Nachtrag zu Hula

Das geteilte Syrien

Die Suche nach der Wahrheit in Syrien ist oft ein schwieriges Unterfangen

Das Thema Hula nimmt kein Ende. Alfred Hackensberger schrieb vor zwei Tagen in der Berliner Morgenpost und in der WELT zwei Artikel, in der er die Täterschaft der Shabiha an dem Massaker von Hula anzweifelte. Die Artikel in beiden Zeitungen sind weitgehend gleich, bei der WELT ist er nur ein bisschen umfangreicher. Sie wiederholen die bisherigen “Zweifel” und nennen als Quellen Zeugenaussagen, die in einem Kloster nahe Damaskus (weit weg von Hula) aufgenommen worden sind. Hackensberger war also nicht selbst in Hula.

Zu seinen Quellen gehört auch die Nonne Agnès-Mariam de la Croix, die schon 9/11 Truthern wie Meyssan ein Interview gegeben hat und oft durch Regimepropaganda aufgefallen ist. Hackensberger hat sich wohl nicht mal die Mühe gemacht, die Zeugenaussagen, die bis jetzt vorliegen, durchzulesen. Die Zeugen berichteten nicht nur über Militärkleidung, wie Hackensberger einräumt, sie sagten auch dass die Opfer getötet wurden weil sie gegen das Regime waren. Hackensberger schreibt auch folgendes:

Wer Taldu einmal gesehen hat, dem kommen Zweifel an den Berichten, denen zufolge mehrere Hundert Soldaten und Assad-Anhänger ohne Gegenwehr ins Dorf gekommen seien. Hula ist seit Dezember 2011 in Rebellenhand. Taldu liegt auf freier Fläche, wo es kaum Möglichkeiten gibt, Deckung zu suchen. Das Dorf ist mit Maschinengewehren und Panzerfäusten leicht zu verteidigen. Die Armee würde Taldu gern zurückerobern, hat es aber bisher nicht geschafft.

Es gibt Satellitenbilder, die eindeutig Checkpoints der syrischen Armee in der Umgebung zeigen, in der das Massaker stattgefunden hat.

Der Artikel endet mit folgender Behauptung:

„Natürlich wissen viele Leute in Hula, was wirklich passiert ist“, sagt Dschibril. Doch alle fürchteten um ihr Leben. „Wer dort jetzt den Mund aufmacht, kann nur die Version der Rebellen wiedergeben. Alles andere ist der sichere Tod.“

Wenn sich bis jetzt niemand getraut hat, die „Wahrheit“ zu sagen, woher hat dann Marat Musin seine Zeugenaussagen? Hat Hackensberger darüber nachgedacht? Eigentlich müsste dies zwangsläufig bedeuten, dass die Zeugenaussagen, die von Marat Musin und Anna News dokumentiert wurden, falsch sind.

Doch Hackensberger ist nicht der einzige, der sich nun an der Version der syrischen Regierung, Anna News und der FAZ klammert. In der Badischen Zeitung erschien am 12. Juni folgender Artikel:

Zeugen des Massakers in der syrischen Ortschaft Hula, bei dem 108 Zivilisten getötet wurden, haben der Darstellung widersprochen, dass regierungsnahe Milizen dafür verantwortlich sind. Übereinstimmend berichteten sie, dass es sich bei den Opfern “nahezu ausschließlich um Familien der alawitischen und schiitischen Minderheit in Hula handelt, dessen Bevölkerung zu mehr als 90 Prozent Sunniten” sind. Dies berichteten sie unabhängig voneinander Reportern deutscher, holländischer, russischer und libanesischer Medien.

deutsche Medien – Rainer Hermanns FAZ-Bericht
holländische Medien – Martin Jansens Bericht mit der Nonne Agnès-Mariam de la Croix in Qara
russische Medien – Marat Musins Anna News-Bericht und Olga Kulygina
libanesische Medien – nicht genannt

Die Badische Zeitung bezieht sich nicht nur auf die üblichen „Hula-Truther“ sondern verdreht, wie zuvor auch Rainer Hermann, die Aussage des elfjährigen Jungen Ali al-Sayed, indem sie die „kahlgeschoren-und-lange-Bärte“-Aussage kommentarlos wiederholt (Ali beschuldigte eindeutig das Regime). Die Badische Zeitung sagt auch noch, dass nach den Recherchen der Guardian “die wenigen Überlebenden des Massakers von Hula mit “alawitischem Akzent” sprachen”. Der Guardian sagte aber in Wirklichkeit das Gegenteil: Die Täter und nicht die Opfer sprachen mit alawitischem Akzent.

Am 18. Juni berichtete der Spiegel in einem Artikel, der online nicht zugänglich ist, dass in Taldou nur Sunniten und keine regimetreuen Alawiten gelebt hätten. Dies erwähnt auch Hackenberger in seinem Bericht, zweifelt es aber dennoch an. Übrigens widersprechen sich Musin, Hermann und Hackensberger gegenseitig. So sagten Musin und Hermann, dass die Opfer „nahezu ausschließlich“ Alawiten und Schiiten waren, während Hackensberger sagt, dass sie alle Sunniten waren. Offenbar gab es keine genaue Absprache zwischen den drei, was zumindest schon wieder etwas beruhigend ist.

25 Antworten to “Nachtrag zu Hula”

  1. aron2201sperber Says:

    Bin auf Urlaub, daher meine lange Abwesenheit in der Diskussion

    Das Grundproblem von antifo und anderen:

    sie tun so, als ob es sich bei Assads Regime um eine ganz normale Regierung, die gegen Verbrecher vorgeht, handeln wuerde und nicht um eine miese verbrecherische Diktatur, die sie ist

  2. shaze86 Says:

    Vielen Dank für die reingesteckte Energie.
    Ich blicke erlich gesagt nicht durch. Wer ist Anna news? Klingt nicht seh seriös. ( Ist Russland nicht Verbündeter von Syrien?) Und mit die erwähnten Truther kenne ich nicht. Warum war die Nonne noch gleich unglaubwürdig? War das Dorf in Rebellenhand vor dem Massakar? Warum wurde fast ausschließlich nur eine Sippe umgebracht?

