Assads kleine Helfer

Mörderischer Familienclan: Die Assad-Familie herrscht seit 4 Jahrzehnten über Syrien (Bashar ist der zweite von links)

Man stelle sich folgende Situation vor: In Deutschland beginnen in einigen Städten des Landes Demonstrationen gegen die Regierung. Als Reaktion darauf lässt Merkel die Bundeswehr in den Zentren der Proteste einmarschieren, alle ausländischen Journalisten werden aus dem Land verwiesen. Bald darauf berichten Menschenrechtsorganisationen von Massakern der Bundeswehr an Zivilisten, im Internet kursieren Videos, die dies belegen sollen. Merkel streitet alles ab: Die Videos seien gestellt und reine Propaganda, „bewaffneten Banden“ und „Terroristen“, die vom Ausland unterstützt werden, seien schuld an den Unruhen, die Mehrheit der Deutschen steht klar hinter Merkel und ihrer Regierung. Außerdem warnt sie davor, dass wenn sie gestürzt werden sollte, Deutschland entweder einen grausamen Bürgerkrieg oder einer Diktatur von Salafisten oder Rechtsextremen erleben werde.

Willkommen in Syrien.

Wenn man Merkel mit Assad, die Bundeswehr mit der syrischen Armee und Salafisten bzw. Rechtsextreme mit der Free Syrian Army tauscht, hat sich die oben beschrieben Situation in Syrien in den letzten 15 Monaten genauso zugetragen. Wenn es sich um Merkel handeln würde, würden ihre Argumente lächerlich klingen: Wer würde schon glauben, dass alle Demonstranten gegen Merkel vom Ausland bewaffnete Extremisten sind? Wer würde schon glauben, dass all die Tausenden Videos, die die Verbrechen der Bundeswehr zeigen, gefälscht seien? Und wem würde es kümmern, ob Merkel nun die Mehrheit der Deutschen hinter sich hat, da ihr das nicht das Recht gibt, die Minderheit zu vernichten? Wenn es aber um Assad geht, hört man diese Argumente ständig. Assad dürfte momentan einer der beliebtesten Personen der Welt seien. Dabei sind die „Argumente“ der antiimperialistischen Assad-Apologeten bei genauerer Betrachtung ziemlich dürftig.

1. „Die Mehrheit der Syrer steht hinter Assad. In den beiden größten Städten hat es keine größeren Demonstrationen gegen Assad gegeben.“

Die Behauptung, dass die Mehrheit der Syrer hinter Assad steht, lässt sich nicht so leicht beweisen, aber auch nicht widerlegen. Tatsache ist jedoch, dass Assad in seinen 11 Jahren Herrschaft vor dem Beginn des Aufstands keine freien Wahlen zugelassen hat. Stattdessen wurden zweimal Wahlen abgehalten, in der sich Assad ohne Gegenkandidaten mit 98% der Stimmen zum Präsidenten wählen ließ. Eine in Katar veröffentlichte Umfrage, die in mehreren arabischen Ländern durchgeführt wurde, ergab, dass 55% der Syrer hinter Assad stehen, während eine kanadische Umfrage, die nur in Syrien stattfand, ergab, dass 86% gegen Assad sind.

Es spielt auch keine Rolle, ob nun 20, 50 oder 90% der Syrer hinter Assad stehen. Selbst wenn 99% der Bevölkerung eines Landes hinter dem Herrscher stehen, gibt ihm das nicht das Recht, die übrigen 1% zu vernichten. Wer das glaubt, müsste eigentlich auch leugnen, dass Bush oder Obama Verbrecher sein können, da sie von der Mehrheit der Amerikaner gewählt worden sind. Und gerade die Assad-Apologeten, die meistens radikale Amerikahasser sind, werden doch wohl kaum Bush und Obama mit solchen billigen Methoden in Schutz nehmen.

Es braucht auch nicht die gesamte Bevölkerung eines Landes auf die Straße zu gehen, um zu beweisen, dass der Herrscher ein blutiger Diktator ist. Es gab bekanntlich keine große Protestbewegung gegen Hitler oder Kim Jong-Il (zumindest nicht so groß, um das Land in einen Bürgerkrieg zu stürzen) und von 1953 bis 1989 konnte man dasselbe auch von der DDR sagen. Warum es in einigen Gegenden weniger Proteste gibt als in anderen, hat verschiedene Gründe. In jeder Diktatur gibt es auch Bevölkerungsgruppen, die von ihr profitieren. Manchmal trauen sich einfach nicht genug aufrechte Menschen, gegen einen Diktator zu demonstrieren, da die Geheimpolizei überall lauert, oder- was wohl auf Syrien zutrifft- sie haben Angst, dass es mit den neuen Herrschern noch schlimmer kommen könnte (diese Angst wird von den alten Herrschern natürlich gezielt ausgenutzt).

2. „Es gibt keine Beweise für Assads Verbrechen. Viele Videos, die angebliche Gräueltaten zeigen, haben sich als gefälscht erwiesen.“

In jedem Krieg werden auf beiden Seiten Propaganda betrieben. Das war in jedem Krieg so und es wird immer so sein. Es gibt unzählige gefälschte Propagandavideos der syrischen Opposition. Man denke nur an Amina Arraf, Khaled Abu Salah, das Video eines Kettensägenmassakers, das in Wirklichkeit aus Mexiko stammte, und wahrscheinlich etliche andere Propagandastücke. Doch es steht außer Frage, dass das Assad-Regime in der Vergangenheit rücksichtslose Gewalt gegen seine politischen Gegner angewendet hat und dies auch wieder tut. Antiimperialisten glauben offenbar, dass nur westliche Regierungschefs oder mit dem Westen verbündete Organisationen zu Gewalt fähig sind, doch dem ist nun mal nicht so.

