Die Yes Men und die Gemeinplätze der Kapitalismuskritiker

Die "Pyramide des kapitalistischen Systems"

Die „Pyramide des kapitalistischen Systems“

Die „Yes Men“ sind eine Aktivistengruppe, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Welt von der rücksichtslosen, unmoralischen „Sekte“ der freien Marktwirtschaft zu befreien. Zu diesem Zweck führen sie False-Flag-Operationen aus, in der sie sich mal so verhalten, wie es die Unternehmer ihrer Meinung nach tun sollten (gemeinnützige Spender), andere Male so wie menschenverachtende, asoziale Raubtierkapitalisten, um das „wahre“ Gesicht der Unternehmer zu zeigen. Sie sind mittlerweile recht bekannt geworden, weil ihre Aktionen nur selten enttarnt werden und sie es so aussehen lassen, als würden sie die Unmoral der Manager und Firmenchefs entlarven.

Aber solche Aktionen sagen nichts über die Moralvorstellungen von Managern und Firmenchefs aus. In Wirklichkeit werden die meisten von den Aktionen überrumpelt. Das Gleiche gilt für Aktionen auf der anderen Seite. Dem konservativen US-Studenten James O’Keefe ist es gelungen, mehrere linke Organisationen wie Planned Parenthood und Acorn, die den Demokraten nahe standen, mit False-Flag-Operationen bloßzustellen. Er zeigte sie als rassistisch und Kinderprostitution unterstützend, woraufhin diese Organisationen rasch ihre öffentliche Unterstützung verloren. Deshalb wird aber wohl kaum einer auf die Idee kommen, den linken Organisationen in den USA pauschal unmoralisches Verhalten vorzuwerfen.

Die Yes Men sind ein typisches Beispiel für den alltäglichen Che Guevara-Weltverbesserer, der über die reichen Bonzen schimpft und alle Politiker für Bankenmarionetten hält. Alles was sie tun ist, für alle wirtschaftlichen Probleme der Welt, ob nun Arbeitslosigkeit im Westen oder Hunger in Afrika, dem Kapitalismus die Schuld zu geben, ohne sich einen Gedanken, was freie Marktwirtschaft wirklich bedeutet. Einige von den Yes Men verbreiteten Irrtümer sollen hier aufgeklärt werden, da sich ja sonst niemand für die freie Marktwirtschaft einsetzt, obwohl es der einzige Ausweg aus der Krise ist.

Wie Antikapitalisten den Kapitalismus sehen

Die Yes Men sagen, dass „freie Marktwirtschaft die Freiheit der Unternehmen bedeutet, immer mehr Gewinne machen zu dürfen und die Armen auszubeuten“. Sie unterscheiden nicht zwischen dem, was die Vordenker der freien Marktwirtschaft sich erdacht hatten und dem, was die Politiker, die sich formal zu den Idealen des freien Marktes bekennen, daraus gemacht haben. Die Theorie unterscheidet sich jedoch erheblich von der Praxis. Genauso wenig würde jemand auf die Idee kommen, die Volksrepublik China oder Vietnam als rein kommunistische Länder zu bezeichnen, nur weil die Regierungspartei sich offiziell zum Kommunismus bekennt.

Die freie Marktwirtschaft bedeutet nicht die „Diktatur der Unternehmer“. Die freie Marktwirtschaft ist ein System, das gemeinsame Spielregeln für alle Akteure festsetzt. Kurz zusammengefasst: Die Produktionsmittel (Boden, Arbeit, Kapital) befinden sich in Privateigentum und die Verbraucher genießen völlige Wahlfreiheit beim Konsum, ohne dass eine zentrale Instanz (der Staat) den Marktprozess behindert. An diese Regeln müssen sich natürlich auch die Unternehmer halten: Subventionen, Zölle, Quoten oder Staatsrettung widersprechen dem Ideal des freien Marktes, den sie widersprechen der Wahlfreiheit des Verbraucher beim Konsum. Somit können wir auch die wirre These entlarven, dass die Bankenrettungen etwas mit freier Marktwirtschaft zu tun hätten.