    Das Satelitenbild sagt mir nichts.

    • arprin Says:

      Anna News ist eine kleine Nachrichtenagenutr aus Abchasien. Hier ihre Webadresse: http://www.anna-news.info/. Eine englischsprachige Version ist mir nicht bekannt, im Internet werden einige ihrer Beiträge ins Deutsche übersetzt. Die Agentur wirkt für mich überhaupt nicht seriös, sondern eher propagandistisch. Dazu passt auch, dass der Journalist Marat Musin neben seiner Journalistentätigkeit in einem russischen „Solidaritätskomitee für Libyen und Syrien“ tätig ist.

      Die Nonne Agnès-Mariam de la Croix berichtet ständig über die Verbrechen der Rebellen, wohingegen nichts einzuwenden wäre, wenn sie nicht so einseitig wäre und sogar 9/11 Truthern wie Thierry Meyssan Interviews geben würde. Auch die Vatican News Agency (Fides) ist ziemlich unglaubwürdig und betreibt Regimepropaganda wie die Behauptung, dass 90% der Christen aus Homs vertrieben wurden.

      Das Dorf war in Rebellenhand, aber es gab und gibt noch immer Checkpoints der Armee in der Umgebung, wie die Satellitenbilder zeigen. Das Dorf ist also eingekesselt. Am Tattag beschoss die Armee das Dorf und es gab, wie beide Seiten übereinstimmend berichten, einen Rebellenangriff auf die Checkpoints, anschließend folgte das Massaker. Es wurden vor allem Mitglieder von 2 oder 3 Sippen (die Namen al-Razaq und al-Sayed sind bekannt) umgebracht, die Sunniten und gegen das Regime waren, wie die Zeugen- mit Ausnahme von Anna News, der FAZ und den syrischen Staatsmedien- übereinstimmend berichten.

      • shaze86 Says:

        Danke das du dir die mühe machst es noch einmal zu erklären.
        Wie glaubwürdig sind die anderen Quellen? Und wie schafft es die Nonne zu überleben, wo die doch andauernd aus dem kriegsgebiet berichtet?

      • arprin Says:

        Die anderen Quellen sind u.a. die UNO, Human Rights Watch, Amnesty, der Spiegel und der Guardian. Für „Truther“ sind das natürlich die Marionetten der Zionisten, also glauben sie lieber den syrischen Staatsmedien und Verschwörungsbloggern.

        Die Nonne ist für mich nicht glaubwürdig, aber es ist durchaus möglich, in einem Kriegsgebiet zu überleben. Ihre Aussagen sind deshalb unglaubwürdig, weil sie so einseitig sind und sie sich mit Handlangern des Regimes und Verschwörungstheoretikern ausgibt. Eine Organisation wie Human Rights Watch dagegen kritisiert auch die Verbrechen der Rebellen und macht keine Propaganda für die Free Syrian Army.

  3. besucher Says:

    Todenhöfer bei Assad:

    http://www.pi-news.net/2012/07/massaker-marketing-todenhofer-bei-assad/

    • arprin Says:

      Kenn ich schon.

      PI hat sich endgültig von „proamerikanisch“ und „proisraelisch“ verabschiedet und sich zum antiwestlichem Diktatorenfanclub gesellt- alles natürlich im „Kampf gegen den Islam“.

      • Besucher Says:

        Du meinst Kewil… Aber wie gesagt: ich kann trotz allem ( auch mit allem Hintergrundwissen, das ich auch von Dir hier habe) momentan nicht beurteilen was die bessere Lösung für Syrien wäre: schauen wir jetzt mal wie sich Ägypten enteickelt.

  4. Nichtglauber Says:

    „Das Hula-Massaker

    Aber auch zuvor hatte es im Mai 2012 in der Stadt Hula ein Massaker an 100 Angehörigen der alawitischen Minderheit gegeben. Jenes Massaker versuchte die internationale Gemeinschaft dem Assad-Regime zuzuschreiben. Doch Untersuchungen der englischen Zeitung The Guardian ergaben, dass beim Hula Massaker ausschließlich Alawiten durch syrische Rebellen ermordet wurden. Ausschlaggebend seien die Berichte der Überlebenden gewesen, so The Guardian. “

    Ich bleibe dran…

    Hier der ganze Artikel – heute erst entdeckt, wenn auch einige Wochen alt:
    http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2013/01/467091/syrien-alawiten-haben-angst-vor-rache-durch-radikale-islamisten/

    • arprin Says:

      Der Artikel ist völliger Unfug, der Guardian hat nie behauptet, dass das Massaker von Sunniten begangen wurde.

      • Nichtglauber Says:

        Auch hier ist ein Querverweis auf den Guardian:
        „Doch warum sollten sie ihre eigenen Leute, also Alawiten und Schiiten, umbringen, fragt auch der Guardian, nach dessen Recherchen die wenigen Überlebenden des Massakers von Hula mit „alawitischem Akzent“ sprachen.“
        http://www.badische-zeitung.de/ausland-1/spuren-fuehren-auch-zu-den-rebellen–60494555.html

      • arprin Says:

        Willst du mich verarschen, Nichtglauber? Ist dir entgangen, dass der Artikel in der Badischen Zeitung in dem Artikel, in dem du gerade kommentiert hast, schon ausführlich besprochen wurde?

        Da du kein Bock hast, die Artikel zu lesen, in denen du kommentierst, zitiere ich mich hier selbst:

        Die Badische Zeitung sagt auch noch, dass nach den Recherchen der Guardian “die wenigen Überlebenden des Massakers von Hula mit “alawitischem Akzent” sprachen”. Dafür gibt es aber keine einzige Quelle. Im Gegenteil – der Guardian berichtete in Wirklichkeit, dass die Täter, nicht die Opfer, alawitischen Akzent hatten: “They spoke with an Allawite accent,” he told the Guardian. “They said they were from Foulah. They were Shabiha. And they were proud of it.”