In der Vergangenheit wurden zwar Kriege oft mit falschen Gräueltaten begründet: Es gab keine KZ’s in Kosovo, keine Massenvernichtungswaffen im Irak und keine vergewaltigten Brutkasten-Babys in Kuwait. Trotzdem bedeutet das nicht, dass Diktatoren zu Gewalt unfähig sind! Den Kuwaitis wäre es unter Saddam höflich ausgedrückt nicht besonders gut ergangen, die serbische Armee hat in Kosovo Tausende unschuldige Zivilisten getötet und ein atomar bewaffneter Iran wird sicher nicht zum Frieden beitragen. Es stimmt auch nicht, dass es bei jedem Krieg nur um Rohstoffe geht. Serbien und Somalia haben keine wertvollen Rohstoffe und im Irak gab es bis 2008 keinen einzigen ausländischen Ölkonzern. Die Hintergründe des Irakkriegs liegen wohl in strategischen Überlegungen gepaart mit falschen Geheimdienstinformationen. In Somalia und Serbien wollte man wirklich nur der Bevölkerung helfen.

Nur weil es einzelne Fälschungen gibt, bedeutet das nicht, dass alle Videos, die die Verbrechen des Assad-Regimes zeigen, gefälscht sind. Nicht mal die Palästinenser könnten solche Videos fälschen, wie wir sie zu Hunderttausenden aus Syrien bekommen (die Pallywood-Fakes werden von den Antiimperialisten aber gerne geglaubt). Warum sollte die syrische Regierung keine westlichen Journalisten in das Land lassen, wenn sie nichts zu verbergen hätte? Einige haben das Land inkognito bereist und haben bestätigt, dass Armee und Sicherheitskräfte mit brutaler Gewalt gegen friedliche Demonstranten vorgehen. Wer aber wirklich glauben will, dass ausgerechnet Assad es schafft, einen „sauberen Krieg“ zu führen, den werden Fakten sicher nicht vom Gegenteil überzeugen. Ein Antiimperialist nennt Deutschland eine Diktatur, wenn steinewerfende Demonstranten von der Polizei verhaftet werden, jubelt aber, wenn Assad mit Gewalt gegen „Terroristen“ vorgeht.

3. „Die Opposition ist eine islamistische und bewaffnete Organisation. Jeder Staat hat das Recht, gegen bewaffnete Gruppierungen vorzugehen.“

Natürlich spielen Islamisten eine wichtige Rolle in der syrischen Opposition. Allerdings hätten sie auch eine große Gegnerschaft- Kurden, Christen, sunnitische Assad-Anhänger- ein ägyptisches Szenario droht nicht, eher ein tunesisches. Das ist aber allemal besser als ein Bürgerkrieg. In dem Programm des SNC ist außerdem zu lesen, dass Syrien eine parlamentarische Demokratie werden und die Macht beim Volk liegen soll, die Rechte der Kurden, Christen und Alawiten werden betont. Einige Umfragen ergeben, dass die Mitglieder der syrischen Opposition eine besonders schlechte Meinung zum Iran haben und Islamisten nur eine Minderheit bilden.

Eine säkulare Regierung muss auch nicht automatisch besser sein als eine religiös dominierte, sie kann genauso anti-liberal sein wie eine theokratische. Syrien mag zwar im Gegensatz zu Jordanien ein säkularer Staat sein, dafür aber auch ein viel schlimmerer Polizeistaat. Die Demonstrationen, die Jordanien im Rahmen des Arabischen Frühlings erfassten, wurden vom König ausdrücklich erlaubt, in Syrien hat der Aufstand offiziell 12.000 Menschen das Leben gekostet. Und: Es ist allgemein bekannt, dass Islamisten sehr schnell den Rückhalt in der Bevölkerung verlieren, wenn es ihnen nicht gelingt, die wirtschaftliche Lage der Bevölkerung zu verbessern.

Dass jeder Staat das Recht hat, gegen bewaffnete Organisationen vorzugehen, ist eine Selbstverständlichkeit (die für Antiimperialisten jedoch nicht gilt, wenn es um Israel geht). Ein Staat hat aber nicht das Recht, unschuldige Zivilsten zu foltern und zu ermorden. Dies hat nichts mehr mit „Selbstverteidigung“ zu tun, es handelt sich hier um nichts weiter als um Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die Bundesregierung hat nicht das Recht, im Kampf gegen Salafisten, NSU oder das Hekla-Empfangskomitee willkürlich Menschen zu verhaften, Städte zu besetzen, zivile Wohnviertel zu bombardieren und die die Strom- und Wasserversorgung zu unterbinden, wie es in vielen syrischen Städten geschehen ist.

4. „Falls Assad gestürzt wird, kommen Islamisten an die Macht, die Syrien in ein Gottesstaat verwandeln. Wir brauchen kein neues Afghanistan, Irak, Libyen usw.“

In Syrien sind in den letzten 15 Monaten 12.000 Menschen durch politisch motivierte Gewalt umgebracht worden, 10.000 allein in den letzten 8 Monaten. Syrien ist schon wie Afghanistan, Irak, Libyen, nur mit einem Unterschied: Es ist in Syrien noch schlimmer. In Afghanistan sind 2011 nach Angaben der UNO rund 3.000 Zivilisten durch den Krieg umgekommen, im Irak lag die Zahl darunter (mittlerweile fliehen Syrer in den Irak und nicht umgekehrt) und in Libyen sind nach dem Ende des Bürgerkriegs im Oktober etwa 400-500 Menschen durch innere Kämpfe der Rebellen getötet worden, also rund 9.500 weniger als zur selben Zeit in Syrien.