Kein Verfechter der freien Marktwirtschaft befürwortet die Rettung von unrentablen Unternehmen. Nach feinster kapitalistischer Art sollen Unternehmen oder Arbeitsplätze, sobald sie keine Gewinne mehr erwirtschaften können, aus dem Markt verdrängt werden, ob nun Schlecker oder Lehman Brothers. Tatsache ist, dass die freie Marktwirtschaft keineswegs eine „Diktatur der Unternehmen“ ist, sondern die Wirtschaftsordnung, die es den Unternehmen am schwersten macht, Gewinne zu erzielen, da sie gezwungen sind, ohne Begünstigungen durch den Staat erfolgreich zu sein- während in einer staatlich gelenkten Wirtschaft die Unternehmen durch Preisfestsetzungen, Schutzzölle, Subventionen und im Notfall Staatsrettung unterstützt werden.

Wie Ludwig von Mises es ausdrückt, sind „die wahren Herrscher im kapitalistischen System der Marktwirtschaft die Verbraucher. Sie entscheiden- indem sie kaufen oder von einem Kauf absehen- wer das Kapital besitzen und wer die Fabriken leiten soll. Sie legen fest, was und in welcher Menge und Qualität produziert werden soll. Ihre Ansichten bestimmen Gewinn oder Verlust des Unternehmers. Sie machen Reiche arm und Arme reich … Aufgrund des Gewinnmotivs ist der Unternehmer gezwungen, die Verbraucher mit den Gütern zu versorgen, die sie am dringendsten benötigen.“

Sozialismus: gut gemeint, Kapitalismus: gut gemacht

Für viele ist es unmoralisch, wenn ein unrentables Unternehmen vom Markt verdrängt wird und Tausende Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren, was in der freien Marktwirtschaft zum Alltag gehört. Michael Moore z.B. liebt es, frustrierte Arbeitslose vor der Kamera zu zeigen und den bösen Unternehmern und dem Kapitalismus dafür die Schuld zu geben. Sicher leiden viele Menschen sehr daran, wenn unrentable Unternehmen Pleite gehen oder Arbeitsplätze abgebaut werden, um sie nach Pakistan oder Mexiko zu verlagern. Aber gibt es wirklich eine „humanere“ und „sozialere“ die Alternative?

Wenn ein Unternehmen keine Gewinne mehr erzielt, bedeutet dies einfach, dass die Verbraucher nicht mehr gewillt sind, dem Unternehmen genug zu zahlen, um die Produktionsfaktoren zu decken, während zur selben Zeit bei anderen Unternehmen die Einnahmen die Herstellungskosten übersteigen. Es sind also die Entscheidungen der Verbraucher, die zu diesem Prozess führen. Im Supermarkt kaufen wir immer die billigsten Waren und zwingen so die Unternehmen, ihre Herstellungskosten zu senken. Schließlich ist Wal-Mart nicht zum größten Unternehmen der Welt aufgestiegen, indem sie den Verbrauchern mit Pistole vor der Brust zum Kauf ihrer Produkte gezwungen haben.

Wer behauptet, es sei „sozial“, unrentable Unternehmen oder Arbeitsplätze zu retten, macht den grundlegenden Fehler, die Auswirkungen von Maßnahmen nur auf eine bestimmte Gruppe und einen kurzen Zeitraum zu sehen. Sie sehen nicht, wie sich Maßnahmen langfristig auf die gesamte Gesellschaft auswirken. Das „Rettungsgeld“ kommt von den Steuerzahlern (oder der Notenpresse, was letztlich dasselbe ist, weil die Steuerzahler am Ende auch für die Inflation aufkommen), die dadurch weniger konsumieren und anderen Unternehmen (und Arbeitsplätzen) schaden. Die Gesellschaft als Ganzes hat weniger Einkommen als zuvor- es sind immer nur einzelne Unternehmen oder Arbeiter, die davon profitieren, wenn der Staat sie rettet oder sie mit Subventionen, Zölle, Quoten fördert.

Ein anderes Beispiel: Durch die Erfindung des Automobils verloren die Pferdekutschen an Bedeutung, als Folge davon verloren auch viele Arbeiter ihren Arbeitsplatz. Wäre es deswegen „sozial“ gewesen, wenn der Staat Pferdekutschen subventioniert hätte, um Arbeitsplätze zu retten? Warum sollen die Steuerzahler für unrentable Unternehmen aufkommen? Warum sollen Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert werden? Es ist doch sozialer, wenn erfolgreiche Unternehmen belohnt und erfolglose bestraft werden, wie es in der freien Marktwirtschaft passiert, auch wenn es für den Durchschnittsbürger „sozialer“ aussieht, wenn Unternehmen und Arbeitsplätze vom Staat gerettet werden- weil er die Auswirkungen auf andere Unternehmen und Arbeitsplätze nicht sehen kann.