        Weder die Deutsch-Türkischen Nachrichten noch die Badische Zeitung haben einen Link auf den angeblichen Guardian-Beitrag, der die Alawiten als Opfer nennt. Wenn man bei Google recherchiert, findet man auch keinen einzigen Guardia-Artikel, der sowas sagt. Alles, was der Guardian zu Hula berichtete, bestätigte die offizielle Version.

      • Nichtglauber Says:

        Jetzt haben wir uns schon so lange nicht „geschrieben“ und du legst gleich wieder schlechte Stimmung vor 🙂

        Nein, ich will dich nicht verarschen. Das stattgefundene Besprechen dieses Artikels negiert ja in nichts sein Vorhandensein.

        Hubert Seipel produzierte vor wenigen Wochen eine sehr ausgewogene Dokumentation zu Syrien. „Die Syrienfalle“ lief erstaulicherweise in der ARD, Mutterschiff des legendären Streifens „Heimlich in Homs“ – unglaublich, dass diese beiden Dokus zum gleichen Thema auf dem einen und gleichen Sender gelaufen sind.
        Lange Rede, kurzer Sinn: Seipel nimmt in seiner Doku ebenfalls Stellung zu „Al Hula“ und behauptet, jetzt kommt`s, der Guardian hätte herausgefunden, dass das Massaker seitens der „Rebellen“ begangen worden sei. Und jetzt meine Frage:
        Drei deutsche Stellen beziehen sich unabhängig von einander und zu völlig verschiedener Zeit auf genau diese eine ausländische Quelle (wie viele ausländische Zeitungen/Presseorgane gibt es? Tausende?) und ich soll davon ausgehen, dass es ein dummer Zufall ist, ein Unfug?

        Ich gebe dir recht, dass die Google-Suche bisher nichts verwertbares bringt, aber ich bleibe dran. So ein großer VT, der an solche absurde Zufälle glaubt, bin ich dann doch nicht!

      • arprin Says:

        Jetzt haben wir uns schon so lange nicht “geschrieben” und du legst gleich wieder schlechte Stimmung vor 🙂

        Ja, in der Tat, ich hatte keine gute Stimmung, als ich deinen Kommentar las. Ich habe ja kein Problem damit, dass du keine Lust hast, meine Artikel zu lesen – aber wenn du dann kommentierst und nicht mal merkst, dass ich das, was du schreibst, schon angesprochen habe, dann bekomme ich sehr schnell schlechte Stimmung. Das ist so, als würde Frank Lampard in einer Pressekonferenz Reportern mitteilen, dass er im Juni zurücktritt, und dann steht ein Reporter auf und fragt: „Wann werden Sie zurücktreten, Herr Lampard?“ Ich denke, er hätte dann auch keine gute Stimmung.

        Drei deutsche Stellen beziehen sich unabhängig von einander und zu völlig verschiedener Zeit auf genau diese eine ausländische Quelle (wie viele ausländische Zeitungen/Presseorgane gibt es? Tausende?) und ich soll davon ausgehen, dass es ein dummer Zufall ist, ein Unfug?

        Bitte, dann glaub doch daran, dass der Phantom-Artikel beim Guardian tatsächlich existiert. „Wenn man eine Lüge immer wieder wiederholt, wird sie irgendwann zur Wahrheit.“

        So ein großer VT, der an solche absurde Zufälle glaubt, bin ich dann doch nicht!

        Ach, Nichtglauber, deine Schlussfolgerungen sind wirklich immer wieder erstaunlich falsch. Zur Klarstellung: VT glauben NICHT an Zufälle. Wenn du also glaubst, dass dieser absurde Zufall kein Zufall ist, bist du sehr wohl ein VT.

      • arprin Says:

        Seipel nimmt in seiner Doku ebenfalls Stellung zu “Al Hula” und behauptet, jetzt kommt`s, der Guardian hätte herausgefunden, dass das Massaker seitens der “Rebellen” begangen worden sei.

        So, jetzt habe ich mir die Dokumentation „Die Syrien-Falle“ angesehen:

        Du offenbar nicht. Denn in dem Bericht wird an keiner Stelle ein Guardian-Bericht erwähnt (das Thema Hula wird von Minute 34 bis 38 behandelt). Damit ist mal wieder bewiesen, dass du entweder gezielt lügst oder extrem schlampig mit deinen Quellen umgehst.

        Offenbar hat die Badener Zeitung einen Guardian-Bericht falsch verstanden: Der Satz “They spoke with an Allawite accent” kommt in einem Guardian-Bericht zwar vor – allerdings werden damit die Täter und nicht die Opfer beschrieben!
        http://www.guardian.co.uk/world/2012/jun/01/houla-massacre-reconstructing-25-may

        Drei deutsche Stellen beziehen sich unabhängig von einander und zu völlig verschiedener Zeit auf genau diese eine ausländische Quelle (wie viele ausländische Zeitungen/Presseorgane gibt es? Tausende?) und ich soll davon ausgehen, dass es ein dummer Zufall ist, ein Unfug

        Es waren zwei, nicht drei Stellen, und es war wohl kein Zufall: Die Deutsch-Türkischen Nachrichten dürften einfach von der Badener Zeitung abgeschrieben haben.

        Ich gebe dir recht, dass die Google-Suche bisher nichts verwertbares bringt, aber ich bleibe dran.

        Mach das ruhig. Aber ich kann dir schon jetzt sagen: Du wirst nichts finden. Und glaub‘ mir: Es liegt nicht daran, dass ich Google bezahlt habe, damit sie die Suchanfragen löschen. Sondern es liegt daran, dass du eine Quelle erfunden (die angebliche Erwähnung des Guardian-Berichts in der ARD) und die Badener Zeitung eine Quelle missverstanden hat (die Täter, nicht die Opfer sprachen mit einem alawitischen Akzent).

        Aber ich weiß schon, dass Fakten die Truther nicht beeindrucken werden. Und im Internet kann man ein Gerücht sowieso nicht mehr wegkriegen. Entstehen nicht alle Verschwörungstheorien auf diesem Wege?