Assads Syrien:

– basierte auf fünf Grundzügen: Gewalt, Bespitzelung, Korruption, Isolation und Armut
– wurde wie in einem Apartheidstaat von einer 6%-Minderheit regiert, vor allem die Kurden hatten praktisch keine Rechte
– war mit den islamistischen Iran, der islamistischen Hisbollah und der islamistischen Hamas verbündet
– versorgte die Hisbollah mit Waffen aus dem Iran
– schickte einheimische Terroristen zum Dschihad in den Irak
– baute mit nordkoreanischer Hilfe an einem Atomreaktor
– ließ 2005 wahrscheinlich den prowestlichen libanesischen Regierungschef Hariri ermorden

Wie viel schlimmer als das kann es noch werden? Es besteht tatsächlich die Gefahr, dass Islamisten an die Macht kommen, wenn Assad verschwindet. Der Grund dafür ist, dass die Rücksichtslosigkeit, mit der Armee und Sicherheitskräfte gegen jeden Kritiker des Regimes vorgehen, immer mehr Menschen in die Hände von regierungskritischen Islamisten treibt. Dieses Szenario kann man aber nicht verhindern, indem man die ganze Demonstrationsbewegung zusammenschießen lässt, sondern indem man endlich einen friedlichen Dialog, ohne Haft, Folter und Mord, sondern mit einem Mehrparteiensystem und freien Wahlen, beginnt. Dieser Dialog muss ernst gemeint sein- es ist nicht möglich, einen Dialog anzubieten, während die Armee und Sicherheitskräfte weiter foltern und morden. Da es dazu nicht mehr kommen wird, wird Syrien leider weiter im Bürgerkrieg versinken.

Als Leseempfehlung: Meine früheren Syrien-Artikel

10.Dezember: Nachrichten aus Syrien
5.Januar: Syrien = Sri Lanka
22.Januar: So sprechen die Handlanger des US-Imperialismus
4.Februar: Dank Russland und China: Syrien vor dem Bürgerkrieg

40 Antworten to “Assads kleine Helfer”

  1. antifo Says:

    http://www.jpost.com/MiddleEast/Article.aspx?id=272481

    Präsident Assad in seiner Rede vor dem syrischen Parlament: “Wir stehen hier nicht vor einem politischen Problem, denn dann würde diese Partei sich für ein politisches Programm einsetzen. Womit wir es zu tun haben, ist der Versuch einer sektiererischen Zersetzung der syrischen Gesellschaft mit dem Terrorismus als Werkzeug.”

    Außerdem sagte er, dass der Dialog mit denen, die sich nicht für eine militärische Intervention durch das Ausland einsetzen nach wie vor möglich ist, dass man sich dem Terrorismus weiterhin entschlossen entgegenstellen werde, daß man aber an denen, die in die Gesellschaft zurückkehren wollen, keine Rache üben werde.

    Präsident Assad zeigt sich der Herausforderung absolut gewachsen!

    Gestern wurde außerdem der Palästinenser Khaled Abu Salah zusammen mit seiner Terrorgruppe von syrischen Sicherheitskräften in Homs liquidiert:

    http://apxwn.blogspot.de/2012/06/der-groe-falsifikator.html

    Dieser Aktivist war sogar den bundesdeutschen Medien aufgefallen:

    http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/medien_politik_wirtschaft/syrien207.html

    • arprin Says:

      Khaled Abu Salah habe ich in meinem Artikel angesprochen und dabei auch noch denselben Link vom NDR gepostet.

      Ansonsten bringt dein Kommentar nichts Neues, nur die übliche Propaganda der Assad-Fanboys. Es ist erstaunlich, dass man den „verwackelten Youtube-Videos“ misstraut (es sei denn, sie zeigen Mitglieder der Free Syrian Army), dafür aber ohne jeglichen Beweis an eine ausländische Weltverschwörung gegen Assad glaubt, gegen die sich natürlich nur Russland und China, die beiden Bollwerke von Demokratie und Freiheit, entgegenstemmen.

      • besucher Says:

        Die Crux an der ganzen Sache ist dass man erst wieder im Nachhinein beurteilen kann wie grausam oder auch nicht ein Regime regiert hat.
        Man kann natürlich auf Assad mit dem Finger zeigen und jeder weiß dass es sich bei Syrien um einen autoritären Polizeistaat handelt.
        Aber irgendwie wollen mir die Geschichten über den Iran von damals nicht aus dem Kopf.
        Khomeini ließ auch eine Propaganda von vielen zehntausenden Toten unter der „Knute des Schah“ verbreiten und alle linken, nützlichen Idioten glaubtem ihm.
        Letztendlich waren es glaube ich etwas über 100 Opfer in der Auseinandersetzungen der Siebziger im Iran.

        Was ich aber nicht glaube ist dass dieses „Massaker“ von Haula auf Assads Kappe geht, weil es in der momentanen politischen Lage nur verheerend für ihn ausgelegt werden kann.

      • arprin Says:

        „Was ich aber nicht glaube ist dass dieses “Massaker” von Haula auf Assads Kappe geht, weil es in der momentanen politischen Lage nur verheerend für ihn ausgelegt werden kann.“

        Dann müsstest du dem Assad-Regime aber vorwerfen, rational zu handeln.

        Und die Lage im Iran 1979 kann man höchstens insofern miteinander vergleichen, dass, desto länger ein Regime eine Schreckensvision an die Wand malt, desto wahrscheinlicher sie später zur Wirklichkeit wird. Man nennt sowas „selbsterfüllende Prophezeiung“, aber das weiß du sicherlich.

      • besucher Says:

        Wieso nicht? Warum sollten sie auf einmal irrational handeln?

        Was würde es Assads „loyalen“ Truppen bringen Frauen und Kinder zu massakrieren?
        Es können natürlich übergelaufene Regimenter gewesen sein die der Staatsführung ans Bein pinkeln wollen.
        Aber wie schon gesagt, nichts genaues weiß man nicht.

  2. antifo Says:

    Es ist wirklich eine Schande, dass diese Terror-Banden als „Protestbewegung“ ausgegeben werden.

    Hier die Übersetzung eines Artikels aus der New York Times vom Februar 2012:

    Das Paradoxon der Unterstützung Assads in der syrischen Krise
    http://antifo.wordpress.com/2012/05/27/das-paradoxon-der-unterstutzung-assads-in-der-syrischen-krise/

    • arprin Says:

      In ihrem Artikel steht:

      „Obwohl Präsident Bascher al-Assad nicht zögert die Armee auf die Zivilbevölkerung loszulassen (mit tödlichen Folgen), hat er weiterhin eine gewisse Unterstützung, daheim und bei seinen Allierten im Ausland, zu denen religiöse und ethnische Minderheiten zählen, die sich Jahrzehnte lang darauf verlassen konnten, daß der Polizeistaat sie vor der sektiererischen Gewalt schützt.“

      Damit wird eingeräumt, dass Assad mit Gewalt gegen Zivilisten vorgeht und nicht bloß gegen „Terror-Banden“ und seine Anhänger nur aus Angst vor der Rache der neuen Herrscher zu ihm halten.