Das Beispiel Bhopal

In ihrer Dokumentation „Die Yes Men regeln die Welt“ geißeln die Yes Men die Gier der Unternehmer am Beispiel der  Chemiekatastrophe von Bhopal im Jahr 1984. Für sie ist die freie Marktwirtschaft Schuld am Leid der Menschen. Nun ist es aber natürlich so, dass so eine Katastrophe nicht nur in kapitalistisch geführten, sondern in jedem Unternehmen der Welt passieren kann, wie die Tschernobylkatastrophe zeigt. Die Yes Men sind aber der Ansicht, dass Union Carbide (bzw. ihr Rechtsnachfolger Dow Chemical), das Unternehmen, dass die Katastrophe verursacht hatte, sich bis heute weigert, die Opfer zu entschädigen, weil die freie Marktwirtschaft sie dazu zwingt- da sie nur an Gewinnen interessiert sein können und die Aktienanleger sie bestrafen würden, falls sie die fälligen Entschädigungszahlungen aufbringen würden.

Die Faktenlage sieht allerdings etwas anders aus. Das Werk in Bhopal gehörte zu 50% Union Carbide und zu 50% dem indischen Staat. Nach der Katastrophe hat sich Union Carbide sicher völlig unmoralisch und falsch verhalten, indem sie die Schuld von sich wiesen und auf Terrorismus oder Sabotage als Ursache verwiesen. Aber die Yes Men verschweigen die 50%-Beteiligung des indischen Staates an dem Chemiewerk sowie die Tatsache, dass Union Carbide 1989 nach einer außergerichtlichen Einigung 470 Millionen Dollar (damals entsprach das 5% des gesamten Firmenumsatz) Entschädigung zahlte- an den indischen Staat, der selbst nichts zahlte und stattdessen die 470 Millionen nur zum Teil für die Opfer aufwand und den Rest anlegte, um zukünftige Forderungen erfüllen zu können!

Natürlich hat sich Union Carbide unmoralisch verhalten und ist dafür nicht hart genug bestraft worden. Aber erstens ist es der indische Staat, der trotz seiner damaligen 50%-Beteiligung bis heute keine Entschädigung gezahlt, die Zahlungen der Union Carbide darüber hinaus veruntreut hat und sich bis heute trotz mittlerweile 100%-Beteiligung an der Fabrik weigert, sie nach 28 Jahren endlich zu sanieren(!). Und zweitens hat das Leid der Menschen, dass durch das falsche Verhalten von Union Carbide und dem indischen Staat nach der Katastrophe verursacht wurde, nichts mit dem „Charakter“ der freien Marktwirtschaft zu tun. Die freie Marktwirtschaft besteht nämlich nicht nur aus einem Unternehmen.

Es kann sein, dass viele einzelne Unternehmen davon profitieren, wenn Menschen ausgebeutet werden, und es ist in der Tat üblich, dass ein Unternehmen, wenn es hohe Entschädigungen an Opfer zahlt, im Aktienkurs sinkt. Es geht den Aktienanlegern nur um Gewinne, und hohe Entschädigungszahlungen lindern nun mal die Aussicht auf hohe Gewinne. Doch das reine Gewinnmotiv führt, wie von Mises beschrieben, dazu, dass, auch wenn einzelne Unternehmen durch ihn zu Schaden kommen, die meisten Unternehmen davon profitieren- da die Arbeiter genug Lohn bekommen, um später als Verbraucher ihre Produkte zu kaufen. Die Menschen in Bhopal, die durch die Katastrophe wahrscheinlich in hohem Maße an Kaufkraft verloren haben, bringen den meisten Unternehmen überhaupt keinen „Nutzen“.

Unternehmen gegen Arbeiter?

Ein weiterer großer Irrtum ist anzunehmen, dass es gemeinsame Interessen von Arbeitern und gemeinsame Interessen von Unternehmen gibt, die im Widerspruch zueinander stehen. Die Arbeiter sind keine Entität. Sie haben alle eigene Interessen, die mit denen der Arbeiter aus anderen Branchen im Widerspruch stehen können. Viele Arbeiter fordern deshalb Zölle gegen die billige Konkurrenz, ohne sich um deren Interessen zu kümmern. Die Zölle schützen immer nur einzelne Arbeitergruppen, während sie für die Gesellschaft als Ganzes immer höhere Preise, niedrigere Kaufkraft und einen niedrigeren Lebensstandard bedeuten.