      • Nichtglauber Says:

        „Ich gebe dir recht, dass die Google-Suche bisher nichts verwertbares bringt, aber ich bleibe dran.“
        Das Dranbleiben bezieht sich sekundär auf einen bestimmten Presse- oder Medienartikel (z.B. Guardian), primär ist die Causa Houla gemeint und die damit zwingend verbundene Frage nach der wahren Täterschaft. Denn dieses unmenschliche Vergehen nutzte die westliche Allianz sehr kurz entschlossen zur radikalen Wende in diesem Konflikt und stellt somit DAS moralische Nadelöhr der Syrien-Krise im Besonderen und im Verhalten der Allianz im Allgemeinen dar.

        „Du offenbar nicht. Denn in dem Bericht wird an keiner Stelle ein Guardian-Bericht erwähnt (das Thema Hula wird von Minute 34 bis 38 behandelt). Damit ist mal wieder bewiesen, dass du entweder gezielt lügst oder extrem schlampig mit deinen Quellen umgehst.“
        Ich habe mir nochmal die 4 Minuten angesehen und muss dir recht geben. Der Guardian wird hier nicht erwähnt.
        Ich saß mit Freunden während dieser Sendung am TV-Gerät und wir sprachen auch über die BBC und The Guardian. Vielleicht schlich sich deswegen dieser Fehler ein, wobei ich mir die ganze Sendung nochmal in der Mediathek anschauen werde.
        Letzlich aber zeigt sich paradoxerweise beim zweiten Betrachten der Bilder und des Kommentars eben doch die Bestätigung der Vermutung (ob mit ohne ohne Guardianbezug), das Massaker ereignete sich nicht so, wie die Westmedien und die Westpolitiker das als Faktum angeben: “ der BND hält die Akten zu den Houla-Untersuchungsergebnissen unter Verschluß“.
        Was spricht gegen die Veröffentlichung von Untersuchungsergebnissen, die doch, lt. H. Clinton, Westerwelle und Co, eh bereits untersucht, aufgeklärt und somit ohnehin als längst bewiesen gelten?

      • arprin Says:

        Das Dranbleiben bezieht sich sekundär auf einen bestimmten Presse- oder Medienartikel (z.B. Guardian), primär ist die Causa Houla gemeint und die damit zwingend verbundene Frage nach der wahren Täterschaft.

        Dein „Dranbleiben“ kann ich mir vorstellen: Du wartest einfach auf irgendeinen neuen Artikel, der dir das sagt, was dir gefällt, und alle anderen ignorierst du einfach komplett. Denn die Frage nach der „wahren Täterschaft“ hast du dir ja schon beantwortet. Deine „Suche“ hat nicht das Ziel, die Wahrheit herauszufinden, sondern deine Position zu bestätigen. Wenn du dich ernsthaft mit der Frage beschäftigen willst, wer das Massaker begangen hat, solltest du zumindest die MÖGLICHKEIT in Betracht ziehen, dass es das Regime war. Ich habe z.B. auch die Berichte von Marat Musin, SANA und der FAZ analysiert, du dagegen ignorierst einfach alles, was dir nicht gefällt.

        Denn dieses unmenschliche Vergehen nutzte die westliche Allianz sehr kurz entschlossen zur radikalen Wende in diesem Konflikt und stellt somit DAS moralische Nadelöhr der Syrien-Krise im Besonderen und im Verhalten der Allianz im Allgemeinen dar.

        So ein Unsinn. Die Position des Westens zu Syrien war vor Hula nicht anders als danach und hat sich bis heute nicht geändert. Hula war nur ein medialer Höhepunkt.

        Was spricht gegen die Veröffentlichung von Untersuchungsergebnissen, die doch, lt. H. Clinton, Westerwelle und Co, eh bereits untersucht, aufgeklärt und somit ohnehin als längst bewiesen gelten?

        Regierungsbeschlüsse machen oft keinen Sinn. Und es wird als sehr wahrscheinlich angesehen, dass es das Regime war, von einer 100%igen Aufklärung sprach niemand.

      • Nichtglauber Says:

        „Dein “Dranbleiben” kann ich mir vorstellen: Du wartest einfach auf irgendeinen neuen Artikel, der dir das sagt, was dir gefällt, und alle anderen ignorierst du einfach komplett. Denn die Frage nach der “wahren Täterschaft” hast du dir ja schon beantwortet. Deine “Suche” hat nicht das Ziel, die Wahrheit herauszufinden, sondern deine Position zu bestätigen. Wenn du dich ernsthaft mit der Frage beschäftigen willst, wer das Massaker begangen hat, solltest du zumindest die MÖGLICHKEIT in Betracht ziehen, dass es das Regime war. Ich habe z.B. auch die Berichte von Marat Musin, SANA und der FAZ analysiert, du dagegen ignorierst einfach alles, was dir nicht gefällt.“
        Ich warte und bleibe so lange an diesem Thema dran, bis die Wahrheit breit und offen vor uns liegt.
        Da in dieser Sache die Zeugenaussagen weit auseinandergehen lohnt sich das einfach. So wie du die Täterschaft der Rebellen so gut wie ausschließt, zweifele ich an die Täterschaft der „Shabiha“. Es gibt nur eine Wahrheit und wenn sie sich zeigt, bin ich da – auch im Falle der Bestätigung der westlichen Theorie.

        „So ein Unsinn. Die Position des Westens zu Syrien war vor Hula nicht anders als danach und hat sich bis heute nicht geändert. Hula war nur ein medialer Höhepunkt.“
        Also bitte, arprin. Die Reduktion des diplomatischen Austausches fiel innerhalb Stunden nach diesem Massaker auf NULL. Dabei ging diese Initiative immer vom Westen aus. Man wartete erst gar nicht erste Untersuchungsergebnisse ab. Sehr unprofessionel (oder berechnend), bar jeder Neutralität und Deeskalation!

