Archive for Juni 2012

Roland Baader über die Grünen

Juni 10, 2012
Anti-Atomkraft-Proteste in Harrisburg, 1979

Anti-Atomkraft-Proteste in Harrisburg, 1979

Aus „Die belogene Generation“ (S.171-172)

Die Grünen sind in Wirklichkeit blümchengetarnte Sozialisten, zutiefst modernitäts-, zivilisations- und individualismusfeindlich. Sie haben das Zwei-Welten-Theorem von Hayek nicht begriffen – und wollen es auch nicht begreifen. Ihr Ideal ist die Hordenorganisation der Steinzeit-Gesellschaft. Deswegen ist der Kapitalismus als Inbegriff der modernen Zivilisation ihr Todfeind. Außerdem ist das Thema Umwelt ein phantastisches Machtvehikel, das quasireligiöse Machtvehikel par excellence der modernen Zeit, in der die friedliche Macht der Konsumenten die gewalttätige politische Macht zu entthronen droht. Und nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Utopien ist die Ökologie erst recht die letzte verbliebene Utopie, die sie für ihre Zwecke einsetzen können.

Der Heiligenschein, in den die Grünen ihre Herrschaftsstrategie einhüllen können, macht das Phänomen „Grün-Alternativ“ regelrecht überlebensgefährlich für das Menschengeschlecht. Der weltweite Energiebedarf wird in den kommenden Jahrzehnten – schon wegen des rapiden Bevölkerungswachstums in den Schwellenländern – explosionsartig steigen. Die Umweltprobleme durch fossile Energieträger können dadurch in der Tat problematisch werden, wenn auch nicht im Westen, sondern in der übrigen Welt. Eine Begrenzung des Wachstums der Kohlendioxid-Emissionen kann aber nur mit mehr Kernenergie gelingen – und zwar mit modernsten und sicheren Anlagen westlicher Bauart. Außerdem kann die Entwicklung neuer großtechnologischer Ersatzenergien (Kernfusion, Wasserstoff o.ä.) nur auf dem technischen und finanziellen Fundament der existierenden Großtechnologien gelingen, vor allem also auf der know how-Grundlage einer sich fortentwickelnden Reaktorindustrie. Wenn sich außer der deutschen noch mehr realitätsentrückte Regierungen der westlichen Welt für den sogenannten „Ausstieg“ entscheiden, kann das zur tödlichen Bedrohung der modernen Zivilisation werden.  Aber genau das ist gewollt von den grünen Erben der roten Weltzerstörer, jedenfalls von den Strategen an den Schalthebeln der Macht, die wissen, dass es um ganz andere Dinge geht, als um Kröten, Lurche und Singdrosseln. (more…)

Assad, Syrien und der Nahe Osten: Stammesdenken verhindert Zivilisierung

Juni 7, 2012
Das geteilte Syrien

Das geteilte Syrien

Einer der Hauptgründe, die genannt werden, um vor einem Ende von Assads Herrschaft in Syrien zu warnen, ist die Angst vor der Rache der Sunniten an den Minderheiten, denen es unter Assad, mit Ausnahme der Kurden, für nahöstliche Verhältnisse relativ gut erging. Die Ängste der Alawiten, Schiiten und Christen sind verständlich. Die Urkatastrophe des modernen Nahen Ostens ist, dass nach dem Ende des Osmanischen Reichs die ethnischen und religiösen Komponenten völlig unbeachtet blieben. Staaten wie Syrien, Irak, Libanon und Jordanien sind reine Erfindungen der Franzosen und Briten, deshalb konnte sich in den meisten dieser Gebilde kein starkes Nationalgefühl entwickeln. Dasselbe trifft auch auf die meisten afrikanischen Staaten zu. Welche Lösung lässt sich für dieses Problem finden?