Es gibt keine gemeinsame Interessen von Arbeitern, sondern nur gemeinsame Interessen von Branchen, die sich gemeinsam für staatliche Begünstigungen einsetzen dies trifft in Europa vor allem auf die Landwirtschaft zu, die mit ihren Subventionen und Zöllen den Verbrauchern in Europa schaden und die Entwicklung von afrikanischen Ländern behindern, da sie ihre Waren nicht in Europa absetzen können. Dass die Unternehmer keine gemeinsame Interessen (wie die Versklavung der Menschheit) haben, sondern im ständigen Wettbewerb zueinander stehen, braucht wohl nicht näher erläutert zu werden. Die Unternehmen sind so stark im Wettbewerb, dass sie oft staatliche Begünstigungen fordern, die ihnen dann auch meistens gewährt werden und so leider den freien Markt zerstören.

Adam Smith sagte dazu: „Geschäftsleute des gleichen Gewerbes kommen selten, selbst zu Festen und zur Zerstreuung, zusammen, ohne dass das Gespräch in einer Verschwörung gegen die Öffentlichkeit endet oder irgendein Plan ausgeheckt wird, wie man die Preise erhöhen kann“, mahnte aber auch: „Solche Zusammenkünfte kann man aber unmöglich durch irgendein Gesetz unterbinden, das durchführbar oder mit Freiheit und Gerechtigkeit vereinbar wäre, doch sollte das Gesetz keinerlei Anlass geben, solche Versammlungen zu erleichtern, und, noch weniger, sie notwendig zu machen.“

Oft wird auch die Unmoral der Unternehmen daran festgemacht, dass sie die Menschen, die für sie arbeiten, nur nach ihrem produktiven Wert einschätzen. Diese Kritik ist ziemlich heuchlerisch. Nur der rechtliche Wert eines Menschen ist immer gleich. Fußballvereine schätzen Menschen nur nach ihrem fußballerischen Wert ein, Musikproduzenten nur nach ihrem musikalischen Wert- aber Unternehmen sollen Menschen nicht nur nach ihrem produktiven Wert einschätzen? Nach was denn sonst? Milton Friedman brachte es auf den Punkt: „Die soziale Aufgabe eines Unternehmens ist es, Gewinne zu machen. Je höher der Gewinn ist, desto sozialer verhält sich der Unternehmer“ (diese Aussage gilt jedoch nur, solange die Gewinne durch den Marktprozess und nicht durch staatliche Begünstigungen erwirtschaftet werden).

„Die Reichen sollen zahlen“

Die „Lösung“ aus der aktuellen Krise, die die Welt beherrscht, lautet für viele: Die Reichen sollen zahlen. Die Finanzkrise wurde aber nicht durch die freie Marktwirtschaft, sondern durch falsche Politik ausgelöst, wie der Fanniegate-Skandal oder die massiven Verschuldungen in den südeuropäischen Ländern zeigen. Anstatt echte Lösungen anzustreben, will man einen Sündenbock zur Kasse bitten. Die Krise wird aber nicht verschwinden, indem man das Übel des Staatsinterventionismus auf die Spitze treibt. Außerdem ist es unmoralisch, Geld von den Reichen zu nehmen und es den Armen zu geben. Ein chinesisches Sprichwort besagt: Wenn jemand hungert, gib ihm keine Fische, sondern eine Angel zum Fischen. Diese Erkenntnis ist bei den meisten Politikern noch nicht angekommen.

Der Sozialstaat soll den Armen helfen, aber nicht etwa, indem er Selbstverantwortung, Eigeninitiative und Privateigentum fördert, sondern indem er Milliardenbeträge an die Betroffenen überweist. Die Folge: Im „Krieg gegen die Armut“ haben die USA seit 1964 mehr als 15 Billionen Dollar ausgegeben, ohne dass sich die Armutsquote signifikant verändert hätte. Denselben „Erfolg“ hat die Entwicklungshilfe vorzuweisen: Trotz mehr als 2 Billion Dollar an Entwicklungshilfe verharrt Afrika ökonomisch seit Jahrzehnten weltweit an letzter Stelle. Mit ähnlichen Startvoraussetzungen, aber deutlich weniger Entwicklungshilfe gelang Asien ein spektakuläres Wachstum. Entwicklungshilfe bedeutet: Man gibt Geld von Armen in reichen Ländern an Reiche in armen Ländern.

