Die Bedeutung des Atheismus

Die historische Entwicklung des Atheismus

Die historische Entwicklung des Atheismus

Der Atheismus hat viele Kritiker. Nicht nur Religionsvertreter, die den Atheismus aufgrund seiner Sinnlosigkeit angreifen, sondern auch Agnostiker und säkular eingestellte Persönlichkeiten regen sich gern über „militante“ Kampfatheisten auf. Es gibt zwei Zitate, die das Dilemma des Atheismus auf den Punkt bringen. Der Erste stammt von Gilbert Keith Chesterton: „Wenn Menschen aufhören, an Gott zu glauben, glauben sie nicht an nichts, sondern an alles Mögliche.“ Viele Atheisten sind in der Tat links- oder rechtsradikale Kollektivisten, die anstatt Gott dem „Staat“ oder der „Gesellschaft“ huldigen.

Der Zweite stammt von Werner Heisenberg: „Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch; aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott.“ Da das Universum, je mehr wir von ihm verstehen, desto mehr Rätsel er uns gibt, glauben sogar viele Wissenschaftler, dass er kein Zufall sein kann. Dieses Thema soll hier nicht besprochen werden, es sei nur kurz erwähnt, dass es eigentlich nichts Komplexeres geben kann als einen allmächtigen Schöpfer außerhalb des Universums und dass es absurd ist, anzunehmen, dass dieser Schöpfer auch identisch mit den menschengemachten Göttern ist.

Es stimmt, dass der Atheismus im Grunde sinnlos ist. Der Grund dafür ist, dass der Atheismus nun mal keine Werte hat. Viele Atheisten hätten das gerne so, aber es stimmt einfach nicht. Es gibt keine “atheistischen Werte”. Der Atheismus ist nur eine metaphysische Ansicht ohne Auswirkungen auf die ethischen oder politischen Ansichten eines Menschen. Eine Einigkeit unter Atheisten gibt es nicht und wird es auch nie geben. Die atheistische Szene ist ziemlich heterogen und reicht von Kommunisten, Faschisten und Nihilisten bis zu Liberalen. Dasselbe gilt für religiöse Menschen. In unserer Zeit scheint mir der linksgrüne Einheitstopf bei Atheisten und Theisten gleichermaßen verbreitet zu sein.

Es kann nicht das Ziel der atheistischen Szene sein, eine gemeinsame ethische oder politische Botschaft zu entwickeln, da die Ansichten der Atheisten zu verschieden sind. Die Atheisten und Aufklärer sind für mich ebenso wenig heilig wie Jesus oder Mohamed. Der Atheismus ist nicht zum Missionieren da. Der Versuch, den Atheismus in einen Einheitstopf zu verwandeln, ist genauso zum Scheitern verurteilt, wie der, alle Religionen zu einen. Es ist wohl kein Zufall, dass es vor allem Linksradikale und Islamisten sind, die dieses Projekt angehen. Die einzige Botschaft des Atheismus ist: Es gibt keinen Gott. Alles, was darüber hinausgeht, ist Ideologie.

Zu guter Letzt bleibt anzumerken, dass der Atheismus zwar sinn- und wertelos ist, die Atheisten aber natürlich nicht ohne Sinn und Werte leben. Der (linkslastige) Philosoph Michael Schmidt-Salomon sagte: „Nur in einem an sich sinnlosen Universum genießt der Mensch das Privileg, den Sinn des Lebens aus seinem Leben selbst zu schöpfen. Sprich: Der Sinn des Lebens liegt eben nicht im Übersinnlichen, sondern im Leben selbst. Freiheit durch Sinnlosigkeit.“ Da die Religion im Gegensatz zum Atheismus ihren Anhängern bestimmte „Pflichten“ aufbürdet, könnte man annehmen, dass Atheisten ein freieres und selbstbestimmteres Leben führen können als religiöse Menschen. Durch die Möglichkeit von ständiger Uminterpretation der heiligen Schriften und Konversion ist aber nicht mal das zutreffend.

12 Antworten to “Die Bedeutung des Atheismus”

  1. shaze86 Says:

    Ich mag diese Aggro-Atheisten auch nicht. Deswegen bin ich auch ein Agnostiker. Besonders lustig finde ich es, wenn diese Aggro-Atheisten mit Wahrscheinlichkeiten für Gott um die Ecke kommen. Dabei ist es doch eine Glaubensfrage.

