Israel, deine Freunde

Auf welches Land in der Welt kann sich Israel verlassen?

Kein Staat auf der Welt hat es so schwer, einen treuen Verbündeten zu finden wie Israel. In Europa gehört Israel zu den unbeliebtesten Ländern der Welt. In Lateinamerika sind sich Sozialisten und Liberale einig in der Unterstützung der palästinensischen Vollmitgliedschaft in der UNO. Im gesamten Nahen Osten ist die Feindschaft zu Israel quasi unverhandelbar, ob die Staatsideologie nun säkular-nationalistisch, panarabisch-sozialistisch oder islamisch-fundamentalistisch ist. Nicht mal auf die USA kann sich Israel immer verlassen.

Aber es gibt einige Völker auf der Welt, die eine besondere freundschaftliche Beziehung zu Israel verbindet. Es handelt sich dabei nicht immer um vollwertige Staaten und auch gar nicht um die offizielle politische Agenda des Landes, die nicht die Ansichten des Volkes widerspiegeln müssen. Doch sie gehören zu den wenigen wahren Freunden Israels, auf die das kleine Land am Mittelmeer dringend setzen sollte, um seine Isolation durchzubrechen, auch wenn es sich wohl auch in Zukunft nur auf sich selbst verlassen kann.

5. Kolumbien

Kolumbien ist der einzige Staat in Südamerika, der den „Staat“ Palästina nicht anerkannt hat, und verdient deshalb in dieser Auflistung sicher eine ehrenvolle Erwähnung. Die Kolumbianer eint mit den Israelis die jahrzehntelange Erfahrung im Kampf gegen Terroristen, dabei wird man vor allem von den USA, aber auch von Israel unterstützt. Die militärische Zusammenarbeit zwischen Kolumbien und Israel wurde von den Verteidigungsministern beider Länder im April 2012 gelobt:

“Kolumbien und Israel blicken auf eine ähnliche Geschichte zurück und die Zusammenarbeit und Freundschaft unserer Länder ist sehr stark”, teilte der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak in einer Pressekonferenz mit. Sein kolumbianischer Amtskollege Juan Carlos Pinzón wies darauf hin, dass sich beide Staaten in einem Kampf gegen den Terror befinden. “Wir teilen die gleichen Gefühle, unsere Bevölkerung ist ebenfalls von Angst und Terror bedroht”, so Pinzón. Der Minister betonte die Bereitschaft seiner Regierung, Erfahrungen und Fähigkeiten im Kampf gegen die Terroristen (FARC und ELN) mit der israelischen Regierung zu teilen.“

4. Südsudan

Südsudan ist ein von ehemaligen Rebellenbanden autoritär regierter, von Armut, Hunger und blutigen Stammeskämpfen zerrissener Staat, der sich noch immer im Konflikt mit dem Norden befindet, der den Süden zuvor 5 Jahrzehnte lang genozidal geknechtet hatte. Schon in den 1960ern trafen sich israelische Gesandte mit südsudanesischen Führern und vereinbarten Hilfen in der Landwirtschaft und Infrastruktur. Mit dem Norden, bei dem Antisemitismus und Islamismus zur Staatsdoktrin gehören, hatte Israel nie diplomatische Beziehungen. Nach der Unabhängigkeit des Südens wurden schnell diplomatische Beziehungen zwischen beiden Ländern aufgenommen.

Das Besondere: Die erste Auslandsreise des Präsidenten hatte Israel zum Ziel- und nicht nur das: Die südsudanesische Botschaft wurde in Jerusalem eröffnet, was kein Land zuvor getan hatte. Dieser Umstand und die blutigen historischen Erfahrungen beider Völker sprechen dafür, dass Südsudan einer der wenigen wirklich treuen Verbündeten Israels sein wird. Doch man sollte nicht vergessen, dass Südsudan ein autoritäres politisches System hat und es zuletzt Probleme mit illegalen südsudanesischen Einwanderern in Israel gegeben hat.

3. Kurdistan

Vor dem Ersten Weltkrieg waren 10% der Einwohner Kurdistans Juden. Heute leben in Israel 150.000 kurdische Juden. In den 1960ern und 1970ern arbeiteten israelische Militärberater mit kurdischen Milizen zusammen, die sich gegen die blutige Unterdrückung im Irak auflehnten. Nach Saddams Sturz und der Etablierung der autonomen Region Irakisch-Kurdistan mit tatkräftiger Hilfe der USA trafen sich hochrangige israelische und kurdische Diplomaten, doch bis jetzt wurden keine diplomatischen Beziehungen mit Israel aufgenommen. Im März wurde berichtet, dass Israel Stützpunkte in Irakisch-Kurdistan nutzt, um das iranische Atomprogramm auszuspionieren.

Man sollte jedoch zwischen „realpolitischem“ Bündnis und echter Freundschaft zwischen beiden Völkern unterscheiden. Viele Kurden sind üble Antisemiten. Nach der Festnahme des PKK-Führers Öcalan demonstrierten militante Kurden in Deutschland vor der israelischen Botschaft, weil sie dem Mossad verdächtigten, bei der Verhaftung geholfen zu haben, bei den Tumulten kam es zu 4 Toten. Die irakisch-kurdische Regierung unter Massoud Barzani hat sich von der PKK distanziert. Analysten sagen, dass Israel eine Unabhängigkeit Kurdistans unterstützen würde.