Die meisten Antikapitalisten sind der Ansicht, dass die Welt in den letzten Jahrzehnten durch die freie Marktwirtschaft ärmer geworden ist. Die Fakten sprechen eine andere Sprache: 1981 hatten 1,94 Milliarden Menschen, 52% der Weltbevölkerung, weniger als 1,25 Dollar zur Verfügung und galten damit als extrem arm.  2008 war die Zahl auf 1,29 Milliarden oder 22% der Weltbevölkerung gesunken. Die Anzahl der Menschen, die unterernährt sind, ist zwar von 1990 bis 2010 zwar gestiegen und liegt bei 1 Milliarde, doch der prozentuelle Anteil an der Weltbevölkerung ist um fast ein Viertel von 19,8% auf 15,1% gesunken. Die weltweite Alphabetisierungsrate und die Lebenserwartung ist gestiegen, die Kindersterblichkeit ist gesunken, die HIV-Neuinfektionsrate ist von 2001 bis 2011 um 25% zurückgegangen.

Diese spektakulären Fortschritte sind oft nur minimalen wirtschaftlichen Liberalisierungen zu verdanken, wie z.B. im immer noch sozialistischen Indien oder China unter Deng Xiaoping. Freie Marktwirtschaft bekämpft nicht nur die Armut am effektivsten, sondern ist auch das demokratischste Wirtschaftssystem, wie Ludwig von Mises sagte: „Das kapitalistische Produktionssystem ist eine wirtschaftliche Demokratie, in der jeder Pfennig das Recht hat, eine Stimme abzugeben. Die Verbraucher sind das souveräne Volk. Kapitalisten, Unternehmer und Landwirte sind die Bevollmächtigten der Bürger. Wenn sie nicht Folge leisten, wenn sie es nicht schaffen, zu den niedrigst möglichen Kosten das herzustellen, was der Verbraucher nachfragt, verlieren sie ihr Amt. Ihre Aufgabe ist es, dem Verbraucher zu dienen. Gewinn und Verlust sind die Werkzeuge, mittels derer die Verbraucher die Geschäftsaktivitäten straff im Zügel halten.“

9 Antworten to “Die Yes Men und die Gemeinplätze der Kapitalismuskritiker”

  1. aron2201sperber Says:

    der Kapitalismus wird stets an der Realität gemessen, der Sozialismus wird hingegen beim nächsten Mal bestimmt ganz toll sein.

    wenn wieder nicht, war natürlich nicht der Sozialismus schuld, sondern die Menschen, die noch nicht reif waren

    aber beim nächsten Mal…usw.

  2. Martin Says:

    @Besucher: Wenn man nen Wasserfall runterstürzt, stimmt auch das erste 😉

    Und yep, so ist es. Der Sozialismus ist doch gaaanz doll gut und vor allem „gerecht“.
    Das sozial und gerecht m.E. per *Definition* Gegensätze sind, steht dem ja nicht im Wege.

  3. Stepanakert Says:

    irgendwo scheitert deine Argumantation von für und wider an der alten philosophischen Frage des Sein und Bewusstseines.
    Alternative kann nur sein der Welt eine logischere und humanere mathematische Formel angedeien zu lassen, e^x kann keine Lösung sein.

  4. Carsten Says:

    Die Argumentation

    „Sie unterscheiden nicht zwischen dem, was die Vordenker der freien Marktwirtschaft sich erdacht hatten und dem, was die Politiker, die sich formal zu den Idealen des freien Marktes bekennen, daraus gemacht haben. Die Theorie unterscheidet sich jedoch erheblich von der Praxis.“

    hab ich doch schon irgendwo gehört. Ach ja ungefähr so:

    Sie [die Kritiker des Kommunismus] unterscheiden nicht zwischen dem, was die Vordenker des Kommunismus sich erdacht hatten und dem, was die Politiker, die sich formal zu den Idealen des Kommunismus, daraus gemacht haben. Die Theorie unterscheidet sich jedoch erheblich von der Praxis.

    Falls sich irgendwo irgendwenn das ideal Kapitalismus-Schlaraffenland entwockelt bin ich sofort dabei. Solange aber (vor allem in der Finazbranche)
    * die transoarente Preisfindung nur eine Fiktion ist (OTC-Geschäfte)
    * die Haftung sich nur auf das eingesetzte Kapital beschränkt (und das ist ein Grundpfeiler des modernen Kapitalismus)
    * mir der Eindruck entsteht das langfristiges wirtschaftliches Handeln im Vergleich zur nächstes Quartalsbilanz eher untergeordnet ist

    hab ich da noch eher Zwefel

    • arprin Says:

      Der Kommunismus ist sowohl in der Theorie als auch in der Praxis eine totalitäre Ideologie. Die realsozialistischen Länder sind alle kaputt gegangen. Es kann aber natürlich passieren, dass dem Namen nach „kommunistische“ Staaten wirtschaftlich erfolgreich sind, wenn sie die Marktwirtschaft einführen. Genauso können dem Namen nach „kapitalistische“ Länder kaputt gehen, wenn sie die Planwirtschaft einführen.