        „Regierungsbeschlüsse machen oft keinen Sinn. Und es wird als sehr wahrscheinlich angesehen, dass es das Regime war, von einer 100%igen Aufklärung sprach niemand.“
        Wieso Regierungsbeschlüsse? Untersuchungsergebnisse!
        Man musste auch „warten“, bis sich die Theorie der irakischen Massenvernichtungswaffen als dreistes Konstrukt und verabscheuungswürdiger (demokratischer) Trick zum Kriegseintritt entlarvt werden konnte. Siehe Brutkasten, siehe Jessica Lynch etc.
        Das Warten lohnt sich…

      • arprin Says:

        Ich warte und bleibe so lange an diesem Thema dran, bis die Wahrheit breit und offen vor uns liegt.

        Wenn das so wäre, hättest du auch neue Quellen genannt, die deiner Position widersprechen, und nicht nur die von den Deutsch-Türkischen Nachrichten und der Badener Zeitung. Und es gab nach unserer letzten Diskussion im Juni letzten Jahres ja durchaus neue Quellen. Der Spiegel ist z.B. nach Hula gereist:
        http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-augenzeuge-berichtet-ueber-das-massaker-von-hula-a-845748.html

        „SPIEGEL-Reporter Christoph Reuter ist es jetzt gelungen, nach Hula zu reisen. In Taldu, einem der vier Dörfer, die die Gemeinde Hula bilden und wo sich das Massaker ereignete, sprach er mit mehreren Augenzeugen – unter anderem mit Dschihad Raslan. Der desertierte Offizier hatte von seinem Haus aus gesehen, wie das Militär und Schabiha-Milizen am 25. Mai nach Taldu gingen. Sämtliche Zeugenaussagen legen nahe, dass es sich bei dem Massaker um eine Tat des Regimes handelt.“

        Da in dieser Sache die Zeugenaussagen weit auseinandergehen lohnt sich das einfach.

        Natürlich muss man auch eventuelle neue Zeugen beachten. Aber du tust so, als würden die bisherigen Zeugen nicht mehrheitlich eine Seite belasten. Doch wenn man nach den Zeugenaussagen geht, ist die Täterschaft des Regimes höchstwahrscheinlich. Die einzigen Zeugen, die nicht sagten, dass es das Regime war, sind die vom Oberpropagandisten Marat Musin und die telefonischen Quellen der FAZ (dieser Bericht triefte vor Fehlern und Widersprüchen). Alle anderen, die nach Hula gereist sind – und es waren mindestens ein halbes Dutzend – haben das Regime belastet.

        Die Reduktion des diplomatischen Austausches fiel innerhalb Stunden nach diesem Massaker auf NULL. Dabei ging diese Initiative immer vom Westen aus. Man wartete erst gar nicht erste Untersuchungsergebnisse ab. Sehr unprofessionel (oder berechnend), bar jeder Neutralität und Deeskalation!

        Aber das war doch keine „radikale Wende“ oder „DAS moralische Nadelöhr“. Die POSITION des Westens zu Syrien hat sich nicht geändert, man unterstützte danach weiterhin den Kofi Annan-Plan, eine politische Lösung und stellte sich gegen Waffenlieferungen.

        Wieso Regierungsbeschlüsse? Untersuchungsergebnisse!

        Der BND und die BundesREGIERUNG sagen, dass die Täterschaft sich nicht endgültig klären lässt, aber das regimenahe Kräfte wahrscheinlich für das Massaker verantwortlich waren. Nähere Angaben werden als „Verschlusssache“ behandelt:
        http://www.heise.de/tp/artikel/37/37295/1.html

        Man musste auch “warten”, bis sich die Theorie der irakischen Massenvernichtungswaffen als dreistes Konstrukt und verabscheuungswürdiger (demokratischer) Trick zum Kriegseintritt entlarvt werden konnte. Siehe Brutkasten, siehe Jessica Lynch etc.
        Das Warten lohnt sich…

        Also bitte, Nichtglauber. Ich war so froh, dass du beim Thema bleibst, und jetzt wieder dieser schlimme Rückfall. Wir reden über Hula und nicht über Brutkasten, WMDs im Irak, Jessica Lynch oder sonst was, ok? Und wenn es um False Flag-Operationen geht, müssen sich die Nahost-Regimes nun wirklich nicht vor den USA verstecken.

      • Nichtglauber Says:

        Dein Spiegel-Bericht von Alfred Hackeberger eher relativiert, um nicht zu sagen stark kritisiert.
        http://www.welt.de/politik/ausland/article107245065/Das-Grauen-von-Hula-und-seine-Zeugen.html

        Dann haben wir noch den Bericht von Jürgen Todenhöfer, der ebenfalls mit Augenzeugen gesprochen hat
        http://www.bild.de/politik/ausland/baschar-al-assad/juergen-todenhoefer-interviewt-syriens-praesident-in-damaskus-25060754.bild.html

        Und wir haben den inzwischen weltbekannten Artikel der FAZ

        Während du dich also ausnahmslos auf westliche Medien stützen kannst, kann ich mich auf westliche (s.o.) und nichtwestliche Quellen beziehen ( ANNA, RT, Asianews u.a.)

        Somit sehe ich noch lange keinen Grund, meine Sicht dieses Massakers zu überdenken. Gerade dann, wenn man schließlich noch um folgende Ungereimtheiten und Untransparenz weiß:
        http://www.globalresearch.ca/the-un-and-general-moods-missing-report-on-conflicting-accounts-of-houla-massacre/5304153

        Bleiben im Grunde folgende Fragen:
        Wo bleiben die ernsthaften Bemühungen zur Klärung der Täterschaft ?
        Wo versacken die bisher vorliegenden Ergebnisse?
        Warum bleiben Akten, so weit vorliegend, unter Verschluß?

        Läge die Möglichkeit einer Überführung der syrischen Regierung in realistischer Nähe, würde man diesen Elfer doch sicher liebend gern verwandeln wollen… so aber bekommt den Eindruck, man versuche selber eher einen Elfer zu vermeiden!