    Off topic:
    An dieser Stelle möchte ich mich für die vielen guten Artikel von dir bedanken. Sie verkürzen einem den Hin- und Rückweg von der Arbeitstelle.

  2. Besucher Says:

    Freiheit durch Sinnlosigkeit. Um mal Carl Schmitt ins Spiel zu bringen: „souverän (also frei) ist derjenige der über den Ausnahmezustand entscheidet.“ und das muss man jetzt nicht mal nur auf das Politische beziehen.

  3. Simon Says:

    Es gibt die Position dass man auch völlig säkulär zu einer objektiven Moral kommen kann. Diese Position vertritt zum Beispiel der US-Philosoph Sam Harris („The Landscape of Morality“) und ich glaube ich auch dein Blogkollege Feuerbringer, hierbei unter dem Vorzeichen des Objektivismus. Das ist die alte Frage um die Sein-Sollens Problematik von David Hume.

    Generell stimme ich dir zu. Ausgehend von einer atheistischen Position kann man zu unterschiedlichsten Positionen kommen. Das gilt aber natürlich auch für eine religiöse Position.

    Inwieweit atheistische Aussagen metaphysisch, also nicht überprüfbar sind bin ich etwas skeptisch. Die Aussage „Es gibt keine Gott“ ist sicherlich empirisch nicht beweisbar. Allerdings kann man mit gutem Grund der biblischen Schöpfungsgeschichte vor dem Hintergrund des Darwinismus und der Bestimmung des Erdalters skeptisch gegenübertreten.

    • besucher Says:

      Nicht wenn man die Zeitangaben in der Schöpfungsgeschichte in einem anderen Kontext liest. Wer sagt denn dass bibliche Jahre unseren heutigen Jahren entsprechen 😉 ?

      • Simon Says:

        Nicht zu vergessen auch die erwiesene Tatsache dass Gott die Dinosaurierfossilien absichtlich gestreut hat um uns zu verwirren. 🙂

  4. aron2201sperber Says:

    ich halte es mit Wittgenstein:

    worüber man nicht sprechen kann, soll man schweigen.

    ob es etwas nach dem Tod gibt, fällt für mich unter diese Kategorie.

    was sich nicht unserer Kenntnis entzieht:

    weder Religiosität noch Ablehnung der Religion hat uns zu besseren Menschen gemacht.

  5. uniquolol Says:

    @aprin:
    “…Es gibt keine “atheistischen Werte”. Der Atheismus ist nur eine metaphysische Ansicht ohne Auswirkungen auf die ethischen oder politischen Ansichten eines Menschen…”

    Richtig – Wir Atheisten sind Nicht-Gläubige, wir haben daher gleich viel Gemeinsamkeiten wie beispielsweise Nicht-Vegetarier. So weit so gut. Aber im Grunde habe ich nicht verstanden, was dieser Artikel eigentlich aussagen sollte. Ist er womöglich auch sinnlos… 😉

    • arprin Says:

      „Es kann nicht das Ziel der atheistischen Szene sein, eine gemeinsame ethische oder politische Botschaft zu entwickeln, da die Ansichten der Atheisten zu verschieden sind. Die Atheisten und Aufklärer sind für mich ebenso wenig heilig wie Jesus oder Mohamed. Der Atheismus ist nicht zum Missionieren da. Der Versuch, den Atheismus in einen Einheitstopf zu verwandeln, ist genauso zum Scheitern verurteilt, wie der, alle Religionen zu einen.“

  6. uniquolol Says:

    Schon klar – Aber wer will denn “…den Atheismus in einen Einheitstopf…” verwandeln?

  7. arprin Says:

    „Es genügt nicht, nur gegen Religion zu sein. Atheisten haben viel anspruchsvolle Arbeit zu leisten, wenn sie auf dem “Markt der Weltanschauungen” ernstgenommen werden möchten. Mindestens sollte man als Religionskritiker in der Lage sein, eine echte Alternative aufzuzeigen. Also eine Philosophie. Ja, man sollte seine eigene Philosophie ohne Bezug auf Religion darstellen können. Ansonsten wären atheistische Weltanschauungen am Ende nur Parasiten der Religionen, die sich dadurch auszeichnen, lediglich die Gebote und Behauptungen der Religionen abzulehnen oder deren Gegenteil zu fordern.“

    http://www.terryrotter.de/feuerbringer/2012/11/der-gott-der-atheisten/

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