Eine Lösung wäre natürlich, alle Staaten gemäß ethnischer und religiöser Grenzen neu zu ordnen. Dies ist jedoch so utopisch, dass man gar nicht darüber nachdenken sollte. Der einzige Weg zu dieser „Lösung“ wären wohl jahrzehntelange Kriege und Vertreibungen. Die Lösung, die die Führer der neuen arabischen Staaten praktizierten, war, die Minderheiten in den neuentstandenen Staaten brutal zu unterdrücken (vor allem die Kurden) und einen extremen arabischen Nationalismus zu fördern, der als Nationalideologie diene sollte. Die Träume eines „Groß-Arabien“ erfüllten sich jedoch nicht, die Araber waren sich selbst untereinander zu uneinig. Nach dem verlorenen Sechstagekrieg befand sich der arabische Nationalismus im Rückzug, der Islamismus wurde als neue Lösung immer populärer, doch führte er dazu, dass die religiösen Minderheiten sich immer unsicherer fühlten.

Die Führer nutzen diesen Umstand gezielt aus, denn sie wollten natürlich den Status quo erhalten. Sie hetzten ihre eigene Bevölkerung gegeneinander auf, indem sie ihnen sagten: Wenn wir verschwinden, werden die neuen Herrscher euch verfolgen, “Wenn die Sunniten an die Macht kommen, töten sie alle Schiiten” bzw. “Wenn die Schiiten an die Macht kommen, töten sie alle Sunniten”. Aber: Ist der Status quo, also ein autoritären “Führer”, der eine Seite blutig unterdrückt und damit für “Stabilität” sorgt, wirklich eine dauerhafte Lösung? In Wirklichkeit legt die Unterdrückung nur die Samen für die zukünftige Rache der Unterdrückten. Die einzige Lösung ist: Beide Seiten müssen akzeptieren, mit- und nebeneinander zu existieren, so dass man keine Angst mehr vor gegenseitiger Rache haben muss. Das geht nur, wenn man endlich den Weg zu einer pluralistischen Demokratie beschreitet. Ein “Führer” kann einen nicht ewig vor der Rache der Unterdrückten schützen, das Aufheben der Unterdrückung schon. (more…)

Schwarzbuch WWF

Juni 4, 2012

Offenbar geht es den Ökologisten immer weiter an den Kragen. Die FAZ berichtet: „Der WWF versucht den Verkauf eines Buches zu stoppen, das sich kritisch mit der Naturschutzstiftung auseinander setzt. Mehrere Buchhändler haben den Titel schon aus dem Programm genommen. Der WWF teilte mit, er wehre sich damit „gegen falsche Tatsachenbehauptungen“.

Hier eine Video-Vorschau zum Buch:

Hier die Informationen des Verlags zum umstrittenen Buch:

„Der WWF paktiert mit Energiekonzernen, die in Asien und Lateinamerika die letzten Regenwälder vernichten, um auf Soja- oder Palmölplantagen Biosprit zu produzieren. Ein gigantisches Geschäft, das die letzten natürlichen Ökosysteme der Erde gefährdet, Millionen Menschen von ihrem Land vertreibt und zu neuen Hungersnöten führt. Der WWF beteiligt sich an der Vertreibung von Eingeborenen aus den Wäldern Indiens und Afrikas – und er fördert die industrielle Landwirtschaft auf der Basis von Gentechnik. Der Panda des WWF genießt bislang das Vertrauen der Spender, doch er hat ein zweites Gesicht: Für Geld wäscht der WWF Umweltverbrechen der Industrie grün.“

Der WWF hat die Vorwürfe bereits dementiert.

Assads kleine Helfer

Juni 2, 2012

Mörderischer Familienclan: Die Assad-Familie herrscht seit 4 Jahrzehnten über Syrien (Bashar ist der zweite von links)

Man stelle sich folgende Situation vor: In Deutschland beginnen in einigen Städten des Landes Demonstrationen gegen die Regierung. Als Reaktion darauf lässt Merkel die Bundeswehr in den Zentren der Proteste einmarschieren, alle ausländischen Journalisten werden aus dem Land verwiesen. Bald darauf berichten Menschenrechtsorganisationen von Massakern der Bundeswehr an Zivilisten, im Internet kursieren Videos, die dies belegen sollen. Merkel streitet alles ab: Die Videos seien gestellt und reine Propaganda, „bewaffneten Banden“ und „Terroristen“, die vom Ausland unterstützt werden, seien schuld an den Unruhen, die Mehrheit der Deutschen steht klar hinter Merkel und ihrer Regierung. Außerdem warnt sie davor, dass wenn sie gestürzt werden sollte, Deutschland entweder einen grausamen Bürgerkrieg oder einer Diktatur von Salafisten oder Rechtsextremen erleben werde.