      Die Angst kann ich verstehen. Aber dieses ganze „wenn die Suniiten an die Macht kommen, töten sie alle Schiiten“ und „Wenn die Schiiten an die Macht kommen, töten sie alle Sunniten“ muss doch irgendwann aufhören! Es ist doch keine ewige Lösung, einen autoritären „Führer“ zu unterstützen, der die eine Seite blutig unterdrückt und damit für angebliche „Stabilität“ sorgt (angeblich, weil er mit seiner Unterdrückung nur die Samen für die zukünftige Rache der Unterdrückten legt).
      Die einzige Lösung ist, dass beide Gruppen lernen, miteinander auszukommen, so dass man keine Angst mehr vor gegenseitiger Rache haben muss. Das geht nur, wenn man endlich den Weg zu einer pluralistischen Demokratie beschreitet. Ein „Führer“ kann einen nicht ewig vor der Rache der Unterdrückten schützen, das Aufheben der Unterdrückung schon.

      Die Zivilisation muss irgendwann auch bei den Arabern ankommen, finden sie nicht? Oder sollen sie auf ewig von Mubaraks, Gaddafis und Assads regiert werden?

      • antifo Says:

        Der NYT-Artikel belegt, dass es legitime Gründe zur Unterstützung Assads gibt. Man wird deshalb nicht gleich zum „Assad-Fanboy“. Es gibt auch zahllose Syrer, die durchaus in Opposition zu Assad stehen und gerne weitere Reformen hätten, die aber trotzdem gegen den von den Golfstaaten finanzierten und von den NATO-Staaten diplomatisch beschirmten bewaffneten Aufstand sind, weil ihnen bewußt ist, dass das Land und womöglich auch die Region dann im Bürgerkrieg versinkt. Deswegen widersprechen sie Assad auch nicht, wenn der sagt, daß die Lösung des Terrorismusproblems ganz oben auf der Tagesordnung steht, weil er da einfach recht hat. Den Amerikanern blieb im Irak auch nichts anderes übrig, als gewaltsam gegen Bombenleger und bewaffnete Aufrührer vorzugehen.

        Im übrigen ist das im Vergleich zur Türkei wirklich säkulare System in Syrien doch genau das, was Sie eigentlich wollen.

      • besucher Says:

        Eigentlich passt die Realität momentan noch ganz gut zu den Thesen konservativ-islamkritischer Geister die den Islam nur unter der Knute autoritärer, säkularer Regime gebändigt sehen und so etwas wie Demokratie in islamisch geprägten Gesellschaften sich schwer vorstellen können. Ich bin jetzt 33 Jahre alt und ich weiß nicht ob ich sagen wir mal 50 Jahren in der Lage sein werde eine Prognose abgeben kann ob und dass es funktioniert.

      • antifo Says:

        Das ist eben der Punkt. Nach den von Präsident Assad in den Jahren 2011/2012 als Reaktion auf die Proteste eingeleiteten Reformen hat Syrien heute eine Verfassung mit einem Mehrparteien-System. Genau dafür sind die Leute dort auf die Straße gegangen. Es gibt auch oppositionelle Parteien und Parteibündnisse. Dieses Syrien unter Assad hat also nachweislich Potential in die Richtung, die man eigentlich haben will. Statt das aber zu unterstützen, will man eine blutige Revolution mit einem ausgewachsenen Bürgerkrieg anzetteln. Das sollte man nicht tun. Federführend beim Aufwiegeln sind die Golfmonarchien, die nun wirklich nicht als Experten für Demokratie angesehen werden können. Denen geht es nur um das „Great Game“ zwischen Sunniten und Schiiten in der Region. Wem es um Demokratie geht, der kann sich nur für die Bekämpfung des Terrorismus und die Fortführung der Reformen aussprechen.

  3. arprin Says:

    @besucher: Assad hat schon zuvor vor Augen der Weltöffentlichkeit Massaker durchgeführt, ob vor Beobachtern der Arabischen Liga oder der UNO. Er hat die Unterstützung Russlands, Chinas und des Irans und auch noch von großen Teilen der Bevölkerung sowie die Unentschlossenheit des Westens, besonders Obamas, auf seiner Seite.

    @antifo: Ich lehne die Unterstützung des Aufstands durch die Wahabiten und Salafisten strikt ab. Das ist eine Katastrophe. Aber die Opposition besteht eben nicht nur aus bewaffneten, vom Ausland unterstützten Islamisten, das wollen sie offenbar nicht kapieren. Desto mehr Assad mit Gewalt gegen friedliche Demonstranten vorgeht, desto mehr gewinnen selbst radikale Kräfte an Unterstützung bei der regierungskritischen Bevölkerung. Es ist Assad, der das Land in den Bürgerkrieg führt.

    Assads Regime ist für nahöstliche Verhätnisse zwar säkular (obwohl Christen nicht die gleichen Rechte haben wie Muslime), aber vor allem eine totalitäre Diktatur. Ich weiß gar nicht, warum so viele eine säkulare Diktatur offenbar besser finden als eine theokratische. Die drei größten Massenmörder der Geschichte, Hitler, Stalin und Mao, waren auch säkular.

    Und Assads sogenannte „Reformen“ sind ein Witz. Es gab ja schon vor 2011 ein Mehrparteiensystem, nur das diese Parteien gleichgeschaltet waren. Auch in der DDR und anderen kommunistischen Ländern gab es offiziell andere Parteien im Parlament (die „Blockparteien“), die einen Pluralismus vorgaukelten.