      • arprin Says:

        Dein Spiegel-Bericht von Alfred Hackeberger eher relativiert, um nicht zu sagen stark kritisiert.
        http://www.welt.de/politik/ausland/article107245065/Das-Grauen-von-Hula-und-seine-Zeugen.html

        Der von mir verlinkte Spiegel-Artikel erschien NACH dem Hackensberger-Artikel (schau dir einfach das Datum an). Ich kannte ihn schon. Hackersberger nennt die Nonne Agnès-Mariam de la Croix als Quelle, das ist schon unglaubwürdig, und er war offenbar selbst nicht in Hula, sondern in einem Kloster nahe Damaskus, weit weg von Hula. Außerdem: Hackensbergers Version der Ereignisse widerspricht komischerweise ausgerechnet denen von Marat Musin und Rainer Hermann. Denn Hackensbergers Zeuge sagt über die Opfer: „Sie waren Sunniten, wie alle bei uns. Man hat sie umgebracht, weil sie bei der Revolution nicht mitmachen wollten.“ Musin und Hermann sagten aber, dass die Opfer Alawiten und Schiiten waren (Christoph Reuter war in Hula und berichtete, dass dort traditionell nur Sunniten leben. Also kann man davon ausgehen, dass die Opfer Sunniten waren).

        Dann haben wir noch den Bericht von Jürgen Todenhöfer, der ebenfalls mit Augenzeugen gesprochen hat
        http://www.bild.de/politik/ausland/baschar-al-assad/juergen-todenhoefer-interviewt-syriens-praesident-in-damaskus-25060754.bild.html

        Auch Todenhöfer war nicht in Hula, und er sagt, dass die Opfer Schiiten waren. Widerspruch zu Hackensberger, aber immerhin d’accord zu Hermann und Musin.

        Und wir haben den inzwischen weltbekannten Artikel der FAZ

        Den hatte ich doch genannt. Der Artikel enthielt Fehler und Widersprüche zum offiziellen Bericht der syrischen Regierung:
        – Man bezeichnete die Aussage des elfjährigen Jungen Ali al-Sayeed als Indiz für die Täterschaft der Rebellen, weil Ali von kahlgeschorenen Männern mit langen Bärten sprach. Dabei sagte Ali klar, eindeutig und unmissverständlich, dass die Täter Shabiha waren.
        – Man sprach von 25 toten Soldaten, SANA wusste aber nur von 3 „Märtyrern“.

        Während du dich also ausnahmslos auf westliche Medien stützen kannst, kann ich mich auf westliche (s.o.) und nichtwestliche Quellen beziehen ( ANNA, RT, Asianews u.a.)

        1.) RT und AsiaNews haben keine EIGENEN Recherchen gemacht.
        2.) Was spielt es für eine Rolle, woher die Quellen kommen? Es kommt doch nur darauf an, ob sie neutral und objektiv sind. Bei RT und besonders Anna News, dem propagandistischen Arm des syrischen Regimes, kann man das ausschließen.

        Somit sehe ich noch lange keinen Grund, meine Sicht dieses Massakers zu überdenken. Gerade dann, wenn man schließlich noch um folgende Ungereimtheiten und Untransparenz weiß:
        http://www.globalresearch.ca/the-un-and-general-moods-missing-report-on-conflicting-accounts-of-houla-massacre/5304153

        Der Artikel bei Global Research (eine extrem einseitige Plattform) ist mir jetzt zu lange, ich lese ihn später. Jetzt sage ich dir aber: Es gibt viele Zeugenaussagen, die vor Ort aufgenommen wurden: Die UNO, Human Rights Watch, Channel4 und der SPIEGEL haben sie gesammelt, und die BBC und der Guardian haben telefonische Zeugenaussagen, dazu gibt es noch die Aussage des desertierten Generals Dschihad Raslan. Auf der Gegenseite gibt es nur einen Bericht vor Ort: Den Propagandamist von Anna News (Marat Musin). Die anderen Quellen waren nicht vor Ort und widersprechen sich vielfach: Hackensberger widerspricht Hermann, Hermann widerspricht SANA, Todenhöfer widerspricht Hackensberger – das muss dir doch zu denken geben, oder? Jeder vernünftig denkende Mensch würde anerkennen, dass die derzeitige Beweislage klar für die Täterschaft des Regimes spricht.

        Bleiben im Grunde folgende Fragen:
        Wo bleiben die ernsthaften Bemühungen zur Klärung der Täterschaft ?
        Wo versacken die bisher vorliegenden Ergebnisse?
        Warum bleiben Akten, so weit vorliegend, unter Verschluß?

        Was sind das denn für Fragen? Es gab Bemühungen zur Klärung (Zeugen wurden vor Ort befragt) und die bisher vorliegenden Ergebnisse wurden in einigen Berichten dargestellt. Zur BND-Story habe ich mich schon geäußert.

        Läge die Möglichkeit einer Überführung der syrischen Regierung in realistischer Nähe, würde man diesen Elfer doch sicher liebend gern verwandeln wollen… so aber bekommt den Eindruck, man versuche selber eher einen Elfer zu vermeiden!

        Den Eindruck habe ich gar nicht. Eine Überführung des syrischen Regimes wäre doch nur möglich, wenn man die Verantwortlichen in einem fairen Verfahren anklagt. Das ist momentan nicht möglich. Aber man kann Zeugenaussagen sammeln, und das hat man sehr wohl getan. Diese Aussagen sprechen klar für die Täterschaft des Regimes.

  5. Nichtglauber Says:

    Um das Thema hier – vorläufig – abzuschließen:

    – wenn man sich die Aussagen der Todenhöfers, Musins, Hackebergers und Hermanns genauer anschaut, erkennt man, dass die Widersprüche nur superficial sind. Ob die Getöteten Sunniten oder Schiiten waren, spielt dann keine Rolle, wenn man weiß, dass die Familien der Toten Sunniten WAREN, die zum Schiitentum KONVERTIERT sind. Und das in einer sunnitischen Hochburg. Ferner sind die Namen der Opfer ja bekannt, die interessanterweise vor allem von der Seite der Skeptiker der westlichen Theorie dauernd eingeworfen werden. So ist vieles nachprüfbarer als das anonymisierte Vorgehen der westlichen Startegen. Dass die Familie eines Opfers im syrischen Parlament vertreten war, weiß inzwischen jeder Syrer, aber kaum ein Leser hierzulande.

