Das Ende ist nah

Ein origineller Friedensvorschlag

Witz zur Stunde: Am Silvestertag 1989 bat Hafez al-Assad seinem Barbier, ihn für die Feier vorzubereiten. Während der Barbier sein Haar schnitt, flüsterte er ihm ins Ohr: „Ceausescu!“ und fuhr mit seiner Arbeit fort. Hafez runzelte die Stirn aber ignorierte ihn dann. Nach einer Weile flüstert der Barbier ihm wieder „Ceausescu!“ ins Ohr, doch Hafez beschließt, ihn ein zweites Mal zu ignorieren. Nach dem der Friseur ihn zum dritten Mal „Ceausescu!“ ins Ohr flüstert, dreht sich Hafez zu ihm und fragt ihn: „Was soll das mit Ceausescu? Warum sagst du seinen Namen ständig?“ Der Friseur antwortet: „Weil ihr Haar sich jedes Mal aufrichtet, wenn ich seinen Namen erwähne, und ich so besser schneiden kann“.

Der Verteidigungsminister ist tot, eine Handvoll Rebellen belagern den Präsidentenpalast, Armee, Offiziere und Generäle desertieren in immer größerer Anzahl, in einigen Regionen beginnen bereits die Freudentänze. In dieser Situation ruft man gewöhnlich nach einem Helikopter, um die Flucht zu ergreifen. Aber wohin sollte Assad gehen? Und ebenso wichtige Fragen: Wie lange hat es gedauert, bis wir wussten, dass al-Qaida hinter dem Anschlag stand und wie lange wird es dauern bis wir merken, dass al-Qaida nicht weiß wie man aufhört?

19 Antworten to “Das Ende ist nah”

  1. besucher Says:

    wahrscheinlich wäre es das beste Syrien aufzuteilen. Sonst wird der Staat zu einem zweiten Jugoslawien.

    • arprin Says:

      Die Kurden sind schon quasi unabhängig. Der Rest des Landes wird aber wohl nicht geteilt werden, da werden die neuen Machthaber nicht mitmachen. Zumindest offiziell bekennen sich viele Oppositionsgruppen zum Pluralismus, aber das Post-Assad-Syrien wird wohl nicht völlig ohne „Stammeskämpfe“ über die Bühne gehen.

      • besucher Says:

        wie groß ist das kurdische Siedlungsgebiet in Syrien? nicht sonderlich groß, oder?

        Übrigens, falls man mal wieder in eine Diskussion mit einem Türken über Israel gerät: Bekanntermaßen ist Arabisch Amtssprache in Israel (20% Araber)

        In der Türkei leben bekanntermaßen auch 20% Kurden (Kurmandschi, Zaza etc.),da könnte man doch mal eine Forderung stellen…

      • arprin Says:

        Irakisch-Kurdistan und Syrisch-Kurdistan sind beide ziemlich unabhängig. Falls Barzani (der Präsident von Irakisch-Kurdistan) die Unabhängigkeit ausruft, könnte sich der syrische Teil dem anschließen. Das wäre auch ein deutliches Signal an die Türkei und den Iran.

  2. Simon Says:

    Die Kurden haben meiner Ansicht nach schon lange einen eigenen Staat verdient. Die Staaten im Nahen Osten wurden nach dem Ende der Kolonialherrschaft der Osmanen eh willkürlich auf dem Reißbrett gebildet, ähnlich wie in Afrika.

    Die Geschichte hat gezeigt das Staaten wenn sie einigermaßen homogen sind am besten funktionieren. Die meisten Vielvölkerstaaten (Sowjetunion, Jugoslawien, Österreich-Ungarn) sind zerfallen. Wo Vielvölkerstaaten (Russland, China) noch existieren werden sie meistens mit Waffengewalt aufrechterhalten.

    • arprin Says:

      Das Hauptproblem ist das die Kurden bei den Friedensverhandlungen nach 1920 übergangen wurden. Danach gab es, bis heute, keine rechtlichen Grundlage für einen Kurdenstaat, so dass die Kurden eigentlich nur die Möglichkeit hatten, mit Gewalt die Ergebnisse der Friedensverträge zu revidieren, sowie es die Türken vor 1920 getan hatten. Leider haben sich dann später auch viele für Terror entschieden (PKK, PYD, PJAK).

      Die Errichtung der autonomen Region Irakisch-Kurdistan nach dem Sturz Saddams und die momentane Lage in Syrien haben die Sache völlig verändert. Jetzt müssten nur noch die Mullahs gestürzt werden und die Türken ihre nationalistische Mentalität ändern, dann wäre ganz Kurdistan geeint.

  3. Waldemar Pabst Says:

    Es bleibt spannend.