  4. antifo Says:

    @arprin
    Bei der syrischen Opposition ist an erster Stelle zwischen der schwer bewaffneten, militanten und vom Ausland finanzierten „Opposition“ und der legalen Opposition zu unterscheiden. Nachdem Sie nicht ganz auf den Kopf gefallen sind, ist davon auszugehen, daß Sie diesen für die syrische Bevölkerung absolut wesentlichen Unterschied mit voller Absicht verwischen.

    Die legale Opposition kann in Syrien heute frei agieren und hat sich natürlich auch an den Wahlen beteiligt. Sie kann im Rahmen des nationalen Dialogs mitreden und auf diese Weise die von Präsident Assad in Aussicht gestellten Reformen tatsächlich auch mit gestalten! Deswegen findet man auch die Mehrzahl derjenigen, denen es um eine Demokratisierung des Landes geht, in den Reihen dieser legalen Opposition.

    Unter der vom Ausland unterstützten, bewaffneten „Opposition“ finden sich dagegen fast nur solche, denen es gar nicht um Demokratie geht. In ihren vordersten Reihen sind kampfbereite Salafisten und Terroristen, denen es im Libanon und anderswo langweilig geworden ist:

    Libanons meistgesuchter sunnitischer Terrorist sprengt sich in Syrien in die Luft
    http://antifo.wordpress.com/2012/05/24/libanons-meistgesuchter-sunnitischer-terrorist-sprengt-sich-in-syrien-in-die-luft/

    Solange Sie es nicht schaffen, die friedliche, unbewaffnete und demokratische Opposition sauber und durchgehend(!) von derartigen Massenmördern und anderen kriminellen Elementen zu trennen, sollten Sie sich besser nicht zum Sprecher der „syrischen Opposition“ machen.

    • arprin Says:

      „Die legale Opposition kann in Syrien heute frei agieren und hat sich natürlich auch an den Wahlen beteiligt.“
      Ja, nur das Assad bestimmt, was legal ist und was nicht. In der DDR gab es auch eine SED-treue „Opposition“.

      Ich empfehle ihnen folgenden Beitrag:
      http://www.faz.net/aktuell/politik/arabische-welt/syrien-assad-und-seine-dschihadisten-11745871.html
      „Baschar al Assad hat lange Terroristen unterstützt. Einig waren sich sein Regime und die Dschihadisten in der Unterstützung des Widerstands gegen die amerikanischen Truppen im Irak. Doch nun schlagen die Terroristen zurück.“

      Schade, dass es noch so viele Menschen im Westen gibt, die der Propaganda eines totalitären Regimes glauben. Aber bei ihnen wundert es mich nicht, immerhin regen sie sie ja auch mehr über die angeblichen Christenverfolgungen in Kalifornien(!) auf als über die in Nordkorea.

      • antifo Says:

        Lenken Sie nicht ab. Entscheidend ist, dass Ihre These einer Unterscheidbarkeit von schwer bewaffneten „Demokraten“ und Terroristen (Fatah al-Islam u.a.) dem Praxistest nicht stand hält. Diese „Freie Syrische Armee“ ist doch mittlerweile dermaßen auf Kanonenfutter angewiesen, dass „Demokraten“ und Terroristen ein Herz und eine Seele sind. Sie kämpfen Seite an Seite und brüllen auch gemeinsam „Allah u-akbar“, wenn sie wieder mal einen Bombenanschlag oder einen Meuchelmord begehen. Ihnen gefällt das natürlich, aber das syrische Volk die Schnauze gestrichen voll von dieser Art von „Opposition“.

      • arprin Says:

        Welche ungeheuerliche, kranke und perverse Gehirnwäsche muss jemand erlitten haben, der ein solch mörderisches Regime verteidigt? Sie sollten Glück haben, das sie nicht in dem Paradies leben, für das sie Assads Syrien halten.
        Wollen sie wirklich leugnen, das Assads Soldaten Tausende Zivilisten umgebracht haben und das Syrien eine Diktatur ist? Glauben sie wirklich jeder Propaganda bei SANA, IRIB und Konsorten?

  5. antifo Says:

    Ich verteidige kein Regime, sondern das Recht der Menschen in Syrien auf ein friedliches Leben ohne diesem aus religiösem Sektierertum geborenen Hass. Sie betätigen sich dagegen als Kriegstreiber und versuchen das mit humanistisch klingenden Worthülsen zu kaschieren.

    Falls Sie das noch nicht kennen:

    http://apxwn.blogspot.de/2012/05/der-gewohnliche-faschismus-der.html

    das ist die deutsche Übersetzung eines wenige Tage nach dem Massaker von Hula von Reportern von ANNA-News in Syrien geführten Interviews. Die Frau, die da interviewt wurde, gehört offenbar zur abchasischen Diaspora in Syrien, weswegen sie auch Russisch spricht. Nach ihrer Aussage waren die in Hula Abgeschlachteten Verwandte eines syrischen Parlamentsmitgliedes, die sich geweigert hatten, die aus salafistischen Terrorbanden und gewöhnlichen Kriminellen bestehenden Aufständischen zu unterstützen und sich ihnen sogar entgegenstellten.

    • arprin Says:

      Doch, sie verteidigen Assad und seine „Reform“-Farce, von der jeder, der einen funktionierenden Verstand hat und keine Gehirnwäsche erlitten hat, weiß, dass es eine Farce ist.

      Wenn sie gegen religiöses Sektierertum sind, sollten sie sich mal fragen, warum in Syrien eine religiöse Minderheit von 6% das Land regiert, warum es Christen verboten ist, Muslime zu missionieren, warum Muslime bei Apostasie bestraft werden und warum Assad mit den Vollblutislamisten aus dem Iran und der Hisbollah im Bund ist. Außerdem geht es nicht nur um religiösen Hass, sondern in diesem Fall um ideologischen. Sie werden wohl kaum behaupten, dass jemand, der säkular ist, kein Diktator sein kann. Assad kann so säkular sein kann, wie er will, das gibt ihm nicht das Recht, seine eigenen Bürger zu unterdrücken und zu ermorden.