    – dass du eine Nonne in den Sechzigern „unobjektiv und unglaubwürdig“ nennst, 3 Sätze weiter aber einen desertierten sunnitischen Rebellen zitierst, muss ich, glaube ich, nicht mehr groß kommentieren. Ausser: Christliche Nonnen sind weltweit dafür bekannt, Morde und Massaker an Kindern und Frauen zu decken während kämpfende Soldaten eher für Wahrheit, Aufrichtigkeit und Moral stehen!

    – der elfjährige hat in seinen ersten Äusserungen NIE gesagt, es seien „Shabiha-Kämpfer“ gewesen, sondern dass die Männer kahlgeschoren waren und lange Bärte hätten. Das können Schiiten sein, die sich als Salafisten „verkleidet“ haben um diese, dann lang geplante Operation, durchzuführen. Dass können aber im wahrscheinlicheren Falle Salafisten gewesen sein, die sich nicht verkeiden mussten, da dieser Chic deren religiöse Ausdrucksweise vermittelt. Ferner stellt sich die Frage, wie dieser kleine Mann, begraben von den Leichen seiner Familienangehörigen, für die „Westanalysten“ den Stempel der Aussagesicherheit aufgedrückt bekommen konnte, es handele sich „definitiv um Schabiha“… haben die Mörder sich bei den Toten ausgewiesen oder dreckige „Schabihalieder“ gesungen, um sicher zu gehen, dass vielleicht ein Kind, dass sich totgestellt hat, später den offiziellen Stellen die „Wahrheit kundtun“ könnte?

    – Einige der Zeugen, die die westliche letzte Instanz (z.B. der Spiegel) dazu benutzt, hier den Fall aufzuklären, berichten selbst, sie wären erst NACH dem Massaker am Ort gewesen. Ergo handelt es sich schon mal nicht um AUGENZEUGEN. Ganz anders als bei „Djibril“. Aber der ist ja unglaubwürdig, weil sich nach dem Massaker in ein Kloster abgesetzt hat – und dort dieser miesen, verlogenen und mörderischen Nonne in die Arme gelaufen ist…

    • arprin Says:

      Deine Aussagen zeugen von so unglaublich großer Ahnungslosigkeit, dass ich mir praktisch sicher bin, dass du keinen einzigen Bericht der Gegenseite gelesen hast. Wenn du es getan hättest, würdest du nicht solche Fragen stellen. Ich gebe dir ein Tipp: Mach‘ es wie ich und lies dir die Berichte der Gegenseite mal aufmerksam durch:
      http://www.hrw.org/de/news/2012/05/28/syrien-un-soll-massaker-von-hula-untersuchen
      http://www.bbc.co.uk/news/world-middle-east-18240460
      http://blogs.channel4.com/alex-thomsons-view/searing-grief-houlas-survivors/1739
      http://www.guardian.co.uk/world/2012/jun/01/houla-massacre-reconstructing-25-may?INTCMP=SRCH
      http://www.guardian.co.uk/world/2012/jun/02/massacre-children-syrian-officer?INTCMP=SRCH
      http://www.dailymail.co.uk/news/article-2157034/Syria-Father-finds-wife-children-victims-Houla-atrocity.html
      http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-augenzeuge-berichtet-ueber-das-massaker-von-hula-a-845748.html
      http://www.ohchr.org/Documents/HRBodies/HRCouncil/RegularSession/Session21/A-HRC-21-50.doc
      Und mein Artikel, den du wahrscheinlich auch nicht gelesen hast:
      https://arprin.wordpress.com/2012/06/18/das-massaker-von-al-hula-wer-steckt-dahinter/

      Zu deinen Argumenten:

      – Die Widersprüche sind extrem. Wenn einer sagt, dass alle Toten Sunniten waren und andere sagen, dass es mehrheitlich Alawiten und Schiiten waren, ist das ein extremer Widerspruch und deshalb unglaubwürdig. Wenn Human Rights Watch sagen würde, alle Opfer waren Sunniten und die UNO sagen würde, sie seien Alawiten und Schiiten, würdest du trotzdem beiden glauben? Und es ist auch nicht der einzige Widerspruch: Hermann sagt, es sind 25 Soldaten getötet worden, aber SANA sagt, es waren 3.

      Ferner sind die Namen der Opfer ja bekannt, die interessanterweise vor allem von der Seite der Skeptiker der westlichen Theorie dauernd eingeworfen werden.

      Was ist denn das für eine Behauptung? Die Namen der Opfer wurden auch von Amnesty, der BBC usw. genannt: 62 der 108 Opfer stammten von der sunnitischen Abd al-Razaq Familie. Wenn du ihre Berichte ignorierst und einfach nur deine Quellen liest, kann ich nichts dafür.

      So ist vieles nachprüfbarer als das anonymisierte Vorgehen der westlichen Startegen. Dass die Familie eines Opfers im syrischen Parlament vertreten war, weiß inzwischen jeder Syrer, aber kaum ein Leser hierzulande.

      Wie kannst du nur so verblendet sein, wirklich JEDE Aussage der anderen Seite bis ins Kleinste anzuzweifeln, während du deinen Quellen JEDES WORT glaubst? Woher nimmst du deine Sicherheit, dass die Familie eines Parlamentsabgeordneten getötet wurde? Weil SANA immer die Wahrheit sagt? Warum bekommen alle deine Quellen den Stempel der Aussagesicherheit aufgedrückt?

      – Nicht immer alles so kompliziert machen: Die Nonne ist schon des Öfteren für Regimepropaganda aufgefallen, der General ist nach dem Massaker desertiert (ob er ein Sunnit ist oder zu den Rebellen übergelaufen ist, weiß ich nicht).