Willkommen in Syrien.

Wenn man Merkel mit Assad, die Bundeswehr mit der syrischen Armee und Salafisten bzw. Rechtsextreme mit der Free Syrian Army tauscht, hat sich die oben beschrieben Situation in Syrien in den letzten 15 Monaten genauso zugetragen. Wenn es sich um Merkel handeln würde, würden ihre Argumente lächerlich klingen: Wer würde schon glauben, dass alle Demonstranten gegen Merkel vom Ausland bewaffnete Extremisten sind? Wer würde schon glauben, dass all die Tausenden Videos, die die Verbrechen der Bundeswehr zeigen, gefälscht seien? Und wem würde es kümmern, ob Merkel nun die Mehrheit der Deutschen hinter sich hat, da ihr das nicht das Recht gibt, die Minderheit zu vernichten? Wenn es aber um Assad geht, hört man diese Argumente ständig. Assad dürfte momentan einer der beliebtesten Personen der Welt seien. Dabei sind die „Argumente“ der antiimperialistischen Assad-Apologeten bei genauerer Betrachtung ziemlich dürftig. (more…)

Warum der Islam nicht zu Deutschland gehört

Juni 2, 2012
Hat der Islam nichts mit Ehrenmorden zu tun?

Hat der Islam nichts mit Ehrenmorden zu tun?

Die Frage, ob der Islam zu Deutschland gehört, ist, wie Broder feststellt, leicht zu stellen, aber nicht zu beantworten. Das Problem ist, dass jeder andere Maßstäbe nimmt, um die Frage zu beantworten. Die einen nehmen einfach die demografischen Zahlen und sagen dann, das der Islam zu Deutschland gehört, weil es 4 Millionen Muslime in Deutschland gibt. Die anderen gehen nach historischen Maßstäben an die Frage heran und verneinen damit die Wulffsche Theorie. Die „Wulffer“ jedoch merken an, dass viele muslimische Erfindungen die deutsche Geschichte mitgeprägt haben. Dementsprechend müsste dann aber auch der Konfuzianismus zu Deutschland gehören, da zahlreiche chinesische Erfindungen es nach Deutschland geschafft haben. Da es in Deutschland Religionsfreiheit gibt, kann jede beliebige Religion in Deutschland praktiziert werden und somit nach Wulffscher Definition „zu Deutschland gehören“.

Ob eine Religion aber zu einem Land dazugehört, hängt nicht von demografischen oder historischen Daten, nicht mal vom Inhalt der Religion ab, sondern davon, ob die, die sie praktizieren, sich mit dem Land verbunden fühlen und kulturelle Besonderheiten mit dem Rest der Bevölkerung teilen. Ist das bei den Muslimen in Deutschland der Fall? Nun, es gibt sicher viele muslimisch-deutsche Patríoten, aber ich habe das Gefühl, dass sich die Muslime in Deutschland mehr fremd fühlen als jede andere religiöse Gemeinschaft in Deutschland (und dafür dann der angeblichen „Islamophobie“ die Schuld geben) und dass viele Muslime an ihren alten, oft mittelalterlichen Familientraditionen festhalten, und sich damit ebenfalls von anderen Migranten abheben. Ehrenmorde mögen weltweit auch in nicht-muslimischen Familien vorkommen, in Deutschland sind sie ein rein muslimisches Phänomen.

Man kann es aber auch ganz praktisch angehen und Beispiele finden, die zeigen, dass der Islam viele Phänomene hervorgebracht hat, die sich von allen anderen in Deutschland verbreiteten Religionen und Kulten unterscheiden und damit belegen, dass der Islam noch nicht in Deutschland angekommen ist. (more…)