      Sie haben kein Wort für Assads Massaker übrig, stattdessen kritisieren sie einseitig nur die Free Syrian Army. In meinem Artikel und in den Kommentaren habe ich mich klar gegen Fundamentalismus ausgesprochen und gesagt, dass es Propaganda auch bei der Opposition gibt. Ich bin nicht für eine Seite in diesem Konflikt, sondern für einen wirklichen Frieden, den es mit Assad nicht geben kann, wie er in den letzten 15 Monaten eindrucksvoll bewiesen hat. Sie dagegen sind völlig einseitig und glauben jeder Propaganda auf Assads Seite, wie zu alten Sowjetzeiten.

      Und dann noch das Attribut „Kriegstreiber“ zu benutzen, ihnen ist wirklich nicht mehr zu helfen! Wissen sie eigentlich, dass der Iran dem Assad-Regime hilft, den Aufstand niederzuschlagen? Warum empören sie sich nicht über diese imperialistische Einmischung in Syrien und jammern stattdessen nur auf die Golfstaaten? Dabei weiß jeder, das Annan und Obama nichts machen werden, aber man braucht dieses Szenario, um sich als „Antiimperialist“ auszugeben. SIE sind es, der sich als Kriegstreiber betätigt und versucht das mit humanistisch klingenden Worthülsen zu kaschieren. Damit werden sie mich nicht überzeugen, aber sie verkürzen den Weg zu meinem Spam-Filter.

      • besucher Says:

        Gibt es überhaupt einen Staat mit einer islamischen Mehrheit wo die Leute aus dem Islam austreten können?
        Indonesien und die Türkei fielen mir da ein.
        Allerdings weiß ich nicht ob in deren Pässen überhaupt die Religion aufgeführt ist.

      • antifo Says:

        Ihnen geht es gar nicht um Syrien. Ihnen geht es um Iran. Das wird auch der Grund sein, weshalb die von Präsident Assad eingeleiteten Reformen schlecht sein müssen. Ihnen mangelt es schlicht an geistiger Freiheit zu erkennen, dass die Unterstützung der legalen Opposition der für Syrien beste Weg ist.

      • arprin Says:

        Der Grund, warum Assads Reformen für mich schlecht sind, ist, weil Assad weiterhin mit Gewalt gegen Zivilisten vorgeht. Mit dem Iran hat das nichts zu tun.

      • antifo Says:

        Hat nichts mit dem Iran zu tun? Weshalb ist in Ihrem Artikel dann x-mal vom Iran die Rede?

      • arprin Says:

        Häh?? Ich erwähne den Iran kein einziges Mal in meinem Artikel, nur in einem einzigen Kommentar. Der Grund für die Erwähnung ist, dass der Iran sich in Syrien einmischt, also nicht nur die Golfstaaten, wie sie es x-mal in ihren Kommentaren sagen.

        Meine Ablehung gegen Assad hat aber nichts mit dem Iran per se zu tun. Ich wäre auch gegen Assad, wenn er nicht mit dem Iran verbündet wäre.

  6. warbreak Says:

    Arprin,

    deine Einseitigkeit und Betriebsblindheit setzen fast schon humoristische Reaktionen frei.

    Wo soll ich anfangen und wo aufhören? Versuchen wir es mal:

    – Sich gegen die „FSA“/SNC zu positionieren bedeutet nicht, ein „Assad-Fanboy“ zu sein. Es bedeutet, ein System mit vielen Fehlern einem Staat in Terroristenhand vorzuziehen.

    – Das Massaker von Houleh wurde, höchstwahrscheinlich, von den Terroristen selbst fabriziert (Racak lässt grüssen, das Kosovo-Training der FSA hat sich ja richtig gelohnt) und sicher nicht von der syrischen Armee begangen.

    – KSA und Israel werden mit Panzern vollgepumpt und mit (Atom-) U-Booten aus Deuschland beschenkt (35%ige Finanzierung über Steuergelder) – dient nicht der Deeskalation. Nicht mal ein bißchen.

    – 13 Terroristen (!!?) werden gestern durch eine US-Drohne liquidiert. Wo unterscheiden sich diese nochmal von den syrischen „Rebellen“?

    – Sunnitische Kämpfer töten Dutzende Menschen im Irak. Ziel war ein schiitisches Kulturzentrum. Deutsche Medien: „Terror ihn Bagdad“. Ich komme jetzt langsam ins Schleudern. Alle machen das Gleiche, hier sind sie Terroristen, dort Aktivisten.

    – Seit dem Sturz Gaddafis verschwand die Akte Libyen quasi aus der deutschen Berichterstattung. Vielleicht kannst du mich auf dem Laufenden halten und mir eine kurze Situationsbeschreibung der Lage vor Ort geben…

    – Die arabische Liga wird demnächst über den Satelliten „NileSat“ die syrischen Satellitenkanäle sperren – freie Meinungsäusserung?

    – Die innersyrische Opposition lehnt geschlossen jede militärische Intervention in Syrien ab… hat diese Oppopsition keine Legitimation und kein Recht in den Westmedien zitiert zu werden?

    – Nach 14 Monaten und unsäglichem psychischem und physischem Druck hat sich die syrische Armee (> 65% Sunnitenanteil) immer noch nicht aufgelöst… und das syrische Volk hat sich immer noch nicht zu einem „Volksaufstand“ formiert. Kannst du mir das erklären?

    – In Bahrain sind in den letzten 14 Tagen wieder verstärkt saudische Kräfte einmarschiert (!) um die Reformanten in den Strassen niederzuwalzen. Was denn nun? Sind wir für oder gegen Unterdrückung?