      – Zum elfjährigen Jungen: Warum machst du dir nicht die Mühe, deine Quellen mal selbst zu lesen oder anzusehen? Dann würdest du nicht solchen Unsinn schreiben. Ali al-Sayeed hat EINDEUTIG die Shabiha als Täter bezeichnet:

      Außerdem sagte er, dass seine Onkel später in einem Pro-Assad Sender (Al-Dunya) gezwungen wurden auszusagen, dass ihre Kinder von “bewaffneten Banden” getötet worden waren und am Ende des Videos ruft er die internationale Gemeinschaft dazu auf, in Syrien zu intervenieren. Wie man diese Aussage als Indiz für die Täterschaft der Rebellen hinstellen kann, ist mir ein Rätsel.

      Ferner stellt sich die Frage, wie dieser kleine Mann, begraben von den Leichen seiner Familienangehörigen, für die “Westanalysten” den Stempel der Aussagesicherheit aufgedrückt bekommen konnte, es handele sich “definitiv um Schabiha”… haben die Mörder sich bei den Toten ausgewiesen oder dreckige “Schabihalieder” gesungen, um sicher zu gehen, dass vielleicht ein Kind, dass sich totgestellt hat, später den offiziellen Stellen die “Wahrheit kundtun” könnte?

      Meinst du das wirklich ernst? Ich meine: Wirklich wirklich? Dann Folgendes:
      1.) Niemand gibt ihm die 100%ige Aussagesicherheit und niemand sagt, dass es DEFINITIV Shabiha waren.
      2.) Opfer wissen normalerweise, von wem und warum sie umgebracht wurden. Es ist nicht nötig, dass sich die Täter ausweisen.
      3.) Deine „Argumente“ mal auf dich übertragen: „Woher sollen Dschibril, Musins Zeugen oder Todenhöfers Zeuge wissen, wer die Täter waren? Haben sich die Rebellen ausgewiesen oder dreckige Rebellenlieder gesungen? Und warum bekommen sie den Stempel der Aussagesicherheit aufgedrückt?“ Siehst du jetzt, wie lächerlich deine Argumentation ist?

      – Jetzt fang‘ nicht auch noch an, frech zu lügen. ALLE Zeugen waren vor Ort und waren es noch nach dem Massaker, so dass sie auch befragt werden konnten. Wir haben Dutzende AUGENZEUGEN, die das Regime belasten. Das steht außer Frage. Warum ignorierst du das völlig?

      Der Westen ist nicht die letzte Instanz. Für dich sind es offenbar deine Quellen, so dass du es nicht mal für nötig hältst, dir die andere Seite anzuhören und anzusehen. Und dazu kommt, dass du die Aussagen, die du hörst, sofort bis ins allerletzte Detail und mit lächerlichen „Argumenten“ anzweifelst. Die Gegenseite kann sagen was sie will, du glaubst ihnen NICHTS, nicht mal, dass sie wissen, von wem sie umgebracht werden (!). Deine Quellen dagegen zweifelst du NIE auch nur im Ansatz an, sie sind alle die letzte Wahrheit. Es ist unter diesen Umständen sehr schwierig bis unmöglich, eine vernünftige Diskussion zum Thema zu führen.

      • Nichtglauber Says:

        arprin:
        du verlinkst hier Quellen wie Spiegel, Guardian, BBC, Ugarit-TV und deinen eigenen Blog. Allesamt Organe der westlichen PR. Erlaube mir bitte, deine Argumentation zu meiner eigenen zu machen, denn das ist deine Strategie:
        RT, Ria-Novosti, ANNA, SANA, apxwn, breakingnews.sy, DTN, asianews etc. werden von dir als „nichtobjektiv“ bewertet. Westliche eingbrachte Quellen (Welt, FAZ, Todenhöfer) als „fehlerhaft und widersprüchlich. Well, so i do…
        Bezüglich des Videoa des armen Jungen: wurde schon zig mal in verschiedenen Bloga besprochen: wann gab er seine ersten Eindrücke, was sagte er da? Und wann gab er das Interview auf Ugarit (Rebellensender) und woher kam das Große Plus an Informationen?

        Kern der Geschehnisse in Al Hula: es wurden hauptsächlich mehrere Familien des Al-Saed-Clans mit insgesamt 20 Kindern sowie Familien des Clans Abdur Razak ausgelöscht.
        Das bedeutet unmissverständlich, dass gezielt getötet wurde.
        Nun gibt es sogar Zeugen, die ausgesagt haben, diese Familien seien regimetreu…
        Und selbst diesen Verdacht (für meine aufgeführten Quellen ist es Fakt) ausser acht lassend: wie erklärt man diese Selektion seitens der marodierenden „Shabihamilizen“, die doch von Haus zu haus sind und alles meuchelten?
        Ich bleibe dabei: hier ist das letzte Wort nicht gesprochen. Die Zeit wird es zeigen!

      • arprin Says:

        Spiegel, Guardian, BBC, Human Rights Watch usw. kritisieren auch – und zwar oft – die Rebellen. Deine Quellen kritisieren – mit wenigen Ausnahmen – AUSSCHLIEßLICH die Rebellen (Marat Musin, SANA usw.). Die von mir genannten dokumentierten Zeugenaussagen sind nicht widersprüchlich, die deiner Position widersprechen sich. Warum willst du diese Tatsache nicht wahrhaben?

        Zum Video des Jungen: Es ist doch völlig klar, was er gesagt hat. Also entweder nimmst du das zur Kenntnis und stellst seine Aussage nicht fälschlicherweise als Indiz für die Täterschaft der Rebellen dar oder du sagst dass der Junge gelogen hat.

        Wenn es überhaupt gezieltes Töten war (das ist überhaupt nicht bewiesen, die Familien haben vielleicht einfach nah aneinander gewohnt), könnten die Familien zuvor natürlich auch durch ihren Einsatz gegen das Regime aufgefallen sein. Oder die Täter wollten ein Exempel statuieren, an das sich die anderen Bewohner richten sollten.

        Da du nicht einen Link angeklickt hast, den ich dir angegeben habe, nehme ich nicht an, dass du deine „Meine Quellen sagen die Wahrheit, deine Quellen interessieren mich nicht“-Argumentation ändern wirst. Aber es bleibt dabei: Jeder vernünftig denkende Mensch würde anerkennen, dass die derzeitige Beweislage klar für die Täterschaft des Regimes spricht.

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