  4. American Viewer Says:

    Single Bullet Theory. 10/10

    Hab ich nach dem Interview mit Todenhöfer eigentlich geschrieben, dass das ein Hilferuf von Assad ist? Ein sicheres Zeichen, dass es nicht mehr lange geht? Wenn nicht, hole ich es an dieser Stelle nach.

    • besucher Says:

      Woran machst Du das fest?

      • American Viewer Says:

        An dem was Assad sagt. Pretty simple actually. Hast du das Interview angehört? Arabische Diktatoren sind, wie die meisten Diktatoren, am Anfang jedes Konfliktes hochgradig aggressiv. Wir werden euch fertig machen. Wir werden XY! Bla, bla, bla. Der alles vernichtende Krieg und der große Sieg fallen aber regelmäßig aus.

        Dann kommt Phase zwei in der man im Angesicht der Niederlage allerlei Gespräche anbietet. In der Phase war Assad während des Interviews. Andauernd hat er erzählt, er sei doch immer gesprächsbereit gewesen und sei jetzt erst Recht gesprächsbereit. Das war wirklich extrem auffällig. Mehr kann man nicht rumheulen, wenn man nicht jedes Gesicht verlieren und jede diplomatische Verklausulierung verlassen will.

        Mittlerweile könnte Assad schon in Phase drei sein. Beine in die Hand nehmen und sich irgendwo verkriechen. Mal gucken, ob sie ihn aus einem Erdloch ausgraben oder aus einem Abwasserkanal fischen. Da bin ich mir noch nicht sicher. Es würde mich dagegen wirklich überraschen, wenn wenigstens mal einer diese Großmäuler in seinem Führerbunker kämpft bis zur letzten Patrone.

    • besucher Says:

      Ich glaube der Assad redet immer so. Er ist halt kein Großmaul sondern ein von der herrschenden Elite Inthronisierter.
      Ich will jetzt seine Verantwortung in der Sache nicht kleinreden aber er ist nun mal kein Ghaddafi oder Saddam. Das sollte aber eigentlich bekannt sein.

      • American Viewer Says:

        Das kann natürlich auch sein. Ich habe das Interview jedenfalls so empfunden. Die Reden davor waren deftiger, wenn ich mich richtig erinnere.

  5. besucher Says:

    Halt stand, stolzes Damaskus!

    http://juergenelsaesser.wordpress.com/2012/07/20/halt-stand-stolzes-damaskus/

    • besucher Says:

      Ob die in Damaskus auch singen: No pasarán?

      Elsässer hat wahrscheinlich mal wieder ne Kiste Rioja geschafft bevor er diese Vergleiche ins Netz rotzte.

    • arprin Says:

      Wikipedianer im Endkampf darum, wer Assads Todesdatum eintragen darf:
      http://www.der-postillon.com/2012/07/wikipedianer-im-endkampf-darum-wer.html

      „Für den großen Moment des Triumphes hat B. schon alles vorbereitet. „Ich habe eine Version vorgeschrieben, bei der hinter Assads Geburtsdatum bereits das heutige Datum als Sterbezeitpunkt steht. Außerdem habe ich alle aktuellen Informationen, wie etwa, dass er Präsident Syriens ist, ins Präteritum gesetzt.“
      Sobald Assad stirbt, muss Marco B. nur noch rechtzeitig auf „Seite Speichern“ klicken und der Sieg wäre sein. Mit einer ähnlichen Taktik gelang es dem erfahrenen Online-Enzyklopädisten bereits im vergangenen Jahr, das Todesdatum von Muammar al-Gaddafi einzutragen.“

      • besucher Says:

        Ganz sauber in der Birne ist dieser Marco B. aber nicht, oder?
        Dessen Gesicht möchte ich mal sehen wenn mitbekommen könnte dass irgendwelche „finsteren Mächte“ seinen Todestag auswürfeln.

        Spruch des Tages aus dem Postillon-Forum:

        Superarschgeige19. Juli 2012 14:40
        Ich glaube, dass Assad im Ärmel noch ein Asshat.

      • American Viewer Says:

        Satire, aber nicht mal schlechte.

  6. besucher Says:

    Totgesagte scheinen ja mal wieder länger zu leben.
    Übrigens macht sich Erdogan mal wieder zur Witzfigur:

    http://www.welt.de/politik/ausland/article108406812/Assad-will-sich-die-Loyalitaet-der-Kurden-erkaufen.html

    Jeder weiß doch dass die syrische Guerilla-Opposition auch von der Türkei aus unterstützt wird.

    • arprin Says:

      Erdogan unterstützt nur die sunnitische Opposition. Ein reiner Opportunist. Er hat ja auch offenbar nichts gegen den Völkermörder Omar al-Bashir und den Terroristenführer Ismail Haniyah.

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