    So, das wären nur – wirklich – kleine Gedankengänge, die in schöner Manier die moralische Destruktivität der „demokratischen
    Kräfte“ widerspiegelt. Und mir fielen noch soo viele Sachen ein…

  7. antifo Says:

    „Allerdings bilden sich innerhalb der Aufständischen immer mehr autonom operierende Gruppierungen. So schlossen sich Oppositionelle mit islamistischer Prägung zur „Front islamischer Brigaden“ zusammen, die etwa 16.000 Kämpfer in ihren Reihen habe, sagte ein Sprecher in Istanbul.“

    http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-06/syrien-friedensplan-rebellen

  8. antifo Says:

    Zitat von arprin aus der FAZ:

    “Baschar al Assad hat lange Terroristen unterstützt. Einig waren sich sein Regime und die Dschihadisten in der Unterstützung des Widerstands gegen die amerikanischen Truppen im Irak. Doch nun schlagen die Terroristen zurück.”

    Vom Niveau her ist das ungefähr auf dem Level wie das hier:

    Die USA haben lange Terroristen unterstützt. Einig waren sie sich mit den Dschihadisten in der Unterstützung des Widerstandes gegen die sowjetischen Truppen in Afghanistan. Doch am 11. September 2001 schlugen die Terroristen zurück.

    Beides ist mehr oder weniger richtig.

  9. antifo Says:

    Der bzw. ein Teil des “syrischen Widerstands” ruft dazu auf, den Dichter Adonis umzubringen, da er “Alewit”, ein “Ungläubiger” und gegen eine Intervention des Auslands ist:

    http://www.alhadathnews.net/?p=27756

    Da kann man sich ausrechnen, wie es in Syrien zugehen würde, wenn die Terroristen siegen würden. Die Hetze gegen Alewiten und Schiiten zieht sich auch durch unsere Medien. Offenbar will man uns darauf vorbereiten und einstimmen, damit wir dann Verständnis für deren Schlächterein haben.

    Vom Westen und den GCC-Staaten braucht man nicht erwarten, daß sie Derartiges verhindern. Das kann nur die syrische Armee.

    • arprin Says:

      Man muss sich nicht erst ausmalen, wie es in Syrien zugehen würde, wenn Assad an der Macht ist, man kann es bereits sehen:

      Ganze Familien werden ausgelöscht:


      Menschen bei lebendigem Leibe verbrannt:


      Sogar in Anwesenheit von UN-Beobachtern werden friedliche Demonstranten beschossen:


      „Es gibt nur ein Gott, und sein Name ist Bashar al-Assad“:




      An den mit von Assads Soldaten begangenen Morden tragen Sie als Befürworter des blindwütigen Zertrümmerns friedlicher Demonstrationen ein gehöriges Maß an Mitschuld!

      • warbreak Says:

        Du musst dir nicht „ausmalen“ wie es in Syrien unter Assad zugehen würde… du kannst es dir anschauen, durchlesen und erzählen lassen. Syrien unter Assad ist seit 40 Jahren Realität (!!!).
        Es ist das geilste arabische Land, mit den stolzesten und gastfreundlichsten Menschen, die ich je bei meinen Auslandsreisen kennenlernen durfte.
        All` die Defiziete, die eine Diktatur mit sich bringt, konnten diesem Land nichts anhaben. Die Syrer, und ich habe viele syrische Freunde, wissen genau, was sie an IHREM Land haben. Und das zeigen sie seit über 14 Monaten der gesamten erstaunten westlichen Welt.
        Die Reformen wollen sie selber erreichen, ohne koloniale Unterstützung eines verachtenswerten Westens, der spätestens jetzt in all` seiner prachtvollen Verlogenheit und Heuchelei Generationen von Syrern als warnendes Beispiel dienen wird.

        Glaubst du ernsthaft, dass du irgendwen mit deiner selektiven Ansammlung von „Westpresseschnipsel“ beeindrucken kannst? Dir fehlt jegliche Authenzität und Glaubwürdigkeit. Deine Artikel, logisch, orientieren sich an deiner Weltanschauung und Gesinnung. Du hältst keiner argumentativen Auseinandersetzung stand.

        Öffne die Augen mein Lieber, in Syrien geht es jetzt erst richtig los. Mit Beteilgung der regulären syrischen Armee, mit allen ethnischen und religiösen Fasetten, als Schwert der Erkenntniss im Rumpf der Negierer und Sektierer. Und am Ende wird das syrische Volk siegen, nicht Assad, denn die Reformer sind nicht mehr aufzuhalten, ganz im Gegensatz zu den by USrael-supported „Activists“!

      • arprin Says:

        „Du hältst keiner argumentativen Auseinandersetzung stand.“
        Ja, du hast ja alle meine Argumente sachlich und ausführlich zerlegt. Vor allem hast du ja bewiesen, dass die NATO 100.000 Libyer umgebracht hat und das die Medien sich über die Akte Libyen nach Gaddafi ausschweigen. Die ZEIT hat bekanntlich nach Oktober 2011 nie wieder über Liyben berichtet.

        Und wie toll, dass du Assads barbarische Folterknechte so schön huldigst und das mit „Solidarität“ mit dem syrischen Volk verwechselst. Jedem das seine. Solche Leute wie du haben wahrscheinlich auch 1982 in Hama Beifall geklatscht, oder?

  10. warbreak Says:

    Arprin, antworte der Frau doch mal und erklär ihr, was in Syrien deiner Meinung nach „wirklich“ abgeht…
    Vielleicht helfen ihr einige Zeit-, Welt- oder Stern-Presselinks um zu „verstehen“:

    An Open Letter from an English Woman Living in Syria
    Posted on June 5, 2012 by friendsofsyria