  5. Essener Says:

    Wie sind die großen Herausforderungen, denen sich die Menschheit heute stellen muss, zu bewältigen? Die Bedrohungen durch den Klimawandel, die atomare Rüstung und die extreme Ungleichheit können nicht abgewendet werden, indem Ideologien verteidigt werden. Vielmehr müssen alle Menschen gemeinsam nach vernünftigen Lösungen suchen, sonst werden alle Menschen gemeinsam unter den Folgen zu leiden haben.

    Die freie Marktwirtschaft (= ungehemmter Kapitalismus) scheint allerdings nicht dazu geeignet zu sein, diese Probleme zu lösen. Die Politik von IWF, WTO und Weltbank haben vielmehr dazu beigetragen, die Ungleichheit zu vergrößern. Die Millenniumsziele der UNO sind auch deshalb in weiter Ferne, weil Unsummen in einer Finanzkrise vernichtet wurden. Diese Krise wurde aber verursacht durch die Idee der freien Marktwirtschaft (Deregulierung).

    Die Lösung liegt sicher auch nicht in einem neuen kommunistischen System. Aber warum eine Ideologie gegen die andere aufrechnen? Totalitäre Systeme sind keine Lösung für unsere Probleme!

    Es ist also notwendig, unvoreingenommen und mit kritischem Verstand Lösungen zu finden, die für alle Menschen ein menschenwürdiges Leben ermöglichen!

    • arprin Says:

      Kapitalismus ist keine Ideologie. Es hat kein „Ziel“ und verspricht kein himmlisches Paradies auf Erden wie der Sozialismus, Kommunismus, Marxismus, Faschismus, Islamismus usw. Es ist eigentlich nur ein Bündel von Regeln. Die Geschichte hat aber gezeigt, dass sie am besten sind, um die Armut zu bekämpfen, weil die kreativen Kräfte des Menschen am besten zur Entfaltung kommen können. Die Finanzkrise wurde nicht, wie sie sagten, durch die freie Marktwirtschaft ausgelöst. Die Fanniegate-Katastrophe in den USA, die Staatsverschuldungen in Europa, die fatalen Bankenrettungen- all das hat nichts mit freier Marktwirtschaft zu tun. In Sachen Bankenrettungen und ESM stimme ich übrigens sogar mit der Linkspartei überein.

      Die Milleniumsziele werden vielleicht nicht komplett erreicht werden, doch sie sollten zur Kenntnis nehmen, dass die weltweite Armut hat in den letzten Jahrzehnten massiv abgenommen. Aus dem Artikel: „1981 hatten 1,94 Milliarden Menschen, 52% der Weltbevölkerung, weniger als 1,25 Dollar zur Verfügung und galten damit als extrem arm. 2008 war die Zahl auf 1,29 Milliarden oder 22% der Weltbevölkerung gesunken. Die Anzahl der Menschen, die unterernährt sind, ist zwar von 1990 bis 2010 zwar gestiegen und liegt bei 1 Milliarde, doch der prozentuelle Anteil an der Weltbevölkerung ist um fast ein Viertel von 19,8% auf 15,1% gesunken. Die weltweite Alphabetisierungsrate und die Lebenserwartung ist gestiegen, die Kindersterblichkeit ist gesunken, die HIV-Neuinfektionsrate ist von 2001 bis 2011 um 25% zurückgegangen.“

      Welches andere System ist denn ihrer Meinung nach besser geeignet, um die Armut zu bekämpfen? Wie wäre es mal mit Dankbarkeit dafür, dass Hunderte Millionen Menschen aus der Armut geholt wurden? Oder geht es ihnen gar nicht um die Armut? Geht es um die Gleichheit? Wenn also alle gleich arm sind, ist das besser als wenn einige extrem reich sind und andere weniger? Tja, da ich nicht glaube, dass alle Menschen mit den gleichen Fähigkeiten ausgestattet sind, erscheint mir ein System der staatlich erzwungenen Gleichheit auch absolut nicht wünschenswert. Von daher suche ich auch gar nicht nach einem Weg, um dies zu erreichen.

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