2. Albanien

Die Albaner sind ein Volk, das dem Gift des Antisemitismus nicht so stark verfallen ist wie der Rest Europas. Während des Holocausts hatten die wenigen Hundert albanischen Juden eine Überlebensrate von 100%. Die Albaner schützten nicht nur ihre eigenen Juden, sondern boten verfolgten Juden aus anderen Ländern Schutz, so dass es nach 1945 mehr Juden in Albanien gab als 1939. Im Jahr 1949 erkannte Albanien Israel als Staat an, nahm jedoch erst im August 1991 diplomatische Beziehungen auf. Während der kommunistischen Diktatur war jede religiöse Praktik verboten, im April 1991 wanderten die meisten albanischen Juden nach Israel aus.

Im Jahr 1999 unterstützte Israel die Kosovo-Flüchtlinge mit humanitären Hilfsgütern. Zwar hat Albanien schon 1988 den „Staat“ Palästina anerkannt, doch die israelisch-albanischen Beziehungen leiden nicht darunter. Der albanische Ministerpräsident Sali Berisha bezeichnete Iran als die größte Bedrohung für den Weltfrieden, verglich die Rhetorik des iranischen Präsidenten Achmedinedschad mit der der Nazis und sagte, dass er einen Angriff auf die iranischen Nuklearanlagen unterstützen würde. Die Albaner sind übrigens auch ziemlich proamerikanisch.

1. Iran

Auf Platz 1 landet der Iran. Warum ausgerechnet der Iran? Das Land, das Israel mit der Vernichtung droht, an der Atombombe baut, Terrororganisationen aufrüstet und weltweit Anschläge auf jüdische Einrichtungen verübt? Nun, ganz einfach: Es gibt einen erheblichen Unterschied zwischen den Ansichten der Regierung und dem Volk. Die meisten Iraner haben die Mullah-Herrschaft satt und verachten das Regime. Die antisemitischen Tiraden des Regimes haben, ganz im Gegensatz zur arabischen Welt, keinen großen Rückhalt beim Volk, die meisten Iraner sind überhaupt nicht antisemitisch. Die Parole der Grünen Bewegung lautet „Nicht Gaza, nicht Libanon- mein Leben für Iran!“

Allerdings gibt es auch einige Oppositionelle, die nicht mit Israels Politik einverstanden sind. Die meisten Iraner fürchten einen israelischen Angriff nicht weniger als die nuklearen Ambitionen ihrer Regierung. Eine Erklärung von älteren Aktivisten der Grünen Bewegung verglich die „Brutalität“ der israelischen Regierung bei der Erstürmung der Mavi Marmara mit den Gewaltmethoden der Mullahs gegen die iranische Opposition. Eine andere Oppositionsgruppe von jüngeren Iranern widersprach jedoch und betonte, dass die Grüne Bewegung im Gegensatz zu den Palästinensern gewaltfrei agiere. Im März 2012 formierte sich bei Facebook eine „Iran loves Israel„-Seite mit 20.000 Mitgliedern. Angesichts der aktuellen politischen Situation verdient die persisch-jüdische Freundschaft Platz 1.

3 Antworten to “Israel, deine Freunde”

  1. American Viewer Says:

    Eine Liste fernab von allem was man eigentlich erwarten würde.

    • arprin Says:

      Vielleicht hätte ich noch Indien in die Liste aufnehmen sollen:
      http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3696887,00.html
      „The greatest level of sympathy towards Israel can be found in India, according to international study on behalf of the Foreign Ministry, Yedioth Ahronoth reported Friday. According to the study, which was unprecedented in scope and was undertaken by an international market research company, 58% of Indian respondents showed sympathy to the Jewish State. The United States came in second, with 56% of American respondents sympathizing with Israel.“

  2. rolfw Says:

    Liebe Israelfreunde, liebe Geschwister im Herrn!

    Seit vielen Jahren bin ich ein Freund Israels und beobachte sehr genau, was im Weltgeschehen vor sich geht. Gerne möchte ich auf mein gerade erschienens Buch aufmerksam machen mit dem Titel „Als Augustinus irrte“. https://tredition.de/autoren/rolf-wiesenhuetter-14363/als-augustinus-irrte-paperback-87118/

    Das Buch beschreibt auf 440 Seiten zunächst die Geschichte der Entstehung der Substitutionstheorie. Daran schließt sich die Heilsgeschichte Israels an. Schließlich zeige ich die Verbindung von der Enterbungslehre und dem Antisemitismus seit Augustinus im 4. Jahrhundert auf. Unter dem angegebenen Link finden Sie das Inhaltsverzeichnis und die Einleitung in der Lesebrpobe.

    Über Ihr Interesse an diesem aufwendig erstellten Werk würde ich mich sehr freuen.

    Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen aus Lübeck

    Dr. h.c. Rolf Wiesenhütter

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