun konnte sie ihre Karriere neu beginnen.“

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