    Dear Sirs,
    I have lived in Syria for more than 40 years, a Christian in a Muslim family, but have never felt so threatened before. There have been many times when trouble here, or war, or differences between the Syrian and British governments have arisen, but I cannot recall any time when the actions of the country I still call home have been so embarrassingly prejudiced.
    Syria is not a very well-governed country, and most people complain of the various secret police forces and their power, but for almost everyone almost all the time, life has been secure. I have walked through a city of 5 million people late at night with no thought that it would be unsafe, and the different Muslim and Christian sects have worshipped in their own ways and places with little control. Even the synagogue, now deserted, is protected from damage, and the land abandoned by Jewish emigrants waits for them to reclaim it sometime.
    The present hate campaign seems to me to have started when the Lebanese leader, Rafiq Hariri was assassinated some years ago. It had to be Syria’s fault, though he used to spend time in Damascus, and owned a house there. There was screaming and shouting from the Americans that Syrians must be brought to trial, and only when evidence which had been ignored was forced on the attention of the world, that the Americans themselves, with Israeli help, had been involved, was the subject quietly dropped.
    The basis of a democracy, I was taught, is a free press, and Syria is only now beginning to get that. However, how free is your own information? The official news programme from Syria is now going off the air from the Nilesat and Arabsat satellite, so others in the Arab world will not be able to get any official view of Syria. Europe has Syria on Hotbird, but the news on the BBC Arabic service usually discounts anything put out by the government. On the other hand, the programmes which are devoted to the opposition are given free rein on the airwaves, even when their content is often extremely controversial and frequently wildly inaccurate. I have seen reports of opposition rallies which showed pictures of pro-government rallies, and reports purporting to be from the North Syrian countryside, where it has been an incredibly wet year, which appear to have been taken in some desert. The news being accepted as truth by BBC World News is so biased these days that I no longer believe what they say about anything any more, after more than 60 years of crediting them with the truth.
    Syria certainly needs democracy, but most of the people I speak to, from friends to cleaners, factory workers and taxi-drivers, are actually looking for ‘a strong leader to be a father to his people’. Like the majority in England, if they can see life getting a little easier for them and their families, they really don’t worry too much about the system, so long as it treats them fairly.
    There had been many improvements in the way of life and in the standards of living of many working people in the last few years. One big difference is the reduction of corruption in the police and the judicial services, and the limiting of the powers of the security services. Another advance was, until the present conflict, the massive growth in tourism to Syria, pulling thousands, possibly hundreds of thousands, of people into paid employment of one sort or another – this has, of course, disappeared, to the distress of many families. . The tragedy here has been twofold. The population has more than tripled in about 35 years (how would Britain manage that one?), and nobody has bothered very much to keep the system fair. The president is much criticized in the west for favouring his tribe, but I would point out that many of the people in his government are not Alawi, although many are, and he increasingly heads a government of technocrats.
    The saddest part of the present events is, for me, how two other Arab countries, Saudi Arabia and Qatar, are being encouraged to bring their own forms of democracy and force them on Syria. When one remembers that the Saudi police start where the Syrian police leave off, and are proud of it, that women have no equal status there, that the religious police have power and status, and that any and all opposition is dealt with ‘firmly’ by the Saudi army, even when it is in neighbouring Kuwait, I can only wonder at the naivety of the Foreign Secretary who appears to want to bring them to relatively laid-back Syria.
    The opposition, ah yes, the poor, unarmed rebels fighting the might of the Syrian army. Here are a few facts that I can produce actual witnesses for:
    A business acquaintance of my husband was invited to join a peaceful demo after Friday prayers in Hama last summer. He was worried for his safety, but was given a red rose to carry and assured the whole thing would be calm and orderly, and seeing many other men from the mosque joining in with their small sons, he agreed. They walked for a very few minutes, the unarmed police watching them from the wayside, then a man NEXT TO HIM pulled out a gun and shot the nearest policeman dead. The result was a riot. With fatal casualties, reported on Jazeera as a gratuitous attack by the police on demonstrators.
    An elderly man in Jisr el Shugur, retired and living with his wife in a ground-floor flat, decided that he had better stay and look after it when the Freedom Fighters took over. The weather was hot, so his shutters were shut but the windows open, and he heard people talking outside who did not have Syrian accents. He judged them to be from Saudi or some such place. He did not mind being in the hands of Syrians, but was furious and frightened to find himself at the mercy of foreigners, so he put his wife in his small car and left, pretending to go to Edlib, as they refused him permission to go to Aleppo.
    When the Arab Peace Mission went to Latakia, a man begged them to get the rebels out as they were making like impossible. As soon as the Peace Mission left, he was hanged by the rebels in the public square, to the horror of a foreign friend there.
    There have been multiple kidnappings in Aleppo, and the UN has said that they are the work of the opposition. There are also well-known death lists for anyone working for the government in any capacity. I just hope that this letter does not put me on one!
    Shops in many parts of Aleppo have been shut after the owners found, painted on their shutters, ‘Close or be burned down’.
    The horrible events at Houla, where children were shot or knifed to death. So many governments were so quick to blame the Syrian army, but the UN observers have not yet put in a report. Why not wait until it is known what happened?
    There are so many cases I can quote from my own knowledge. Please ask yourself if it is to YOUR benefit to have an extreme Muslim regime here. The Christians have already been told, ‘It is your turn next,’ painted on church walls in Lattakia and Aleppo.
    It is clearly true that there are many very bad sides to the present government, but demonizing the president does not seem to be a useful way forward, although the pressure on Syria at the moment has certainly helped to move the internal political process out of the rut it has been in for so many years. Perhaps a little less hysteria from the Foreign Secretary, and the old adage ‘you catch more flies with jam than with vinegar might be useful at this point in the events.
    By the way, if you hear of the death of a British citizen in Aleppo in the near future, it will be because this sort of opinion is enough to put me on a death list – and not a government one!
    Yours truly,
    Angela Formby

    • arprin Says:

      Willst du mich verarschen? Was soll denn dieser Brief aussagen? Warum soll dieser Augenzeugenbericht überzeugender sein als die Tausenden von anderen, die über Assads Verbrechen berichten?

      Kannst du auch dieser Organisation erklären, was wirklich in Syrien abgeht?
      https://www.adoptrevolution.org/

      • warbreak Says:

        Du verarschst dich schon selbst.
        Brühe doch in deinem eigenen Sud weiter und freue dich darüber, dass sich für dich ein weiteres Fenster zur Aussenwelt gerade schließt.
        Für mich macht es keinen Sinn mehr, mit einem pathologischen Negierer und Manipulator zu diskutieren.
        Adios and goodbye!

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